24 weihnachtliche Geschichten – Diana Steinbrede (Hrsg.)

Mein diesjähriger Adventskalender, der mir wiedermal gezeigt hat, warum ich seit Jahren dieses Werk aus dem Boje Verlag kaufe: tolle Kinder und Jugendbuchautoren sind hier versammelt, die Geschichten sind mal ernst, mal witzig und immer fühlt man sich ein Stückchen weihnachtlicher nach dem Lesen. Wieder sehr gelungen!

Weihnachten in der Badewanne – Hrsg. Insel Verlag

Ich liebe Weihnachtsgeschichten. Und hier sah das Cover so nett aus, der Titel war Programm und die erste Geschichte begann witzig. Allerdings ging es danach steil bergab. Eigentlich gefielen mir im Endeffekt nur zwei Geschichten richtig gut, bei anderen suchte ich vergeblich den weihnachtlichen Bezug. Trotz namhafter Autoren kam hier bei mir keine weihnachtliche Stimmung auf. Schuss in den Ofen, leider…

Der Tanz der seligen Geister – Alice Munro

Ganz schwierig. Als Munro dieses Jahr den Literaturnobelpreis bekam, habe ich mich gefreut, sind meine Kolleginnen doch seit langem große Fans. Ich erinnerte mich, ich habe vor sechs oder sieben Jahren mal mehrere Geschichten gelesen und kam nicht recht rein. Nun wollte/sollte sie aber eine zweite Chance bekommen, gerade bei Büchern ist es ja auch oft eine Frage des richtigen Augenblickes. Aber – auch in diesem Lebensabschnitt werden Frau Munro und ich keine richtigen Freunde. Ich kann ihr Schreibhandwerk anerkennen, einige wunderbare Sätze und eine sehr bildhafte, genau beobachtende Sprache sind ihr eigen. Aber ihre Geschichten berühren mich kaum, ich kann sie nicht recht greifen, manchmal auch nicht verstehen, so abrupt werde ich stehengelassen. Hier greift für mich definitiv die Geschmacksfrage – zu mir dringt sie, trotz gelungenem Handwerk, einfach nicht durch.

Der zerbrochene Schmetterling – Yoko Ogawa

Die erste, klitzekleine Anmerkung, die ich zu dieser Autorin mache: auch dieser Kurzgeschichtenband ist wieder ein Guter. Aber er hat mich nicht ganz so berührt, wie die vorherigen, was für mich aber keine Abwertung darstellt, auf keinen Fall. Es hat nur (wie es ja so oft in Büchern ist) einfach aus persönlichen Gründen nicht so Klick gemacht, wie bei anderen Geschichten, die sich in meinem Kopf festgesetzt haben. Aber kein Grund, nicht noch alle anderen Bücher dieser Autorin zu kaufen, nein, nein.

Das Ende des Bengalischen Tigers – Yoko Ogawa

Da ist es wieder – Kurzgeschichten! Noch dazu sind sie nur lose miteinander verwoben, was meiner Meinung nach sehr verwirrend und fürchterlich enden kann. Aber – wir sind ja hier bei Yoko Ogawa zu Gast. Und bei ihr – ist es schlicht wundervoll. Was mich diese Geschichten angerührt haben, so einige Bilder haben sich fest bei mir eingebrannt, wie sie mit leisem Pinselstrich die Menschen zeichnet… und sie dort wieder auftauchen, wo man sie nicht erwartet, Dinge geschehen, die man nicht erklären kann – definitiv ist diese Autorin eine, die man gelesen haben sollte! Ich schreibe es nochmal: Wundervoll!

What we talk about, when we talk about Anne Frank – Nathan Englander

Ein Buch, das lange nachhallt ist für dieses Werk fast zuwenig gesagt – an einige Geschichten erinnere ich mich nach Monaten noch und an das Gefühl der Gänsehaut und Bewegtheit beim Lesen. Ich bin kein großer Kurzgeschichtenfan, diese haben mich aber nicht nur begeistert, sondern auch nachdenklich werden lassen. Das Buch habe ich mehrfach verschenkt, behandelt es doch soviele große Themen: Schuld, Verantwortung, Liebe, Freundschaft, Sterben, Gerechtigkeit und den Spagat, den wir alle in der heutigen Zeit zwischen Ethik, Moral, unserer Geschichte, Religion und dem Zeitgeist machen. Sehr, sehr beeindruckend und ganz sicher nicht mein letztes Buch dieses Autors.

Mama, jetzt nicht! – Daniel Glattauer

Ein Band mit Kolumnen die Daniel Glattauer über die Jahre in einer Wiener Zeitung veröffentlicht hat. Ich sag mal: es war nett, einige Kolumnen haben mir sehr gefallen. Bei der einen oder anderen denke ich, wird der geneigte Österreicher sehr viel mehr lachen als ich, weil er einfach den Witz dabei versteht. Man kanns lesen, es ist jetzt aber kein Muss. Ich freu mich auf den nächsten Glattauer Roman!

Zeitweiliger Orientierungsverlust – Michal Viewegh

Hier kann ich mich kurzfassen: die besten Kurzgeschichten zum Thema Liebe, die ich seit Jahren gelesen habe? Hier, Hier, Hier! Wundervoller Stil, was für herrliche Ideen, was für ein Herzblut steckt in diesem schmalen Bändchen. Ich bin nicht unbedingt Fan von Kurzgeschichten, für dieses Buch mache ich aber eine Ausnahme – hier stimmt einfach alles!