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Ein Geschenk des Himmels – Anne Enright

Sonntag, 12. Dezember 2010

Ich hatte schöne kleine Glossen, durchaus mit Humor und gesundem Pragmatismus über Schwangerschaft, Kinder und das Leben mit ihnen erwartet. Ich bekam eine frustrierte Mutter die teilweise wirklich völlig verschwurbelte Theorien zum besten gab, meine Vorstellungen vom Elternsein nur sehr selten traf und insgesamt eine so distanzierte Haltung zu ihren Kindern einnahm, das ich mich geschüttelt habe. An wenigen Stellen griff der aussen angekündigte “Witz”. Das Buch hat mich wütend gemacht, denn es spricht teilweise wirklich ohne Respekt vor andersdenkenden Eltern über diese erste Zeit mit Kindern…Natürlich ist es in Ordnung, seine Erfahrungen zu schildern (und sicherlich hatte die Autorin es durch persönliche Probleme etwas schwerer), das diese Zeit auch unglaublich anstrengend sein kann stellt sicher keiner in Abfrage und auch das es schwarze Tage in einer Familie geben kann. Aber diese negative Grundhaltung gegenüber so ziemlich allem liess mich wirklich fragen, warum die Autorin unbedingt darüber schreiben wollte? Zur Ermunterung sicherlich nicht, eher zur Abschreckung. Ich rate ja selten von einem Buch ab aber hier aus vollem Herzen.

Ihr kriegt mich nicht – Mikael Engström

Sonntag, 23. August 2009

Miks Aufgabe ist einfach: Niemand darf merken das sein Vater nur noch trinkt und sein Bruder so langsam in die Kriminalität abrutscht. Aber die Aufgabe ist nicht einfach: das Kartenhaus bricht zusammen. Statt bei seiner Tante im hohen Norden untergebracht zu werden, soll Mik zu einer Pflegefamilie und wehrt sich heftig. Was folgt ist eine einzigartige Geschichte über das Dazugehören, Familie, Freunde, ein klitzekleines skurriles Dörfchen und die Frage: “Wissen die Erwachsenen wirklich, wo ein Kind zuhause ist?”.

Das Buch berührt sehr, es ist intensiv und voller Kraft geschrieben. Kinder sind so stark und nicht immer ist die Lösung nach Schema F die richtige für die Seele. Ein großartiges Jugendbuch!

Letzte Reise – Anna Enquist

Sonntag, 01. Februar 2009

Der Stil und ihr Wortfluss sind wirklich richtig toll, deshalb habe ich es auch gerne gelesen. Die Idee, von James Cook aus der Sicht seiner Frau zu erzählen, finde ich auch spannend. Grade diese Geschichte zwischen ihr und ihm, ihrer Entfremdung und doch Liebe hat mich sehr interessiert – aber es geht halt auch viel um die Expeditionen, die Seeleute, Entdecker…nichtmal das es so “zäh” gewesen wäre, ich habe einfach nur nicht soo großes Interesse daran. Deshalb hab ich recht lange dran gesessen, trotzdem würde ich es empfehlen :-)

Kontrapunkt – Anna Enquist

Donnerstag, 20. März 2008

Anna Enquist hat mit diesem Buch ein kleines, feines Meisterwerk geschaffen. Auf der Basis der Goldberg-Variationen von Bach beschreibt sie den Prozeß der Aufarbeitung einer Mutter, die ihre Tochter verloren hat. Fein verwebt in die Musik brechen Bruchstücke aus dem gemeinsamen Leben hervor, taucht man ein in Erinnerungen und immer wieder bringt die Partitur und das Spiel die Frau an ihre Grenzen.

Sehr schön zu lesen, eine ergreifende und doch so “normale” Familiengeschichte. In jedem Satz spürt man die tiefen Gefühle die die Mutter für ihre Tochter hegt, die Beschreibungen der Musik, der Noten und der Paralellen zur Geschichte geht einem auch als Nicht-Musiker auf und berührt. Für mich eines der schönsten Bücher für den Herbst 2008 ! Lesen!