Archiv für die Kategorie ‘D’

Sieben Minuten nach Mitternacht – Patrick Ness/Siobhan Dowd

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Ein Buch über eine Krankheit. Ein Buch über das Sterben. Ein Buch über den Tod. Ein Buch über die Liebe eines Sohnes zu seiner Mutter. Ein Buch über Angst. Ein Buch über Liebe. Ein Buch über Loslassen.

Und all diese Dinge machen dieses Buch zu einem besonderen. Die Ausstattung ist sehr auffällig, die Illustrationen bringen die Geschichte noch näher an den Leser heran. Es ist ein Buch das gleich auf drei Ebenen an ein sehr sensibles Thema rührt – Erzähltext, Grafik und Fabeln. Es gab einen kleinen Punkt der mich störte, der mir das ganze zu unrealistisch erscheinen lies, das mag aber auch Geschmackssache sein. Wichtig war, das ich zum Schluss doch etwas erschlagen von der Wucht die dieses Buch hinterlässt dasaß und ein wenig weinen musste.Was dieses Buch schafft ist, zu zeigen, das es im Angesicht des Todes einer geliebten Person kein richtig oder falsch gibt. Das manchmal der Tod selbst uns am meisten über das Leben lehren kann.

Paris Trout – Pete Dexter

Samstag, 24. September 2011

Hier war ich eher enttäuscht. Das Buch hat sich für mich gezogen, die Geschichte kam nicht richtig in Gang und verlief sich wie Kaugummi der nicht recht vom Schuh will. Ich habe glaube ich eine ganz andere Auseinandersetzung mit Rassismus und Kleinstadt-Justiz erwartet und kam dann nicht klar. Ein bisschen schade, weil das Buch von einigen Kunden und Kollegen sehr geschätzt und oft empfohlen wurde, bei mir hat es leider nicht den Nerv getroffen.

Nikolski – Nicolas Dickner

Samstag, 14. Mai 2011

Nichts für Freunde klarer Strukturen und einem einzelnen Erzählfluss. Wirr und recht schräg aber generell mag ich das ja. Hat mich nicht umgehauen, allerdings auch nicht wirklich enttäuscht – dafür waren viele kleine Begebenheiten innerhalb des Buches einfach zu gut.

Tarmac: Apokalypse für Anfänger – Nicolas Dickner

Mittwoch, 20. April 2011

Eines von den Büchern, die einem vielleicht durchrutschen – der Autor in Deutschland nicht allzubekannt, der Titel etwas seltsam. Das ich es lesen konnte liegt an einer netten eMail der Kollegen von der Frankfurter Verlagsanstalt in der sie dieses Buch so witzig und treffend beschrieben, das ich es sofort lesen wollte. Thanx for that! Wie man sich nach der Einleitung denken kann, bin ich sehr angetan. Ein atmosphärisch so dichtes Buch mit verrückten Einfällen, zwei Helden die man sofort liebgewinnt und nicht zuletzt ein schräges Roadmovie. Wenn man dann noch auf skurrile Ereignisse, ein bisschen nerdige Naturwissenschaft und Weltuntergangsszenarieren steht – Treffer! Dieses Buch hat soviel, was ihm einen Platz im Regal der Bücher sichert, die man gerne als Geheimtipp weiterempfiehlt.

DU – Zoran Drvenkar

Donnerstag, 10. März 2011

Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch, nachdem ich wahnsinnig begeistert von “Sorry” war. Ein schwieriges Buch. Einerseits habe ich es zu Ende gelesen, wollte wissen wie es endet – bei 600 Seiten ja auch schon eine Aussage. Andererseits war es zwischendurch so zäh, anstrengend zu lesen, kein Durchblick…Drvenkar erzählt aus 3 Perspektiven – eine davon war genial, absolut packend, auf die hab ich mich dann immer gefreut. Leider nimmt sie den kleinsten Teil ein. Er versteht sein Handwerk, keine Frage, aber hier war ich dann doch eher enttäuscht – für einen Krimi fehlt es mir an Tempo…Trotzdem – komplett verreissen kann und will ich es nicht.

Paula Spencer – Roddy Doyle

Sonntag, 25. April 2010

Wie der Titel vermuten lässt, dreht sich alles in diesem Roman um die Irin Paula Spencer. Hier wird eine Figur gezeichnet, der sonst vielleicht nicht soviel Aufmerksamkeit  seitens der Literatur entgegengebracht wird – Doyle gelingt das sehr einfühlsam, das Buch wirkt weder effekthascherisch noch aufgesetzt sondern einfach nur ehrlich. Hart und manchmal fast zu ungeschönt, aber genau das ist es, was diesen Roman abhebt. Paulas täglicher Kampf um trocken zu bleiben, sie die ehemalige Alkoholikerin, die putzen geht um das Geld für sich und ihre 2 noch zuhause lebenden Kinder zu verdienen, die ihren eigenen Dämonen nachjagen. Es ist kein Krimi und dennoch hält man zeitweise fast den Atem an und fragt sich: Schafft Paula es? Wie wird sie weitermachen? Das macht für mich ein wirklich gutes Buch aus!

Gargoyle – Andrew Davidson

Freitag, 26. Februar 2010

Ein schwer zu beschreibendes Buch. Keine wirkliche Fantasy, aber auch nicht “real” genug um rein als normaler Roman gehandelt zu werden. Davidson vermischt die Lebensgeschichte seines Protagonisten, einem Brandopfer das sein Schicksal kaum zynischer bewerten könnte, mit der Geschichte einer ungewöhnlichen Bildhauerin, Marieanne Engel. Diese steht eines Tages am Krankenbett und behauptet, beide würden sich schon lange kennen – aus früheren Leben, wo beide ein Liebespaar waren. Der Autor benutzt Rückblenden, Rauschzustände und Erzählungen um so nach und nach ein irrwitziges Konstrukt zu bauen – und nicht nur der Leser fragt sich – wieviel davon ist “wahr”? Ist Marieanne Engel wirklich so alt oder hat sie einfach nur eine wahnsinnige Vorstellungskraft, vermischt mit Geisteskrankheit?

Ich habe mich etwas schwer getan, dennoch zu Ende gelesen, was für mich bei fast 600 Seiten durchaus ein Merkmal dafür ist, das es mir stellenweise sehr gefallen hat. Allerdings ist die Geschichte zeitweise wirklich sehr abgedreht und nicht jedermanns Sache – auch die einzelnen Erzählperspektiven haben unterschiedliches Kaliber.

Wer gern ungewöhnliches liest, eine Vorliebe für Sagen und Historisches hat und viel Sarkasmus, dem sei Gargoyle durchweg empfohlen. Wer eine innige Liebesgeschichte erwartet, wie es zum Teil beworben wird, dem würde ich eher etwas anderes in die Hand drücken.

Die unsichtbaren Stimmen – Carolina de Robertis

Montag, 03. August 2009

Hier kommt ein Buch über das ich schwärmen werde! Ein toller, verschlungener Roman, der mystisch und opulent anfängt und zum Ende hin immer spannender wird. Über 3 Generationen hinweg werden 3 Frauen und ihre (Familien)-Geschichte beschrieben und das sehr mitreißend und packend. Lässt sich super lesen, macht immer Lust auf mehr und hat den Vergleich mit Allende absolut verdient! Auch das der Roman in Uruguay spielt und verschiedenste Kulturen sich im Laufe des Buches dazumischen macht das ganze einfach noch “runder”. Für mich eines der Highlights für diesen Sommer als Lektüre!

Jetzt ist Heute – Kora Decker

Montag, 25. Mai 2009

Kora Decker beschreibt, wie sich ihr Leben verändert, nachdem sie an Brustkrebs erkrankt ist. Solche Bücher empfinde ich als schwer zu rezensieren – sind die meisten doch keine Schriftsteller, deren Stil man vielleicht kritisieren würde – es geht viel mehr um Inhalte. Ich würde sagen: viel Einblick für Menschen, deren Freunde oder Verwandte auch an Krebs erkrankt sind. Eine ganz eigene Art von Auseinandersetzung mit der Krankheit – es gibt für jeden nur eine Art und die muss jeder für sich selbst finden. Frau Decker hat mit Humor und mit sehr viel Willen um das Leben gekämpft. Das hat mir imponiert. Ich wünsche ihr von Herzen das alles gut bleibt.

Die Physiker – Friedrich Dürrenmatt

Sonntag, 22. März 2009

Endlich hatte ich mal Zeit für dieses Werk, zu meiner Schulzeit wurde das nämlich leider nicht gelesen. Was ein herrliches Stück! Ich habe die Protagonisten gradezu vor mir gesehen, möchte das unbedingt mal im Theater sehen. Wer ein kurzweiliges, intelligentes, witziges Stück haben möchte: Voila! 3 “verrückte” Physiker in einer Nervenheilanstalt…und nichts ist so, wie es eigentlich scheint. Witzig, schnell gelesen, es gibt keinen Grund, es nicht zu lesen ;-)