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Acht Minuten – Péter Farkas

Montag, 24. Oktober 2011

Sie sind schon lange ein Paar. Der Mann und die Frau. Doch eines Tages fangen die Dinge an sich zu verändern. Wer sind diese Menschen in ihrer Wohnung, die dem Mann zwar vage bekannt vorkommen, aber doch eher stören? Und warum wollen ihm alle erzählen was das Beste ist, für ihn und die Frau? Sie kommen doch gut zurecht und vor die Tür gehen…das müssen sie doch schon lange nicht mehr…

Wir alle kennen den Blick auf Demenz von aussen. Farkas wählt einen ganz anderen Ansatz – er beschreibt die Krankheit aus der Sicht des Betroffenen – und dieser sieht sich auch eher als Beobachter der ebenfalls erkrankten Frau. Die kleinen Rituale dieses Paares, der Kampf um Würde, um Selbstbestimmung – fein gezeichnet, sehr intensiv wird hier ein ganz neues Bild entworfen und die Frage, was das “Beste” ist wird nochmal auf andere Art und Weise aufgerollt!

Ein kleines, wichtiges Buch für alle die sich mit dem Thema auseinandersetzen.

Das Labyrinth der träumenden Bücher – Walter Moers

Sonntag, 16. Oktober 2011

Wie lange habe ich auf diese Fortsetzung gewartet. Der Folgeband zu “Die Stadt der träumenden Bücher” eines der wenigen Bücher das ich mehrfach gelesen und einmal seineshalben eine Nacht durchgelesen habe. Und ich wurde, für mein Gefühl, auch nicht enttäuscht.

Ich finde das der Verlag sich absolut keinen Gefallen damit getan hat, zu verschweigen das dieser Roman wirklich “mittendrin” endet und dann der dritte Teil angekündigt wird. Lieber wäre mir fast noch 2 Jahre Wartezeit und dafür richtiger Schmökerspaß gewesen. Wenn man sich im Netz umsieht bekommt das Buch daher diverse, richtig schlechte Bewertungen. Das ist schade, denn verdient sind diese nicht.

Ja, es ist mehr ein Auftakt, ein Warmwerden mit dem großen, neuen Abenteuer von Mythenmetz, eine kleine Rückschau…aber auch das ist so farbig, prall, kreativ und herrlich in üblich moerscher Manier geschrieben, das ich einfach nichts zu meckern habe. Zamonien und seine Bewohner begeistern mich, auch hier habe ich wieder an Anagrammen herumgerätselt und mich über die Fabulierkunst des Autors nur noch gefreut. Also: ein kleiner Wermutstropfen ist der wohl gemeinste Cliffhanger aller Zeiten schon, aber ein gutes Buch, das findet der geneigte Moers-Fan hier auf jeden Fall!

Der Hundertjährige der aus dem Fenster sprang und verschwand – Jonas Jonasson

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Für mich hat es Dennis Scheck perfekt formuliert -

Ein gelungener Unterhaltungsroman – nicht mehr, nicht weniger.

Und für alles weitere habe ich das Buch bei unserer Herbstlese vorgestellt und somit gibt es ausnahmsweise auch mal ein Video von mir: Klick!

Die Seelen der Nacht – Deborah Harkness

Dienstag, 20. September 2011

Ich habe mich wirklich gefragt: will ich noch so eine Vampir-Hexen-Geschichte lesen, noch dazu über 800 Seiten? Habe das Buch dann aufgeschlagen, eher um mich davon zu überzeugen das ich es nicht lesen muss – und mir gefiel der Anfang. Na gut, also bekam es seine Chance. Und ich las…und las…und freute mich immer abends, zu meinem Schmöker zurückzukehren…fühlte mich bestens unterhalten – alles drin: Liebe, Drama, sehr viele tolle Szenen die in der Universitätsstadt Cambridge spiele, eher ungewöhnliche Sportarten und Szenarien (und für Weinkenner die ein oder andere Empfehlung…)

Auch die Hauptfiguren sind gut gezeichnet, die Hexe eine kluge Frau mit Biss, der Vampir nicht nur unwiderstehlich sondern ebenfalls von Widersprüchen gezeichnet. Spannend, äusserst unterhaltsam und mal wohltuend anders – für jeden der noch einen tollen Roman für lange Herbstabende sucht: unbedingt zugreifen! Habe es jetzt mehrfach verliehen an Testleser und nach kürzester Zeit zurückbekommen: es wurde verschlungen ;-)

Still Alice – Lisa Genova

Samstag, 17. September 2011

Als die Harvard-Professorin Alice anfängt Dinge zu vergessen, kommt ihr das zunächst nicht besorgniserregend vor. Als sie sich eines Tages während dem Joggen orientierungslos auf einer Straße wiederfindet merkt sie aber – etwas ist hier ganz und garnicht in Ordnung. Die niederschmetternde Diagnose: Alzheimer. Und das mit gerade mal 50 Jahren. Alice kämpft, sie will nicht aufgeben – und ihre Familie kämpft mit ihr. Ihr Mann der zunächst nicht an die Diagnose glaubt, die Kinder die sehr unterschiedlich reagieren – und auch die Frage, wielange Alice noch weiterhin unterrichten kann – eine Frau deren Leben aus Linguistik, Vorlesungen und fachlich brillanten Tagungen bestand. Das Buch schafft es einen solchen Einschnitt ins Leben sehr eindringlich zu schildern, mehr als einmal flossen mir mit Alice zusammen die Tränen, weil man merkte: Sie muss sich von ihrem alten Leben verabschieden, ist aber doch noch da…

Der Buchtitel passt wirklich gut, die deutsche Version “Mein Leben ohne gestern” trifft diesen Aspekt des Buches leider nicht richtig. Ein sehr aufwühlendes Buch!

Nathalie küsst – David Foenkinos

Montag, 12. September 2011

Auf dieses Buch bin ich durch eine Empfehlung von Christine Westermann gekommen. Und welch ein Glück! Man sollte meinen, eine Liebesgeschichte die mit dem Tod des Partners beginnt, wäre eher traurig. Das ist dieses Buch durchaus – aber eben nicht nur. Denn wie Nathalie sich ins Leben zurückkämpft oder eher – zurückküsst – das liest sich einfach so bezaubernd und leichtfüßig, besonders durch die spezielle Gestaltung innerhalb des Buches. Weder durch Titel, noch durchs Cover abschrecken lassen! In diesem Buch steckt  eine Liebesgeschichte die man nicht verpassen sollte!

Hasenleben – Jens Steiner

Sonntag, 04. September 2011

Im Zuge eines Lesekreises der Longlist des DPB, hier mein Diskussionsbeitrag: Also, Hasenleben. Ich war zunächst sehr angetan – eine tolle Sprache, sehr lebendige Sprachbilder vor meinem Auge – die Geschichte fand ich zu Anfangs auch spannend. Das ging so über weite Strecken und man wusste nicht so genau wohin der Autor steuerte. Dann gab es (auch erzählbedingt) einen Bruch im Buch der mich überhaupt nicht ansprach. Im Nachhinein wars verständlicher, ich hab mich aber einige Seiten lang gequält. Danach wars aber wieder okay. Insgesamt also immer noch eine gute Note, wäre da der Bruch nicht gewesen…irgendwie schad.

Léon und Louise – Alex Capus

Dienstag, 30. August 2011

Dieses Buch hat mich bezaubert – durch einen leichten (aber nicht seichten) Erzählstil und Figuren die sich einprägen – ich sehe da so viele Bilder vor meinem inneren Auge entstehen. Obwohl es zur Besatzungszeit in Frankreich spielt verliert es nie diese gewisse Leichtigkeit. Einfach ein toller, prallvoller Roman einer ganz besonderen Begegnung und Liebe. So stelle ich mir einen gelungenen Roman vor!

Der Hals der Giraffe – Judith Schalansky

Sonntag, 28. August 2011

Im Zuge eines Lesekreises der Longlist des DPB, hier mein Diskussionsbeitrag: Das passte für mich, jetzt mal rein von der literarischen Komponente prima auf die Longlist – vielleicht sogar die Shortlist. Ein sehr klarer, prägnanter Stil, fast schon ein wenig wütend, manchmal sehr stakkato. Von der Geschichte her (es sind 3 Tage im Leben einer Biologielehrerin) hat es mich so mittelmässig angesprochen – ein paar Dinge fand ich sehr vorhersehbar, einiges wiederholte sich ein wenig. Was aber wirklich genial gemacht ist, die Ausstattung (wunderschön, bei Suhrkamp) grafisch sehr ansprechend – auch innerhalb des Buches viele Illustrationen. Und da bekommt die Geschichte dann auch wieder einen Stern mehr von mir – die Übertragung von Biolgie und den “Arten” auf eine Schulklasse, die Verknüpfung dieser beiden “Aufzuchtbecken” sozusagen, das ist schon sehr gekonnt (vorallem wenn ich das Alter der Schriftstellerin bedenke). Doch, hat sich gelohnt.

Gruber geht – Doris Knecht

Dienstag, 23. August 2011

Im Zuge eines Lesekreises der Longlist des DPB, hier mein Diskussionsbeitrag: In einigen Einschätzungen kommt der ja nicht so gut weg. Ich verstehe auch durchaus wieso, allerdings habe ich mehrfach gelesen, das nur die ersten 30 Seiten angelesen werden und das wird dem nicht gerecht. Meiner Meinung nach bekommt das Buch später noch einiges mehr an Facetten. Ich finde es ist böse, zynisch, natürlich mit Übertreibung als Stilmittel. Ich finde es aber auch erfrischend, mal eine wirklich so unsymapthische Hauptfigur zu erleben. Auch die kurzen Episoden die eingestreut sind von den Menschen um ihn herum, ergeben nochmal ein runderes Bild. Ich habs an einem Abend gelesen und mich gut unterhalten gefühlt. Für die Longlist ein guter Kandidat, auf der Shortlist sehe ich ihn (bisher) eher nicht, dafür fehlt wahrscheinlich dann doch noch ein Quentchen.(Und damit hatte ich dann ja auch recht).