Von Büchern und Empfehlungen

Eine der Kernkompetenzen und gleichzeitig auch eine der Königsdisziplinen des Buchhändler/innen-Lebens ist die Empfehlung. Tagtäglich kommen Kunden zu uns, die auf der Suche sind. Nach einem Buch für die Großmutter, einem Roman für den Urlaub, einem Abschiedsgeschenk für die Kollegin. Die Anlässe, an denen Bücher geschenkt werden, sind erfreulicherweise sehr vielfältig und natürlich suchen viele nach neuem Lesestoff für sich selbst.

Der ein oder andere hätte vermutlich schon im Supermarkt gerne eine Empfehlung, welche der 20 Sorten Erdbeermarmelade denn die leckerste ist. Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass bei der riesigen Menge an Neuerscheinungen ein wenig Orientierungshilfe gefragt ist. Jeder Buchladen bietet eine gewisse Vorauswahl, sorgsam kuratiert von den Buchhändlerinnen und Buchhändlern. Unser Job ist es mit unserem Sortiment Wünsche und Vorfreude zu wecken. Allein unsere Auslagen sind eine erste Empfehlung, ein Aushängeschild dessen, wofür wir stehen und was uns Buchhändler/innen auszeichnet – die Vermittlung und Liebe zur Literatur.

Wenn ich eines gelernt habe, in den 14 Jahren, in denen ich schon Bücher empfehle, dann ist es, dass eine Empfehlung sich nicht darin erschöpft, dem Kunden ein Buch in die Hand zu drücken und zu sagen “Das ist ihr Buch!”  – wobei das auch schon vorgekommen ist . Von Büchern und Empfehlungen weiterlesen

Zürich ruft – Zürich liest 2016!

So langsam wird es aufregend, denn gerade ist das Programm von Zürich liest 2016 ins Haus geflattert. Erstmals wird dieses Lesefestival von fünf Literaturblogs begleitet. Der Kaffeehaussitzer, Die Buchbloggerin, Kapri-ziös, Buzzaldrins Bücher und ich werden in das volle Literaturerlebnis eintauchen. Lesungen besuchen, Autoren erleben, Veranstaltungen der anderen Art kennenlernen und vieles mehr.

Zu sagen, dass wir uns freuen, wäre noch untertrieben. Gefühlt ist der Koffer bei uns allen schon gepackt und das Programm hat die Vorfreude nochmal um einige Grad ansteigen lassen! Auf 96 Seiten finden sich hier über 180 Veranstaltungen rund um Literatur. Wow!

Also saß ich gestern mit spitzem Bleistift, einem Stadplan und dem Programmheft auf meinem Teppich und scheiterte. Woran? Daran, dass ich mich unmöglich vierteilen kann, was eigentlich nötig wäre, um all die tollen Veranstaltungen mitnehmen zu können! So einiges werde ich notgedrungen verpassen, aber ich tröste mich damit, dass meine Mitstreiterinnen und Mitstreiter ja auch unterwegs sind und wir uns gegenseitig berichten können.

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Auf auf der schönen Veranstaltungsliste für Freitag:

Am Samstag muss man natürlich erstmal eine ordentliche Grundlage für einen langen Literaturtag schaffen. Was würde sich da besser eignen, als ein ausgiebiges Frühstück? Es trifft sich gut, dass sich von 10:30 – 12 im Café Odeon bei der Buchtaufe von “Der Eskimo stirbt sowieso. Heitere Sprachunfälle, Unsitten und Bräuche” mit Urs Bühler & Live-Zeichner André Sandman auch Gelegenheit bietet, lecker zu tafeln. Bühler ist einer der meistgelesensten Kolumnisten der Neuen Zürcher Zeitung und ich stelle mich auf ein Prusten und Kichern in meinen Orangensaft ein!

Weiter geht es dann mit den folgenden Veranstaltungen:

  • 14-14:30  Spoken Word & Comic Liv, Live Performance 
  • Dann geht es zum Stöbern zum Nachmittag der offenen Verlage bei Dörlemann, Unionsverlag und Nagel & Kimchein den Verlagsalltag schnuppern finde ich ja immer sehr interessant und spannend, auch aus meiner buchhändlerischen Perspektive heraus.
  • 16:30 – 20:30 Living LibraryEin spannendes Konzept, gefällt mir, mal was anderes als die klassische Wasserglas-Lesung.
  • 18-19:30 Teresa Präauer liest aus “Oh Schimmi” im Literaturhaus
  • 20:00  Salonpalaver im Strauhof  u.a. mit Claudia Vamvas, vielen bekannt als @akkordeonistin auf Twitter! Ihr Buch erscheint am 17. September im Frohmann Verlag . Nicht nur, dass Vamvas eine Buchhandelsvergangenheit hat und ich ihre Tweets sehr schätze, nein, das Akkordeon ist für mich auch ganz wichtig – sind doch in meiner Familie gleich zwei Akkordeonspielerinnen vertreten.

Der Sonntag steht zu Beginn ein wenig im Zeichen des Kinderbuches:

  • 11-12  Bilderbuchlesung mit Torben Kuhlmann,
  • 13:30 – 14:30 Die Raupe Nimmersatt feiert Geburtstag
  • Im Verlauf des Tages  möchte ich mich dann der Ausstellung Gomringer & Gomringer widmen – für mich eines der Highlights!
  • Den Tag ausklingen lasse ich dann bei einer Veranstaltung der Agentur für Gehkulturdem Weggehen – Ein Abschiedsspaziergang.

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Folgen könnt ihr uns allen auf unseren jeweiligen Kanälen via Twitter, Instagram, Facebook und natürlich in den nächsten Wochen auf unseren Blogs. Der Hashtag zur Veranstaltung lautet: #zl16 .

Und nun noch eine Frage an euch: Welche Zürcher Buchhandlungen darf ich mir nicht entgehen lassen? Natürlich will ich wenn möglich auch die Schweizer Kolleginnen und Kollegen kurz besuchen! Und außerdem: sehen wir uns?

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Der schönste Job der Welt

Es ist mir auf Parties noch nie passiert, dass ich meinen Beruf nannte, ohne dass mir ein “Das wollte ich auch immer mal machen!” erwidert wurde. Buchhändlerin, ein Beruf, der das gewisse Extra zu haben scheint, obwohl er den Irrglauben, man könne den ganzen Tag zwischen den Regalen sitzen und lesen, in keinster Weise erfüllt. Die Vorstellung hält sich trotzdem hartnäckig. Bücher sind für viele Menschen einfach soviel mehr als nur eine Handelsware und die Idee, sich den ganzen Tag damit umgeben zu können, reizt viele – zugegebenermaßen auch mich, jeden Tag wieder aufs Neue. Und auch, wenn ich nicht den ganzen Tag lesen darf, so bleibt doch die tiefe Überzeugung, was für ein Glück ich habe, einen Beruf ausüben zu dürfen, der soviel mehr ist, als reiner Broterwerb – er gehört zu mir, definiert mich und macht mich aus.

Seit 13 Jahren bin ich Buchhändlerin im Buchladen am Freiheitsplatz und ich gehe jeden Tag gerne zur Arbeit, auch, weil ich das Glück habe, seit vielen Jahren mit großartigen Kolleginnen und Kollegen arbeiten zu dürfen. Außerdem habe ich einen Chef, der mir den Raum gibt, viel auszuprobieren und mich in meinen Vorhaben unterstützt. Ich liebe meinen Job und kann mir nicht vorstellen, diesen irgendwann gegen einen anderen einzutauschen. Ich begeistere mich für Bücher, weit über den Feierabend hinaus. Ich habe den Anspruch für mich und meine Arbeit mindestens 120 Bücher im Jahr zu lesen und landete in den letzten Jahren meist bei 150 – und trotzdem habe ich meist das Gefühl, dass ich nicht ansatzweise soviel lesen kann, wie ich gerne würde. Ich mag das Netzwerk unter Kollegen, Literaturbegeisterten, Bloggern. Unsere Stammkunden schaffen es, dass so ein kleiner 75qm Buchladen allen Unkenrufen des Branchenuntergangs zum Trotz weiter besteht. Ein kleines Märchen fast, in der heutigen Zeit und ich darf daran teilhaben und dazu beitragen. Samstage, an denen sich langjährige Kunden im Laden auf einen Schnack treffen, ein großes Hallo und Wiedersehen, ein “Was können wir euch vom Markt mitbringen?” für die Belegschaft oder Plätzchenpakete für das Team zu Weihnachten: unsere Kunden gehören genauso zum Buchladen dazu wie unsere Bücher und wir schätzen sie sehr.

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Warum ist dieser Beruf für mich auch Berufung? Weil wir Buchhändlerinnen und Buchhändler so viel in unserem ganz normalen Alltag tun, was für den einzelnen Tag nicht viel scheinen mag, in der Summe aber doch so viel ist. Wir sind Rechercheure, Literaturvermittlerinnen, Dienstleister. Wir finden Lösungen für verzwickte Probleme, oft auch solche, die nicht direkt etwas mit Büchern zu tun haben, wir wecken mit unseren Schaufenstern Wünsche, wir kommunizieren online und offline mit unseren Kunden und holen sie dort ab, wo sie sich gerade im Leben befinden. Wir stellen uns hundert Mal am Tag mit einem Lächeln auf die unterschiedlichsten Menschentypen ein. Ich nehme Bestellungen via Mail, Twitter oder Whatsapp entgegen und wühle mich gerne durch Buch-#Hashtags und Branchengruppen, immer auf der Suche nach Buchtipps, Inspiration und interessanten Menschen. Wenn ich morgens zur Ladentür hereinkomme, weiß ich nicht, was der Tag an schönen, kleinen Erlebnissen bringen wird.

Es wird durch die ansteigende Bandbreite an alternativen Medien zur Information und Zeitvertreib noch wichtiger werden, sich ungewöhnliche Maßnahmen einfallen zu lassen, um gerade unsere jungen Kunden zu überzeugen und auch um sie langfristig zu halten. Ein lesefauler Jugendlicher, der nach dem Urlaub zu mir kommt und sich für den Buchtipp bedankt und den nächsten Teil der empfohlenen Reihe kauft – ein Glücksmoment sondergleichen! Ich darf durch den gemeinsamen Einkauf mit unserem Team ein interessantes Sortiment anbieten, kann es mitsteuern und ihm Impulse geben, stoße durch Kundenbestellungen auf spannende Themen und gehe eigentlich nie nach Hause, ohne ein neues Wort für mich entdeckt zu haben. Durch unsere Alltags-Tätigkeiten, das Präsentieren von Büchern, das Empfehlen, das Bestellen und auch die viele Arbeit im Hintergrund, gestalten wir einen Raum, von dem viele sagen, dass sie sich dort gerne eine Nacht einschließen lassen würden (was wir mit unserer “Spätlese” möglich machen). Das ist schon eine besondere Art von Vergnügen, solch einen Ort lebendig zu halten und einer der Gründe, weshalb dieser Beruf für mich der richtige ist.

Die Buchbranche verändert sich und auch das ist immer wieder eine Herausforderung: Wie können wir die Vorteile nutzen, die das Internet für uns bringt? Wie können wir die Schwärmerei für ein leinengebundenes, illustriertes Buch mit dem Wunsch verbinden, unsere Kunden auch bei eBooks kompetent beraten zu können? Ich als Buchhändlerin sehe meine Aufgabe auch hier darin, unseren Kunden ein Mehr an Service zu bieten, ein Einkaufserlebnis und ein Lächeln beim Verlassen des Buchladens. Wenn unsere Kunden glücklich von “ihrem Buchladen” sprechen, wenn sie demonstrativ bei uns bestellen, statt bei Amazon, dann macht mich das stolz und zeigt, dass wir mit unserem Konzept und unseren Ideen auf der richtigen Fährte sind. Hier am Ball zu bleiben und sich immer wieder neu auf den Markt und seine Veränderungen einzustellen, das tun wir Buchhändlerinnen und Buchhändler kontinuierlich.

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Als Buchhändlerin in einem kleinen, unabhängigen Laden habe ich kein großes Marketingbudget zur Verfügung. Ich muss kreativ denken und mich jeden Tag fragen: Was will ich heute erreichen? Wen will ich begeistern, für das, was mich gerade umtreibt? Wie kann ich meinen Kunden den Deutschen Buchpreis nahe bringen, meinen Lieblingsautor oder mich noch mehr für Indiebooks und ihre Verlage engagieren? Und wie kann ich meine Projekte effizient planen und eine möglichst große Reichweite generieren, um viele Interessierte zu erreichen und neue Kunden zu gewinnen? Ich betreue mit großer Freude unseren Online-Auftritt, unsere Social Media Kanäle und verfolge die neuesten Entwicklungen im Netz. Die Abwechslung in unserem Berufsalltag, von dem ich hier auch immer noch nur einen kleinen Teil schildere, lässt es nie langweilig werden. So viele Projekte, die noch in meinem Kopf herumschwirren und im Notizbuch festgehalten werden, so viele, die bereits durchgeführt wurden.

Als ich für einen Branchenpreis eine Liste der Veranstaltungen und Aktionen, die ich durchgeführt hatte, einreichte, dachte ich:  Da hat sich in den letzten Jahren sehr vieles angesammelt, was Herzblut und Begeisterung für Literatur zeigt – und sovieles hat einfach unheimlich Spaß gemacht! Über den Beruf hinaus habe ich auch die Arbeit für meinen Literaturblog und die damit einhergehenden Kontakte und Aktionen sehr zu schätzen gelernt. Als ich den Blog begann, waren Blogs noch relativ selten und dort hat sich in den letzten Jahren unheimlich viel getan. Dass Pinkfisch.net mittlerweile 10 Jahre alt ist und es dort mittlerweile über 1000 Leseeindrücke gibt, ist auch Ausdruck dafür, wie wichtig die Konstante Literatur in meinem Leben ist.

Buchhändlerin also! Ich glaube, dass die Branche ohne junge Menschen, die ihren Beruf mit Leidenschaft und Begeisterung ausführen, sehr viel gefährdeter ist, sich zu verkleinern. Aber solange es noch Buchhändlerinnen und Buchhändler gibt, die sich jeden Tag darauf freuen, im Kleinen und Alltäglichen etwas zu bewegen, sich stets etwas Neues einfallen lassen um den Buchladen voranzubringen, bin ich frohen Mutes, dass die Buchbranche noch viel vor sich hat!

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Leipzig, deine Indies! Leipzig, deine Blogger*innen!

Im Zug nach Hause flog mir die Überschrift für den diesjährigen Messeartikel wirklich einfach zu: denn für mich war es dieses Jahr einmal mehr wieder eine Aneinanderreihung von schönen Erlebnissen mit Buchmenschen aus allen Sparten, fast alles in Halle 5, wo viele der Unabhängigen Verlage und die Bloggerlounge beheimatet sind.

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Familientreffen mit Felix Wegner und Katharina von textverliebt. Wilder Haufen! (c) textverliebt

Als Reisebegleitung hatte ich die charmant-lässige Textverliebt an meiner Seite, deren Branchenwissen und kluge Betrachtungen von Dynamiken und Entwicklungen im Netz mich mehr als einmal begeistert haben. Noch dazu ist ihr Humor einfach fabelhaft – wie man sieht, hatten wir gemeinsam einfach eine richtig gute Zeit.

In Leipzig bin ich dieses Jahr gefühlt doppelt unterwegs gewesen. Als Buchhändlerin und Bloggerin. Es ist ganz witzig, dass je nach Stand mal das eine, mal das andere mehr im Vordergrund steht. Während ich, gerade bei den größeren Verlagen, ganz klar als Buchhändlerin mit meinen Verlagsvertreter*innen spreche und der Buchladen bekannt ist, verhält es sich bei den Indies oftmals so, dass eben auch der Blog bekannt ist. Ich profitiere aber sehr von dieser Zweigleisigkeit. Im Buchladen kann ich zum Beispiel den #indiebookday so richtig zelebrieren, da habe ich mit Schaufenster und Sortimentsgestaltung ganz andere Möglichkeiten als im Blog. Im Blog hingegen kann ich wunderbar schreiben und (Indie)-Büchern eine Bühne im Netz verschaffen. Ich liebe es, dass ich Beruf und Blog miteinander verbinden kann und das oftmals Synergieeffekte erzeugt. Begeistert hat mich dieses Jahr besonders, wieviel Wertschätzung meiner Arbeit entgegengebracht wurde – sowohl offline als auch online.

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Die berühmten Messeschuhe…

Wenn man charmante Verlegerinnen in den Arm schließen darf (Binooki), bei Open House  in Verzückung geraten darf über “Winternovellen” (mein liebster Indiebook-Tipp zur Zeit!), wenn ich beim Cass Verlag mit der Verlegerin, (Japanologin) über meine Vorliebe für Japan reden darf und mit einem interessanten Tipp versorgt werde – dann macht mich das glücklich! Auch bei Edition Nautilus, der Frankfurter Verlagsanstalt, Voland & Quist und Wallstein hatte ich herzliche Begegnungen. Imke Schuster vom Dumont nahm sich ebenfalls viel Zeit für mich, dieses Kennenlernen hat mich sehr gefreut! Und nur auf der Buchmesse nimmt Jörg Sundermeier vom Verbrecher Verlag, die ja sowieso einen Stein bei mir im Brett haben, mich ins Schlepptau um mich einer Kollegin vorzustellen und auf dem Rückweg das Du anzubieten und mir noch zwei neue, fabelhafte Verlage gegenüber im Gang vorzustellen. So kam ich zu zwei ganz spannenden Gesprächen bei Hablizel und homunculus verlag – Menschen, die sich Zeit für mich nahmen und spontan Bücher empfohlen, die meinen Geschmack exakt treffen und deren Begeisterung mich ansteckt. Weiter so!) .

Herrlich auch, wenn man dann von Hörensagen bekannt ist und nach dem pinken Kleid Ausschau gehalten wurde, was zu einem sehr netten Gespräch mit Regine Vogel, einer der Vertreterinnen von indiebook.de führte – wieder ein Gesicht mehr, dass man nun nach der Messe kennt. Ebenfalls ein Gespräch, was durch das Pinkfisch-Outfit zustande kam, war das am Pink Ribbon Stand. Die Organisation ist mir aus persönlichen Gründen sehr nah, sie leisten wichtige Arbeit, haben Herzensprojekte und ich trage meine pinken Schleifchen mit Stolz! Ich freue mich, dass ich auch in Deutschland immer mehr davon sehe – Way to go!

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Pinkfisch auf dem pinken Teppich! (c) Punktum Verlag.

Und weil alle guten Dinge drei sind, führten Kleid und Schuhe auch noch zur Entdeckung von Punktum Bücher. Diese hatten nämlich einen sehr ansprechenden Stand – mit pinkem Teppich! Das führte nicht nur zu diesem schönen Bild, ich las mich fest und hatte am Ende quasi das gesamte Verlagsprogramm notiert – solche Entdeckungen sind das Salz in der Messesuppe! Oben drauf gab es ein angenehmes Gespräch und etwas zu lesen – mehr dann bald im Indiebookday-Beitrag!

Für poetische Selfies! (Na gut, Dominik hat geholfen. Merci!)
Für poetische Selfies! (Na gut, Dominik hat geholfen. Merci!)

 

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Dass das beste Sofa der Messe (und diesmal auch die Anlaufstelle für poetisierende Selfies) bei den Rockstars vom Verlagshaus Berlin zu finden ist, dürfte mittlerweile bekannt sein. Meine Secessions-Menschen machten mich mit Infos und einem Buch auf das ich mich sehr freue glücklich – sieht man doch, oder?

Auch das Gespräch mit Stefan Weidle und Petra Seitzmayer war ein Highlight. Die beiden haben die Mainzer Buchmesse der Unabhängigen Verlage gegründet, wo ich am 2. Juli bei einer Podiumsdiskussion den Buchhandel vertreten werde, zur spannenden Frage Das allmähliche Verschwinden älterer Titel aus dem Buchhandel – was kann man tun? Nach diesem angeregten Standgespräch freue ich mich noch mehr auf diese Veranstaltung!

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Danke für das Bild an @textverliebt !

Unbedingt zu den Lieblingsstunden der Messe gehörte ein Event, den die fabelhafte Susanne Bühler von Diogenes für einen kleinen Kreis organisiert hatte. Ein erster Blick auf das wirklich gut gemischte Diogenes-Herbstprogramm (vormerken!) und dann eine ganze Stunde zusammen mit Benedict Wells und einer sehr persönlichen Fragerunde. Nicht umsonst schwärmen soviele von “Vom Ende der Einsamkeit” – der Roman ist einer meiner Lieblinge im Frühjahr und auch seine älteren Bücher habe ich mit Begeisterung gelesen. Die Möglichkeit dieses Treffens war wirklich etwas Besonderes, Merci an alle die das möglich gemacht haben und diese Runde voller bekannter Gesichter zusammenbrachten.

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Austausch in der Bloggerlounge mit ThatYvo, Lost Pages, Shanty, Textverliebt und Was liest Du?_Team
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Flauschige Blogger? Das vielleicht nicht. Aber Zusammenhalt ist da! Mit Literaturen und Sounds & Books

Fast schon Tradition hat nun das inoffizielle Bloggertreffen von Papiergeflüster, die dann am Ende selbst nicht da war (und sehr fehlte!). Das Klassenfahrtgefühl kehrte zurück, neue Gesichter kennenlernen, zusammenrücken, fachsimpeln, sich in die Arme fallen. Nicht nur in dieser Runde hatte ich über die ganzen zwei Tage der Messe immer wieder ein Wort im Kopf: Vernetzung. Diese Bande, die das Jahr über auf Twitter, Instagram, Facebook und auf unseren Blogs geknüpft werden, diese sind in Messezeiten so stark spürbar und werden von Jahr zu Jahr intensiver. Projekte die gemeinsam angegangen werden, neue Ideen, die da hervorsprudeln, unterschiedliche Herangehensweisen – und all das setzt Kreativität und Motivation frei!

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Eindeutig eines der besten Buchbranche-Teams: Torsten und Maren von “Was liest Du?”

Ich bin Fan von vielen dieser Menschen, oftmals auch gerade von denen, die vielleicht nicht die größte Reichweite haben, aber die kompromißlos sie selbst sind, in dem was sie tun, wofür sie stehen. Das begeistert mich und das ist für mich täglich ein Ansporn. Auch bei immer wiederkehrenden Themen und Diskussionen rund um die Literatur im Netz nehme ich oftmals für mich eher mit, dass ich mich verbessern möchte, mir treu bleiben und mit dem was ich gern tue überzeugen will, statt mich in einem Strudel aus Negativität zu verlieren.

Als Buchhändlerin habe ich das Glück, dass ich jeden Tag Feedback bekomme, dass mein Selbstbewusstsein, dass ich in diesem Bereich einen verdammt guten Job mache, gerechtfertigt ist. Als Bloggerin ist das manchmal ungleich schwerer zu bestehen – soviel gibt es im Netz zu lesen, zu erleben, zu sehen. Und doch – bleibt dran, denn Qualität setzt sich am Ende immer durch! Denn wenn ich mich in der Bloggerlounge (deren Existenz ich sehr befürworte, schönen Gruß nach Frankfurt!) umsah, dann sah ich da Ideen, Kreativität, Menschen die etwas bewegen und die etwas zu sagen haben. Davon kann es nicht genug geben!

Und außerdem auf dieser Messe, spontane Arbeitseinsätze in der Außenzentrale von “Was liest Du?

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Und plötzlich hat man wichtige Aufgaben für die Mayersche zu erledigen – Profi eben

Das Schlusswort lasse ich David Wagner und den Verbrecher Verlag sprechen. Am liebsten würde ich mir das mal übers Bett nageln! 20160319_141950

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Der Lesestoff für die nächsten Wochen ist gesichert – vielen Dank an alle Verlage! (Und einen Gruß von meiner Schulter!)

Bonus: Was wäre Leipzig ohne das Klassentreffengefühl? Ich habe mich so gefreut, dieses Jahr Maren und Torsten von Was liest Du?, Buchrevier, Klappentexterin, masuko13, glasperlenspiel13, Literaturen, 54Books, Lustzulesen, Tina Lurz von LB, Felix Wegner, Brasch Buch, Kaffeehaussitzer, Stefanie Leo, Mara von buzzaldrins und textverliebt wiederzusehen. Und genauso sehr darüber, endlich die Gesichter hinter Buchbüchse, Bücher Göre, Nordbreze von LB, Sonja von Lust zu Lesen, Shanty von Influenza Bookosa, lost pages, That Yvo, Studierenichtdeinleben, Sounds & Books, Et Tragalibros, Krimimimi, Frau Pixel und Stephanie von Nur Lesen ist schöner kennenzulernen. Danke für eure Zeit!

Sunwise Turn: Zwei Buchhändlerinnen in New York – Magde Jenison

Dazu kann man nur sagen: Ein Buch das von der Liebe zu Büchern, Literatur und Kunst lebt. Erstaunlich wie wenig sich teilweise etwas geändert hat im Buchhandel, bedenkt man, das dieses Buch aus den 20er Jahren stammt. Einfach eine Hommage an Bücher und das Verkaufen derselben. Klug und klar geschrieben, sicherlich auch ein bisschen missionarisch – aber wer findet es nicht charmant, wenn man über Bücher ins Schwärmen gerät?

Mein liebster Satz: “In einer Buchhandlung kann alles mögliche passieren”

Ein kleines, besonderes Buch das ich sehr gerne ans Herz lege!