Gestatten, Bestatter – Tom

Vielleicht kennen einige den Bestatterweblog (http://www.bestatterweblog.de), der sich großer Beliebtheit erfreut. Das liegt sicherlich auch am Thema, Tod, Trauer und Sterben sind ja durchaus nicht die gängigsten Themen. Aber warum dieser Blog soviele Menschen anzieht, das sind die herzlichen, sensiblen und doch immer mit eine Prise Humor gewürzten Einträge von Tom, einem Bestatter der seit über 20 Jahren als solcher im eigenen Institut arbeitet und aus diesen Erfahrungen über sein tägliches Leben berichtet.

Für mich (abgesehen vom Buchhändlerblog ^^) der beste Blog den es so im Internet gibt. Nicht nur das es immer etwas zum Lachen oder auch Weinen gibt (z.B. die Geschichte von Röschen und Kalli …), nein, Tom schafft es auch, das man über Sterben und Tod nachdenken kann, das man Fragen an ihn stellen kann und überhaupt – mal sieht, was nach dem Tod eines geliebten Menschen passiert. Das Buch ist eine gelungene Zusammenstellung einzelner Blog-Texte und absolut lesenswert!!!

Schmettering und Taucherglocke – Jean-Dominique Bauby

Wurde 2008 verfilmt, das Buch gibt es ja schon seit rund 10 Jahren. Die Besonderheit besteht darin, das es vom Autor mit einem speziellen Alphabet diktiert wurde – mit der Wimper. Der Autor leidet an dem Locked-In-Syndrom und kann nur durch diese Bewegung mit der Aussenwelt kommunizieren. Es gab einige schöne Stellen, abgesehen davon das ich einen Mordsrespekt vor dieser Leistung habe, insgesamt hat mich das Buch aber vom Inhalt her nicht sehr angesprochen – leider.

Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede – Haruki Murakami

Tja. Vom Stil her meiner Meinung nach ganz anders, es ist ja auch klar kein Roman. Er beschreibt das zwischendurch ganz gut: “Memoiren” will er nicht schreiben, nicht so ein großes Aufheben um seine Person. Aber das Laufen, das gehört einfach seit vielen Jahren zu ihm und wenn er von sich erzählt, kann er das gar nicht weglassen. Also hat er das Laufen zum Aufhänger gemacht.
Ich wollte mir die Hälfte der Zeit immer Sätze anstreichen, weil mich viele seiner Gedanken angesprochen haben. Man kann es nicht wirklich “runterlesen”, es ist nicht rund, aber deshalb gefällt es mir auch so gut. Ich hatte an einigen Stellen das Gefühl, obwohl er über Laufen & Schreiben schreibt, gibt es auch in diesen Bereichen Dinge die er nicht erklären kann. Dinge die er hinnimmt, obwohl er nicht weiß warum sie passieren. (Eine Thematik die ich, wenn ich drüber nachdenke, in seinen Romanen auch wiederfinde..) Das hat mich auf gewisse Weise beeindruckt, das es eben das vollkommene Wissen über etwas nie gibt und das er das offen zugibt, statt so zu tun als wäre das was er lebt, der heilige Gral.
Insgesamt – sehr persönlich, richtig gut und eben – Murakami!