Mutter des Monats – Gill Hornby

Der Wahnsinn des Mutter-Daseins – schön bissig, böse und mit scharfer Feder skizziert. Das Höher, Schneller, Weiter, die Abgründe von Engagement und Cliquenwirtschaft. Unterhaltsam, mit dem ein oder anderen Körnchen Wahrheit, die perfekte Strandlektüre, während die Brut sich im Wasser tummelt und anderen Leuten Sandeimer aufs Handtuch kippt…

Muttergefühle. Gesamtausgabe – Rike Drust

Im allgemeinen sind Mutterberichte ja etwas äusserst subjektives. Das eigene Leben und Erleben wird wohl niemals eines dieser Bücher in seinen Beschreibungen zu 100% treffen. Trotzdem, es gibt Unterschiede – und Rike Drust schneidet bei mir gut ab. Oftmals fühlte ich mich verstanden, hatte ich ähnliches erlebt und gerade ihre Einstellung zum Arbeiten mit Kind fand ich spannend (ein Thema, welches noch nicht allzuoft beackert wurde – leider!). Manchmal war sie mir fast ein wenig zu rotzig-trotzig, aber ein wenig provozieren will ein solches Buch ja auch. Gute Lektüre, wenn man gerade viel  zu wenig Schlaf abbekommt, der Haushalt überhand nimmt und man sich einfach mal ein wenig in elterlicher Solidarität wiegen möchte.

Das glücklichste Kleinkind der Welt – Dr. Harvey Karp

Mit ein wenig Abstand der Leseeindruck, weil sich bei so einem Ratgeber ja auch erstmal herausstellen muss, ob er auf lange Sicht hilfreich war. Generell war das Buch nicht verkehrt, mir gefiel der Blick auf das Kleinkind gut, viele Verhaltensweisen und Situationen waren realistisch geschildert und gaben den Alltag wieder ohne ihn zu verklären oder zu dramatisieren. Die Methoden die im Buch vorgestellt wurden, waren während des Lesens recht inspirierend – wirkten einleuchtend. Allerdings konnte ich nur wenig davon wirklich umsetzen, manches hat bei uns einfach nicht funktioniert/war nicht praktikabel/nicht nötig. Die Methoden die wir allerdings konsequent gebraucht haben, waren hilfreich. Von daher: kein Muss aber durchaus ein Kann!

Traut euch, Eltern zu sein – Helena Harrysson

Allein der Titel sagte zu mir “Das könnte was sein!” Ich konnte mich in sehr vielen Ansichten der Schwedin die selbst 6 Kinder hat und lange Zeit als Rektorin tätig war wiederfinden. Sie versteht es vorzüglich ihre eigenen Erfahrungen zu schildern, ihre Erfolge, ihre Niederlagen und verliert dabei nicht aus den Augen, das jedes Kind einzigartig ist. Eine Ermutigung an Eltern, sie selbst zu sein und manchmal einfach zu machen. Mag sein das ich vieles schon instinktiv ähnlich gemacht hätte – ich habe mir aber viele Anregungen aus dem Buch mitnehmen können und empfand ihre Schreibe als sehr mitreissend.

Wie ein Baby seine Welt entdeckt – Mauri Fries

Hier kann ich mit gutem Gewissen sagen: ein kurzer, knapper Ratgeber von Beltz der Eltern im ersten Lebensjahr ihres Kindes an die Hand gegeben werden kann. Die Autoren schaffen es einen guten Überblick zu geben, was im Leben des Kindes passiert, welche Entwicklungen sich vollziehen und wie Eltern mit neuen Situationen umgehen können. Sehr klar und angenehm geschrieben, keine moralisch-wertenden Tendenzen (war mir sehr wichtig!) und viel Information. Kann ich nur empfehlen.

Kinderkacke – Julia Heilmann/Thomas Lindemann

Eigentlich ist Kinderkacke kein Ratgeber. Den wollten die beiden Autoren auch nicht schreiben. Statt dessen entpuppt Kinderkacke sich als ehrliches, ungeschöntes Elternbuch das mich mehrfach zum Lachen, heftig-mit-dem-Kopf-nicken und So isses! sagen gebracht hat. Die beiden erzählen aus der jeweiligen Sicht, wie sie die Zeit mit ihren Kindern erleben und das machen sie richtig gut – man hat das Gefühl eine Familie kennenzulernen die um ihre Ecken und Kanten weiss, die ihre Schwierigkeiten genauso mit einem teilt wie die gemeinsamen Glücksmomente – das generell Kinder für beide Autoren zum Leben dazu gehören und sie ihre 2 Jungs nicht missen wollen steht ausser Frage!

Besonders gut fand ich das beide wirklich versuchen, sich offen und tolerant so manchen Fragen zu stellen, betrifft es jetzt die Elternzeit, die Erziehung, den Wiedereinstieg in den Beruf oder Zeit für sich selbst. Ganz klar ist das hier kein Nachschlagewerk, es ist ein Erfahrungsbericht der aber angenehmerweise nicht belehrt oder glaubt die Wahrheit für sich gepachtet zu haben. Nach einigen doch sehr blumig-verklärten Büchern zum Thema – eine echte Wohltat!

Hühnersuppe für die Seele: Für Mütter – Hansen/Canfield

Das ich generell ein Fan der Hühnersuppen-Bücher bin ist ja durchaus bekannt. Also bleibt mir auch hier nur wieder zu sagen: was für wunderbare Geschichten – für die Seele, nach einem anstrengenden Tag, zum Kraftspenden, zum Tränenabwischen, zum Lachen. Und zum merken, das es soviele andere Mütter gibt, die genau verstehen, wie es manchmal ist, eine Mutter zu sein – weder schwarz noch weiss, anstrengend, wunderbar, nervenzehrend und spannend. Die Hühnersuppen Bücher mögen nichts für Realisten und Zyniker sein – für mich sind sie aber ein Quell an Inspiration, echte Soulfood-Bücher eben…;-)

Beim ersten Kind gibts 1000 Fragen – Vicky Iovine

Bei der Flut an Schwangerschaftsratgebern fiel mir auch dieses in die Hände. Man kann es eigentlich kurz sagen: es ist ein netter Begleiter in der Schwangerschaft, wenn man es zusätzlich zu einem richtigen Sachbuch liest – medizinische Ratschläge oder Abläufe findet man hier nicht – aber dafür viele Situationen aus der Erfahrung von Vicky Iovine, die 4fache Mutter ist und ihren Freundinnen. Sicherlich ist einiges überspitzt und muss nicht ganz so schlimm werden. Auch ist nicht alles 1:1 nach Deutschland übertragbar, aber es gibt schon einen ganz guten Einblick auf die ganzen Dinge, die einen in einer Schwangerschaft so überollen und manchmal auch ratlos zurücklassen. Es lässt sich lesen wie ein guter Kaffeeklatsch mit Freundinnen: mit Spaß, direkt und ehrlich, einigen wirklich guten Tipps, es lässt nichts aus und schildert auch die nicht so angenehmen Begleiterscheinungen und man fühlt sich gleich ein bisschen entspannter – den anderen gehts ja auch nicht anders!

Das Mami-Buch – Katja Kessler

Gut, das fällt etwas aus dem Rahmen meiner üblichen Leserichtung

Das Mami-Buch ist rosa, kitschig und auch im Innenleben manchmal etwas arg verniedlicht – klar mit viel Liebe gemacht, was man anerkennen kann. Natürlich ist es für eine besondere Zeit gedacht, die auch durchaus für etwas Weichzeichnung taugt, aber mir war es doch “zuviel” . Sehr schön sind aber die Fotos des Models, das die ganze Schwangerschaft und die ersten 10 Monate lang begleitet wird und einige Kapitel behandeln angenehm die Gefühlswelt einer werdenden Mutter. Insgesamt war ich nicht sehr angetan: Ansonsten war das Buch eher so lala – mir ist klar das es nicht als ernsthafter Ratgeber gedacht ist, aber mir fehlte doch an vielen Ecken mehr Info, detaillierter und weniger blumig. Als Zusatz zu anderen Ratgebern und Geschenk okay, als alleinige Begleitung fehl am Platze. Zudem gab es einige Infos die schlichtweg ziemlicher Blödsinn waren – sehr ärgerlich!

Ich würde es einer schwangeren Freundin nicht ans Herz legen oder schenken…das sagt ja schon einiges aus