Furiously Happy – Jenny Lawson

Ich habe “Das ist nicht wahr, oder?” wirklich sehr geliebt und auch “Furiously Happy – A funny book about horrible things” konnte mich wieder überzeugen. Jenny Lawson ist wirklich “one of a kind” – eine außergewöhnliche Frau! Sie ist geistreich, hat einen großartigen (Galgen)-Humor und nicht zuletzt kann ich nur sagen “She’s fucking great!” weil sie sehr offen über mentale Krankheiten und Depressionen spricht, in einer Zeit, in der diese Themen unverständlicherweise noch viel zu oft verschwiegen werden. Wir brauchen mehr davon! Die Welt wäre ein besserer Ort, wenn wir beginnen würden, über diese Dinge zu sprechen – denn sie sind da. Ich bin dankbar für Autoren wie Lawson, die uns zeigen – es gibt immer einen Weg. Auch wenn Du denkst alles und vorallem Du selbst und dein Leben ist einfach nur ein Schlachtfeld aus Versagen und schwarzen Gedanken – dieses Buch flüstert Dir zu: Du bist großartig. Vielleicht schräg, vielleicht ungewöhnlich, vielleicht ein*e Aussenseiter*in – aber liebenswert und einzigartig. Und es wird wieder Zeiten geben, in denen DU das auch sehen kannst.

Thank you Jenny, for writing this!

(Die deutsche Ausgabe erscheint am 17. Oktober)

Alles außer irdisch – Horst Evers

Alles außer irdisch? Ja! Irrwitzig war es – ein sehr schräger Mix aus Pratchett, Moers und ganz viel trockenem Evers-Witz. Manchmal war mir das in seiner Überdrehtheit schlicht und ergreifend zuviel, aber über weite Strecken des Romans habe ich gekichert und mich gut unterhalten gefühlt. Und da ich es für eine hohe Kunst halte, den Lesenden überhaupt zum Lachen zu bringen, während des Lesens, gibt das von mir ein Lob!

Die wundersame Beförderung – Vikas Swarup

Swarup ist ein Garant für unterhaltsame Geschichten. Seine in Indien spielenden Romane tragen stets ein Augenzwinkern in sich und erzählen rasant vom Leben der unterschiedlichsten Landsleute. Als Sapna Sinha die wohl ungewöhnlichste Beförderung aller Zeiten angeboten wird, wittert sie eine Falle. Aber was auf das Angebot folgt, das hätte sich die junge Frau wohl in ihren kühnsten Träumen nicht ausgemalt.  Swarup begibt sich wieder auf eine verrückte Reise, bei der ich nur zu gerne auf dem Beifahrersitz sitze.

Alpha & Omega: Apokalypse für Anfänger – Markus Orths

Völlig durchgedreht. Mein erster Markus Orths und trotz des obskuren Themas, dem durchgerüttelten Klappentext und der doch beeindruckenden Dicke des Romans habe ich mich rangetraut – und es nicht bereut. Es mag sein, dass ich wegen der Anwesenheit von Physikern im Roman leicht verliebt-verblendet war, aber es ist weit mehr als das. Orths fabuliert hier quer in die Weltgeschichte hinein, dass es eine wahre Freude ist, verliert aber doch nicht die Bodenhaftung, die es braucht, damit der Leser in der Geschichte bleibt. Ein Feuerwerk von Ideen, Skurrilitäten und eine Art Kuriositätenkabinett in Buchform – Ach herrlich!

Die Selbstmordschwestern – Jeffrey Euginides

Ich werde ganz sicher nicht leugnen, dass es an mir liegt – aber ich konnte mit diesem Buch so wenig anfangen. Es bleib für mich schwer greifbar, es schlüpfte mir so oft aus der Hand, aus meinen Gedanken. Allein, nicht genau zu wissen, wer die Erzähler sind. Und auch die, ja, geradezu Obession, mit der die Schwestern beobachtet wurden, war mir zu voyeuristisch, viel zu intim. Es ist immer schwierig, ein Buch zu lesen, in dem man sich mit keiner der Figuren auch nur ansatzweise identifizieren kann. Obwohl ich ein Faible für schräge, skurrile Figuren habe – hier bin ich deutlich an meine Grenzen gestoßen.

Der Allesforscher – Heinrich Steinfest

Jetzt wird es schwierig. Seit Jahren gibt es eingeschworene Steinfest-Fans in unserem Buchladen. Als dieses Leseexemplar hereinflatterte dachte ich: Nun, das wird jetzt dein erster Steinfest. Und insofern kann ich meinen begeisterten Kunden Recht geben: dieser Autor hat etwas Außerordentliches. Dieses Buch war geradezu irrwitzig und über weite Strecken habe ich es mit Vergnügen gelesen, habe die wilden Wenden und scheinbar wahllos eingestreuten Begebenheiten (die sich schlussendlich zum großen Ganzen fügten) atemlos verfolgt. Warum das Aber? Weil mich die Figuren nicht erreicht haben. Ich sah sie nicht vor mir, sie blieben mir fern. Ob das nun ein Kriterium sein sollte? Am besten – selber lesen!

Die Analphabetin, die rechnen konnte – Jonas Jonasson

Nachdem gefühlt dieser Jonasson bereits zerissen und hochgejubelt wurde, kann ich mich ja kurzfassen: ich fühlte mich wieder bestens unterhalten (was soll ich sagen, ich mag nunmal seinen ironischen und beissenden Witz und die himmelschreiend schrägen Wandlungen und Irrfahrten seiner Figuren) – mehr Kriterien musste dieser Roman für mich nicht erfüllen.