Artikel mit ‘Liebe’ getagged

Delirium – Lauren Oliver

Montag, 20. Februar 2012

Eigentlich hätte ich es wohl besser wissen müssen. Bereits ihr Erstling “Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie” hatte mich ja nicht so richtig vom Hocker gerissen. Und hier fand ich wirklich…ich sage mal so: ich lag krank im Bett beim Lesen und wollte etwas Leichtes lesen. Soweit wurde die Erwartungerfüllt, allerdings war mir, auch wenn die Grundidee nicht verkehrt war, das Buch einfach zu aufgebläht, viel zuviele Wiederholungen, die Geschichte kam sehr langsam in Gang und es kam nicht wirklich Lesefieber bei mir auf – die Charaktere blieben mir fremd, ich konnte einige Handlungsweisen nicht nachvollziehen. Ich habe mich beim Lesen teilweise wirklich geärgert und überlegt ob ich vielleicht zu alt für dieses Jugendbuch bin – andererseits bin ich generell durchaus ein Fan von Dystopien und habe mehrere, wirklich gute Bücher dieser Art im Jugendbereich gelesen, ohne mir zu alt vorzukommen. Nein, dieses Buch und ich, wir kommen nicht zusammen und ich werde die Fortsetzungen definitiv nicht lesen.

Ewig Dein – Daniel Glattauer

Freitag, 03. Februar 2012

In der gewohnt charmanten Manier von Glattauers Romanen beginnt diese augenscheinliche Liebesgeschichte – ein Kennenlernen, ein Kribbeln, ein neuer Mann im Leben von Judith, der liebenswürdige, sehr verliebte Hannes. Nach dem großen Erfolg seiner beiden Emmi&Leo-Romane hätte Glattauer auch einfach wieder eine Liebegeschichte der “üblichen” Art schreiben können – er hat jedoch alles richtig gemacht und genau das nicht getan!  Statt dessen schleicht er sich auf ungewohnt spannende Pfade, baut langsam eine gewisse Bedrohlichkeit auf und haut dem Leser seine Erwartungen um die Ohren. Und das liest sich einfach gut und abwechslungsreich, denn auch der Humor kommt durch einige wirklich herrlich karikierte Nebenfiguren nicht zu kurz. Mal etwas ganz anderes, überraschendes – hier kommen sowohl Fans vom Autor als auch jene, die ihn noch nicht kennen, auf ihre Kosten!

Für den Rest des Lebens – Zeruya Shalev

Donnerstag, 02. Februar 2012

Voller Wucht und Eindringlichkeit schildert Zeruya Shalev die Facetten einer Familie über 3 Generationen – in einer bildhaften, wundervollen Sprache die einen berührt zurücklasst…Meine erste Shalev und ganz sicher nicht meine letzte! Ja, man braucht einige Tage (und Ruhe!) für das Buch, weil es wirken muss – die Sätze sind lang, manches Mal fast ohne Anfang und Ende, aber genau das ist es was für mich den Reiz des Romans ausmacht.

Unbedingt erwähnen muss man die Tiefe, in die Shalev uns mitnimmt, intensiv spürt man den so oft schmerzhaften Gefühlen der Protagonisten nach. Eine Betrachtung der Familie,  3 eigenwillige Figuren und auch wenn viel Schweres den Roman bewohnt, so finden sich hier und dort doch kleine, wunderschöne Betrachtungen und Wörter und bilden so gemeinsam ein großes, sehr rundes Werk. Ein ganz wichtiger Lesetipp!

Harold and Maude – Colin Higgins

Montag, 30. Januar 2012

Hier bleibt mir nur zu sagen: ein wunderbares kleines Büchlein über das Sterben und das Leben – selten hat es jemand so gut auf den Punkt gebracht, wie diese beiden Ereignisse sich gegenseitig bedingen. Jeder sollte eine Maude in seinem Leben haben, jeder sollte singen und tanzen wenn ihm danach ist und sein ganz eigenes Leben leben. Ach, es ist einfach so ein großes JA zum Leben und nachdem ich den Film schon lange liebe, war diese Lektüre überfällig.

Cassia & Ky: Die Flucht – Ally Condie

Montag, 23. Januar 2012

Wie immer schwierig über eine Fortsetzung zu schreiben ohne zu spoilern, daher in gewohnter Kürze: für mich ein würdiger Nachfolger, etwas schwächer als der erste Band, damit aber immer noch packend, spannend und vorallem enthüllt sich hier einfach nochmal mehr, wieviele unterschiedliche Kräfte rund um die Gesellschaft in der Cassia & Ky leben wirken. Ich habs wieder in einem Rutsch gelesen, klasse Jugendbuch-Unterhaltung, wieder sticht die Geschichte aus den Massen der Dystopien, die der Markt gerade so hergibt heraus. Und wieder will ich wissen – wie geht es weiter?

Vom Ende einer Geschichte – Julian Barnes

Montag, 26. Dezember 2011

Es wundert mich absolut nicht, das Barnes für diesen Roman den Booker Prize bekommen hat. Von der ersten Seite an war ich in der Szenerie, es enthüllt sich nach und nach das Gesamtkunstwerk dieses Romans, es ist spannend, voller Wendungen und doch so schmerzlich nah an eigenen Erfahrungen, die man mit dem Protagonisten teilt – wow! Hier hat für mich wirklich alles gepasst – die Sprache, der Aufbau, die Geschichte, einfach alles. Das Buch hat mich berührt und begeistert zurückgelassen und jedesmal wenn ich darüber rede, gerate ich ins Schwärmen und bin ziemlich ergriffen. Wirklich, empfehlenswert, bitte kaufen, bitte ausleihen, Hauptsache – lesen!

Wachstumsschmerz – Sarah Kuttner

Dienstag, 06. Dezember 2011

Wenn ich dieses Buch im Laden empfehle, beginne ich meist mit der Frage ob Sarah Kuttner bekannt ist. Oft genug bekomme ich die Antwort, Ja, wäre bekannt aber nicht soooo sehr das Ding des jeweiligen Befragten. Dann kommt meine persönliche Meinung zum Tragen: meines ist Sarah Kuttner nämlich auch nicht so unbedingt, zumindest nicht im Fernsehen. ABER die gute Nachricht: Romane schreiben – das kann sie. Wie beim Vorgänger Mängelexemplar hat sich Kuttner auch hier wieder ein Problem der heutigen twenty-something-Generation rausgepickt. Die “Quarter-Life-Crisis”, die sich in Zweifeln, Beziehungsstress, Druck und Hilflosigkeit breit macht. Mit bildhafter Sprache, ein bisschen derb-schnodderig aber durchaus ehrlich wirkend setzt sich hier ein Paar nach dem Zusammenziehen mit sich auseinander, mit seinen Erwartungen, Lebensplänen und der Herausforderung, mit jemandem wirklich so ziemlich alles zu teilen.

Obwohl ich diese Erfahrung so nicht erlebt habe, schafft Kuttner es, das ich mich reinversetzen kann in die Gefühlsachterbahn in die ihre Heldin gerät. Ein bisschen beklommen, ein bisschen deprimiert wird man beim Lesen, es ist eine traurige Geschichte mit kleinem Silberstreif am Horizont. Garniert mit markigen Sätzen und Lebensanschauungen ist es ein recht gelungener Mix geworden, den ich, wie ich oben schrieb, auch ganz gern empfehle.

Dash und Lilys Winterwunder – Rachel Cohn/David Levithan

Samstag, 03. Dezember 2011

Wenn eine süße, romantische Wintergeschichte gesucht wird, mit ein paar popkulturellen Anspielungen, einer charmanten Mischung aus überdreht-niedlicher weiblicher Protagonistin mit schräger Familie und ernsthaftem, sich selbst etwas zu ernst nehmendem männlichen Buchliebhaber – zugreifen. Die Idee des Buches, eine Art Spiel das beide quer durch New York führt, ist eigentlich ganz schön. Aber die große Verzauberung blieb nach anfänglicher Begeisterung bei mir aus. Was vorallem daran lag, das es mir irgendwann zu überdreht wurde. Lustigerweise geht es mir wohl konträr zu anderen Meinungen: viele fanden Lilly ganz entzückend und Dash eher seltsam, ich fand Dash toll und Lilly eher anstrengend. Es ist dennoch ein nettes Jugendbuch, schöner Winterschmöker und wer eine romantische Ader hat, kommt sicherlich auf seine Kosten!

Noahs Kuss/Und plötzlich ist alles anders – David Levithan

Freitag, 21. Oktober 2011

Es wird wohl nicht mein Lieblingsjugendbuch – dafür war es ein bisschen zu sehr heile Welt und es ist sprachlich nicht soo sehr anspruchsvoll. Aber ich finde das Levithan einfach so tolle Figuren erfinden kann, wo man richtig schön mitleidet und mitfiebert. Und er glaubt eben an die Liebe, was ich sehr mag  ?.  Hier gehts ja um Andersein, Coming-Out und eine schwule Liebesgeschichte – ich fand er hat die Töne gut getroffen und ich werde definitiv noch mehr von ihm lesen.

Verliebte Lügner – Richard Yates

Montag, 03. Oktober 2011

Eine Sammlung von Kurzgeschichten. Gewohnt gut, Yates kann schreiben. Habe aber festgestellt das mir seine Romane doch deutlich mehr zusagen – ich finde eine Spezialität von ihm ist die Geschichte langsam zum Höhepunkt zu führen, innerhalb der Kurzgeschichten fand ich war oftmals gerade diese Spannung nicht zu spüren.