Archiv für die Kategorie ‘H’

Harold and Maude – Colin Higgins

Montag, 30. Januar 2012

Hier bleibt mir nur zu sagen: ein wunderbares kleines Büchlein über das Sterben und das Leben – selten hat es jemand so gut auf den Punkt gebracht, wie diese beiden Ereignisse sich gegenseitig bedingen. Jeder sollte eine Maude in seinem Leben haben, jeder sollte singen und tanzen wenn ihm danach ist und sein ganz eigenes Leben leben. Ach, es ist einfach so ein großes JA zum Leben und nachdem ich den Film schon lange liebe, war diese Lektüre überfällig.

Der Mann, der kein Mörder war – Hjorth & Rosenfeldt

Montag, 31. Oktober 2011

Hier hat mich der Titel beim Auspacken der Neuheiten angesprochen und nachdem meine Kollegin dann auch noch meinte, sie könne mir ja ihr Leseexemplar mitbringen, nahm ich das zum Anlass, doch mal wieder einen Krimi zu lesen, was ich ja zugegebenermaßen selten tue. Und oftmals sind ja diese “Zufallsbücher”, die einem so über den Weg laufen, gerade genau das richtige. Ich sage nur: über 600 Seiten, ein Sofa und ein Sonntag – und ich war durch! Ein sehr sympathisches Ermittlerteam in Schweden, dazu ein unausstehlicher, eigenbrötlerischer Polizeipsychologe der seine ganz eigenen Gründe hat, sich in die Ermittlungen einzumischen – spannend bis zur letzten Seite, toller Plot und der Leser weiss sehr lange nicht, woran er ist. Definitiv meine Krimiempfehlung für 2011!

Den Mond aus den Angeln heben – Gregory Hughes

Samstag, 29. Oktober 2011

Eine vorwitzige, altkluge Heldin namens Ratte und ihr Bruder Bob, ein irrwitziger Roadtrip nach dem Tod des Vaters, Vorhersehungen und ein fluchender Rapper – eigentlich hatte das Buch sovieles, was es für mich lesenswert machen würde. Und über weite Strecken hält es auch, was es verspricht, einige Szenen waren so schön und witzig! Es wurde am Ende einfach zuviel, zu schnell, es wirkte so als ob man auf der Landstraße unterwegs sei und dann von 100 auf 220 ging, ohne Vorwarnung und dann war auch schon Schluss. Das ist jammerschade, denn Ratte und ihr Bruder sind mir ans Herz gewachsen. Obwohl ab 12 empfohlen, würde ich es doch eher etwas älteren Lesern empfehlen, die Themen sind nicht ohne. Also eine vorsichtige Empfehlung mit kleineren Haken.

Die Seelen der Nacht – Deborah Harkness

Dienstag, 20. September 2011

Ich habe mich wirklich gefragt: will ich noch so eine Vampir-Hexen-Geschichte lesen, noch dazu über 800 Seiten? Habe das Buch dann aufgeschlagen, eher um mich davon zu überzeugen das ich es nicht lesen muss – und mir gefiel der Anfang. Na gut, also bekam es seine Chance. Und ich las…und las…und freute mich immer abends, zu meinem Schmöker zurückzukehren…fühlte mich bestens unterhalten – alles drin: Liebe, Drama, sehr viele tolle Szenen die in der Universitätsstadt Cambridge spiele, eher ungewöhnliche Sportarten und Szenarien (und für Weinkenner die ein oder andere Empfehlung…)

Auch die Hauptfiguren sind gut gezeichnet, die Hexe eine kluge Frau mit Biss, der Vampir nicht nur unwiderstehlich sondern ebenfalls von Widersprüchen gezeichnet. Spannend, äusserst unterhaltsam und mal wohltuend anders – für jeden der noch einen tollen Roman für lange Herbstabende sucht: unbedingt zugreifen! Habe es jetzt mehrfach verliehen an Testleser und nach kürzester Zeit zurückbekommen: es wurde verschlungen ;-)

In Plüschgewittern – Wolfgang Herrndorf

Montag, 16. Mai 2011

Herrndorf schafft es,  dem üblichen Cocktail aus Roadmovie, der Hauptstadt (solche Bücher und Protagonisten würden in Hamburg oder Stuttgart einfach nicht funktionieren…), unglücklichen Erlebnissen und Traumata seine ganz eigene Note zu verleihen. Allein dafür gebührt ihm Anerkennung. Und auch wenn es nicht die ganze Zeit offensichtlich war – es steckt mehr in diesem dünnen Büchlein als nur eine Geschichte über einen, der gescheitert ist. Und man muss einfach zusehen – im übertragenen Sinne – einfach weiterlesen.

Runaway – Oscar Hijuelos

Freitag, 13. Mai 2011

Ein Glücksfall für jeden Buchsammler – eine wunderschöne, bibliophile Ausgabe mit blauem Leinen, einem tollen Cover, erschienen in der wunderschönen Fischer Reihe “Bücher mit dem blauen Band“. Allein das würde schon reichen an Gründen, sich das Buch ins Regal zu stellen. Zum Glück bleibt es nicht dabei. Eine Geschichte die mich von den ersten Seiten an fesselte (kongenial übersetzt von Günther Ohnemus), ein “Held” der mich berührte, mit dem ich mitfühlte. durch dessen Augen ich sah. Erwachsen werden, allen Umständen zum Trotz, mit stolpern, hinfallen aber wieder aufstehen. Groß!

Traut euch, Eltern zu sein – Helena Harrysson

Sonntag, 20. Februar 2011

Allein der Titel sagte zu mir “Das könnte was sein!” Ich konnte mich in sehr vielen Ansichten der Schwedin die selbst 6 Kinder hat und lange Zeit als Rektorin tätig war wiederfinden. Sie versteht es vorzüglich ihre eigenen Erfahrungen zu schildern, ihre Erfolge, ihre Niederlagen und verliert dabei nicht aus den Augen, das jedes Kind einzigartig ist. Eine Ermutigung an Eltern, sie selbst zu sein und manchmal einfach zu machen. Mag sein das ich vieles schon instinktiv ähnlich gemacht hätte – ich habe mir aber viele Anregungen aus dem Buch mitnehmen können und empfand ihre Schreibe als sehr mitreissend.

tschick – Wolfgang Herrndorf

Freitag, 31. Dezember 2010

Der Titel war seltsam, das Cover sagte mir nicht wirklich zu…zunächst ging tschick an mir vorüber. Dann tauchten nach und nach immer mehr Besprechungen auf, das Buch wurde als Geheimtip gehandelt. Also nahm ich es mal mit und dachte, okay, liest mal rein. Und ich wurde so belohnt! tschick ist ein Roadmovie erster Klasse, eine rasante Geschichte mit Wucht, sovielen herrlichen Szenen und immer wieder Sätzen, die dich grinsen lassen – ja, genauso fühlt sich das wohl an, erwachsen zu werden. Unsere beiden Helden machen diesen heissen Sommer zu etwas unvergesslichem und lassen den Leser daran teilhaben. Herrndorf hat hier etwas geniales abgeliefert! Kaufen. Bitte!

Kinderkacke – Julia Heilmann/Thomas Lindemann

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Eigentlich ist Kinderkacke kein Ratgeber. Den wollten die beiden Autoren auch nicht schreiben. Statt dessen entpuppt Kinderkacke sich als ehrliches, ungeschöntes Elternbuch das mich mehrfach zum Lachen, heftig-mit-dem-Kopf-nicken und So isses! sagen gebracht hat. Die beiden erzählen aus der jeweiligen Sicht, wie sie die Zeit mit ihren Kindern erleben und das machen sie richtig gut – man hat das Gefühl eine Familie kennenzulernen die um ihre Ecken und Kanten weiss, die ihre Schwierigkeiten genauso mit einem teilt wie die gemeinsamen Glücksmomente – das generell Kinder für beide Autoren zum Leben dazu gehören und sie ihre 2 Jungs nicht missen wollen steht ausser Frage!

Besonders gut fand ich das beide wirklich versuchen, sich offen und tolerant so manchen Fragen zu stellen, betrifft es jetzt die Elternzeit, die Erziehung, den Wiedereinstieg in den Beruf oder Zeit für sich selbst. Ganz klar ist das hier kein Nachschlagewerk, es ist ein Erfahrungsbericht der aber angenehmerweise nicht belehrt oder glaubt die Wahrheit für sich gepachtet zu haben. Nach einigen doch sehr blumig-verklärten Büchern zum Thema – eine echte Wohltat!

Erika – Elke Heidenreich

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Die Geschichte des großen rosa Plüschschweins habe ich als eines meiner Weihnachtsbücher gelesen. Die Geschichte war ganz schön, allerdings empfand ich sie nur teilweise an eine Hommage an Leben und Liebe und einige Male eher als ziemlich deprimierend. Trotzdem ein nettes, kleines Büchlein und die Reaktionen auf das Plüschschwein sind einfach zu nett!