Samariter – Jilliane Hoffman

Ich weiß noch, dass ich “Cupido” las und zart besaitet wie ich damals war, die halbe Nacht nicht schlafen konnte, weil ich meinen Balkon nicht verriegeln konnte … Hoffmans Thriller standen für mich also für Spannung und Gänsehautgefühl. Das kam bei diesem Krimi allerdings nicht so recht auf. Obwohl die Morde gewohnt brutal vonstatten gingen, lag der Fokus viel mehr auf der unfreiwilligen Zeugin und ihrem schleichenden Zusammenbruch. So richtig abgeholt hat mich das nicht, die Protagonisten wirkten hölzern, ich habe mir sehr viel Zeit gelassen, das Buch zu beenden. In diesem Falle, kein gutes Zeichen.

Die Anklage – John Grisham

Wer hat meinen John Grisham ersetzt?! Fing das Buch an wie ein klassischer Grisham (Lesen, Wohlfühlen, behaglich wie ein gemütliches und durchgesessenes Sofa…) so zerfaserte es immer mehr. Es gab einige sprachliche Entgleisungen, wo ich mich gefragt habe, ob ich gerade wirklich Grisham lese, zudem war der rote Faden zeitweise unter vielen anderen Fällen verdeckt. Man hatte das Gefühl, dass der Autor hier möglichst viel seines recherchierten Materials unterbringen wollte, was an sich auch hochspannend war – für meinen Geschmack aber in der Masse zuviel. Als Hardcover muss ich da ehrlich sagen: das ist zuviel Geld für einen mittelmässigen Fall…!

Geheimer Ort – Tana French

Bisher hatte ich noch nie etwas von Tana French gelesen. Durch eine Besprechung von hr-iNFO wurde ich auf den Krimi aufmerksam und futterte die 700 Seiten an zwei Tagen. Auch als Buchhändlerin gibt es doch immer Autoren, die man jahrelang vom Namen kennt und immer mal für Kunden bestellt, die trotzdem an einem vorbeiziehen. Was soll ich sagen: die Begeisterung für French war bei mir (und noch ausgeprägter bei meiner Kollegin) so groß, dass wir mittlerweile die komplette Backlist führen und verkaufen wie geschnitten Brot: Mission accomplished!

Die Falle – Melanie Raabe

Dieser Krimi begleitete mich auf der Fahrt zur Leipziger Buchmesse und wieder zurück. Es spricht für sich, dass ich, nach einem sehr langen Messetag, müde und hungrig, zuhause angekommen doch nicht gleich schlafen konnte. Ich musste, mit der letzten Energie des Tages die verbliebenen 30 Seiten noch lesen. Ein herrlich böses Kammerspiel, ein toller Krimi – ich will mehr davon!

Kein Mord ohne Tante Frieda

Tante Frieda ist Kult – zumindest in Hanau. Aber nein, nicht nur! Denn mittlerweile ist Tante Frieda so erfolgreich, dass sie weit über die Grenzen Hanaus, ja Hessens hinaus bekannt geworden ist. Denn der Ullstein Verlag hat das Potential erkannt und hat sowohl den ersten als auch den neuen Tanta-Frieda-Krimi bei sich im Hause verlegt. Und kann man es ihnen verdenken? Wenn Tante Frieda erstmal loslegt, sind sie und ihr treuer Dackel Amsel kaum noch zu halten und ein unschlagbares Team. Und so ermittelt Tante Frieda wieder, im Schlepptau ihre Nichte Lena und ihren Neffen Sven – diesmal in einem Mordfall auf dem Golfplatz. Und dass es wieder spannend, witzig (und außerdem – lecker!) wird, das kann ich an dieser Stelle schon einmal versprechen!