Zehn Tipps das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen – Hallgrimur Helgason

Ein Auftragskiller aus New York City findet sich in einem Flugzeug nach Island wieder. In dem verzweifelten Versuch, abzuhauen, bevor die lange Hand derer, die das Sagen haben, ihn erreicht, schlägt er einen Pfarrer nieder und entkommt mit dessen Identität. Was er nicht weiss: Father Friendly soll in Island im Fernsehen auftreten – als Gast in einem geistlichen TV-Format…herrlich schräg, mit wunderbaren Einschüben über das ungewöhnliche Island, vermengt mit den Lebensweisheiten eines Auftragskillers. Ein bisschen abgehoben, ein bisschen zuviel an manchen Stellen aber auch – endlich mal etwas anderes! Mir hats jedenfalls Spaß gemacht.

Erscheint im Februar 2010

Hand aufs Herz – Anthony McCarten

Erscheint im September 2009!

Es klingt ein bisschen, ja gradezu seltsam, das Geschehen in McCartens neuem Roman. Aber dieser Autor scheint ja eine Vorliebe für ungewöhnliche Ereignisse zu haben. Ich jedenfalls liebe ihn dafür! In diesem Fall gibt es ein Auto zu gewinnen: wenn man nur lange genug die Hand darauf hält, ohne loszulassen. Das klingt schräg? Ist es auch! Und es zieht einen Haufen Menschen an, junge, alte, ehemalige Soldaten, Verlierer, reiche Yuppies und mehr. Für viele ist es Spaß oder Herausforderung – für einige Teilnehmer steht aber noch viel mehr auf dem Spiel. Wer wird gewinnen? Wer hätte es moralisch verdient, zu gewinnen? Hier wird wieder ein Geflecht gesponnen aus interessanten Figuren, einer temporeichen Handlung und vielen aufgeworfenen Fragen – und das ganze gleitet trotz Witz und Sarkasmus nicht in Slapstick ab! Diogenes hat mit diesem Autor einen echten Glückstreffer gelandet – weiter so!

Ab nach unten! – Ray French

Was macht man, wenn die Fabrik in der Mann arbeitet geschlossen werden soll? Protestieren…streiken. Doch bringt es etwas? Aidan Walsh greift zu einem drastischeren Mittel – er begräbt sich selbst in seinem Vorgarten und will erst wieder rauskommen, wenn die Arbeitsplätze erhalten werden. Was zunächst als skurriles Experiment anmutet, ist viel mehr als das. Eine Geschichte um eine kleine Stadt, um Männerfreundschaften, um Familie. Aidan ist viel mehr als “der Typ im Sarg”, wird zum Medienobjekt, zum Star, zum Kummerkasten…herrlicher Humor, facettenreich geschildert und einfach bis zum Schluss richtig guter Lesestoff!

Hard-Boiled Wonderland und das Ende der Welt – Haruki Murakami

Bin sehr gespannt, hab ja verdammt hohe Ansprüche, so als Murakami-Fan. Es gab Bücher von ihm die mich sofort in ihren Bann gezogen haben – hier ging es mir bisher nicht so. Trotzdem hat es was. Einige Feinheiten erkennt man sofort wieder, Motive die sich in späteren Büchern wiederholen. Mhmm. Ich bin wirklich SEHR gespannt wie es weitergeht. […]

Heute morgen, noch beim Haareföhnen die letzten 10 Seiten fertiggelesen – sonst hätte ich nicht zur Arbeit fahren können . Tja, schwierig. Einerseits – grandios komponiert, wie sich die 2 Welten am Ende “mischen”, das ist wirklich super gut gemacht. Ich war jedenfalls bis zum Ende gespannt, gebe aber auch zu das ich, wenn ich in einer Geschichte drinstecke, selten herumgrüble wie es ausgeht, ich will es ja garnicht vorher wissen . Murakami ist wirklich schwierig, für jeden Menschen würde ich jeweils einen anderen empfehlen, es kommt ganz darauf an, was man erwartet. Dieser hier zählt nun nicht zu meinen Lieblingen, weil ich mich sehr wenig selbst damit identifizieren kann. Andererseits hat er so schräge Einfälle, so schöne Szenen und eine bildhafte Sprache, das ich das Buch auch nicht wirklich “nicht gut” finden kann. Bizarr