Tante Frieda – Heidi Gebhardt

Regionalkrimis sind ja immer so eine Sache. Hier hat für mich aber alles gestimmt: Lokalkolorit, eine sympathische Ermittlerin namens Tante Frieda mit Kochleidenschaft und ebenso neugieriger Nichte, ein gewisser Witz und ein gut verpackter Kriminalfall. Zwei nette Schmökerstunden auf dem Sofa, prima Unterhaltung, Hanauherz, was willst Du mehr?

Die Analphabetin, die rechnen konnte – Jonas Jonasson

Nachdem gefühlt dieser Jonasson bereits zerissen und hochgejubelt wurde, kann ich mich ja kurzfassen: ich fühlte mich wieder bestens unterhalten (was soll ich sagen, ich mag nunmal seinen ironischen und beissenden Witz und die himmelschreiend schrägen Wandlungen und Irrfahrten seiner Figuren) – mehr Kriterien musste dieser Roman für mich nicht erfüllen.

Magical Mystery – Sven Regener

Ein Roman über eine Figur aus den Herr Lehmann Büchern. Mhm. Über Techno. Doppel-Hm. Interessiert mich das? Will ich das? Und wie! Ich war begeistert, wie Regener meine zwei Fragezeichen mit einem Rutsch weggewischt hat – ich habe gelacht und wissend genickt, das Buch in kürzester Zeit ausgelesen und gedacht: wahrscheinlich könnte er auch über Hühnerhaltung schreiben – ich würde es auch mit Begeisterung lesen!

Das ist nicht wahr, oder? – Jenny Lawson

Mit Sicherheit eines der interessantesten und ungewöhnlichsten Bücher, das ich im Jahr 2013 gelesen habe. Erschütternd, urkomisch, ironisch, tragisch, ehrlich, authentisch…ich habe zwischen Lachen und Weinen geschwankt und kann Jenny Lawson nur bewundern. Eine so ungewöhnliche Kindheit zu leben und davon den ein oder anderen Knacks mitzubekommen ist das eine. Dann so darüber schreiben zu können, das andere. Beides zusammen – ist selten und macht sie damit zu einer Berichterstatterin über das eigene Leben, so klar und einzigartig wie ich es selten gelesen habe. Eine unbedingte Empfehlung!

Sheila Levine ist tot und lebt in New York – Gail Parent

Eine kleine Zeitreise, die sehr slapstickartig beginnt, mit jüdischem Witz und Galgenhumor. Das Buch schlägt aber auch ernsthaftere Töne an und verliert ein wenig die Rasanz des Beginns, gewinnt dadurch aber nochmal an Tiefe. Eine ganz eigene Welt – die Welt von Sheila Levine. Begleiten wir sie ein Stück… denn der Weg lohnt!

Herr und Frau Hase: Die Superdetektive – Polly Horvath

Schräg, Schräger – Polly Horvath. Wer wirklich das „ganz andere“ Kinderbuch sucht, ist hier definitiv richtig. Allerdings wurden selbst mir ab und an die sprudelnden Einfälle der Autorin etwas zuviel – ich habe mich zwar bestens amüsiert, habe mich aber doch gefragt, ob Kinder hier einfach die Fantasie und herrlich andere Welt genießen beim Lesen oder doch eher etwas verwirrt werden. Würde ich nur geübten Lesern empfehlen.

Lockwood & Co: Die seufzende Wendeltreppe – Jonathan Stroud

Endlich wieder Stroud, wie man ihn kennt und liebt. Was soll ich sagen: hier kommt wieder der herrliche Witz des Autors zum Tragen, die Geisterumgebung ist mal etwas erfrischend anderes, das Team rund um Lockwood ein schön skurriles: hat mir rundherum gefallen. Einzig: es ist definitiv ein Jugendbuch, weniger erwachsen als Bartimäus. Aber: wer schert sich darum? Ich jedenfalls nicht: ich freue mich auf eine tolle neue Jugendbuch-Reihe mit gruseligem Einschlag!