Die Middlesteins – Jami Attenberg

Wäre die ein oder andere Bloggerkollegin nicht so hartnäckig in ihrem Lob gewesen, ich hätte das Buch vielleicht doch wieder zur Seite gelegt. So stolperte ich über den für mich eher schwierigen Anfang hinweg: und verstand, was die positiven Besprechungen so lobten. Die Middlesteins sind eine spezielle Familie, ein Geflecht, was hier Schicht für Schicht enthüllt und seziert wird. Das ganze gespickt mit Witz und ein wenig Skurrilität: so entsteht dann ein Roman, dem ich verzeihe, dass wir am Anfang nicht zueinander fanden und den ich gerne gelesen habe.

Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden – Raymond Carver

Das Jahr begann mit Kurzgeschichten – und was für welchen! Carver und Murakami werden oft in einem Atemzug genannt und das nicht von ungefähr, weshalb ich das Buch auch vor Jahren kaufte. Während ich seine Geschichten nun endlich las fragte ich mich: warum habe ich so lange gewartet?! Kurzgeschichten haben mich noch nicht oft überzeugen können, aber dieser Band hat mich umgehauen und begeistert, diese verdichtete Atmosphäre, die wenigen Striche mit denen Carver hier Szenarien entwirft, er packt mich, er rüttelt mich wach, kurz: ganz, ganz große Kurzgeschichtenempfehlung!

Das Blubbern von Glück – Barry Jonsberg

Der ungewöhnliche Aufbau des Buches unterhält von der ersten Seite an, man schliesst Candice Phee und ihre Altklugheit einfach gleich ins Herz. Eine schwierige Familiensituation, mit Humor und einem Schmunzeln erzählt. Candice mag nicht für alle Probleme eine Lösung haben – aber sie versucht alles, was in ihrer Macht steht, um die Dinge ein kleines bisschen besser zu machen. Ab 10 Jahren.

Hiob – Joseph Roth

Ein Klassiker, den ich unbedingt kennenlernen wollte, ist er doch eines des Lieblingsbücher einer ganz wunderbar belesenen Freundin von mir. Eigentlich hat sie bereits die perfekte Besprechung zum Buch verfasst, ich versuche es aber dennoch: es ist eine Geschichte über das Leben in harten Zeiten und das Unglück, was sich im unerwarteten Moment doch noch zum Glück wandeln kann. Es ist ein Einblick in eine jüdische Familie und ihren Umgang mit Schicksalsschlägen, in die Momente des Zweifelns und des fester Verwurzelns im Glauben.

Aufstieg und Fall großer Mächte – Tom Rachman

Ach Herr Rachmann! Was machen Sie denn nur mit mir? Ich habe Ihren vorherigen Roman “Die Unperfekten” sehr gemocht. Ich fing diesen hier an und dachte: was für ein wunderbarer Romananfang, ich war beglückt. Und dann … irgendwo in diesem Buch ergaben sich Brüche, es zog sich hin, ich legte es immer öfter bei Seite und war zum Schluss hin dann doch froh, es beendet zu haben. Es ist gut geschrieben, das ist keine Frage und es schliessen sich am Ende alle Kreise. Und doch bleibe ich als Leser zurück und war leise enttäuscht, weil der starke Anfang mit dem Rest des Buches nichts mehr gemein hatte, ja fast wirkte, als sei er eigentlich der Beginn einer ganz anderen Geschichte gewesen.