Artikel mit ‘Familie’ getagged

So oder so ist das Leben – Marie-Aude Murail

Freitag, 03. Dezember 2010

Murail hat eine ganz eigene Art Jugendbücher zu schreiben – leichtfüßig aber nie banal. Hier wagt sie sich an das schwierige Thema einer ungewollten Schwangerschaft mit 17. Aber nur allein dieses Thema würde den Roman nur unzureichend beschreiben. Der Umgang mit dieser Schwangerschaft, eine Familie die aneinander vorbei lebt und sich schon lange nichts mehr sagen hat und zwei sehr gegensätzliche Ärzte komplettieren das Bild. Ein bisschen ratlos lässt mich das Buch zurück, es wartet zwar mit einer Lösung auf, lässt aber doch sovieles offen. Als Diskussionsstoff für die Schule durchaus geeignet, hat es doch viel Zündstoff, als Jugendbuch lässt es mich doch leise enttäuscht zurück, was aber auch an einer etwas konträren Meinung zum Thema liegen kann.

Hühnersuppe für die Seele: Für Mütter – Hansen/Canfield

Samstag, 23. Oktober 2010

Das ich generell ein Fan der Hühnersuppen-Bücher bin ist ja durchaus bekannt. Also bleibt mir auch hier nur wieder zu sagen: was für wunderbare Geschichten – für die Seele, nach einem anstrengenden Tag, zum Kraftspenden, zum Tränenabwischen, zum Lachen. Und zum merken, das es soviele andere Mütter gibt, die genau verstehen, wie es manchmal ist, eine Mutter zu sein – weder schwarz noch weiss, anstrengend, wunderbar, nervenzehrend und spannend. Die Hühnersuppen Bücher mögen nichts für Realisten und Zyniker sein – für mich sind sie aber ein Quell an Inspiration, echte Soulfood-Bücher eben…;-)

Schlafräuber & Wonneproppen – Gary Chapman

Sonntag, 10. Oktober 2010

Ein Ableger vom Autor der “5 Sprachen der Liebe” – es ist nur ein sehr schmales Bändchen und im Nachhinein muss ich sagen, es ist auch nicht so toll. Ein nettes kleines Mitbringsel für frische Eltern, ich empfinde aber die “Grundwerke” von Chapman als deutlich reichhaltiger und richtungsweisender. Hier sind nur einige kleine Dinge versammelt die sich leider nicht so richtig im Kopf festsetzen. Schade irgendwie!

Wofür stehst Du? – Axel Hacke/Giovanni di Lorenzo

Sonntag, 03. Oktober 2010

http://www.youtube.com/watch?v=sem9RIrYQDQ

Und auch hier habe ich wieder live über dieses Buch erzählt – ich fand es richtig toll!

Die Radleys – Matt Haig

Mittwoch, 16. Juni 2010

Mal ein etwas anderer Vampirroman, abseits von Biss und eher in der Romanecke als bei Fantasy und Jugendbuch zu finden. Eine ganze Vampirfamilie die gerne abstinent leben wollen, das war mal etwas neues – und entfaltet eine gewisse Komik durch das Schweigen der Eltern, die ihren Kindern nicht gesagt haben, das sie eigentlich Geschöpfe der Nacht sind… Das Buch liest sich schnell, witzig und man entdeckt trotz der vampirischen Abstammung auch in dieser ungewöhnlichen Familie die gleichen Abgründe wie überall. Was den Roman auszeichnet ist, das auch absolute Nicht-Vampir-Fans ihre Freude daran haben werden!

Ich schreib Dir morgen wieder – Cecilia Ahern

Donnerstag, 27. Mai 2010

Hier kann ich mich kurzfassen: das Strickmuster von Cecilia Ahern ist durchaus bekannt. Und haben mich ihre ersten beiden Bücher noch begeistert, so kann ich hier eigentlich nur noch sagen, das ich das Buch aus Gewohnheit gelesen habe. Die Hauptpersonen bekommen nicht richtig Kontur und sind nicht unbedingt Sympathieträger, die Geschichte schleppt sich so dahin und irgendwie…es war einfach nicht mehr meines und ich konnte dem Buch nicht mehr viel abgewinnen. Die fantastischen Elemente die in ihren letzten Büchern immer wieder auftauchen sind für mich nicht sehr ansprechend.

Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche – Alina Bronsky

Montag, 24. Mai 2010

Bronsky hat mit Scherbenpark bewiesen, das sie schnell, heftig und gut schreiben kann. In ihrem neuen Roman geht sie noch eine Spur weiter und schreibt eine Geschichte, die so durchaus passieren könnte – wo man aber zwischendurch zwischen Entsetzen und Lachen schwankt, ob der Schnelligkeit und bizarren Ereignisse. Eine Großmutter die sich in das Leben ihrer Tochter und vorallem ihrer unverhofften Enkelin einmischt und das auf so kompromisslose Weise das man sich nicht entscheiden kann, ob man sie ob ihrer Unverforenheit bewundern soll oder sich an den Kopf greifen, warum niemand aufbegehrt. Die 3 Frauen können nicht ohne einander aber auch nicht miteinander, sind durch ihre Familienbande gebunden. Bronsky hat einen Roman geschrieben, der sich nicht in eine Schublade packen lässt: auf der einen Seite fast unfreiwillig komisch und doch tragisch aber auf jedenfall: verdammt gut geschrieben!

Der letzte unsichtbare Junge – Evan Kuhlmann

Sonntag, 02. Mai 2010

Finn wird langsam aber sicher unsichtbar. Er hat fast schon Angst, selbst zu verschwinden. Kann diese seltsame Farblosigkeit etwas damit zu tun haben, das sein Vater gestorben ist? In seinem Tagebuch hält Finn die Erinnerungen fest, die er mit seinem Vater verbindet, die neue Struktur der Tage, die ihm so fremd vorkommt und fragt sich immer wieder: wird er irgendwann wieder sichtbar werden?  Finn gestaltet sein Tagebuch mit Zeichnungen und schreibt sich die ganzen Dinge, die er weder mit seiner Mutter noch mit seinem Bruder besprechen kann, von der Seele. Das zu lesen, das rührt einen an, man fragt sich zusammen mit Finn, warum manche Dinge so passieren. Es ist schwer ein Buch zu beurteilen, das etwas so individuelles wie Trauer behandelt. Es wählt jedenfalls eine sehr schöne Idee aus, mit der Finn seine Gefühle ausdrückt – vielleicht gibt es irgendwo einen anderen 12jährigen, dem es genauso geht…ich kanns mir jedenfalls vorstellen…

Letzte Nacht in Twisted River – John Irving

Donnerstag, 29. April 2010

Es juckt einen ja in den Fingern, ganz viel zu diesem wieder äußerst epischen Roman von Irving zu schreiben – gibt es doch soviel zu interpretieren, zu bemerken, zu entdecken. Und doch kann ich kurz sagen: Hat mir sehr gut gefallen, las sich schnell und mit Vergnügen! Der Roman hat zwar, irvingtypisch durchaus ein paar kleinere Längen, über diese kann ich jedoch großzügig hinwegsehen. Irving hat hier seine (für mich persönlich) am liebenswertesten Charaktere erschaffen. Seine Spielerei mit Namen und vorallem die  Beschreibungen von kulinarischem haben Charme und wecken immer wieder die Lust auf mehr. Trotzdem hat der Roman seine Ecken und Kanten, sein Unangepasstes, einige Schrägheiten und Skurrilitäten, wie man das von Irving gewohnt ist. Ich denke sowohl alte Irving-Fans kommen voll auf ihre Kosten als auch Neueinsteiger – ich jedenfalls war nach diesem Irving wieder absolut von seinem Können überzeugt. Wer mich auf 832 Seiten immer wieder zu überraschen weiss, trotz das einige Motive bereits aus früheren Romanen bekannt sind und mich trotzdem auf hohem, literarischen Niveau unterhält und mich zwischendurch lachen und weinen läßt  – der kann es einfach!

Paula Spencer – Roddy Doyle

Sonntag, 25. April 2010

Wie der Titel vermuten lässt, dreht sich alles in diesem Roman um die Irin Paula Spencer. Hier wird eine Figur gezeichnet, der sonst vielleicht nicht soviel Aufmerksamkeit  seitens der Literatur entgegengebracht wird – Doyle gelingt das sehr einfühlsam, das Buch wirkt weder effekthascherisch noch aufgesetzt sondern einfach nur ehrlich. Hart und manchmal fast zu ungeschönt, aber genau das ist es, was diesen Roman abhebt. Paulas täglicher Kampf um trocken zu bleiben, sie die ehemalige Alkoholikerin, die putzen geht um das Geld für sich und ihre 2 noch zuhause lebenden Kinder zu verdienen, die ihren eigenen Dämonen nachjagen. Es ist kein Krimi und dennoch hält man zeitweise fast den Atem an und fragt sich: Schafft Paula es? Wie wird sie weitermachen? Das macht für mich ein wirklich gutes Buch aus!