Herbst im Mumintal – Tove Jansson

Ich liebe die Mumins. Aber ganz besonders liebe ich es, wenn ich in den ersten Herbsttagen endlich zu diesem Teil greifen kann. Wie will man diesen besonderen Zauber beschreiben, der die Reihe umfasst? Unaufgeregt, leicht melancholisch und doch so voller Weisheit und Freude, das sind für mich die Mumins. So viel mehr als kleine Kindergeschichten, so wohltuend entlocken sie mir jedes Mal beim Lesen ein Schmunzeln.

Kolibri – Kati Hiekkapelto

Packender, finnischer Krimi mit einer jungen ungarischen Ermittlerin. Multikulturelles Miteinander, Rassismus und die Frage der eigenen Identität sind nur einige Themen die hier gekonnt innerhalb der Ermittlungen zu einer Mordserie auftauchen. Einzig der unvermeidliche zunächst bärbeißige neue Kollege hätte vielleicht nicht sein müssen, andererseits – gibt es einen Krimi ohne diesen Prototypen?

Das Licht in einem dunklen Haus – Jan Costin Wagner

Irgendwie ist es ganz schön fies, dass ich jetzt sicherlich eine ganze Zeit auf den nächsten Krimi mit Kimmo warten muss. Kein Wunder, dass ich mir Zeit gelassen habe mit dem Lesen der gesamten Reihe. So ein schönes Gefühl, das Buch zu kaufen und zu wissen, dass ich wieder durch die finnische Tür treten darf. Ein bisschen, wie nach Hause kommen.

Im Winter der Löwen – Jan Costin Wagner

Ein wenig ausserhalb der Reihenfolge lese ich Jan Costins Wagners Krimis – nachdem ich seine ersten beiden und seinen aktuellen Krimi gelesen habe, hatte ich nun auch dringenden Nachholbedarf, vorallem, nachdem ich ihn als sympathischen Autor bei unserer Lesung kennenlernen dürfte. Nun also der dritte Krimi aus seiner Feder – und wieder zieht seine Figur Kimmo mich von Anfang an in einen Krimi der ungewohnten Art.

Die Pilgerjahre des farblosen Herr Tazaki – Haruki Murakami

Haruki Murakami ist ein besonderer Autor. Seit zehn Jahren ist er die Antwort auf die Frage nach meinem Lieblingsautor – diesen Sonderstatus wird er wohl immer haben. Gerade ist sein neuer Roman erschienen. Im Versuch, dieses wirklich wundervolle Buch beschreiben zu wollen, fehlen mir fast die Worte – aber nur fast. Ein dichtes, atmosphärisches Buch, welches mir mit eindrucksvollen Figuren und Gefühlen ein ganz außergewöhnliches Leseerlebnis bereitet hat. In seiner feinen und unnachahmlichen Art erzählt uns Murakami eine Geschichte von Freundschaft, Verletzungen und Schatten der Vergangenheit. Wer Haruki Murakami bisher noch nicht kannte, sollte sich auf diese Reise machen um einen der größten Autoren unserer Zeit kennenzulernen.

Die Tage des letzten Schnees – Jan Costin Wagner

Ein leiser, melancholischer Krimi, der langsam daherkommt, sirrend im Kopf kreist, dahintreibt, lauter wird und mit einem Paukenschlag aufhört. Ich saß minutenlang da, unfähig mich zu rühren, voller Bewunderung für diese Art zu schreiben, dieses Ende, was es schaffte, mich zu überraschen. Welch eine Seltenheit, welch ein Glück!

Wahr – Riikka Pulkkinen

Ein atmosphärisch dichtes Familiendrama, welches mich von den ersten Seiten an gepackt hatte. Müssen Erinnerungen hochgeholt werden? Wäre manchmal nicht Schweigen die bessere Alternative? Doch dafür ist es irgendwann zu spät und man fragt sich, wie gut man eigentlich diejenigen, die einem am nächsten stehen, wirklich kennt. Intensiv, anrührend, dramatisch – toller Roman!

Das Schweigen – Jan Costin Wagner

Nach Eismond musste ich doch sofort nachlegen. Ich bin nicht sicher, ob ich “Das Schweigen” rein als Krimi werten würde, es ist fast mehr ein Roman. Ein bisschen verwundert war ich, das der Schwerpunkt diesemal mehr auf dem Ermittler Ketola lag, als auf Kimmo, aber das ist nur ein kleines Detail. Insgesamt wieder ein Fall, in dem es viel grau statt schwarz und weiss gibt. Sprachlich sehr ruhig und toll geschrieben, das fällt grade aufgrund des sehr heiklen Themas (Mißbrauch und Mord von Kindern..) ins Auge. Ich würde diesen Autor wirklich jedem Krimifan ans Herz legen und jedem literarische Interessierten mit Blick fürs Besondere erst recht! Der Krimi sticht aus einem großen Angebot von Krimis wirklich raus!

Eismond – Jan Costin Wagner

Kann ein Deutscher wirklich gut einen Krimi schreiben, der in Finnland spielt? Ja, er kann! Eine sehr zurückhaltende, ruhige Sprache, dazu eine gewisse Grundtraurigkeit und interessante Charaktere rund um den Ermittler Kimmo Joentaa. Hat mir gut gefallen, erinnert ein wenig an Karin Fossum, deren schwedische Krimis ich auch sehr schätze. Ist ja der erste Krimi mit Kimmo, ich denke das dort der Grundstein gelegt wird, für weitere Entwicklungen. Gut gelungenes Debüt! Für alle Krimi Leser, die leise Zwischentöne schätzen und die Schönheit Finnlands.