Archiv für die Kategorie ‘G’

Das Haus an der Bunker Street – Helen Garner

Dienstag, 02. März 2010

Klang eigentlich gut – eine “ganz normale” Familie trifft auf eine eher exzentrische Familie, das ganze verstrickt sich, Patchwork ist das Stichwort und die Entwicklungen geraten aus dem Ruder. Es war schnell gelesen, aber so einen richtig bleibenden Eindruck hat es bei mir nicht hinterlassen. Trotzdem sind die Ereignisse gut erzählt und stimmig – vorallem gefällt mir ihre unaufgeregte Art, die Menschen und ihre Beweggründe zu schildern. Ich mochte ja “Das Zimmer” sehr, hier handelt es sich um ein deutlich früheres Werk (1984). Vielleicht lag da meine Erwartungshaltung auch etwas verkehrt.

Ein geschenkter Tag – Anna Gavalda

Dienstag, 09. Februar 2010

Gavalda ist zurück und zwar so, wie wir sie lieben. Mit leiser Ironie, herrlich französisch und es bringt schonmal einen Hauch von Sommer…. Dieses Buch erzählt von einem geschenkten, ich mag fast sagen, einem geklauten Tag. Schon die ersten Seiten offenbaren den wundervollen Stil Gavaldas und das Buch verzaubert mit der Geschichte der 4 unterschiedlichen Geschwister und ihrem Leben. Ein Geschenk für die beste Freundin, die Schwester, die Mutter, die liebenswerte Arbeitskollegin – ach was, alle sollten in den Genuß dieses Buches kommen…!!!

Geschichte einer Ehe – Andrew Sean Greer

Sonntag, 10. Januar 2010

Eine Dreiecksgeschichte der ganz anderen Art, angesiedelt in den USA der 50ger Jahre. Eine sehr dichte Sprache, unheimliche viele Gedanken, Erinnerungen, wunderschöne, traurig-ziehende Beschreibungen über die Ehe, die Liebe, das Leben. Die Geschichte tritt, obwohl sie wirklich von Anfang an Neugier und Spannung erzeugt, oft etwas in den Hintergrund, aufgrund dieser intensiven Beschreibungen, aber da diese so mitreissen, tut das keinen Abbruch. Ein toller Roman über die Liebe, vielleicht grade für diejenigen, die von der großen, perfekten Liebe mal eine Pause brauchen.

Die Hüter der Rose – Rebecca Gablé

Samstag, 26. Dezember 2009

Nachdem ich das Jahr mit “Das Lächeln der Fortuna” begann, erschien es mir nur logisch, es auch mit einer Gablé zu beenden – der Fortsetzung der Waringham-Trilogie nämlich. Hatte mir der erste Teil schon gut gefallen und mich durchaus vom historischen Roman überzeugt, so hat es dieser zweite Teil ehrlich gesagt noch viel besser geschafft. Die Hauptfigur war mir von Anfang an sympathisch, die Nebenfiguren und Akteure, rund um die Waringhams waren so bunt, so vielfältig aufgebaut, das es eine reine Freude war. Für mich, die sich in englischer Geschichte nicht so gut auskennt, kamen die Wendungen auch immer wieder sehr überraschen *hüstel*. Ich fühlte mich extrem gut unterhalten und der sehr dicke Wälzer hielt nur lange vor, weil ich in der Weihnachtszeit immer wenig Lesezeit habe…ich kann und werde Gablé also weiterhin empfehlen und freue mich jetzt schon auf den dritten Teil der Waringhams…

Was mich so fasziniert ist: trotz sehr vieler Namen und komplizierten Handlungssträngen verliert Gablé nicht einmal den Faden, ich musste das Personenregister nur 2 mal benutzen. Das sich im Leben die Hochs und Tiefs die Hand geben und sich auch durchaus wiederholen, ist auch hier nicht anders – aber so gut geschildert, das es einem vorkommt, wie eine lange Reise, mit liebgewonnenen Figuren. Und am Ende der Reise schaut man wehmütig auf das Buch in seiner Hand und fragt sich: Wie wird es wohl weitergehen..?

Frau Gablé, falls Sie dies übrigens irgendwann mal lesen sollten: ihr treuester Fan, der mich und viele, viele andere in unserer Lesegruppe erst dazu brachte, etwas von Ihnen zu lesen, ist Karolin aus Berlin…

Die Chirurgin – Tess Gerritsen

Freitag, 10. Juli 2009

Ab und an lese ich dann ja mittlerweile doch mal Krimis. Und zum Antesten der Reihe um Jane Rizzoli habe ich mal dieses Werk von Gerritsen gelesen.Ein sehr detailreicher Krimi, mir teilweise eindeutig zuviel und zu plastisch beschrieben – es grummelte doch schon im Magen. Insgesamt mag ich es ein bisschen weniger blutig und weniger gewalttätig. Trotzdem ließ der Krimi sich gut lesen, war schnell durch und der Fall blieb auch recht spannend. Ich würde noch mal etwas von der Autorin lesen, es eilt aber nicht.

Ameisenzählung – Daniel Glattauer

Donnerstag, 07. Mai 2009

Kolumne des österreichischen Autors, veröffentlicht in der Zeitung “Der Standard”. Glattauer schreibt über das Leben, unfreiwillige Zufälle, Verfolgungen, Sprache und ungewöhnliche Vorfälle mit viel Schmiss, Ironie und Sprachwitz! Wer die Wiener bisher noch nicht kannte, wird sie hier durchaus kennenlernen. Für mich ein kurzweiliges Vergnügen!

Der Prophet – Khalil Gibran

Mittwoch, 22. April 2009

Eine Sammlung von weisen Texten über die zentralen Themen des Lebens. Besonders bekannt sind sicherlich die Texte über die Ehe, die häufig bei Hochzeiten verwendet werden (u.a. bei meiner eigenen..) und der Text über Kinder.Spirituell, aber nicht abgehoben.

Ein schönes, kleines, weises Buch!

Die Brautprinzessin – William Goldman

Sonntag, 19. April 2009

Seit Jahren, sicherlich schon seit Beginn meiner Ausbildung, lag meine liebe Kollegin A. mir in den Ohren: Sarah, lies doch mal “Die Brautprinzessin”! Ein Märchen über die wahre Liebe, edle Taten und Abenteuer. Irgendwie klang es ja interessant, dennoch bleib das Buch im Regal…und wartete auf mich. Nun kam dieses Jahr bei Klett-Cotta eine wunderschöne Neuausgabe heraus, in knalligem Pink – es war also um mich geschehen. Und ich habe es nicht eine Sekunde lang bereut, denn dieses Buch hat alles, was ein tolles, herausragendes Buch braucht: Witz, Charme, eine irrwitzige Handlung, tolle Wendungen und Einwürfe, es ist spannend und packend, man leidet mit und zwischendrin will man den Autor gleichzeitig lieben und verfluchen, weil er es immer wieder schafft zu überraschen und einen aufs Glatteis zu führen!

Wahrlich, ein Geniestreich! Ich verrate absichtlich nicht mehr, als das es einfach ein fabelhaftes Märchen ist – wenn man die Geschichte nicht kennt, ist es noch einen Zacken besser. Vertraut mir….;-)

Das Graveyard-Buch – Neil Gaiman

Sonntag, 01. Februar 2009

Also die Aufmachung alleine verdiente schon einen Stern – fand ich sehr schick, Metallbox in Grabstein-Optik. Ein bisschen schade fand ich, das es eine Haupthandlung gab, vieles “drumherum” aber nur angerissen wurde – das Buch hätte ruhig ein bisschen ausführlicher sein können. Aber wenn man davon absieht – eine richtig gute Idee und die Toten des Friedhofs sind einfach toll gemachte Figuren. Es ist spannend, witzig und schön abgedreht. Fühlte mich gut unterhalten!

Das Zimmer – Helen Garner

Donnerstag, 01. Januar 2009

Als ihre krebskranke Freundin Nicola für eine 3wöchige (obskure) Therapie zu ihr zieht, ahnt Helen nicht, das sie Nicola abgesehen von ihrer Hilfe vielleicht auch beibringen muss, das sie wirklich sterben wird…und das die Therapi, an die ihre Freundin sich klammert, vielleicht nur Geldmacherei ist. Garner beschreibt in diesem kleinen Buch sehr emotional und direkt, welche heftige Situation die beiden langjährigen Freundinnen erwartet, die Ohnmacht und auch die Auseinandersetzung mit dem Leben und dem Tod. Sehr authentisch und ehrlich, nach dem Ende, sinnt man noch eine ganze Weile lang nach…