Das wahre Leben von Milena Moser

Mein erstes Buch von Milena Moser und definitiv nicht mein letztes – ich bin sehr positiv überrascht worden. Sie schreibt so offen und ehrlich, dass es mich sofort für sie einnahm, noch dazu über zwei Frauen, deren Leben ganz und garnicht so verläuft, wie sie es erwartet haben. Beide wählen unterschiedliche Wege für ihr Weiterkommen, beide sind spannende, kantige Figuren, die mir beim Lesen unter die Haut gingen. Hat mich sehr beeindruckt, fand ich richtig klasse!

Die Listensammlerin – Lena Gorelik

Obwohl mir dieses Buch sehr gut gefallen hat, fand ich es schwer einen Leseeindruck zu formulieren. Stattdessen habe ich mir Stichpunkte gemacht und es auf später verschoben. In der Zwischenzeit hat die Klappentexterin auf ihrem Blog das ganze soviel besser gemacht als ich, dass ich fast schon den Leseeindruck unter den Tisch fallen lassen wollte…aber dafür fand ich das Buch dann doch zu gut. Daher – hier meine kleine Liste

  • Familienroman
  • Grischa
  • Listen, sympathisch, angenehm nerdig
  • gut lesbar
  • Verbindung zwischen Familie, Prägung,
  • Angst um Tochter, Krankheit, Beziehung der Eltern
  • Schreiben
  • der unbekannte Onkel, der schwarze Schaf, Politik

Ein ganzes, halbes Jahr – Jojo Moyes

Ein schwieriges Thema, leichtfüßig erzählt und mit einer symphatischen Hauptfigur besetzt: das liest sich gut und schnell, auch die eine oder andere rührende Stelle war für mich dabei. Das Buch hat mir gefallen, seinen vielen, vielen Vorschusslorbeeren (ein Buch hat es damit ja immer schwer…) wurde es (für mich) aber nicht gerecht, dafür gab es dann doch zuviele Kleinigkeiten, die mich nicht so sehr ansprachen.

Leben – David Wagner

Literarisch gesehen fand ich es durchaus lesenswert, die Umsetzung ist gut, die Spitzen da, Sprache etc, das stimmt alles. Aber ich werde mit Wagner nicht warm. Ich meine: das MUSS ich ja auch nicht, ich mag ja nicht jeden. Aber irgendwie schaue ich mir sein Leben an und meines und denke: naja, uns trennen zwar ein paar Jahre, aber sag mal: hattest Du mal ein Ziel im Leben? Wieviele Frauen gab es da – worum ging es Dir? Wo ist dein Rück-Halt? Irgendwie weiss ich nicht wofür und warum er lebt, woran sein Herz hängt. Vielleicht kann/will er das dann nicht öffentlich machen, aber ich finde keinen Bezug zur Person, was ich schade finde, weil ich die Idee des Buches mag, auch die Fragen rund um so eine Organspende spannend finde. Ich hab das Lesen nicht bereut, aber es hat mich nicht berührt.

Wunder – Raquel J. Palacio

Dieses Buch nimmt einen von der ersten Seite an für sich ein. Der Ich-Erzähler August, der sein Aussehen so beschreibt, dass man es sich nichtmal so schlimm vorstellen könnte, wie es wirklich ist. Sein Gesicht ist von Geburt an und trotz vieler Operationen „entstellt“ und August muss von Kindesbeinen an Blicke, Geflüster, Lästereien und Unsicherheiten erleben. Was dieses Buch besonders macht? Zum einen ist es August, der sich dem ganzen unerschrocken stellt und auch nach Tiefschlägen wieder aufsteht und eine erstaunliche Sicht der Dinge aufweist. Aber auch die Menschen, die mit August in Kontakt stehen, kommen zu Wort und so ergibt sich für den Leser eine Sicht auf das grosse Ganze. Zum Schluss hin standen mir die Tränen in den Augen und ich dachte noch: Mensch, das ist jetzt aber ein wenig dick aufgetragen. Und dann dachte ich: Was für ein Blödsinn. Ich will solche Bücher! Ich will Bücher die mich zum Weinen bringen, Bücher wo ich die Hand in die Luft strecke, zur Faust geballt und JAAAA brülle, weil es sich gut ausgeht. Weil es mich berührt, weil ich will, dass solche Dinge geschehen und passieren können und dass es stets Menschen mit großen Herzen und klugem Verstand geben wird. Oh ja!

Das Schicksal ist ein mieser Verräter – John Green

John Green beschreibt oft Jugendliche auf der Suche nach sich selbst. Dass er jetzt in seinem neuen Jugendbuch seinen beiden Protagonisten Hazel und Gus dasselbe passieren lässt, überrascht nicht weiter – wohl aber, dass beide zwar nach sich selbst, dem Sinn des Lebens und vielem mehr suchen – aber überhaupt nicht wissen, wie lange sie dafür noch Zeit haben. Denn die beiden haben etwas gemeinsam – eine tödliche Krankheit. Kann man ein Buch über todkranke Jugendliche schreiben, der Tod stets im Raum – und trotzdem den Leser dazu bringen, bei diesem Buch nicht nur zu weinen, sondern auch zu lachen? Ja, man kann. Wenn man John Green heisst, der Autor, der einen so wunderbaren Blick hat für das Besondere in jedem einzelnen seiner Protagonisten. Für Witz und Galgenhumor, für Wünsche und Träume.

Ja, ihr werdet ein Taschentuch brauchen. Aber auch irgendwas zum Festhalten, wenn ihr laut lachen müsst. Ein eindrucksvolles, unbedingt lesenswertes Buch!

Die Shakespeare-Schwestern – Eleanor Brown

(Lesekreis): Also – bisher gefällt es mir wirklich gut. Für mich verbucht das Buch einiges an Pluspunkten: ein kleiner, aber für mich immer spannender, dass es mal in einem ganz anderen Bundesstaat spielt – so gerne ich auch von NYC oder San Francisco lese, freue ich mich doch immer, mal etwas neues zu erkunden. Auch der Wechsel zwischen einer gewissen Flapsigkeit und wieder ernsthafteren Passagen, die die Familienbeziehungen durchleuchten, ist bisher gut gelungen. Dann natürlich der Vater und seine Shakespeare-Zitate, das ist einfach eine schön-schrullige Idee, die sich ja durch den ganzen Roman zieht. Und als eine Tochter und vorallem als Geschwisterkind, deren andere Geschwister und ich jeweils auch Namen im “Zusammenhang” erhalten haben, kann ich auch das sehr gut nachvollziehen ;-).

Was mich ein wenig irritiert, jetzt nichtmal negativ, ist die Erzählstimme. Es ist ja eindeutig innerhalb der Schwestern, aber keine spezielle. Das finde ich etwas gewöhnungsbedürftig, aber auch nicht schlimm. Ansonsten lässt es sich einfach angenehm lesen, ich bin sehr gespannt auf die weiteren Entwicklungen und ob das Buch weiter so gemächlich voranschreitet und es einen großen Showdown gibt…oder es jetzt etwas an Schlagzahl aufnimmt. Ergo: es kam kein großer Sturm mehr auf, trotzdem liess es sich sehr nett lesen und geht als unterhaltsame Sommerlektüre durch.

Das Geräusch einer Schnecke beim Essen – Elisabeth Tova Bailey

Der Titel machte mich neugierig, das schön gestaltete Cover ebenfalls. Als ich dann auf der Website der Autorin der Schnecke beim Essen zuhören konnte (hier!) war meine Neugierde endgültig geweckt! Hier erwartet den Leser eine unerwartete Perspektive…

Die Autorin erkrankt schwer, ist nicht in der Lage sich selbst zu versorgen oder ich ausserhalb ihres Bettes zu bewegen. Eine Freundin bringt ihr, aus einer Stimmung heraus, eine kleine Schnecke als Gesellschaft mit. Was zunächst seltsam anmutet, wird später der größte Halt für Bailey, die extrem unter ihrer Krankheit und Isoliertheit leidet . Sie findet in der Betrachtung der Schnecke Ruhe und Paralellen zu ihrem eigenen Leben. Zudem hat sie später viel über Schnecken recherchiert und mischt interessante Fakten über diese Tiere mit ihren eigenen Beobachtungen. Ich würde nicht behaupten das Schnecken im Fokus meiner Aufmerksamkeit stehen, hier allerdings war ich fasziniert und angetan vom Facettenreichtum dieser Art.

Mich hat angerührt, wie diese Frau sich zurück ins Leben kämpft, und in dieser kleinen Schnecke einen Lebenswillen findet. Es ist nicht wirklich ein Roman, aber eine wirklich toll geschriebene Lebensgeschichte. Lesenswert!