Artikel mit ‘Erwachsen werden’ getagged

Wachstumsschmerz – Sarah Kuttner

Dienstag, 06. Dezember 2011

Wenn ich dieses Buch im Laden empfehle, beginne ich meist mit der Frage ob Sarah Kuttner bekannt ist. Oft genug bekomme ich die Antwort, Ja, wäre bekannt aber nicht soooo sehr das Ding des jeweiligen Befragten. Dann kommt meine persönliche Meinung zum Tragen: meines ist Sarah Kuttner nämlich auch nicht so unbedingt, zumindest nicht im Fernsehen. ABER die gute Nachricht: Romane schreiben – das kann sie. Wie beim Vorgänger Mängelexemplar hat sich Kuttner auch hier wieder ein Problem der heutigen twenty-something-Generation rausgepickt. Die “Quarter-Life-Crisis”, die sich in Zweifeln, Beziehungsstress, Druck und Hilflosigkeit breit macht. Mit bildhafter Sprache, ein bisschen derb-schnodderig aber durchaus ehrlich wirkend setzt sich hier ein Paar nach dem Zusammenziehen mit sich auseinander, mit seinen Erwartungen, Lebensplänen und der Herausforderung, mit jemandem wirklich so ziemlich alles zu teilen.

Obwohl ich diese Erfahrung so nicht erlebt habe, schafft Kuttner es, das ich mich reinversetzen kann in die Gefühlsachterbahn in die ihre Heldin gerät. Ein bisschen beklommen, ein bisschen deprimiert wird man beim Lesen, es ist eine traurige Geschichte mit kleinem Silberstreif am Horizont. Garniert mit markigen Sätzen und Lebensanschauungen ist es ein recht gelungener Mix geworden, den ich, wie ich oben schrieb, auch ganz gern empfehle.

Noahs Kuss/Und plötzlich ist alles anders – David Levithan

Freitag, 21. Oktober 2011

Es wird wohl nicht mein Lieblingsjugendbuch – dafür war es ein bisschen zu sehr heile Welt und es ist sprachlich nicht soo sehr anspruchsvoll. Aber ich finde das Levithan einfach so tolle Figuren erfinden kann, wo man richtig schön mitleidet und mitfiebert. Und er glaubt eben an die Liebe, was ich sehr mag  ?.  Hier gehts ja um Andersein, Coming-Out und eine schwule Liebesgeschichte – ich fand er hat die Töne gut getroffen und ich werde definitiv noch mehr von ihm lesen.

Bitte 2x Wolke 7 – Jutta Wilke

Montag, 22. August 2011

Wie war das eigentlich nochmal, so mit 15? Der ganze Sommer liegt noch vor einem, die Träumereien sind groß und vielleicht steht einem ja endlich mehr bevor als nur Küssen….wären da nicht noch so anstrengende Aspekte eines Teenie-Lebens wie die geschiedenen Eltern, des Vaters neue Freundin, der Schwarm der sich als seltsam unperfekt erweist und nerviger Nachhilfeunterricht. Und überhaupt: wie ist das eigentlich mit dem ersten Sex? Ich erinnere mich noch gut an die Sommer meiner Jugend und kann nur sagen, Jutta Wilke hat dieses Gefühl perfekt eingefangen!

Das leichte Kribbeln, das Gefühl auch mal von allem verlassen zu sein, aus dem Bauch zu handeln ohne an die Konsequenzen zu denken. Ihrer Hauptfigur haften sehr sympathische, lebendige Züge an und das Buch hat soviele liebenswerte Einfälle. Das perfekte Sommer-Ferien-Buch für alle die jung sind. Oder nochmal wissen möchten, wie sich das damals angefühlt hat…Danke für die Zeitreise ;-)

Runaway – Oscar Hijuelos

Freitag, 13. Mai 2011

Ein Glücksfall für jeden Buchsammler – eine wunderschöne, bibliophile Ausgabe mit blauem Leinen, einem tollen Cover, erschienen in der wunderschönen Fischer Reihe “Bücher mit dem blauen Band“. Allein das würde schon reichen an Gründen, sich das Buch ins Regal zu stellen. Zum Glück bleibt es nicht dabei. Eine Geschichte die mich von den ersten Seiten an fesselte (kongenial übersetzt von Günther Ohnemus), ein “Held” der mich berührte, mit dem ich mitfühlte. durch dessen Augen ich sah. Erwachsen werden, allen Umständen zum Trotz, mit stolpern, hinfallen aber wieder aufstehen. Groß!

Die unrühmliche Geschichte der Frankie Landau-Banks – E. Lockhart

Sonntag, 08. Mai 2011

Ich gebe ja zu, ich habe das Buch im Stapel immer wieder nach unten rutschen lassen. Schräger Titel, auf dem Cover das Portrait eines älteren Herren dem mit Klebeband ein pinker BH aufgeklebt wurde – ich erwartete Internats-Klamauk und eine eher leicht-lockere Liebesgeschichte. Weit gefehlt. Zwar fehlt es nicht an Internats-Atmosphäre und auch eine Liebesgeschichte gibt es. Allerdings mit einer Heldin, die zur Clique der Reichen und Schönen zwar dazugehören möchte – jedoch nicht um jeden Preis. Und wenn sich ihr öffentlich die Gelegenheiten nicht bieten, ihre Meinung zu sagen, agiert sie eben anders…viel Wortwitz, tolle Reflektion der Hauptperson, klasse erzählt – gehört in den Koffer eines Teenies im Sommerurlaub!

Freak City – Kathrin Schrocke

Freitag, 06. Mai 2011

Wieder ein Buch auf das ich durch die Nominierung für den deutschen Jugendliteraturpreis aufmerksam geworden bin. Eine Liebesgeschichte für Jugendliche mit einem ungewöhnlichen Thema. Denn Lea, die Mika kurz nach der Trennung von seiner Freundin Sandra kennenlernt ist gehörlos….Was Schrocke hier schafft ist eine Gratwanderung der besonderen Art. Sie erzählt eine Liebesgeschichte wie sie wohl fast jedem Jugendlichen mal widerfährt – von der ersten großen Liebe, die auseinandergeht, von neuen Anfängen und Eifersucht, vom Wieder-wollen und Sich-entscheiden müssen. Was dieses Buch aber zu einem echten Juwel macht, ist die Auseinandersetzung Mikas mit der Gehörlosigkeit von Lea – eine neue Welt die er entdecken muss (und mit ihm der Leser) – und in der es ihm durchaus nicht leicht gemacht wird. Das Buch vereint einige “goldene Szenen” die einem im Gedächtnis bleiben, einiges an Gedankenanstößen und letztendlich – es ist verdammt gut erzählt! Ganz große Empfehlung!

Numbers: Den Tod im Blick – Rachel Ward

Dienstag, 04. Mai 2010

Jem hat eine Gabe, die sie zur Aussenseiterin macht – sie kann in den Augen ihres Gegenüber sein Todesdatum lesen. Allein diese ungewöhnliche Idee liess mich sofort zu diesem Buch greifen und es dann nach recht atemlosen Lesen wieder absetzen. Hier stimmt einfach alles. Ein packender Plot, spannend und mitreissend, mit Jem und dem Jungen Spinne, den Jem eher widerwillig kennenlernt sind zwei sehr fesselnde Hauptfiguren gefunden worden. Rachel Ward hat hier nicht nur eine verdammt gute Geschichte erzählt sondern auch soviele Gefühle und Situationen geschildert, die Jugendliche meistern müssen – vielleicht nicht auf die komplett gleiche Art wie unsere Helden, aber doch, soviele Gedanken kommen einem bekannt vor. Das Buch gefiel mir einfach verdammt gut, bis zur letzten Seite war ich beeindruckt. Was für ein Debüt! Danke für dieses tolle Jugendbuch, ich kann es nur empfehlen!

River – Donna Milner

Donnerstag, 22. April 2010

Es ist schwer das Buch in Worte zu fassen – geht einem ja manchmal so, wenn man sehr begeistert ist – ich sage mal vorneweg: das Buch lohnt den Kauf absolut! Was als ruhige, fast schon idyllische Familiengeschichte in Kanada auf einer Milchfarm beginnt, das entwickelt sich nach und nach zu einer sehr dichten, spannenden Geschichte die einen ganz gefangen nimmt – den ein Ereignis im Leben der Familie Ward, das Auftauchen des jungen “River” verändert alles – auf eine Art, die sich niemand vorstellen konnte. Ein unglaublich guter Roman den man wirklich ungerne aus der Hand legt. Für mich eine schöne Entdeckung, sehr empfehlenswert!

Über kurz oder lang – Marie-Aude Murail

Dienstag, 26. Januar 2010

Ein wunderbares Buch von der Autorin von “Simpel”. Französisch, auf ganz eigene Art bezaubernd…ich habe nichts anderes erwartet. Louis macht, eher durch Zufall, ein Praktikum im Salon Marielou – einem Friseursalon. Was anfangs für die Eltern eine fixe Idee und Aufreger ist und auch für Louis eher seltsam, entwickelt eine ganz eigene Dynamik. Was ich an Murail so liebe, ist das sie ihren Figuren soviel Liebe entgegenbringt. Sie zeichnet die kleinen, menschlichen Eigenarten so genau nach, das ich das Gefühl habe, selbst im Salon zu sitzen und zu sehen, wie Louis die Haare zusammenfegt und sein Seelenleben liegt vor mir. Wie dieser Jugendliche seinen ganz eigenen, ungewöhnlichen Weg findet, das ist mehr als lesenswert und dürfte gerne Schullektüre werden…

Erscheint im März 2010!

Liebe ist ein hormonell bedingter Zustand – Jakob Hein

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Dieses Buch macht Spaß! Warum? Nicht nur wegen der zwischen den Buchseiten fühlbaren Atmosphäre des damaligen Ost-Berlins. Sondern weil Jakob Hein die Geschichte schildert die wir alle kennen: der lange, steinige Weg zum Erwachsen-werden, die erste (unerwiderte Liebe), wie es ist, immer nur der beste Freund zu sein und dennoch ständig verliebt. Er erzählt das alles mit soviel Charme und Augenzwinkern, das man seinem Helden Sascha eigentlich nur auf die Schulter klopfen möchte und sagen „Junge, da mussten wir alle mal durch! Das geht vorbei!“ Danke Herr Hein, ich finde sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen!