Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdiziplin – Kathrin Passig/Sascha Lobo

Die beiden Autoren befassen sich bei diesem Sachbuch vorallem mit dem Begriff des http://de.wikipedia.org/wiki/Prokrastinieren. Aufgelockert durch einige Beispiele, aber auch relativ ernsthaft, wird hier teilweise fast schon philosophisch versucht zu ergründen, wo er denn liegt, der schmale Grad zwischen “zuviel” und “zuwenig” tun. Klar ist einiges überzogen, aber es waren doch viele “AHA”-Erlebnisse für mich dabei und ich hab viel angestrichen. Es ist ein wenig der Gegenentwurf zu Selbstdisziplin, geregelten Haushaltplänen, trotz allem aber keine Totalverweigerung. Warum To-Do-Listen manchmal mehr hindern und manches sich von selbst erledigt, wenn man nur lange genug wartet – und warum “Aufschieben” nicht unbedingt etwas schlechtes bedeuten muss. Auch die Anfänge der Überlegungen zur Arbeit an sich, der 4-Tage-Woche und dem “Weniger-ist-mehr” habe ich sehr gerne gelesen (und würde davon gerne noch mehr lesen…) Wer einen “richtigen” Ratgeber sucht ist sicher falsch. Dieses Buch gibt eher Anhaltspunkte, Ideen, Theorien. Diese haben mich aber sehr gut unterhalten und zu einigen Teilen auch Einzug in mein Leben gehalten.

Danke an meinen Bruder, der mir dieses Buch innig ans Herz gelegt hat und nach den Regeln der Autoren, soweit ich das beurteilen kann, wirklich “Die Dinge geregelt bekommt” – ohne das es sehr stressig aussieht…;-)

Die Leber wächst mit ihren Aufgaben – Eckart von Hirschhausen

Muss man zu diesem Buch noch viel sagen? So wie es sich in den Bestseller-Listen hält, hat es ja ganz Deutschland schon lange vor mir gelesen. Ich fühlte mich jedenfalls gut unterhalten, mit Spaß und dem ein oder anderen „Aha, das wusste ich noch nicht“-Effekt. Ich fühlte mich zwar insgesamt mehr von Hirschhausens „Glücksbuch“ angesprochen, aber das ist sicherlich auch Geschmackssache.

Glück kommt selten allein – Eckart von Hirschhausen

Und noch ein Buch über Glück, als gäbe es da nicht schon eine ganze Menge davon. Zunächst war mein Interesse sehr gering, bis ich mal reinblätterte. Siehe da, bunt und lustig aufgemacht kommt dieses Buch daher, trotzdem noch mit einer ansehnlichen Menge Text…es wandert also auf den Nachttisch. Und ich wurde nicht enttäuscht. Wer ein trockenes Fachbbuch sucht, wird enttäuscht. Aber wer Glücksforschung, gepaart mit Erlebnissen, Bildern, Ideen und vielen, vielen Anregungen sucht, wird hier fündig. Und Hirschhausen hat noch etwas geschafft: Ich habe aus dem Buch zitiert, es meinem Mann vorgelesen, mit ihm diskutiert, ganz oft gelacht oder wenigstens gegrinst und viel für mich persönlich mitnehmen können. Grade seine Ausführungen darüber, das Glück eben nicht eine einzige Sache ist, sondern aus vielen Facetten besteht und wie unterschiedlich diese ausfallen, hat mich sehr angesprochen. Ein bisschen zielt er auf Pointen ab, aber ganz ehrlich: mir ist schon schlimmeres passiert, als bei einem “Sachbuch” laut lachen zu müssen. Im Gegensatz zu Stand-Up-Comedy, habe ich hier sogar noch was gelernt!  Auch seine Zitate rund ums Glück haben mir zugesagt. So schön und lehrreich ein langer Text ist: die kurzen, prägnanten Sätze sind es, die wir uns an den Spiegel heften, an den Kühlschrank hängen, die im Gedächtnis bleiben.

Insgesamt für mich: ein Volltreffer! Ich habe das Gefühl das Hirschhausen Spaß hatte an diesem Buch und auch ehrlich genug ist, zuzugeben, das auch er kein Patentrezept kennt. Aber er kennt wenigstens einige Wege und räumt auf eben diesen mit vielen Vorurteilen und Gedankenschranken rund ums Thema Glück auf. Also fangen wir an: mit einem Lächeln!

Klarheit, Ordnung, Stille – Anselm Grün und Petra Altmann

Ein Buch über das Leben im Kloster. Sehr schön bebildert, ohne den Text zu kurz kommen zu lassen. Abwechselnd schildern beide ihre Eindrücke vom Leben im Kloster, auch die Nonnen und Mönche innerhalb der zwei Kloster kommen zu Wort. Mir hat das Buch Lust auf mehr gemacht (Fr. Altmann hat auch noch einiges zum Thema geschrieben) und ich habe so einiges an Ansätzen für mein eigenes Leben finden können, Gedanken die durchaus noch nachhallen. Für mich ist der Sinn des Buches, nämlich zu schauen “Was kann ich für mich aus dem Klosteralltag mitnehmen” gut getroffen. Ein harmonisch gemachtes, wirklich interessantes Buch!

Generation Doof – Anne Weiss und Stefan Bonner

Es ist ein wenig schwierig. Das ganze Buch ist recht “unterhaltsam” geschrieben, damit man es nicht vor lauter “Fachjargon” in die Ecke schmeisst. Ein klares populärwissenschaftliches Buch. Okay, das kann man ihm ankreiden. Aber in den Grundzügen und auch in sehr, sehr vielen Ausführungen der Autoren kann ich nur nicken und sagen: “Ja, so ist es”. So erlebe ich das tagtäglich auch, und ich sehe ähnliche Schwierigkeiten dieser unentschlossenen Generation, die nicht erwachsen werden will und keine Verantwortung tragen möchte und die es eindeutig gibt. Ob dieses Buch aufrüttelt, weiss ich nicht, an sich würde es schon reichen, wenn jeder viell. 10% der gemachten Vorschläge mal beherzigen würde. Aber dafür müsste man das Buch ja lesen. Und die Generation Doof versumpft ja vorm Fernseher…tja..

Unterhaltsam ist es, ein großer Wahrheitsgehalt drin und manchmal möchte man den Kopf schütteln und hoffen, das man nicht auch dazugehört…An sich erzählen die beiden da nichts neues, aber anscheinend ist das nötig, denn sonst gäbe es diese Generation nicht “so”. Was mich ein wenig ärgert – die beiden kreiden “Nachrichtenhäppchen” und auf “einfach getrimmte” Sendeformate an – ihr Buch strotzt aber auch vor Witzchen, kurzen Anrissen ohne ein Thema wirklich zu packen. Das liest sich zwar leichter, aber ob sie damit wirklich etwas erreichen – fraglich…

Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede – Haruki Murakami

Tja. Vom Stil her meiner Meinung nach ganz anders, es ist ja auch klar kein Roman. Er beschreibt das zwischendurch ganz gut: “Memoiren” will er nicht schreiben, nicht so ein großes Aufheben um seine Person. Aber das Laufen, das gehört einfach seit vielen Jahren zu ihm und wenn er von sich erzählt, kann er das gar nicht weglassen. Also hat er das Laufen zum Aufhänger gemacht.
Ich wollte mir die Hälfte der Zeit immer Sätze anstreichen, weil mich viele seiner Gedanken angesprochen haben. Man kann es nicht wirklich “runterlesen”, es ist nicht rund, aber deshalb gefällt es mir auch so gut. Ich hatte an einigen Stellen das Gefühl, obwohl er über Laufen & Schreiben schreibt, gibt es auch in diesen Bereichen Dinge die er nicht erklären kann. Dinge die er hinnimmt, obwohl er nicht weiß warum sie passieren. (Eine Thematik die ich, wenn ich drüber nachdenke, in seinen Romanen auch wiederfinde..) Das hat mich auf gewisse Weise beeindruckt, das es eben das vollkommene Wissen über etwas nie gibt und das er das offen zugibt, statt so zu tun als wäre das was er lebt, der heilige Gral.
Insgesamt – sehr persönlich, richtig gut und eben – Murakami!

Eine kurze Geschichte von fast allem – Bill Bryson

Hat einen etwas anderen Humor als ich erwartet hatte, das Buch hat es aber schon geschafft mich und Freunde in stundenlange Diskussionen über Weltraum, Planeten, Physik etc. zu bringen. Find es echt spannend, man liest es gern und lernt sogar noch was dabei. Werd aber nochn Weilchen für brauchen, dünn ist es nicht und die ganzen Fakten lesen sich halt nicht romanmässig runter

Mein Freund ist völlig begeistert, er studiert Physik und mich interessiert das meistens nicht die Bohne. Bryson ist aber so spannend und dabei mit einem Zwinkern erzählt das sogar ich komplizierte Sachverhalte verstehe (und ich bin dabei wirklich ohne Übertreibung eher Unterdurchschnitt). Und mich sogar mit ihm darüber unterhalte. Es geschehen noch Zeichen und Wunder…

[…] Wow…der Bryson ist durch. Muss sagen – erfüllt mich schon mit nem gewissen Stolz das ich ihn durchgelesen habe ohne irgendwas zu überblättern, wegzulassen oder so. Ist ja bei Sachbüchern nicht ungewöhnlich das einen manche Teilaspekte nicht so interessieren. Insgesamt ist es einfach ein irres Werk, zu großen Teilen äusserst beängstigend, man erfährt das wir eigentlich fast nichts wissen von der Welt in der wir leben, unseren Vorfahren, unserer Flora und Fauna. Jede Frage die das Buch beantwortet wirft 100 neue auf – das macht es aber auch so interessant und spannend. Bryson hat es geschafft bis auf ganz wenige Ausnahmen alles sehr verständlich und gut nachvollziehbar zu erklären. Alleine das ist eine Leistung. Besonders gefallen haben mir die vielen Anekdoten über das Leben der Wissenschaftler, ihre Lebensumstände und skurrile Zufälle. Ausserdem die Kapitel über den Weltraum, das fand ich total spannend und könnte mir durchaus vorstellen darüber noch mehr zu lesen. Witzig fand ich das ich manches noch aus Schulzeiten kannte, was mittlerweile schon widerlegt oder neu erforscht war – tlw. meldeten sich in meinem Gedächtnis Infos aus meiner Kindheit die ich in Jugend & Kinderlexika gelesen hatte. Tolle Sache

Ist sicherlich nicht immer ganz leicht zu lesen, ich hab einige Pausen gemacht zum Verdauen und mich viel drüber unterhalten – lohnt sich aber absolut! Bryson schreibt einfach super!

Spielregeln der Liebe – Hans Jellouschek

Saß ich ja ein Weilchen dran, weil ich das immer in Etappen gelesen habe, geht mir bei Sachbüchern meistens so. Fand das Buch klasse, es wurde sehr viel angerissen an Beziehungsthemen, so das man wirklich für viele Situationen eine Anregung hatte wie damit umzugehen ist. Da ich bei den meisten Ansichten des Autors nur nicken konnte – mir hat das Buch wirklich weitergeholfen. Nicht zu wissenschaftlich geschrieben, aber auch nicht im Zeitschriften-Stil.