Artikel mit ‘Jugendbuch’ getagged

Die Komplizin – Eireann Corrigan

Freitag, 16. September 2011

Als Finn und Chloe die Entführung von Chloe vortäuschen, geht nur anfangs alles “gut”. Und Finn befindet sich im Zwiespalt – noch viel mehr, als ein Mitschüler verdächtigt wird, Chloe etwas angetan zu haben… Zunächst mal hält man hier einen richtig gut gemachten Jugendkrimi in den Händen. Aber in dem Buch steckte, wie ich erfreut festgestellt habe, durchaus noch mehr. Die Frage, wieviel eine Freundschaft aushalten kann und auch warum sie entsteht – und wann aus Spiel Ernst wird  ist hier äußerst spannend behandelt worden. Gerade dieser nachdenkliche Part macht für mich das Besondere dieses Buches aus.

Boys don’t cry – Malorie Blackman

Samstag, 10. September 2011

Eine gewagte Perspektive: Dante hat gerade seinen Abschluss gemacht, alle Türen stehen ihm offen – er will endlich das Elternhaus, das seit dem Tod der Mutter ungemütlicher wurde und den anstrengenden, stets mit ihm konkurrierenden kleinen Bruder Adam hinter sich lassen. Da konfrontiert ihn seine Exfreundin mit der Tatsache, das er eine Tochter hat – und diese ist schon fast ein Jahr alt. Als die Mutter sich, mit der Erziehung überfordert, aus dem Staub macht, steht Dante erstmal da – alleine, mit einem Baby und voller widersprüchlichster Gefühle. Seinen Weg zu verfolgen, wie aus anfänglicher Ablehnung, Überforderung und ja auch Zweifel an der Vaterschaft überhaupt, später dann langsam eine Vater-Tochter-Beziehung entsteht und Dante um seine kleine Familie kämpft – das ist so eindringlich und bewegend geschrieben, das ich mehr als einmal gerührt war. Dabei ist das Buch nicht geschönt oder kitschig – es hat harte, realistische und heftige Szenen. Besonders beeindruckend fand ich das hier mal eine sehr seltene Konstellation beschrieben wird, noch dazu von einer Autorin. Für mich hat sie die Geschichte gut eingefangen, auch die Familie um Dante herum, der Vater der für seinen Sohn eine glänzende Zukunft erhoffte und doch auch um seine neue Rolle als Großvater weiß. Der Dante unterstützen will, aber weiss – er muss seinen eigenen Weg finden. Der schwule Bruder der um Anerkennung innerhalb seiner Familie kämpft aber sofort das Herz der kleinen Tochter erobert. All das macht diesen Roman zu einem gut lesbaren, packenden Jugendbuch.

Fat Cat – Robin Brande

Freitag, 09. September 2011

Eigentlich war ich zuversichtlich, das ich zu diesem Buch einen richtig tollen Leseeindruck schreiben kann. Da landete ich allerdings (wie immer gern) bei Christine von Lesemomente. Und ihre Rezension dieses ungewöhnlichen Jugendbuches ist so treffend, das ich garnicht erst versuche es ist noch passendere Worte zu kleiden und euch einfach zu Christine schicke: Bitte hier entlang! Danke meine Liebe!

Zoë – Clay Carmichael

Montag, 29. August 2011

Allein das Cover dieses Buches hat mich sofort angesprochen. Noch dazu Hanser, ein toller Verlag der grade bei Jugendbüchern sehr oft bereits meinen Geschmack getroffen hat – auch hier wieder! Die zwölfjährige  Zoë die nach dem Tod ihrer Mutter zu ihrem Onkel Henry (einem ausgemachten Eigenbrötler) zieht, hat es mit ihrem Onkel nicht grade einfach getroffen. Er kennt sich mit Jugendlichen nicht aus – sie ist den mürrischen, schweigsamen Mann nicht gewohnt. Wie sich zwischen den beiden nach und nach Nähe entwickelt, beide lernen die Grenzen des anderen zu erkennen und ihm einen Teil ihrer eigenen Welt zu zeigen – das liest sich sehr zart und besonders.

Bitte 2x Wolke 7 – Jutta Wilke

Montag, 22. August 2011

Wie war das eigentlich nochmal, so mit 15? Der ganze Sommer liegt noch vor einem, die Träumereien sind groß und vielleicht steht einem ja endlich mehr bevor als nur Küssen….wären da nicht noch so anstrengende Aspekte eines Teenie-Lebens wie die geschiedenen Eltern, des Vaters neue Freundin, der Schwarm der sich als seltsam unperfekt erweist und nerviger Nachhilfeunterricht. Und überhaupt: wie ist das eigentlich mit dem ersten Sex? Ich erinnere mich noch gut an die Sommer meiner Jugend und kann nur sagen, Jutta Wilke hat dieses Gefühl perfekt eingefangen!

Das leichte Kribbeln, das Gefühl auch mal von allem verlassen zu sein, aus dem Bauch zu handeln ohne an die Konsequenzen zu denken. Ihrer Hauptfigur haften sehr sympathische, lebendige Züge an und das Buch hat soviele liebenswerte Einfälle. Das perfekte Sommer-Ferien-Buch für alle die jung sind. Oder nochmal wissen möchten, wie sich das damals angefühlt hat…Danke für die Zeitreise ;-)

Das Portal – John Conolly

Samstag, 20. August 2011

Hier fällt es mir etwas schwerer, einen Eindruck zu geben. Mir hat sehr viel an dem Buch gefallen: die leichten Anleihen in der Physik und anderen Naturwissenschaften, der Hauptheld, den der 11jährige Samuel darstellt, sehr viele witzige und mit schwarzem Humor gespickte Szenen. Trotzdem hatte das Buch immer mal wieder kleine Längen wo ich dachte: Mensch, das muss doch nicht sein! Fand ich ein wenig schade. Trotzdem, auf diesem Gebiet habe ich seit Bartimäus nichts Gutes mehr gelesen und unterhalten hat es mich jedenfalls!

König, Dame, Joker – Louis Sachar

Samstag, 13. August 2011

Spätestens seit Löcher bin ich ein riesengroßer Fan dieses Autors. Seine originellen Ideen faszinieren mich – und so liest man hier zunächst die Einleitung, in der Sachar ganz herrlich versucht zu erklären, warum er denn nun gerade ein Jugendbuch schreiben wollte, das sich zum großen Teil mit Bridge befasst – nicht gerade ein Sport der dafür berühmt ist, hip bei Jugendlichen zu sein. Und noch dazu soll der siebzehnjährige Alton seinem blinden Onkel Lester (steinreich aber verbittert) beim Bridge-Spiel nur assistieren …

Nachdem ich das Buch nichtsdestotrotz verschlungen habe, kann ich nur sagen: Bitte schreiben Sie noch mehr! Bridge ist manchmal so spannend, dass ich mich dabei erwischt habe, mit den Füßen zu kippeln und die Luft anzuhalten, weil ichs kaum ausgehalten habe. Noch dazu ist die Geschichte so liebevoll geschrieben und weist an einigen Stellen ganz herrliche Selbstironie auf. Außerdem positiv zu bemerken: wenn man die Bridge-Beschreibungen nicht so sehr mag, kann man diese Teile überspringen und bekommt den Inhalt sehr kurz zusammengefasst – und trotzdem bleibt es immernoch ein ausgesucht gutes Jugendbuch!

The Hunger Games: Mockingjay – Suzanne Collins

Sonntag, 10. Juli 2011

Tja, wie schreibt man über den dritten Band ohne zu spoilern…er war ein recht guter Abschluss der Serie, ich habe mich aber (sicherlich auch weil ich mit der englischen Sprache zu kämpfen hatte) etwas schwergetan. Im großen und ganzen war ich zum Schluss wieder versöhnt – es hat aber lange nicht soviel Fahrt aufnehmen können wie die beiden vorigen Bände, auch haben mir manche Handlungsstränge aus den vorigen Bänden gefehlt. Insgesamt finde ich aber die Tribute von Panem immer noch äusserst lesenswerte Jugendbücher die auch viele Erwachsene noch in ihren Bann schlagen werden – und auch viele Fragen aufwerfen.

Runaway – Oscar Hijuelos

Freitag, 13. Mai 2011

Ein Glücksfall für jeden Buchsammler – eine wunderschöne, bibliophile Ausgabe mit blauem Leinen, einem tollen Cover, erschienen in der wunderschönen Fischer Reihe “Bücher mit dem blauen Band“. Allein das würde schon reichen an Gründen, sich das Buch ins Regal zu stellen. Zum Glück bleibt es nicht dabei. Eine Geschichte die mich von den ersten Seiten an fesselte (kongenial übersetzt von Günther Ohnemus), ein “Held” der mich berührte, mit dem ich mitfühlte. durch dessen Augen ich sah. Erwachsen werden, allen Umständen zum Trotz, mit stolpern, hinfallen aber wieder aufstehen. Groß!

Die unrühmliche Geschichte der Frankie Landau-Banks – E. Lockhart

Sonntag, 08. Mai 2011

Ich gebe ja zu, ich habe das Buch im Stapel immer wieder nach unten rutschen lassen. Schräger Titel, auf dem Cover das Portrait eines älteren Herren dem mit Klebeband ein pinker BH aufgeklebt wurde – ich erwartete Internats-Klamauk und eine eher leicht-lockere Liebesgeschichte. Weit gefehlt. Zwar fehlt es nicht an Internats-Atmosphäre und auch eine Liebesgeschichte gibt es. Allerdings mit einer Heldin, die zur Clique der Reichen und Schönen zwar dazugehören möchte – jedoch nicht um jeden Preis. Und wenn sich ihr öffentlich die Gelegenheiten nicht bieten, ihre Meinung zu sagen, agiert sie eben anders…viel Wortwitz, tolle Reflektion der Hauptperson, klasse erzählt – gehört in den Koffer eines Teenies im Sommerurlaub!