Die Krimi-Reihe um Cormoran Strike von Robert Galbraith

Ich gebe es ehrlich zu – dass ich diese Krimi-Reihe nicht früher für mich entdeckt habe, ist ganz und gar meine Schuld. Ich bin ein großer Harry Potter Fan, J.K. Rowling hat mit diesen Büchern für immer einen Platz in meinem Leserherz. Und dann kamen die Krimis, unter dem Pseudonym Robert Galbraith, obwohl eben dieses nicht lange ein Geheimnis blieb. Und ich … zögerte. Ich bin sowieso keine große Krimi-Leserin und überhaupt, es reizte mich einfach nicht.

Nach einer kleinen OP lag ich also im Frühjahr auf meinem Sofa und durchforstete die Onleihe. Naja, reinlesen könnte ich ja einmal. Und zack – hatte ich innerhalb von zwei Wochen alle bisher erschienenen Bände (Der Ruf des Kuckucks, Der Seidenspinner, Die Ernte des Bösen) inhaliert. Die Krimi-Reihe um Cormoran Strike von Robert Galbraith weiterlesen

Gomringer & Gomringer Ausstellung

Zürich liest rückt näher und ich freue mich ganz besonders auf den Besuch im Strauhof . Gomringer & Gomringer wird es für mich geben, Vater und Tochter in einer Ausstellung. Beide widmen ihr Leben der Lyrik, wenn auch jeweils in recht unterschiedlicher Weise! Einen ganz guten ersten Einblick in die Ausstellung findet ihr in diesem Artikel von SRF Kultur, inklusive zweier kleiner Hörproben von Eugen Gomringer, dem Erfinder der “konkreten Poesie“.

Mehr zu seiner Tochter Nora Gomringer findet ihr auf ihrer Website. Sehr sehenswert finde ich ihr Gespräch bei Druckfrisch mit Denis Scheck  welches in einem leeren Schwimmbecken gedreht wurde. Besonders sympathisch finde ich die Stelle, an der sie sich mit Denis Scheck darüber unterhält, dass sie immer “mit Reclam-Bänden bewaffnet zu Veranstaltungen gegangen ist” als Jugendliche, um lesend flüchten zu können. Sie sagt den schönen Satz:

“Es ist sehr schön, dass man dieses Ressort hat, diese Möglichkeit, sich an einen Dichter im Prinzip zu lehnen in dem Moment der größten Einsamkeit.”

Am Ende liest sie eines ihrer Werke aus dem Gedichtband Morbus  vor und man möchte mehr hören, möchte mehr von ihr erleben. Nora Gomringer ist eine faszinierende Performerin. In der Ausstellung wird es auch Videoinstallationen geben, auf die ich sehr gespannt bin. Im Netz gibt es ja schon einiges zu finden und ich habe mich in dieses kleine Kunstwerk verliebt: Nora Gomringer liest Ringelnatz . Dieses kreative Spiel mit Worten, Sprache, mit bewegten Bildern und diesem feinen Witz im Hintergrund – das trifft bei mir ins Schwarze!

Wer vorab mehr lesen will oder den Weg nach Zürich bedauerlicherweise nicht antreten kann, dem sei ausdrücklich ihr Buch “Mein Gedicht fragt nicht lange reloaded” empfohlen, erschienen bei Voland & Quist. Dank der beigelegten CD kommt man zusätzlich in den Genuß, sich die Texte anhören zu können. Nora Gomringer liest hinreißend und einvernehmend, eine große Empfehlung!

Lyrik und Poesie gleich im Doppelpack – Herz, was willst Du mehr?

 

About my Shelf – Hrsg. von Maggie Gernatowski

Ich warne euch vor – wenn ihr dieses Buch zur Hand nehmt, plant entsprechend vor und vor allem genug Zeit ein. Einen Stift und das Notizbuch: zum Notieren der Bücher, die ihr nun lesen möchtet. Und: Lautsprecher und das Musikportal eurer Wahl um euch stundenlang durch die Musiktipps zu hören.

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Was habe ich dieses Kleinod gerne durchgeblättert und gelesen! Die Grundidee ist einfach.

10 Musikerinnen und Musiker erzählen uns etwas über ihre Bücherregale.

10 Autorinnen und Autoren erzählen uns etwas über ihre Plattenregale.

Dabei kam ein ganzer Schatz an Empfehlungen heraus, die durch das luftige und klare Layout leichtfüßig daherkommen. Eine grobe Form ist vorgegeben und doch hat man viel mehr das Gefühl, einem Gespräch zu lauschen als ein Interview zu lesen. Man gerät ins Stöbern, entdeckt komplett Unbekanntes und freut sich, wenn man gar bei einem geliebten Autor eine musikalische Gemeinsamkeit entdeckt ;-)  Ich liebe solche Bücher, die mir einen Einblick erlauben und mir etwas über Menschen erzählen, mit der der gleichen Leidenschaft für ihre Regalinhalte.

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Und daher gibt es jetzt auch gleich drei meiner neuen Anspieltipps, beim Durchhören für mich entdeckt:

 

The Earth Is Not a Cold Dead Place von Explosions in the Sky (die Band hört Karen Köhler manchmal beim Schreiben)

Landslide von Fleetwood Mac & I Still Do von I Am Kloot (hört Benedict Wells, wenn er etwas Trauriges schreibt)

Auf der Buchwunschliste gelandet sind:

Revolting Rhymes von Roald Dahl (liebstes Kinderbuch von Cherylin Macneil

Faserland von Christian Kracht (Hendrik Otremba nennt eine Szene aus diesem Buch auf die Frage nach seiner Lieblingsszene)

Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an meine Buchhändlerinnen-Kollegin Marijke, die dieses fabelhafte Buch für unseren Buchladen entdeckt hat! Ich wünsche ihm noch ganz viele Leser!

 

Das Ja-Wort – Elizabeth Gilbert

Ich würde jedem empfehlen, die Bekanntschaft von Elizabeth Gilbert zu machen, denn diese Frau ist fantastisch! Kreativ, intelligent, witzig und von einer Herzenswärme, die mich jedes Mal wieder umhaut. Ihr Podcast zu Big Magic, ihre Facebook-Seite, all das sind gute Orte um sie kennenzulernen. Diese Auseinandersetzung von ihr selbst mit der (eigenen) Ehe ist es eher weniger. Auch hier kommen viele der obigen Qualitäten zum Tragen, allerdings ist das Thema doch, trotz ihrer sorgfältigen Recherche und einer spannenden Auseinandersetzung, nicht unbedingt dazu geeignet, ein ganzes Buch füllen zu wollen. Ein längerer Artikel hätte mich hier eher bei der Stange gehalten, bzw. hätte für mich vollauf ausgereicht.

Die Anklage – John Grisham

Wer hat meinen John Grisham ersetzt?! Fing das Buch an wie ein klassischer Grisham (Lesen, Wohlfühlen, behaglich wie ein gemütliches und durchgesessenes Sofa…) so zerfaserte es immer mehr. Es gab einige sprachliche Entgleisungen, wo ich mich gefragt habe, ob ich gerade wirklich Grisham lese, zudem war der rote Faden zeitweise unter vielen anderen Fällen verdeckt. Man hatte das Gefühl, dass der Autor hier möglichst viel seines recherchierten Materials unterbringen wollte, was an sich auch hochspannend war – für meinen Geschmack aber in der Masse zuviel. Als Hardcover muss ich da ehrlich sagen: das ist zuviel Geld für einen mittelmässigen Fall…!

Besser jetzt als irgendwann – Lauren Graham

Ich werde Lauen Graham wohl immer verehren für ihre vielen Jahre als Lorelai Gilmore, denn dort hat sie einen fantastischen Job gemacht. Ob sie auch schreiben kann? Ich war gespannt. Insgesamt hat mich der Roman nicht vom Hocker gehauen, allerdings habe ich in der Sparte schon deutlich schlechteres gelesen und das Buch hatte Witz und Charme. Nettes Wohlfühlbuch.

Kein Mord ohne Tante Frieda

Tante Frieda ist Kult – zumindest in Hanau. Aber nein, nicht nur! Denn mittlerweile ist Tante Frieda so erfolgreich, dass sie weit über die Grenzen Hanaus, ja Hessens hinaus bekannt geworden ist. Denn der Ullstein Verlag hat das Potential erkannt und hat sowohl den ersten als auch den neuen Tanta-Frieda-Krimi bei sich im Hause verlegt. Und kann man es ihnen verdenken? Wenn Tante Frieda erstmal loslegt, sind sie und ihr treuer Dackel Amsel kaum noch zu halten und ein unschlagbares Team. Und so ermittelt Tante Frieda wieder, im Schlepptau ihre Nichte Lena und ihren Neffen Sven – diesmal in einem Mordfall auf dem Golfplatz. Und dass es wieder spannend, witzig (und außerdem – lecker!) wird, das kann ich an dieser Stelle schon einmal versprechen!

Der Ozean am Ende der Straße – Neil Gaiman

Mein erster Gaiman und dank einigen Fans im Kunden und Freundeskreis waren meine Erwartungen hoch. Als ich das Nachwort las, wurde mir klarer, warum mich während des Lesens eine leise Enttäuschung beschlich. Gaiman entwickelte den Roman aus der ursprünglichen Idee einer Kurzgeschichte heraus, was für diese Szenerie auch vollkommen ausreichend gewesen wäre. Ich wurde nicht recht warm mit den Geschehnissen und wartete innerlich glaube ich schlicht auf “mehr”. Gaiman bekommt aber noch eine zweite Chance, denn sein Stil hat mir durchaus gefallen.