Das Blubbern von Glück – Barry Jonsberg

Der ungewöhnliche Aufbau des Buches unterhält von der ersten Seite an, man schliesst Candice Phee und ihre Altklugheit einfach gleich ins Herz. Eine schwierige Familiensituation, mit Humor und einem Schmunzeln erzählt. Candice mag nicht für alle Probleme eine Lösung haben – aber sie versucht alles, was in ihrer Macht steht, um die Dinge ein kleines bisschen besser zu machen. Ab 10 Jahren.

Since you’ve been gone – Morgan Matson

Wieder eine typische Morgan Matson – mit Leichtigkeit geschrieben und doch fühlt sie sich tief ein in das Leben eines jungen Mädchens, das seine beste Freundin von einem auf den anderen Tag verliert. Ihre Figuren entwickeln sich und man lebt ihre Enttäuschungen, ihre Verliebtheit und auch ihre Erkenntnisse einfach mit. Und für mich ein schönes Detail ihrer Bücher – hier findet sich wieder Musik in Form von Playlists – etwas, was mich jedesmal in Büchern erfreut.

Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe – A.J. Betts

Nachdem viele Jugendbücher nach dem großen Erfolg John Greens damit warben, ganz ähnlich zu sein wie “Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, war meine Lust auf eine solche Lektüre schon stark gedämpft. Trotzdem habe ich zu diesem Buch gegriffen – und habe es nicht bereut. Hier finden sich doch ganz andere Töne als bei Green. Den Vergleich mit Green hat die Autorin garnicht nötig – sie hat ihre eigene Stimme gefunden und ich empfehle sie im Jugendbuch gern!

Njunjul – Meme McDonald/Boori Monty Pryor

Hier handelt es sich nicht nur um die Entdeckung eines Jugendbuches, sondern gleichzeitig ist damit der Baobab Books Verlag in meinen Fokus gerückt. Ein kleines und ausgewähltes Programm, mit geübtem Blick für das Besondere. Wir finden einen Jugendlichen vor, der fernab der Disneyglitzerwelt seinen Weg macht, dabei stolpert und sich verliert – und trotzdem versucht, seine Identität (auch) als Aborigine zu finden. Ein spannendes Thema und meiner Meinung nach durchaus ein Jugendbuch was sich als Schullektüre eignen würde.

Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte – Chrystal Chan

Auch wenn dieses Buch enorm viele Lorbeeren geerntet hat, von mir gibt es etwas weniger überschwengliche Töne. Obwohl ich es gerne gelesen habe und vieles daran wunderbar finde: die Sprache, die speziellen Dinge, für die Jewel sich interessiert, die Poetik. Doch hundertprozentig kann ich mich nicht dem Lob anschliessen. Vielleicht kann ich es zu schwer aushalten, wenn Menschen unglücklich sind, wenn Kinder innerhalb ihrer Familien so mißverstanden und dysfunktional werden. Das hat dann weniger mit dem Buch zu tun, als mit meinen Empfindungen und doch: beim Lesen beschlich mich hier und da ein Unwohlsein, was ich schlecht beschreiben konnte, es war mir zuviel, ich wollte die Eltern schütteln, den Aberglauben aus dem Buch vertreiben.

Silber: Das zweite Buch der Träume – Kerstin Gier

Auch der zweite Teil von Silber war wieder viel zu schnell vorbei. Ich mag diesen herzerfrischenden Tonfall von Kerstin Gier, der mir immer das Gefühl gibt, hier ist jemand mit ganzem Herz am Werk. Wenn ich das Strahlen in den Augen meiner jungen Kundinnen sehe, wenn sie ihr Exemplar von “Silber” kaufen, denke ich, Sie machen das schon ganz richtig, liebe Frau Gier

Jersey Angel: Was ist schon ein Sommer? – Beth Ann Bauman

Hat mir leider nicht so richtig gut gefallen. Zunächst fand ich die flapsige Schreibweise witzig, das verlor sich aber immer mehr zum Endes des Buches. Auch der doch sehr lockere Umgang mit Sex war nicht so richtig meines. Denn: ich möchte Jugendbücher gerne empfehlen können – dabei darf in den Büchern gerne mehr passieren, als nur Händchenhalten. Und auch, wenn unsere Protagonistin durchaus Konsequenzen aus ihrem Handeln ziehen wird, so frage ich mich doch, welchen Eltern ich dieses Buch spontan in die Hand drücken soll, als Geschenk für die Tochter. Unter 14 sicherlich nicht. Eine 17jährige wird sich sicherlich angemessen mit dem Buch auseinandersetzen können, ist wahrscheinlich aber schon lange nicht mehr die Zielgruppe…