Geheimer Ort – Tana French

Bisher hatte ich noch nie etwas von Tana French gelesen. Durch eine Besprechung von hr-iNFO wurde ich auf den Krimi aufmerksam und futterte die 700 Seiten an zwei Tagen. Auch als Buchhändlerin gibt es doch immer Autoren, die man jahrelang vom Namen kennt und immer mal für Kunden bestellt, die trotzdem an einem vorbeiziehen. Was soll ich sagen: die Begeisterung für French war bei mir (und noch ausgeprägter bei meiner Kollegin) so groß, dass wir mittlerweile die komplette Backlist führen und verkaufen wie geschnitten Brot: Mission accomplished!

Paula Spencer – Roddy Doyle

Wie der Titel vermuten lässt, dreht sich alles in diesem Roman um die Irin Paula Spencer. Hier wird eine Figur gezeichnet, der sonst vielleicht nicht soviel Aufmerksamkeit  seitens der Literatur entgegengebracht wird – Doyle gelingt das sehr einfühlsam, das Buch wirkt weder effekthascherisch noch aufgesetzt sondern einfach nur ehrlich. Hart und manchmal fast zu ungeschönt, aber genau das ist es, was diesen Roman abhebt. Paulas täglicher Kampf um trocken zu bleiben, sie die ehemalige Alkoholikerin, die putzen geht um das Geld für sich und ihre 2 noch zuhause lebenden Kinder zu verdienen, die ihren eigenen Dämonen nachjagen. Es ist kein Krimi und dennoch hält man zeitweise fast den Atem an und fragt sich: Schafft Paula es? Wie wird sie weitermachen? Das macht für mich ein wirklich gutes Buch aus!

Märchenprinz – Marian Keyes

Mir war mal wieder nach einem echten, sogenannten “Frauenroman” – da bietet sich Marian Keyes als eine meiner liebsten Autorinnen in diesem Sektor ja an und dieses Buch war mit etwas über 850 Seiten ja auch ein echter Schmöker. Es ist nicht mein liebstes von ihr geworden, aber für graue Februartage auf dem Sofa und zum Abschalten war es genau das richtige und dank ihrer immer schön ausgefallenen Figuren und der netten irischen Atmosphäre hebt es sich doch angenehm von anderen Büchern ab. Besonders gefällt mir, das Keyes immer wieder Themen wie Gewalt, Drogen oder Alkoholismus einfliessen lässt und dabei nicht auf “Eitel Sonnenschein” besteht.

Das Regenorchester – Hans-Jörg Schertenleib

Zwei wunderschöne Geschichten werden hier verwoben: die des Schweizer Schriftstellers, der nach Irland ausgewandert ist um hier zum Schreiben zu finden. Nachdem seine Frau ihn verlässt, trifft er auf Niahm, eine etwas rätselhafte Irin, die ihn, es scheint fast so als spüre sie, er braucht eine Aufgabe, zum Chronisten ihres Lebens macht. Wunderschöne Sprache, die Verletzbarkeit einer Trennung fast zu schmerzlich geschildert… Mit der Lebensgeschichte von Niahm entsteht vor einem ein ganzes Leben das nicht immer war, wie es sein sollte. Wer von beiden mehr von dieser Freundschaft hat, weiss man garnicht zu sagen. Traurig, schön und ein aussergewöhnliches Buch, das in einer Ecke Hoffnung aufblitzen lässt…

Irisches Tagebuch – Heinrich Böll

Die verlorene Ehre der Katharina Blum gefiel mir ja in der Schule wirklich. Klar, hart &  gut. Irland ist ein wunderbares Stück Erde, die Beschreibungen von Böll treffen meiner Meinung nach zum Teil auch wunderbar den Alltag zu dieser Zeit, kleine skurrile Ereignisse die nur dieses Land zutage bringt. Trotzdem hatte ich mit einigen Abschweifungen, Verschachtelungen zu kämpfen, manches erschien mir doch recht wahllos aneinander gereiht. Wer sich für das Irland dieser Zeit interessiert und sich nicht an diesem Episoden/Tagebuch-Stil stört, für den ist es ein schönes, kleines Buch. Ich würde ihm eine 3 geben – nicht schlecht aber für mich auch nicht herausragend.

Emily sein oder nicht sein – Anne Donovan

Irgendwie hatte ich was ganz anderes erwartet, weniger Drama, mehr Jugendroman. Ich kann das Buch ganz schwer fassen – ich hab es gerne gelesen, fand die Story an sich gut, aber manchmal dachte ich auch nur noch – wo führt das nochmal hin? Ein bisschen ist sicher der etwas anderslautende Klappentext schuld…Fazit: Ich fands gut, find es aber schwer zu empfehlen…

Einmal Buddha und zurück – Anne Donovan

Mich hat das Buch sehr angesprochen, interessiere ich mich doch auch momentan strak für den Buddhismus. Eingewebt in eine Geschichte, aus den unterschiedlichen Perspektiven der Familie heraus erzählt, wird hier von Jimmy, Malermeister aus Glasgow berichtet, der eigentlich anfangs nur statt in den Pub zum Meditieren geht – aber nach und nach schleichen sich die Lamas immer mehr in sein Leben. Das diese Veränderungen nicht ohne Spannungen abgehen ist klar. Ich fand es sehr gut zu lesen ohne dabei “seicht” zu sein, fand die Interaktionen spannend (zum Schluss hin etwas weniger, aber ein offener Schluss passt auch irgendwie “besser”) und nebenbei lernte ich auch noch ein bisschen was rund um Buddhismus. Mir hat es wirklich gut gefallen, die Autorin hatte nicht umsonst für diesen Debütroman einige Preise eingestrichen.

Bücher auf Rädern – Ian Sansom

Also das war echt spannend Die Geschichte dieses etwas naiven britischen Bibliothekars dessen erste “Amtshandlung” darin besteht, 15.000 gestohlene Bücher wieder aufzustöbern und wie die Einheimischen ihn dabei “unterstützen”, das ist teilweise richtig komisch, man erfährt noch so einiges über Irland und Gepflogenheiten und mir gings jedenfalls so das ich am Ende riiichtig gespannt auf die “Lösung” war. Und vorallem – das Buch hätte ruhig länger sein können, grade hatte man die Charaktere ins Herz geschlossen.