Furiously Happy – Jenny Lawson

Ich habe “Das ist nicht wahr, oder?” wirklich sehr geliebt und auch “Furiously Happy – A funny book about horrible things” konnte mich wieder überzeugen. Jenny Lawson ist wirklich “one of a kind” – eine außergewöhnliche Frau! Sie ist geistreich, hat einen großartigen (Galgen)-Humor und nicht zuletzt kann ich nur sagen “She’s fucking great!” weil sie sehr offen über mentale Krankheiten und Depressionen spricht, in einer Zeit, in der diese Themen unverständlicherweise noch viel zu oft verschwiegen werden. Wir brauchen mehr davon! Die Welt wäre ein besserer Ort, wenn wir beginnen würden, über diese Dinge zu sprechen – denn sie sind da. Ich bin dankbar für Autoren wie Lawson, die uns zeigen – es gibt immer einen Weg. Auch wenn Du denkst alles und vorallem Du selbst und dein Leben ist einfach nur ein Schlachtfeld aus Versagen und schwarzen Gedanken – dieses Buch flüstert Dir zu: Du bist großartig. Vielleicht schräg, vielleicht ungewöhnlich, vielleicht ein*e Aussenseiter*in – aber liebenswert und einzigartig. Und es wird wieder Zeiten geben, in denen DU das auch sehen kannst.

Thank you Jenny, for writing this!

(Die deutsche Ausgabe erscheint am 17. Oktober)

Der Galimat – Paul Maar

Das erste Buch von Paul Maar, welches mich nach dem Sams wieder begeistern konnte. Ein Kinderbuch ab acht Jahren, mit Augenzwinkern und viel Platz zwischen Schwarz und Weiss. Ich kann mir gut vorstellen, dass Kinder auch hier wieder ein großes Vergnügen an der klassischen Rollentausch-Geschichte haben, die der Galimat dem jungen Helden Jim ermöglicht.

Besser jetzt als irgendwann – Lauren Graham

Ich werde Lauen Graham wohl immer verehren für ihre vielen Jahre als Lorelai Gilmore, denn dort hat sie einen fantastischen Job gemacht. Ob sie auch schreiben kann? Ich war gespannt. Insgesamt hat mich der Roman nicht vom Hocker gehauen, allerdings habe ich in der Sparte schon deutlich schlechteres gelesen und das Buch hatte Witz und Charme. Nettes Wohlfühlbuch.

Kein Mord ohne Tante Frieda

Tante Frieda ist Kult – zumindest in Hanau. Aber nein, nicht nur! Denn mittlerweile ist Tante Frieda so erfolgreich, dass sie weit über die Grenzen Hanaus, ja Hessens hinaus bekannt geworden ist. Denn der Ullstein Verlag hat das Potential erkannt und hat sowohl den ersten als auch den neuen Tanta-Frieda-Krimi bei sich im Hause verlegt. Und kann man es ihnen verdenken? Wenn Tante Frieda erstmal loslegt, sind sie und ihr treuer Dackel Amsel kaum noch zu halten und ein unschlagbares Team. Und so ermittelt Tante Frieda wieder, im Schlepptau ihre Nichte Lena und ihren Neffen Sven – diesmal in einem Mordfall auf dem Golfplatz. Und dass es wieder spannend, witzig (und außerdem – lecker!) wird, das kann ich an dieser Stelle schon einmal versprechen!

Der Club der Traumtänzer – Andreas Izquierdo

Hier und da wurde es mir etwas zu flapsig und unrealistisch, aber nun, das ist eine amerikanische Teenie-Komödie auch, die ich hin und wieder gerne sehe. Trotzdem hat mir der Stil gefallen und Gabor dabei zuzusehen, wie er ein bisschen weiser wird, das war schon sehr unterhaltsam (und ja, es ist eindeutig ein Unterhaltungsroman und der hat seine Sache wirklich ordentlich gemacht – ich fühlte mich unterhalten und hab es ganz schnell gelesen). Die Förderschüler fand ich einfach klasse – für mich die unbezahlbar beste Szene, als er mit den Schülern essen geht…das hatte viel Komik und gutes Timing. Und das Badabing – da musste ich immer schmunzeln. Der Protagonist verändert sich, wird aber immer auch ein wenig oberflächlich bleiben, vielleicht war auch deshalb das Buch an einigen Stellen für mich “too much” weil es eben aus seiner Sicht passiert. Beim Glücksbüro vom selben Autor ging es mir garnicht so.

Nachts sind alle Schafe schwarz – Heike Abidi

Man könnte sagen – der Roman hat alles, was ein typisches “Frauenbuch” so braucht: Verwicklungen, drei unterschiedliche Frauencharaktere, ein bisschen Liebeswirren und Drama. Aber damit würde man dem Buch nicht gerecht werden: es besitzt vorallem jede Menge Witz, der es für mich aus dem Einheitsbrei der Unterhaltungsromane heraushebt. Die schräge Idee einer ganz neuen Esoterik-Schiene ist einfach köstlich, weil sie das Genre so auf den Punkt ironisch hochnimmt. Und die, von der anstrengenden Mutter einer Protagonistin, stets falschen Zitate gängiger Sprichwörter waren für mich ein herrlicher Lachfaktor.

Alpha & Omega: Apokalypse für Anfänger – Markus Orths

Völlig durchgedreht. Mein erster Markus Orths und trotz des obskuren Themas, dem durchgerüttelten Klappentext und der doch beeindruckenden Dicke des Romans habe ich mich rangetraut – und es nicht bereut. Es mag sein, dass ich wegen der Anwesenheit von Physikern im Roman leicht verliebt-verblendet war, aber es ist weit mehr als das. Orths fabuliert hier quer in die Weltgeschichte hinein, dass es eine wahre Freude ist, verliert aber doch nicht die Bodenhaftung, die es braucht, damit der Leser in der Geschichte bleibt. Ein Feuerwerk von Ideen, Skurrilitäten und eine Art Kuriositätenkabinett in Buchform – Ach herrlich!

Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme eine Schickse – Thomas Meyer

Herrlich unterhaltsam. Das Buch ist nur so gespickt mit jiddischen Ausdrücken, was meinem Mann und mir einige nette Abende beschert hat, in denen ich versucht habe, einige Szenen laut vorzulesen. Jiddisch ist eine spannende Sprache, eine lebendige, die sich, je nach Standort auch deutlich unterscheidet. Ein ganzes Buch in diesem Tonfall zu schreiben – klasse! Und Wolkenbruchs Reise, hin und hergerissen zwischen seiner Mame, dem Judentum, den Schicksen und seinem Glauben – man folgt ihm gern.