Das ist nicht wahr, oder? – Jenny Lawson

Mit Sicherheit eines der interessantesten und ungewöhnlichsten Bücher, das ich im Jahr 2013 gelesen habe. Erschütternd, urkomisch, ironisch, tragisch, ehrlich, authentisch…ich habe zwischen Lachen und Weinen geschwankt und kann Jenny Lawson nur bewundern. Eine so ungewöhnliche Kindheit zu leben und davon den ein oder anderen Knacks mitzubekommen ist das eine. Dann so darüber schreiben zu können, das andere. Beides zusammen – ist selten und macht sie damit zu einer Berichterstatterin über das eigene Leben, so klar und einzigartig wie ich es selten gelesen habe. Eine unbedingte Empfehlung!

Herr und Frau Hase: Die Superdetektive – Polly Horvath

Schräg, Schräger – Polly Horvath. Wer wirklich das „ganz andere“ Kinderbuch sucht, ist hier definitiv richtig. Allerdings wurden selbst mir ab und an die sprudelnden Einfälle der Autorin etwas zuviel – ich habe mich zwar bestens amüsiert, habe mich aber doch gefragt, ob Kinder hier einfach die Fantasie und herrlich andere Welt genießen beim Lesen oder doch eher etwas verwirrt werden. Würde ich nur geübten Lesern empfehlen.

Die Frau, die ein Jahr im Bett blieb – Sue Townsend

Britischer, bitterböser Humor bei der Betrachtung einer eigentlich ganz normalen, spießigen Familie. Als Familienoberhaupt Eva beschliesst, nach dem Auszug ihrer Kinder einfach im Bett zu bleiben, bricht ein Chaos aus, mit dem wohl niemand gerechnet hatte – am wenigsten Eva selbst. Eine hundertprozentige Empfehlung wird es nicht werden, man muss diese spezielle Art von Humor schon sehr mögen. Für Freunde des Skurrilen kann ich allerdings sagen: hier ist die Verweigerung des alltäglichen Alltagsbreis trefflich auf die Spitze getrieben worden.

Die drei Leben der Tomomi Ishikawa – Benjamin Constable

Ein irrwitziges Spiel aus Schein und Sein. Drei Städte, drei Leben, viele Fragen mit Antworten, die nicht dazu zu passen scheinen. Manchmal ein wenig zuviel des Guten und dennoch will man das Rätsel um Tomomi lösen, was sie Benjamin Constable hinterlassen hat. Man muss das Schräge, Unangepasste mögen, dann wird man mit einem ausgefallenem Jugendbuch belohnt.

Die Flüsse von London – Ben Aaronovitch

Schwierig. Am Anfang habe ich mich noch gekugelt, herrlicher Stil, britischer Witz und genau das richtige, für eine Wenig-Krimileserin, ein Krimi verpackt in schräges Geschehen und Übersinnliches. Leider wurde mir genau das dann irgendwann zuviel, zu überzeichnet, auch die Geschichte stagnierte und ich erwischte mich dabei, dass ich das Buch eher widerwillig zur Hand nahm. Ich glaube, für Fans von schrägem Humor und abgedrehten Figuren ist es ganz sicher eine Empfehlung, ich war irgendwann einfach etwas ermüdet. Ob ich den anderen Bänden noch eine Chance gebe, mal schauen.

Bartimäus und der Ring des Salomo – Jonathan Stroud

Ich war sehr skeptisch. Die Lektüre der Bartimäus-Trilogie ist schon einige Jahre her, andere Bücher von Stroud hatten mich lange nicht mehr so begeistert. Und überhaupt: würde ich wieder reinkommen? Nach den ersten Seiten hatte sich meine Sorge verflüchtigt, denn die Geschichte spielt zeitlich noch vor der Trilogie und somit gibt es keine Erinnerungs-Problematik Und ansonsten: Bartimäus wie er leibt und lebt, besserwisserisch, eingebildet und man muss ihn einfach lieben! Ich habe mich wieder bestens amüsiert über dieses Unikum in der Welt der Dschinn…

Das Glücksbüro – Andreas Izquierdo

Ich habe eine große Schwäche für verschrobene und schrullige Charaktere. Und Albert, der im Amt für Verwaltungsangelegenheiten seit vielen Jahren Dienst tut (pflichtschuldigst!) und von allen unbemerkt, auch im Amt lebt, hat mein Herz im Sturm erobert! Dieses Buch strotzt vor herrlichen Einfällen, man grinst viel beim Lesen, ein echtes Wohlfühlbuch mit einigen kleinen magischen Einsprengseln und nicht zuletzt einer Liebesgeschichte…!

Blasmusikpop – Vea Kaiser

Ich hatte das Buch bei den Leseexemplaren gesehen. Den Titel fand ich gewöhnungsbedürftig, das Cover ziemlich schlimm und ich dachte: “Naja, nimmste es mal mit, liest 30 Seiten und dann weisst Du auch, dass es nichts für Dich ist” … tja, Pustekuchen! Ich habe es ganz gelesen, sehr schnell und mit wachsender Begeisterung – würde John Irving Heimatromane schreiben, er klänge ein wenig wie Vea Kaiser (die auch allen Ernstes zwei Jahre jünger ist als ich und schon so einen Wahnsinnsroman vorlegen kann, das deprimiert mich ein wenig…also, ich sollte mich mal ranhalten!). Was für ein herrlicher, herzerfrischender Roman, schräg aber mit viel Liebe zum Detail und den Menschen des kleinen Bergdörfchens St. Peter am Anger. Mir bleibt nur zu sagen: Dieses Buch ist so gut, wie die Alpen hoch sind, jawohl!

Unser Haus am Meer – Polly Horvath

Ich habe eine Schwäche für Kinderbücher, die skurril daherkommen. Als ich bei der wunderbaren Ada Mitsou dann von diesem Buch las, war klar: musste auch haben. Und ich bin sicher noch eine ganze Weile dankbar für diesen Tipp: das Buch hat soviel Herz, schräge Figuren und eine große Portion Witz und die ein oder andere wirklich ungewöhnliche Szene. Klasse! Und beim Schreiben sehe ich gerade, dass sie bereits den zweiten Band rezensiert hat und genauso begeistert war…na…der kommt dann wohl auch bald zu mir