Artikel mit ‘Jugendbuch’ getagged

Zoë – Clay Carmichael

Montag, 29. August 2011

Allein das Cover dieses Buches hat mich sofort angesprochen. Noch dazu Hanser, ein toller Verlag der grade bei Jugendbüchern sehr oft bereits meinen Geschmack getroffen hat – auch hier wieder! Die zwölfjährige  Zoë die nach dem Tod ihrer Mutter zu ihrem Onkel Henry (einem ausgemachten Eigenbrötler) zieht, hat es mit ihrem Onkel nicht grade einfach getroffen. Er kennt sich mit Jugendlichen nicht aus – sie ist den mürrischen, schweigsamen Mann nicht gewohnt. Wie sich zwischen den beiden nach und nach Nähe entwickelt, beide lernen die Grenzen des anderen zu erkennen und ihm einen Teil ihrer eigenen Welt zu zeigen – das liest sich sehr zart und besonders.

Bitte 2x Wolke 7 – Jutta Wilke

Montag, 22. August 2011

Wie war das eigentlich nochmal, so mit 15? Der ganze Sommer liegt noch vor einem, die Träumereien sind groß und vielleicht steht einem ja endlich mehr bevor als nur Küssen….wären da nicht noch so anstrengende Aspekte eines Teenie-Lebens wie die geschiedenen Eltern, des Vaters neue Freundin, der Schwarm der sich als seltsam unperfekt erweist und nerviger Nachhilfeunterricht. Und überhaupt: wie ist das eigentlich mit dem ersten Sex? Ich erinnere mich noch gut an die Sommer meiner Jugend und kann nur sagen, Jutta Wilke hat dieses Gefühl perfekt eingefangen!

Das leichte Kribbeln, das Gefühl auch mal von allem verlassen zu sein, aus dem Bauch zu handeln ohne an die Konsequenzen zu denken. Ihrer Hauptfigur haften sehr sympathische, lebendige Züge an und das Buch hat soviele liebenswerte Einfälle. Das perfekte Sommer-Ferien-Buch für alle die jung sind. Oder nochmal wissen möchten, wie sich das damals angefühlt hat…Danke für die Zeitreise ;-)

Das Portal – John Conolly

Samstag, 20. August 2011

Hier fällt es mir etwas schwerer, einen Eindruck zu geben. Mir hat sehr viel an dem Buch gefallen: die leichten Anleihen in der Physik und anderen Naturwissenschaften, der Hauptheld, den der 11jährige Samuel darstellt, sehr viele witzige und mit schwarzem Humor gespickte Szenen. Trotzdem hatte das Buch immer mal wieder kleine Längen wo ich dachte: Mensch, das muss doch nicht sein! Fand ich ein wenig schade. Trotzdem, auf diesem Gebiet habe ich seit Bartimäus nichts Gutes mehr gelesen und unterhalten hat es mich jedenfalls!

König, Dame, Joker – Louis Sachar

Samstag, 13. August 2011

Spätestens seit Löcher bin ich ein riesengroßer Fan dieses Autors. Seine originellen Ideen faszinieren mich – und so liest man hier zunächst die Einleitung, in der Sachar ganz herrlich versucht zu erklären, warum er denn nun gerade ein Jugendbuch schreiben wollte, das sich zum großen Teil mit Bridge befasst – nicht gerade ein Sport der dafür berühmt ist, hip bei Jugendlichen zu sein. Und noch dazu soll der siebzehnjährige Alton seinem blinden Onkel Lester (steinreich aber verbittert) beim Bridge-Spiel nur assistieren …

Nachdem ich das Buch nichtsdestotrotz verschlungen habe, kann ich nur sagen: Bitte schreiben Sie noch mehr! Bridge ist manchmal so spannend, dass ich mich dabei erwischt habe, mit den Füßen zu kippeln und die Luft anzuhalten, weil ichs kaum ausgehalten habe. Noch dazu ist die Geschichte so liebevoll geschrieben und weist an einigen Stellen ganz herrliche Selbstironie auf. Außerdem positiv zu bemerken: wenn man die Bridge-Beschreibungen nicht so sehr mag, kann man diese Teile überspringen und bekommt den Inhalt sehr kurz zusammengefasst – und trotzdem bleibt es immernoch ein ausgesucht gutes Jugendbuch!

The Hunger Games: Mockingjay – Suzanne Collins

Sonntag, 10. Juli 2011

Tja, wie schreibt man über den dritten Band ohne zu spoilern…er war ein recht guter Abschluss der Serie, ich habe mich aber (sicherlich auch weil ich mit der englischen Sprache zu kämpfen hatte) etwas schwergetan. Im großen und ganzen war ich zum Schluss wieder versöhnt – es hat aber lange nicht soviel Fahrt aufnehmen können wie die beiden vorigen Bände, auch haben mir manche Handlungsstränge aus den vorigen Bänden gefehlt. Insgesamt finde ich aber die Tribute von Panem immer noch äusserst lesenswerte Jugendbücher die auch viele Erwachsene noch in ihren Bann schlagen werden – und auch viele Fragen aufwerfen.

Runaway – Oscar Hijuelos

Freitag, 13. Mai 2011

Ein Glücksfall für jeden Buchsammler – eine wunderschöne, bibliophile Ausgabe mit blauem Leinen, einem tollen Cover, erschienen in der wunderschönen Fischer Reihe “Bücher mit dem blauen Band“. Allein das würde schon reichen an Gründen, sich das Buch ins Regal zu stellen. Zum Glück bleibt es nicht dabei. Eine Geschichte die mich von den ersten Seiten an fesselte (kongenial übersetzt von Günther Ohnemus), ein “Held” der mich berührte, mit dem ich mitfühlte. durch dessen Augen ich sah. Erwachsen werden, allen Umständen zum Trotz, mit stolpern, hinfallen aber wieder aufstehen. Groß!

Die unrühmliche Geschichte der Frankie Landau-Banks – E. Lockhart

Sonntag, 08. Mai 2011

Ich gebe ja zu, ich habe das Buch im Stapel immer wieder nach unten rutschen lassen. Schräger Titel, auf dem Cover das Portrait eines älteren Herren dem mit Klebeband ein pinker BH aufgeklebt wurde – ich erwartete Internats-Klamauk und eine eher leicht-lockere Liebesgeschichte. Weit gefehlt. Zwar fehlt es nicht an Internats-Atmosphäre und auch eine Liebesgeschichte gibt es. Allerdings mit einer Heldin, die zur Clique der Reichen und Schönen zwar dazugehören möchte – jedoch nicht um jeden Preis. Und wenn sich ihr öffentlich die Gelegenheiten nicht bieten, ihre Meinung zu sagen, agiert sie eben anders…viel Wortwitz, tolle Reflektion der Hauptperson, klasse erzählt – gehört in den Koffer eines Teenies im Sommerurlaub!

Freak City – Kathrin Schrocke

Freitag, 06. Mai 2011

Wieder ein Buch auf das ich durch die Nominierung für den deutschen Jugendliteraturpreis aufmerksam geworden bin. Eine Liebesgeschichte für Jugendliche mit einem ungewöhnlichen Thema. Denn Lea, die Mika kurz nach der Trennung von seiner Freundin Sandra kennenlernt ist gehörlos….Was Schrocke hier schafft ist eine Gratwanderung der besonderen Art. Sie erzählt eine Liebesgeschichte wie sie wohl fast jedem Jugendlichen mal widerfährt – von der ersten großen Liebe, die auseinandergeht, von neuen Anfängen und Eifersucht, vom Wieder-wollen und Sich-entscheiden müssen. Was dieses Buch aber zu einem echten Juwel macht, ist die Auseinandersetzung Mikas mit der Gehörlosigkeit von Lea – eine neue Welt die er entdecken muss (und mit ihm der Leser) – und in der es ihm durchaus nicht leicht gemacht wird. Das Buch vereint einige “goldene Szenen” die einem im Gedächtnis bleiben, einiges an Gedankenanstößen und letztendlich – es ist verdammt gut erzählt! Ganz große Empfehlung!

Ein kleines Stück Himmel – Brenda A. Ferber

Sonntag, 01. Mai 2011

Ein kleines, tieftrauriges und doch so schönes Jugendbuch. Über eine Familie, die durch einen Brand zerstört wird – wie soll Cara nach dem Verlust ihrer Mutter und Schwester weitermachen, zumal ihr Vater sich ganz in seiner Trauer zurückzieht? Sensibel, einfühlsam und mit viel Wärme schreibt Ferber sich in mein Herz – und kommt dabei ohne Kitsch aus. Dafür beeindruckt sie mit sehr viel Offenheit, intensiven Gedanken und einfachen und gerade deshalb eindringlichen Beschreibungen jüdischer Bräuche. Selten liest man ein so gutes Zusammenspiel….

Schrödinger, Dr. Linda und eine Leiche im Kühlhaus – Jan de Leeuw

Samstag, 23. April 2011

Der Titel lässt erahnen, das wir es hier nicht gerade mit dem üblichen 0815-Jugendbuch zu tun haben. Und auch beim Lesen kann ich mich nicht dem Eindruck verwehren, das es ein Buch ist, das ich schwer “einfach so, als nettes Geschenk” empfehlen kann. Nicht weil es nicht gut wäre (das ist es!), sondern weil hier ein so schwieriges Thema auf sehr unkonventionelle Weise angegangen wird. Es ist eines dieser Bücher, das die Jugendlichen selbst aus dem Regal ziehen sollten, wenn sie bereit dafür sind. An uns Erwachsenen liegt es, das Regal das für diese Jugendlichen zur Verfügung steht, mit solchen Titeln zu füllen.