Artikel mit ‘Australien’ getagged

Nur eine Ohrfeige – Christos Tsiolkas

Mittwoch, 01. Februar 2012

Im Englischen lautet der Titel ein wenig passender “The Slap“. Ausgehend von dieser Ohrfeige die ein kleines Kind auf einem Barbecue unter Freunden bekommt (allerdings nicht von den Eltern) entfaltet sich anhand von 8 Episoden ein Blick auf  die unterschiedlichen Lebensentwürfe der Freunde – und vorallem ein Blick hinter die Fassade, hinter der es bei allen nicht halb so gut aussieht, wie sie vorgeben… Und anhand der Ohrfeige stellt sich die Frage: wofür stehen die Freunde? Wer hält zu wem? Welche Moral wird vertreten – und was kann man für sich selbst verantworten? Ein buntes Kaleidoskop an menschlichen Regungen, ein ziemlicher tiefer Sumpf an Vergehen, Übertretungen und Emotionen – Tsiolkas hat nicht gespart, er lotet mit einem gewissen Genuß die Untiefen aus, in die seine Figuren sich unaufhaltsam hineinmanövrieren. Das liest sich spannend, unterhaltsam, die Sprache ist manchmal derb aber wirkt nie aufgesetzt. In Australien war das Buch ein großer Erfolg und wurde für ABC TV verfilmt – kein Wunder, der Stoff überzeugt!

Two Weeks with the queen – Morris Gleitzman

Montag, 17. Oktober 2011

Ein dünnes Jugendbuch über 2 ungleiche Brüder. Als der jüngere Bruder schwer erkrankt, schicken die Eltern den älteren, um ihm die harten Zeiten am Sterbebett zu ersparen, von Australien nach Großbritannien, zu Verwandten. Sein Bruder muss wieder gesund werden, hämmert es in seinem Kopf – was liegt da näher, als die Queen zu bitten, ihre besten Ärzte zu mobilisieren? Nur das so ein Rankommen an die Royales sich deutlich schwerer gestaltet als geplant… Der Titel lässt zunächst das offensichtliche vermuten, nach und nach entfaltet sich aber noch eine ganz andere Geschichte innerhalb der Geschichte. Ein bisschen ratlos bin ich – das Buch war schnell gelesen, aber die ein oder andere Handlung lief mir zunächst zuwider. Vielleicht hat Gleitzman das zeigen wollen – das nicht jede getroffene Entscheidung unbedingt die richtige ist oder auch sein muss, wenn man nur die Courage hat, am Ende auf sein Herz zu hören.

Town: Irgendwo in Australien – James Roy

Sonntag, 17. April 2011

Nominiert für den deutschen Jugendliteraturpreis 2011, spielt in Australien, erschienen bei Gerstenberg  – sprich, ich musste es haben. Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht! Was mir an diesem Querschnitt aus dem Leben von 13 Jugendlichen die in der gleichen Kleinstadt aufwachsen so gut gefiel war das es verdammt ehrlich wirkte. Manche Einblicke waren miteinander verwoben, manche Handlungsfäden wurden auch nicht aufgeklärt. So entsteht aber ein ganz besonderes Geflecht einer Erzählung darüber, wie schwierig, großartig und spannend es sein kann, in der heutigen Zeit erwachsen zu werden. Speziell der Aspekt des “Es ist nicht alles unbedingt so, wie es scheint” und das der erste Eindruck oft doch täuschen kann, ist meisterhaft eingefangen.

Nicht weit vom Stamm – Oliver Uschmann

Samstag, 22. Januar 2011

Bekanntermaßen bin ich großer Oliver Uschmann Fan und war schon von “Das Gegenteil von oben” seinem ersten Ausflug ins Jugendbuch sehr angetan. Mit “Nicht weit vom Stamm” hat er das für mich aber nochmal deutlich übertroffen. Ich glaube dieser Mann geht mit absolut offenen Kanälen durchs Leben und zieht aus jedem noch so kleinen Ereignis Inspiration. Dieser Roman ist nur so gespickt mit tollen Ideen, noch dazu spannend, nimmt kein Blatt vor den Mund und macht auch nicht vor schwierigen Themen Halt.

Ich hätte sowas als Jugendlich unglaublich gerne gelesen, mir gefällt das Sven, der hier die Hauptfigur ist zwar seinen Weg findet, das aber kein bisschen gradlinig tut – Abstürze, Besäufnisse und Enttäuschungen sind hier an der Tagesordnung. Noch dazu rechnet Uschmann durchaus offen mit so einigen gesellschaftlichen Phänomenen ab. Und doch merkt man: das aus Sven etwas wird, liegt dem Autor am Herzen und er schreibt diesen Roman mit soviel Rumms und Glauben an Sven das ich beim Lesen einfach nur begeistert war. Daumen hoch!

Atem – Tim Winton

Mittwoch, 12. Mai 2010

Man könnte das Buch kurz beschreiben indem man sagt: es ist ein Surfer-Roman. Das allein würde diesem Buch aber nicht gerecht. Es ist auch ein Buch über Freundschaften und Veränderungen. Ein Buch über den Kick, Adrenalin und die perfekte Welle. Wer selbst surft wird sicher noch mehr Facetten finden können, aber auch für Nicht-Surfer erzählt dieses Buch einiges über das Leben. Like!

Vatermord und andere Familienvergnügen – Steve Toltz

Sonntag, 28. März 2010

Was für ein Roman! Nicht nur das er ziemlich dick ist, nein, er ist auch wirklich ein beeindruckendes Debüt eines Australiers! Der gute Herr Toltz hat ein klasse Leben vor sich, wenn er so weiterschreibt. Dieser Roman hat alles – irrwitzige Ideen, eine Verbrecher-Geschichte in der nichts so ist, wie es auf den ersten (einfachen) Blick scheint, Vater-Sohn-Erlebnisse der ganz anderen Art und viel philosophischen und skurrilen Witz. Ich habe viel gelacht, den Kopf geschüttelt, habe das Buch ungern weggelegt. Der Autor wechselt zwischen einigen Erzählpassagen hin und her – zu meinen Lieblingen gehört definitiv der Anfang, der als Erzählung des Vaters an den jungen Sohn gestaltet ist, als er ihn darüber aufklärt, das sein Onkel einer der meistgesuchten Verbrecher Australiens war… Erfrischend und so voller Charme des unangespassten. Mich hat das Buch durchweg begeistert, auch wenn Toltz an einigen wenigen Stellen etwas in Nebenhandlungen abgleitet, so bereiten diese nur den Weg zum furiosen Finale und müssen im Nachhinein genau dort stehen. Ein Feuerwerk, das sich perfekt über 800 Seiten selbst abfackelt…;-)

Der singende Baum – Tim Winton

Sonntag, 01. März 2009

Die Geschichte zweier Außenseiter in einem Küstenort in Australien. Sie ist die Freundin des erfolgreichsten Fischers vor Ort, der seine Frau verlor. Nicht viel verbindet die beiden, ihre Rolle als Stiefmutter für die beiden Söhne macht ihr auch eher zu schaffen. Lu Fox hat seine ganze Familie bei einem Unfall verloren, lebt seither als Aussteiger und heimlicher Fischer auf einer kleinen Farm. Als Georgie ihn beim heimlichen Fischen ertappt, entwickelt sich zwischen beiden eine Liebesgeschichte – für den kleinen Ort an sich ein Skandal…Joah. Es passiert nichts neues in diesem Roman, gerettet wird er durch einige sehr schöne Passagen und immer wieder wunderbare Beschreibungen von Australien, der Landschaft, dem Leben dort. Ein bisschen zäh, aber diese Beschreibungen machten vieles wieder wett.

Frühstück mit Känguruhs – Bill Bryson

Donnerstag, 20. März 2008

Nachdem meine Siz doch schon vor 2 Jahren für ein Jahr in Australien war, muss ichs nun endlich mal lesen…;-) Zumal ich Bryson einfach herrlich zu lesen finde! Ausserdem holt es mir vielleicht etwas Sonne aufs Sofa [...] Also, das macht ECHT Lust auf Australien. Mal wieder toll, interessant, witzig und gespickt mit Wissen. Sogar ich, der Reisemuffel, hab jetzt ein bisschen Fernweh…was ein interessantes Land, ehrlich. Bin ehrlich begeistert und fange an zu sparen…!