Köchin für einen Sommer – Bethan Roberts

Ein schöner, leichter Sommerroman. Im Jahre 1936 verdingt die junge Kitty sich als Köchin bei einer äußerst exzentrischen Amerikanerin, die sich mit ihrem Geliebten, einem Schriftsteller und ihrer Tochter in einem englischen Cottage einigelt. Eigentlich ist von Anfang an klar, das alle Figuren in dieser Konstellation nicht glücklich werden können. Große Überraschungen sind also nicht zu erwarten, aber es ist so schön „englisch“ geschrieben und die Gegend und das Cottage werden sehr bildhaft dargestellt. Ein weiter Pluspunkt sind sicherlich die liebevoll gezeichneten Protagonisten mit all ihren Schrullen und inneren Gefühlswirren.

Ich, Adrian Mayfield – Floortje Zwigtmann

Ein historischer Jugendroman der im Dunstkreis von Oscar Wilde spielt? Schönes Cover und aus dem Hause Gerstenberg – das Buch war gekauft! Mir hat das Buch gut gefallen, es ist aber einer der Spezialfälle, die ich nicht jedem in die Hand drücken würde. Dafür das es ein Jugendbuch ist, geht es ordentlich zur Sache, das mag nicht jedermanns Geschmack sein – aber die Szenerie wirkt nie übertrieben oder voyoristisch. Adrian Mayfield ist eine interessante Figur, die historische Umgebung von London und die Beschreibungen der Gruppierung um Oscar Wilde, Künstler, Journalisten, Maler, Schriftsteller sehr bunt und “nah” dargestellt. Ein ganz anderer Coming-Out Roman, der so endet, das ich mir die Fortsetzung definitiv zulegen werde. Ein paar kleine Längen hat das Buch, die verzeihe ich ihm aber gerne.

Letzte Reise – Anna Enquist

Der Stil und ihr Wortfluss sind wirklich richtig toll, deshalb habe ich es auch gerne gelesen. Die Idee, von James Cook aus der Sicht seiner Frau zu erzählen, finde ich auch spannend. Grade diese Geschichte zwischen ihr und ihm, ihrer Entfremdung und doch Liebe hat mich sehr interessiert – aber es geht halt auch viel um die Expeditionen, die Seeleute, Entdecker…nichtmal das es so “zäh” gewesen wäre, ich habe einfach nur nicht soo großes Interesse daran. Deshalb hab ich recht lange dran gesessen, trotzdem würde ich es empfehlen

Das Lächeln der Fortuna – Rebecca Gablé

Angeregt durch meine Freundin Karo, die mir das Buch gaaanz arg ans Herz gelegt hat (lang und ausdauernd!) habe ich mich also mal an einen historischen Roman gewagt: eigentlich nicht mein Genre. Aber: ich war doch die ganzen über 1000 Seiten gefesselt. Das Buch hatte erstaunlich wenig Längen, Gablé schafft es, viele Personen auftreten zu lassen und man behält trotzdem recht gut den Überblick. Angesiedelt im 13 Jahrhundert, eine spannende Geschichte – Historisches wird mit der Geschichte der Waringhams verknüpft – und da gibt es fast alles – Intrigen, Liebesgeschichten, Drama…ich fühlte mich wirklich gut unterhalten! Also: eine klare Empfehlung von meiner Seite aus – ich werde nach und nach auch noch mehr von der Autorin lesen!

Die Zeit der Schmetterlinge – Julia Alvarez

Beruht auf einer wahren Geschichte, denn es gab die 4 Mirabal-Schwestern wirklich.Die 4 Schwestern Patria, Maria Theresa, Dedé und Minerva wachsen unter dem Trujillo-Regime in der Dom.Republik auf. Nur Dedé überlebt, die anderen 3 Schwestern werden bei einem Anschlag getötet. Dieses Buch beschreibt, indem es jede Schwester einen Teil der Geschichte erzählen lässt, das Leben der Schwestern, die sich in einer Untergrundorganisation gegen das Regime auflehnten…liest sich äusserst packend, wirklich interessant und einfach verdammt gut geschrieben. Ich habe jedenfalls bis zum Schluss mitgefiebert, obwohl man das Ende von Anfang an kennt.

Die Mission der Isabel Gom̩z РJulia Alvarez

Das Buch hab ich mir eigentlich nur zugelegt, weil eine Freundin mir die Autorin so ans Herz legte und ich die ersten 2 Seiten sehr ansprechend fand. Das ist so eine kleine “Entdeckung” gewesen, das Buch hatte ich in kürzester Zeit durch und hab es genossen. Es verwebt geschickt das Leben der Schriftstellerin Alma mit dem ihrer Romanfigur Isabel (die auf einer geschichtlichen Überlieferung basiert). Beide Frauen kämpfen auf ihre Art gegen ein gefährliches Virus….beide Erzählstränge sind spannend und auf ganz eigene Art faszinierend, es liest sich einfach total gut. Ich mag historische Bücher eher weniger, aber hier, mit diesem Mixwar ich sehr zufrieden. Fand ich wirklich ein richtig schönes, tolles Schmökerbuch!

Der Schlaf der Toten – Andrew Taylor

War ganz okay, recht spannend und die Auflösung kam nicht zu “früh”. Ich hab aber an manchen Stellen gedacht, mhm, das hätte man auch in 350 Seiten statt 550 erzählen können. Andererseits ist dieses Netz von Handlungsträngen zwar weit gestreut, aber am Ende ist man ganz froh, das es so ausführlich war, weil sich die Auflösung dann sehr klar erschliesst. Ganz nebenbei ist es auch noch die Geschichte der Jugend von Edgar Allan Poe, allerdings ahbe ich das erst auf den letzten 100 Seiten so richtig verstanden..+hust+