Sommer in der kleinen Bäckerei am Strandweg – Jenny Colgan

Erinnert ihr euch noch an Polly, ihre herrlich duftenden Brote und die Bäckerei auf der kleinen Halbinsel? Mittlerweile ist es Sommer geworden und Polly muss sich so einigen unerwarteten Herausforderungen stellen. Oftmals sind Fortsetzungen ja eher lauwarm, bei diesem Cornwall-Roman ist das glücklicherweise nicht der Fall. Auch der zweite Band ist wieder herrlich charmant und witzig erzählt, denn die Geschichte um Polly, ihren Freund Huckle und Neil, den Papageientaucher bietet noch so einiges an Stoff zum Erzählen. Als Urlaubslektüre bestens geeignet und wer den ersten Band “Die kleine Bäckerei am Strandweg” noch nicht kennt, packt den auch gleich noch mit in den Koffer

Astrid Lindgrens Welt in Vimmerby

Noch einmal Kind sein

Das schafft Astrid Lindgren bei mir immer noch spielend. Ganz egal, ob mein Sohn seine Bullerbü-CD hört, ob mein Mann ihm die Brüder Löwenherz vorliest oder ich mal wieder Pippi Langstrumpf lese – wir alle verfallen immer wieder diesem ganz speziellen Zauber, den Lindgren ihren Geschichten verleiht.

Die drei Höfe von Bullerbü

Kein Wunder also, dass wir an einem verregneten Juni-Donnerstag den Regen (fast) vergaßen, als wir staunend und in Nostalgie schwelgend durch die Astrid Lindgren Welt in Vimmerby schlenderten.

Die Krachmacherstraße
Die kleine Stadt – in Kindergröße
Mein zukünftiges Häuschen =)

Hier verlieren sich Erwachsene in ihren Kindheitserinnerungen und Kinder treffen ihre heißgeliebten Buchlieblinge, die sie vom gemeinsamen Vorlesen kennen. Allen gemein ist, dass man ins Erzählen kommt. Wie war das bei Dir? Wie hast Du diese Geschichte als Kind verstanden? Wie erlebst Du sie heute? Welche Figuren mögen wir alle? Während wir durch die Schauplätze streifen, erklären wir, entdecken wir und sind ganz und gar eingetaucht in die Geschichten von Astrid Lindgren.

Eintauchen in Geschichten – in Vimmerby kein Problem!

Ab und zu legen wir eine Pause ein, wenn die Schauspielerinnen und Schauspieler die Geschichten lebendig werden lassen. Wir können kein Schwedisch, doch das macht nichts. Gebannt blicken wir ins Kirschblütental, wir sehen, wie Michel (der im Original ja nun mal ein Emil ist) über den Hof gejagt wird. Wir tanzen mit Pippi und Ephraim Langstrumpf einen Seefahrertanz und verfolgen Ronja auf ihren Abenteuern. Der Jüngste in unserer Runde ist fasziniert und saugt die Geschehnisse in sich auf.

Das Kirschblütental aus “Brüder Löwenherz”

Und es wird gespielt bei Astrid Lindgren!

Der gesamte Park bietet zig Spielplätze, Anregungen und Ideen. Ob das die Spielscheune ist, in der munter ins Heu gesprungen wird (und in der wir Eltern kurz in einer Hängematte rasten), der Nicht-den-Boden-berühren-Pfad oder der große Wasserspielplatz in Ronjas Wald – hier können und sollen Kinder auf Wunsch von Astrid Lindgren den ganzen Tag nach Herzenslust spielen.

In welchem Haus befinden wir uns wohl hier…?

Und manchmal, da erfüllen sich dann auch für die Großen Wünsche. Wenn sie ein wenig andächtig fast, die Villa Kunterbunt entdecken … das Zuhause einer ihrer liebsten Kinderbuchfiguren überhaupt.

Ob ich Pippi treffen werde..? Die passende Frisur habe ich!

Das sind nur ein paar Highlights, die wir an unserem Tag in der Astrid Lindgren Welt erlebt haben. Der Park ist wunderschön, herrlich grün und mit Liebe zum Detail gestaltet. Man kann sich alle Schauplätze ansehen (sofern gerade nicht eine Vorstellung läuft), kann sich auf den Picknickplätzen selbst mit Essen versorgen oder einkehren. Und natürlich gibt es einen großen Buchladen, in dem man trefflichst mit Astrid Lindgren Büchern in diversen Sprachen versorgt wird. Auch meine Wunschliste ist gewachsen, bald möchte ich “Das entschwundene Land” lesen, in dem Astrid Lindgren über das Dorf ihrer Kindheit schreibt. Und die Wünsche des jüngsten Familienmitglieds stiegen schier ins Unermessliche – noch so viele Geschichten sind zu entdecken und erneut vorzulesen…

Von wem er das wohl hat?

Was ist euer liebstes Buch von Astrid Lindgren? Schreibt mir!

Now! Entschleunigung – Selbstfürsorge – Lebensfreude – Ruth Knaup

Dieses Buch ist eine Erlaubnis zum Innehalten. Eine Einladung, tief durchzuatmen und sich für sich selbst Zeit zu nehmen. Denn wann tun wir das momentan, in unserem Leben? Wir multitasken, wir regeln und rödeln. Wenn wir krank sind, versuchen wir, möglichst schnell wieder gesund zu werden. Wir wollen etwas leisten, für unsere Familie da sein, wir hören nicht mehr genau zu, wenn unser Körper uns sagen will: Du brauchst mal Ruhe.

Ehrlich gestanden – so ging es mir auch. Ein wunderbares Jahr liegt bisher hinter mir, aber auch ein verdammt stressiges, forderndes. Es wurde dringend Zeit, mal auf die Bremse zu treten. Dazu hat in großem Maße dieses Buch beigetragen, in dem ich mich mehr als einmal wiedererkannte. In kurzen und aufgeräumten Kapiteln, die Übungen, Meditationen und Denkanstöße beinhalten, geht die Autorin eingeschliffenen Mustern und Verhaltensweisen auf den Grund. Sie beschäftigt sich mit Entschleunigung, damit, dass wir trotz allem, was auf uns einprasselt, die Wahl haben, wie wir leben, auch wenn das öfter mal das Wort “Nein” beeinhaltet und wir wieder neu lernen müssen, uns ganz auf Dinge einzulassen.

Sie schreibt über die oft vernachlässigte Selbstfürsorge, die Wichtigkeit, eigene Bedürfnisse zu erkennen und auch nach außen zu signalisieren. Denn wie können wir gut leben und für andere da sein, wenn wir uns nicht zuallererst mal um uns selbst kümmern? Ein dritter Abschnitt rundet das ganze ab, in dem sie über Lebensfreude schreibt, darüber, die Menschen und Erlebnisse in unserem Leben zu feiern, die uns gut tun. Beziehungen zu pflegen, Platz für Kreativität zu machen, verwegen zu sein.

Als ich dieses Buch gelesen habe, habe ich öfter innegehalten, habe mehr als nur eine Stelle markiert. Manchmal kommt das richtige Buch zur richtigen Zeit zu einem und dann schwingen seine Worte in Resonanz zu unseren Gedanken. Dann hinterfragen wir ehrlich, dann spüren wir, wie sich etwas in unserem Denken verschiebt und wir ein wenig mehr ankommen, in diesem, unserem Leben.

So oft sind wir auf der Überholspur unterwegs und vergessen, was wir und die Menschen um uns herum wirklich brauchen. Habt ihr auch das Gefühl, dass eine kleine Auszeit für euch gerade nicht schaden könnte? Dann nehmt dieses Buch mit!

Milk and Honey – Rupi Kaur

In den letzten Monaten ist mir ein Lyrikband immer wieder online begegnet, solange, bis ich ihn dann im Januar in Berlin in einem englischen Buchladen gekauft habe. Seitdem liegt er auf meinem Nachttisch, neben mir auf dem Sofa, begleitete mich auf Zugreisen, kurz – er ließ mich nicht los, er beschäftigte mich. Rupi Kaurs Gedichte treffen mich, zum Teil ist schon das Lesen schmerzhaft, gerade, wenn sie über Mißbrauch schreibt, was mir unglaublichen Respekt abnötigt.

Liebe kann verletzen, dich zerbrechen lassen und gleichzeitig alles überstrahlen und auch wieder heilen. Diese jeweiligen Extreme und Aspekte der Liebe lotet sie aus, in einer klaren Sprache, so, dass ich als Leserin oft denke – war sie dabei? Woher weiß sie so genau, wie es sich anfühlt, zu straucheln, sich in die Liebe hineinzuwerfen, an sich selbst zu verzweifeln? Gedichte, die man immer wieder lesen kann, die so wahrhaftig sind. Manche haben Stacheln, andere legen sich wie eine weiche Decke um mich.

Ja, dieser Gedichtband darf mich noch das ganze restliche Jahr begleiten und mir eine Zuflucht sein, ein Garten voller Wörter, eine kluge Begleiterin an meiner Seite.

“i am a museum full of art

but you had your eyes shut”

(S. 100, milk and honey)

Manchmal schreibe ich unter der Bananenpalme – Blogbuster 2017

Meine Blogbuster-Kandidatin Brigitte Morgenroth und ich haben uns zu einem kleinen Gespräch im Buchladen getroffen. Wie man sehen konnte, haben wir viel Spaß gehabt beim Interview!

Wie kamst Du auf die Idee zu deinem Roman, wie kamst Du auf das “Hundemädchen” Lili?

Ich bin bei einer Reihe bei Arte auf Oxana aufmerksam geworden, ein Mädchen, das zum großen Teil bei Hunden aufgewachsen ist. Das hatte mein Interesse geweckt und ich begann zu recherchieren und habe natürlich ganz viel zu Kaspar Hauser gelesen. Dabei fiel mir auf, dass die bisherigen Veröffentlichungen zum Thema auch in Romanform in den allermeisten Fällen aus männlicher und vorallem auch wissenschaftlicher Sicht geschrieben worden sind. Ich habe deshalb bewusst die weibliche Sicht gewählt, eine Frau und ein Mädchen und auch mehr Fürsorge als Wissenschaft.

Generell hat das Thema einfach sehr viele Facetten. Ich interessiere mich als Biologin natürlich sehr für die Human Animal Studies, die Frage, wo verläuft die Grenze zwischen Mensch und Tier. Ich habe auch unter anderem deshalb das Buch in der Nachkriegszeit angesiedelt, weil gerade der Krieg eine Zeit war, in der viele Menschen “unmenschlich” “wie die Tiere” handelten und sich diese Grenzen wieder verschoben. Lili, die tierische Eigenschaften hat, hält der Dorfgemeinschaft damit einen Spiegel vor. Aber wieder wird ein Mensch als das „Andere“ ausgegrenzt und wie ein Tier behandelt.

Wolfshund / www.pixelio.de (Copyright_A. S._pixelio.de)
Wolfshund / www.pixelio.de (Copyright_A. S._pixelio.de)
Wie und wo schreibst Du?

Ich konnte eine Zeitlang nachts nicht besonders gut schlafen und habe mir in dieser Zeit angewöhnt, nachts bzw. frühmorgens zu schreiben. Ich bin generell eine Frühaufsteherin und kann morgens am besten schreiben. Ein festes Ritual dafür habe ich nicht, es sollte ruhig sein, wenn ich aber im Schreiben drin bin, kann ich auch im Zug gut schreiben, da ich öfters pendele. Der Ort wechselt, mal schreibe ich im Liegestuhl, mal unter meiner Bananenpalme.

Schreibst Du eher strukturiert oder Mehr spontan?

Diese Geschichte ist ziemlich chronologisch entstanden. Generell habe ich von Anfang an Bilder und Szenen im Kopf und weiß auch, wie das Buch ausgehen wird. Ich habe mit meiner Freundin Maria Knissel, die selbst auch schreibt, sogar zweimal Schreiburlaub in Ahrenshoop gemacht. Eine Woche ans Meer im November, zwischendrin spazieren gehen und dazwischen schreiben, schreiben, schreiben. Wir haben in dieser Zeit wirklich in und mit unseren Figuren gelebt, das hat mir immer sehr viel gebracht. Ich bin ein großer Film-Fan und ein sehr visueller Mensch, der viel in Bildern denkt und mit diesen auch bewusst die Dramatik innerhalb der Geschehnisse steuert…

im-Gespräch-Pinkfisch-Brigitte-Morgenroth

Was hat Dich auf den Blogbuster vorbereitet?

Die jahrelange Teilnahme an der Schreibwerkstatt hat mich natürlich sehr geprägt und mir auch viel im Bezug auf Umgang mit Kritik gezeigt.

Warum soll die Jury dein Buch lesen, bzw. Warum würdest Du dein Buch empfehlen?

Testleser haben mir schon zurückgemeldet, dass sie bis spät in die Nacht gelesen haben- was mich natürlich sehr gefreut hat! Ich glaube, dass ich eine starke und spannende Geschichte geschrieben habe, eine, die ein Urthema in der Literatur behandelt. Eine meiner größten Stärken ist, dass ich mit wenigen Worten Bilder im Lesenden erzeugen kann.

Ihr wollt wissen, um was es in “Hundeseele” geht? Brigitte hat, gemeinsam mit ihrem Sohn, diesen kleinen Buch-Trailer aufgenommen!

Liebe Brigitte, ganz gleich, was nun als nächstes in Sachen Blogbuster passiert: ich bin sehr stolz, dass Du Pinkfisch als deinen Wunschblog angegeben hast. Ich mag dein Buch unheimlich gerne und drücke uns nun ganz fest die Daumen!

im-Gespräch-Pinkfisch-Brigitte-Morgenroth-2

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Indiebookday 2017

Alle Infos zu den vorgestellten Büchern zum #Indiebookday

New Yorker Geschichten von Dorothy Parker
übersetzt von Pieke Biermann und Ursula-Maria Mössner,
Kein & Aber Verlag

Die gelbe Tapete von Charlotte Perkins Gilman
übersetzt von Alfred Goubran,
braumüller Verlag

Zehn Tage im Irrenhaus von Nellie Bly
übersetzt von Martin Wagner,
AvivA Verlag

Strand am Nordpol von Arnaud Dudek
übersetzt von Bettina Deininger,
austernbank Verlag

Die Sonnenallee von Jörg Sundermeier
be.bra verlag

Das Buch der Wunder von Stefan Beuse
mairisch Verlag

Der Spaziergänger von Aleppo,
Weidle Verlag
übersetzt von Larissa Bender

Pferde wetten nicht auf Menschen von Susann Klossek ,
Gonzo Verlag

Kinder der verlorenen Gesellschaft von Safiye Can,
Wallstein Verlag

Fotzenfenderschweine von Almut Klotz,
Verbrecher Verlag

Jane, der Fuchs & ich von Fanny Britt und Isabelle Arsenault, Reprodukt Verlag
übersetzt von Ina Pfitzner

Warum ich lese herausgegeben von Sandro Abbate,
homunculus Verlag

Chirú von Michela Murgia,
Wagenbach
übersetzt von Julika Brandestini

Fürsorge von Anke Stelling,
Verbrecher Verlag

Mein pochendes Herz, Ae-Ran-Kim
Cass Verlag
übersetzt von Sebastian Bring

Ein wenig Leben – Hanya Yanagihara

Wir kennen ihn alle, den Hype bei Romanen, die lange vor Erscheinen vollmundig angekündigt werden. Auf deren Klappentexten sich ein Superlativ an den nächsten reiht. Jeder scheint es zu lesen, die Meinungen schwanken von einhelliger Begeisterung bis hin zu kokettierender Ablehnung, man würde das Buch nicht lesen, weil es alle anderen auch lesen. Allein diese Aufmerksamkeit, die für den einzelnen Titel geschürt wird, kann also einen sehr gegenteiligen Effekt haben: Neugierde erwecken oder Ablehnung produzieren. Will ich als Leser*in im Mainstream mitschwimmen? Mitreden können? Oder versuche ich, meine vielleicht vorhandenen Vorurteile zur Seite zur schieben und mich zu fragen ob mich die Geschichte überhaupt interessiert?

Seit “Ein wenig Leben” im späten Herbst bei mir eintrudelte, lag es auf einem Buchstapel, geduldig bereit zu warten, bis ich einige Tage frei hatte und mich ganz den 960 Seiten widmen konnte. Bis dahin habe ich, scheuklappenmäßig, alle Berichte und Meinungen, ganz gleich, in welche Richtung vermieden. Am glücklichsten bin ich doch, wenn ich zumindest ansatzweise vorurteilsfrei in eine neue Lektüre finden kann, weder mit zu hohen, noch zu niedrigen Erwartungen.

Ich schlug also diesen Roman auf und verlor mich in ihm, in seiner Sprache und in den Bildern, die Yanagihara vor meinem geistigen Auge entstehen lässt, die auf viele pathetisch, gar übertrieben wirken könnten. Ich hingegen nahm einen Stift und strich sie an, eine Angewohnheit, die ich äußerst selten beim Lesen eines Romanes anwende. Nachdem ich das Buch beendet hatte, las ich in einem Interview, dass eine häufige Kritik am Stil des Romans sein überbordendes Wesen sei – für mich war es eine der Stärken.

Was er an seinen abendlichen Fahrten noch liebte, was das Licht, die Art und Weise, wie es die Wagen füllte wie etwas Lebendiges, wenn die Bahn über die Brücke ratterte, wie es die Müdigkeit von den Gesichtern seiner Sitznachbarn wusch und sie so zeigte, wie sie gewesen waren, als sie in dieses Land gekommen waren, als sie jung waren und Amerika noch für bezwingbar hielten.” (S.40)

Was mich an Romanen fasziniert, dass sind die Menschen, die ihn bevölkern. Die Protagonisten Seite um Seite besser kennenzulernen, was sie antreibt, was sie umtreibt, woher sie kommen und warum sie sich entschließen, ihr Leben so zu gestalten, wie sie es tun. Hier folge ich vier jungen Männern, die einige Jahrzehnte lang eng freundschaftlich miteinander verbunden sind. Ich sehe ihnen beim Wachsen zu, bei ihren Erkenntnissen, ihren Fehlern, ihren Erfolgen, ihren dunklen Stunden.

Der Roman ohrfeigt mich und teilweise muss ich ihn wirklich kurz beiseite legen und Atem schöpfen. Und dennoch habe ich während der Lektüre nicht einmal das Bedürfnis, aussteigen zu wollen. Der Sog ist zu stark, das schwarze Loch ist unerbittlich, die ausschweifende Art des Erzählens wiegt mich in einer fragilen Sicherheit, bis ich wieder nach Luft schnappen muss.

Seine Freundschaft zu Jude, so kam es ihm manchmal vor, beruhte zum großen Teil darauf, dass er sich nicht die Fragen stellte, die er sich eigentlich hätte stellen sollen, weil er sich vor den Antworten fürchtete. (S. 100)

Hier wird ein Leben verhandelt und wieviel Freundschaft und Liebe ertragen und verarbeiten können. Nicht nur die Protagonisten fühlen sich oft hilflos zum Zusehen verdammt, auch wir als Leserinnen und Leser fragen uns intuitiv, was denn ein Leben ausmacht. Was macht uns stark, wieviel kann der Mensch aushalten, wer bestimmt, was auszuhalten ist und was nicht?

Eine Aufgabe der Literatur ist es, uns aufzurütteln, an unseren Überzeugungen zu kratzen und uns immer wieder und wieder zu hinterfragen. Literatur wird diese Aufgabe vor allem dann erfüllen, wenn ihre Figuren intensiv gezeichnet sind, wenn wir beim Lesen Reaktionen zeigen und selbst an unsere Grenzen gebracht werden. Eine einfache Liebesgeschichte wird selten die gleichen Widerhaken in einem setzen, wie es eine Geschichte kann, deren Handelnde Fehler machen, die Abgründe in sich haben und die uns erlauben, auch ihre dunklen Seiten zu sehen, ihre Narben, Verfehlungen und ihre eigenen Vorwürfe an sich selbst.

Ein Buch, über das man sprechen möchte, Stunde um Stunde.

 

Elefant – Martin Suter

Ein kleiner, rosafarbener Elefant. Ein pinker Fisch. Ich hatte von Anfang an ein gutes Gefühl bei der Sache Aber auch fernab von zufällig vorhandenen Farbvorlieben hat mich Suter wieder vollends überzeugt, als Großmeister des intelligent-gewitzten Unterhaltungsromans. Das kann er, darin macht ihm so schnell keiner etwas vor. Und ich begebe mich, mal wieder und mit großer Vorfreude in ein wahres Lesevergnügen und folge den Spuren des rund 20cm großen, im Dunkeln leuchtenden, rosafarbenen Elefanten, dessen schiere Existenz nicht wenige Menschen ganz schön ins Schwitzen bringen dürfte. Solch eine Kostbarkeit erweckt Begehrlichkeiten, doch nicht alle sind der Meinung, dass dieses besondere Geschöpf in die Öffentlichkeit gelangen sollte…

Das Jahr 2017 ist noch recht frisch und doch habe ich mit “Elefant” schon einen meiner Lieblinge für das Frühjahrsprogramm gefunden!

 

2016 in Schlaglichtern

2016 war vor allem eines – ein extrem volles Jahr. Aber auch ein schwieriges, lehrreiches und ereignisvolles. Ganz besonders haben es viele Menschen gemacht, einige Erlebnisse und auch Bücher. Ein paar Schlaglichter mag ich heute kurz und knackig nochmal mit euch teilen!

Meine drei liebsten Bücher:
Meine schönsten Erlebnisse mit Pinkfisch:
Ein Buch, welches mich enttäuscht hat:
Der meistgelesenste Blogartikel:

 

pinkfischsarah

Schöne Entdeckungen im Netz und Anderswo:
Personen, die mich 2016 beeindruckt haben:
Was ging schief?:
  • Ich habe zwar viel gelesen, aber unheimlich wenig Leseeindrücke geschrieben. Gefällt mir überhaupt nicht, aber es war dieses Jahr richtig schwer umzusetzen.
  • Einige Pläne habe ich aus Zeitmangel nicht umsetzen können. Das soll sich ändern.
Die Vorfreude auf folgende Dinge 2017 wächst:
  • Die Buchmesse Leipzig, auf der ich u.a. mit einigen anderen aus der Anthologie “Warum ich lese“, initiiert von Sandro/Novelero und herausgegeben von homunculus lesen werde.
  • Ich werde im Januar zur future!publish fahren und dort als Kongressbloggerin berichten. Ich bin total gespannt, die Themen sind breitgefächert.
  • Der Indiebookday – am 18.03.2017 (rot anstreichen im Kalender!) Meine liebe Kollegin Malu (auch bekannt als die Buchbüchse) und ich planen etwas ganz feines, auf das ich mich schon wie verrückt freue!

Kommt gut ins neue Jahr – auf dass es bunt, friedlich (!), und interessant wird. Voll mit spannenden Büchern, mit viel Lesezeit und der ein oder anderen Überraschung!

Eure Sarah/Pinkfisch

PS: Zuletzt darf eines nicht fehlen. Der ultimative Beweis dafür, wie hart Buchbloggerinnen in der Messezeit Party machen

Buchbloggerinnen-Party-Hard

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Weihnachtswunschzettel

Stöbert ihr auch so gerne in den Wunschzetteln von anderen Leuten? Ich mag es total, mich inspirieren zu lassen und das ein oder andere Buch zu entdecken, auf das ich sonst nicht gestoßen wäre. Naturgemäß  findet sich auf meinem Weihnachtswunschzettel wenig Belletristik (da ist reichlich Vorrat vorhanden) sondern er wird übers Jahr mit Sachbüchern zu Themen gefüllt, die mich beschäftigt haben und auf die ich mich dann zwischen den Jahren stürze.

Also habe ich mich mal durch meine Notizbücher gewühlt und meine zehn größten Buch-Wünsche notiert. Here we go!

 

Four Quartets von T.S. Eliot

Dieses Jahr haben Gedichte und Lyrik für mich nochmal mehr an Bedeutung gewonnen. T.S. Eliot kannte ich bisher nur als Autor von “Old Possums Katzenbuch”, auf dem das Musical “Cats” basiert. Auf dieses Buch bin ich bei Austin Kleon gestoßen, der in seinem Newsletter einen Holiday Gift Guide veröffentlichte – eine wahre Fundgrube… Kleon hat einen kleinen Auszug gepostet und zack, ich war überzeugt! Überhaupt: der wöchentliche Newsletter ist eine eindringliche Empfehlung meinerseits. Vollgepackt mit Inspirationen und Links zu kreativen Projekten und Menschen.)

 

OMG! Doodles, Handlettering & Scribbles

Dieses Jahr bin ich durch Sonja von Lustzulesen angeregt worden, mich auch mal an Sketchnotes zu versuchen. Ich habe großen Spaß an dieser visuellen Darstellung von Inhalten und dieses quietschbunte Buch voller Anregungen macht sofort Lust, noch mehr zu doodeln, scribbeln und zu lettern.

 

Abstract City – Mein Leben unterm Strich von Christoph Niemann 

Auch dieses Buch ist eine Augenweide. Christoph Niemann illustriert pointiert und mit dem gewissen Etwas auf seinem Blog Abstract City, den er für die New York Times verfasst. Ein kreatives Feuerwerk in Buchform – eines von vielen, auch ein Blick auf die bisherigen Veröffentlichungen des Autors lohnt sich sehr!

 

Shakespeare & Company: Ein Buchladen in Paris von Sylvia Beach

Auf meinem diesjährigen Wichtelwunschzettel ist ein Buch gelandet, an das mich Mara wieder erinnert hat – dass ich diesen Klassiker der Buchhandelsliteratur immer noch nicht besitze ist eigentlich ein Unding

 

The Steal like an Artist Journal & Show your work von Austin Kleon

Und noch einmal Austin Kleon, mit gleich zwei Büchern. Ich fand “Steal like an Artist” einfach wunderbar (Hier empfiehlt es mein Kollege Franz kongenial in bewegten Bildern!) Somit ist es eigentlich klar, dass hier dringend das Journal gebraucht wird, um die ganzen Tipps aus SLAN umzusetzen. Und um “Show your work” schleiche ich schon das ganze Jahr herum. Ich liebe Bücher, die mir einen Energieschub verpassen, meine kreativen Kanäle heißlaufen lassen und meinem Horizont einen neuen Anstrich verpassen.

Wunschzettel

 

Schrift wirkt! Einfache Tipps für den täglichen Umgang mit Schrift von Jim Williams 

Ich schleppe immer drei Füller mit mir herum. Ich bewundere Menschen, die eine besondere Handschrift haben und kann mich an gelungener Typografie erfreuen. In diesem Buch habe ich schon öfter gestöbert, es ist unheimlich interessant und eigentlich ein Muss für jeden kreativen Kopf. Ein wunderschönes Zitat aus dem Verlagstext: “Typografie ist die Stimme des geschriebenen Wortes“. Hach.

 

Freddie Mecury: A kind of Magic von Mark Blake (Bildband)

Es wird Zeit, meine Sammlung zu vervollständigen. Dass ich großer Queen-Fan bin und noch größerer Freddie-Mercury-Fan, ist spätestens seit diesem Blogartikel bekannt. Dieser Bildband verspricht, oft in die Hand genommen zu werden.

 

Freddie Mercury von Leslie-Ann Jones

Wie könnte es anders sein – natürlich ist auch die 2016 erschienene Biographie über Freddie (25 Jahre nach seinem Tod) auf meiner Liste gelandet und ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, welches schillernde Bild hier von diesem Ausnahmekünstler gezeichnet wird.

 

642 things to write about von San Francisco Writers Grotto

Last but not least – Inspiration für mein Schreiben. Ich mag spielerische Herangehensweisen, mag es, wenn ich auf dem Papier kleine Aufwärmübungen veranstalten kann. Diese sogenannten “Writing Prompts” sind ein guter Einstieg, wenn man feststeckt oder nicht recht ins Schreiben kommen will.

 

Und – was steht auf euren Weihnachtswunschzetteln?