Archiv für die Kategorie ‘B’

Das Geräusch einer Schnecke beim Essen – Elisabeth Tova Bailey

Montag, 06. Februar 2012

Der Titel machte mich neugierig, das schön gestaltete Cover ebenfalls. Als ich dann auf der Website der Autorin der Schnecke beim Essen zuhören konnte (hier!) war meine Neugierde endgültig geweckt! Hier erwartet den Leser eine unerwartete Perspektive…

Die Autorin erkrankt schwer, ist nicht in der Lage sich selbst zu versorgen oder ich ausserhalb ihres Bettes zu bewegen. Eine Freundin bringt ihr, aus einer Stimmung heraus, eine kleine Schnecke als Gesellschaft mit. Was zunächst seltsam anmutet, wird später der größte Halt für Bailey, die extrem unter ihrer Krankheit und Isoliertheit leidet . Sie findet in der Betrachtung der Schnecke Ruhe und Paralellen zu ihrem eigenen Leben. Zudem hat sie später viel über Schnecken recherchiert und mischt interessante Fakten über diese Tiere mit ihren eigenen Beobachtungen. Ich würde nicht behaupten das Schnecken im Fokus meiner Aufmerksamkeit stehen, hier allerdings war ich fasziniert und angetan vom Facettenreichtum dieser Art.

Mich hat angerührt, wie diese Frau sich zurück ins Leben kämpft, und in dieser kleinen Schnecke einen Lebenswillen findet. Es ist nicht wirklich ein Roman, aber eine wirklich toll geschriebene Lebensgeschichte. Lesenswert!

Vom Ende einer Geschichte – Julian Barnes

Montag, 26. Dezember 2011

Es wundert mich absolut nicht, das Barnes für diesen Roman den Booker Prize bekommen hat. Von der ersten Seite an war ich in der Szenerie, es enthüllt sich nach und nach das Gesamtkunstwerk dieses Romans, es ist spannend, voller Wendungen und doch so schmerzlich nah an eigenen Erfahrungen, die man mit dem Protagonisten teilt – wow! Hier hat für mich wirklich alles gepasst – die Sprache, der Aufbau, die Geschichte, einfach alles. Das Buch hat mich berührt und begeistert zurückgelassen und jedesmal wenn ich darüber rede, gerate ich ins Schwärmen und bin ziemlich ergriffen. Wirklich, empfehlenswert, bitte kaufen, bitte ausleihen, Hauptsache – lesen!

Summer and the City – Candace Bushnell

Mittwoch, 05. Oktober 2011

Nachdem ich vom ersten Teil der Carrie-Diaries ja wirklich positiv überrascht und angetan war, habe ich diesen zweiten Teil freudig erwartet. Leider, leider – ja, es war nett an einem Nachmittag zu lesen. Es hatte ein paar hübsche Szenen und vorallem sind die Kennlerngeschichten von Carrie, Miranda, Samatha und Charlotte natürlich für jeden Fan der Serie wichtig. Aber es hatte nicht ansatzweise den Witz  des ersten Teils, es kam nicht richtig in einen Erzählfluß…schade, wirklich schade!

Boys don’t cry – Malorie Blackman

Samstag, 10. September 2011

Eine gewagte Perspektive: Dante hat gerade seinen Abschluss gemacht, alle Türen stehen ihm offen – er will endlich das Elternhaus, das seit dem Tod der Mutter ungemütlicher wurde und den anstrengenden, stets mit ihm konkurrierenden kleinen Bruder Adam hinter sich lassen. Da konfrontiert ihn seine Exfreundin mit der Tatsache, das er eine Tochter hat – und diese ist schon fast ein Jahr alt. Als die Mutter sich, mit der Erziehung überfordert, aus dem Staub macht, steht Dante erstmal da – alleine, mit einem Baby und voller widersprüchlichster Gefühle. Seinen Weg zu verfolgen, wie aus anfänglicher Ablehnung, Überforderung und ja auch Zweifel an der Vaterschaft überhaupt, später dann langsam eine Vater-Tochter-Beziehung entsteht und Dante um seine kleine Familie kämpft – das ist so eindringlich und bewegend geschrieben, das ich mehr als einmal gerührt war. Dabei ist das Buch nicht geschönt oder kitschig – es hat harte, realistische und heftige Szenen. Besonders beeindruckend fand ich das hier mal eine sehr seltene Konstellation beschrieben wird, noch dazu von einer Autorin. Für mich hat sie die Geschichte gut eingefangen, auch die Familie um Dante herum, der Vater der für seinen Sohn eine glänzende Zukunft erhoffte und doch auch um seine neue Rolle als Großvater weiß. Der Dante unterstützen will, aber weiss – er muss seinen eigenen Weg finden. Der schwule Bruder der um Anerkennung innerhalb seiner Familie kämpft aber sofort das Herz der kleinen Tochter erobert. All das macht diesen Roman zu einem gut lesbaren, packenden Jugendbuch.

Fat Cat – Robin Brande

Freitag, 09. September 2011

Eigentlich war ich zuversichtlich, das ich zu diesem Buch einen richtig tollen Leseeindruck schreiben kann. Da landete ich allerdings (wie immer gern) bei Christine von Lesemomente. Und ihre Rezension dieses ungewöhnlichen Jugendbuches ist so treffend, das ich garnicht erst versuche es ist noch passendere Worte zu kleiden und euch einfach zu Christine schicke: Bitte hier entlang! Danke meine Liebe!

Die Frau meines Lebens – Nicholas Barreau

Donnerstag, 18. August 2011

Ich lese gerne romantische Bücher. Und gerne Bücher über die Liebe. Aber hier war alles zuviel: zuviel Drama, zuviel Ropmantik, zuviel ja…Zuckerguß? Der Autor hat jedenfalls reichlichst davon ausgekippt. Am Anfang hatte mich noch ein wenig die furios-rasante Art des Autors amüsiert, zum Schluss hin fand ichs geradezu hysterisch. Muss mir schwer überlegen ob ich nochmal etwas von ihm lesen werde, momentan stehen die Zeichen eher schlecht.

Handauflegen – Alan Bennett

Mittwoch, 04. Mai 2011

Kurz, böse, gut! Bennett macht nicht viele Worte und das hat er auch nicht nötig – seine Geschichten sind so schön skurril und doch so nah dran am heutigen Geschehen. Sodass man sich bisweilen erschrocken fragt, ob er nicht gar den geneigten Leser selbst schonmal zur Vorlage hatte…Was ich an Bennett mag ist, wie er mit wenigen Worten jegliche Charakterschwächen, die zumeist doch nur allzumenschlich sind herausarbeitet – und diebischen Spaß dabei hat!

Kluge Babys, schlaue Kinder – Katharina Bäcker-Braun

Samstag, 30. April 2011

Bitte nicht vom Titel abschrecken lassen – Das Buch hat nichts mit überzogener Frühförderung oder ähnlich überambitionierten Zielen zu tun. Es bietet einen guten Überblick über die verschiedenen Elemente der geistigen Entwicklung und verknüpft sie miteinander. Zudem ist das Buch gespickt mit Ideen für Kinder von 0 bis 3 Jahren, Liedern, Spielen, Bastelideen und Ritualen. Eine wahre Fundgrube für Eltern. Noch dazu machte es Spaß es zu lesen – ich bin sehr zufrieden und es wird uns sicher noch die nächsten Jahre begleiten!

The Carrie Diaries – Candace Bushnell

Samstag, 05. März 2011

Jeder SATC-Fan braucht dieses Buch! Finde ich. Ich liebe die Serie sehr und somit war dieses Buch sofort mein. Wir erfahren alles über Carrie Bradshaw, bevor sie nach New York kommt – ihre Highschool Jahre. Und das ist so sehr Carrie das man es einfach nur lieben muss. Es ist eindeutig ein Jugendbuch, lässt sich schnell lesen, das passt aber auch einfach zur vorherrschenden Stimmung. Carrie als Teenie die schon damals ihren Traum von New York und dem Schreiben träumt, das ist einfach klasse! Auch wenn einiges im Buch nicht mit Erwähnungen in der Serie übereinstimmt, tut das diesem Buch keinen Abbruch – für mich gewährt es einen tieferen Einblick in Carries Seelenleben, warum sie wird wie sie uns später in der Serie erscheint und was ihre Überzeugungen prägte. Also – High Heels an und die Carrie Diaries kaufen…;-)

Schneller als der Tod – Josh Bazell

Montag, 14. Februar 2011

Ein schneller, böser Thriller rund um die Mafia und einen, der versuchte, vor ihr zu fliehen – in ein Krankenhaus, als Arzt. Präzise wie mit einem Skalpell geschnitten sind die Figuren, hektisch und ohne Gnade der Krankenhausalltag, eiskalt die Mafia. Und überhaupt: schnell ist einfach alles in diesem Roman, dem oft bemühten Vergleich einer Mischung aus Dr. House und Tarantino kann ich nur zustimmen.