Samariter – Jilliane Hoffman

Ich weiß noch, dass ich “Cupido” las und zart besaitet wie ich damals war, die halbe Nacht nicht schlafen konnte, weil ich meinen Balkon nicht verriegeln konnte … Hoffmans Thriller standen für mich also für Spannung und Gänsehautgefühl. Das kam bei diesem Krimi allerdings nicht so recht auf. Obwohl die Morde gewohnt brutal vonstatten gingen, lag der Fokus viel mehr auf der unfreiwilligen Zeugin und ihrem schleichenden Zusammenbruch. So richtig abgeholt hat mich das nicht, die Protagonisten wirkten hölzern, ich habe mir sehr viel Zeit gelassen, das Buch zu beenden. In diesem Falle, kein gutes Zeichen.

Schwarz wie Schnee – Jutta Wilke

Wenn Du nach einem Unfall erwachst und das Gefühl immer stärker wird, dass dein Fremdfühlen und die seltsamen Reaktionen deiner Umwelt nicht nur mit deiner Kopfverletzung zu tun haben…dann bist Du wohl in einem Jugendthriller von Jutta Wilke gelandet. Mit langsam aufgebauter Spannung die bis zum Schluss gehalten wird und leisen, philosophischen Überlegungen über das eigene Sein und Identität hebt sich dieses Jugendbuch wiedermal wohltuend ab von vielen anderen Büchern auf dem Markt.

 

Sand – Wolfgang Herrndorf

Meine Meinung ist sehr, sehr zwiegespalten. Obwohl ich zu Anfang dachte: Mensch, liest sich ja doch ganz gut, so kamen mir im Verlauf des Buches immer mehr Zweifel, ob mir “Verwirrung” auf allen Seiten (Leser, Autor, Protagonisten) als Stilmittel reicht. Am Schluss hat es mich regelrecht wütend gemacht, auch als ich im Anschluss Interviews las, Prognosen von literarischen Persönlichkeiten, über das Warum des Buches. Irgendwie eine Neuauflage von „Des Kaisers neue Kleider“, so kam es mir vor. Dieses Buch ist Roman, Krimi, Thriller, Verwirrspiel, Komödie – aber nichts halbes und nichts ganzes. Die Fäden verwirren sich so sehr – ich verzeihe es wenigen Autoren, wenn sie mich im Unklaren lassen, dafür muss mich das vorherige Leseerlebnis schon sehr beeindrucken. Herrndorf mag hier ein literarisches Experiment gestartet haben, was für ihn eventuell wirklich spannend und auch amüsant zu betrachten war: ich fühlte mich aber auf leise Art und Weise ausgenutzt: ich erwarte einen Roman, der mich unterhält, interessiert, fasziniert und trete doch nur auf der Stelle, in der Dunkelheit meiner Verwirrung. Mhm. Zumindest hat er eines geschafft: starke Gefühle erregt – aber ob Ärger und Enttäuschung so das richtige sind?

Schneller als der Tod – Josh Bazell

Ein schneller, böser Thriller rund um die Mafia und einen, der versuchte, vor ihr zu fliehen – in ein Krankenhaus, als Arzt. Präzise wie mit einem Skalpell geschnitten sind die Figuren, hektisch und ohne Gnade der Krankenhausalltag, eiskalt die Mafia. Und überhaupt: schnell ist einfach alles in diesem Roman, dem oft bemühten Vergleich einer Mischung aus Dr. House und Tarantino kann ich nur zustimmen.

Das verlorene Leben – Frank Bresching

Las sich wirklich sehr gut durch, es gibt solche Bücher die man einfach ohne Kanten durchlesen kann – dieses gehört dazu. Anfangs noch fast naiv erzählt, fragt man sich, wo bleibt der Psychothriller? Nach und nach entblättert sich die Geschichte aber es bleibt doch sehr lange spannend…und man erwartet den Schluss meiner Meinung nach in dieser Form absolut nicht.

Doch, wirklich gelungen und noch dazu ein deutscher Krimi – bin angetan!

Morpheus – Jiliane Hoffman

Cupido war ja wirklich als Thriller nicht zu verachten und sehr gut gemacht. Morpheus, der Nachfolger hat es also naturgemäß schwer. Trotzdem, es war spannend, die Auflösung kam erst recht spät und mir gefiel das Ende richtig gut. Etwas nervig waren die ganzen Beschreibungen der Spezial-Einheiten und wie die einzelnen zusammenarbeiten: da hab ich sicherlich nicht alles ganz richtig mitbekommen. Aber ansonsten – wirklich gut.

Cupido – Jiliane Hoffman

Mein erster echter Thriller glaub ich, ein echtes Experiment Also spannend wars, packend auch, ich hab eindeutig mehr Geräusche als sonst bedrohlich gefunden und konnte gestern abend nicht schlafen bis ich nicht die letzten 90 Seiten durchhatte.Etwas brutal zwar aber ab und an kann ich das ab. Heute dann gleich den zweiten Band auf tauschticket ertauscht – ich will noch mehr davon Ich denke, das hat geklappt mit dem Experiment…