Archiv für die Kategorie ‘K’

Wachstumsschmerz – Sarah Kuttner

Dienstag, 06. Dezember 2011

Wenn ich dieses Buch im Laden empfehle, beginne ich meist mit der Frage ob Sarah Kuttner bekannt ist. Oft genug bekomme ich die Antwort, Ja, wäre bekannt aber nicht soooo sehr das Ding des jeweiligen Befragten. Dann kommt meine persönliche Meinung zum Tragen: meines ist Sarah Kuttner nämlich auch nicht so unbedingt, zumindest nicht im Fernsehen. ABER die gute Nachricht: Romane schreiben – das kann sie. Wie beim Vorgänger Mängelexemplar hat sich Kuttner auch hier wieder ein Problem der heutigen twenty-something-Generation rausgepickt. Die “Quarter-Life-Crisis”, die sich in Zweifeln, Beziehungsstress, Druck und Hilflosigkeit breit macht. Mit bildhafter Sprache, ein bisschen derb-schnodderig aber durchaus ehrlich wirkend setzt sich hier ein Paar nach dem Zusammenziehen mit sich auseinander, mit seinen Erwartungen, Lebensplänen und der Herausforderung, mit jemandem wirklich so ziemlich alles zu teilen.

Obwohl ich diese Erfahrung so nicht erlebt habe, schafft Kuttner es, das ich mich reinversetzen kann in die Gefühlsachterbahn in die ihre Heldin gerät. Ein bisschen beklommen, ein bisschen deprimiert wird man beim Lesen, es ist eine traurige Geschichte mit kleinem Silberstreif am Horizont. Garniert mit markigen Sätzen und Lebensanschauungen ist es ein recht gelungener Mix geworden, den ich, wie ich oben schrieb, auch ganz gern empfehle.

Das glücklichste Kleinkind der Welt – Dr. Harvey Karp

Mittwoch, 28. September 2011

Mit ein wenig Abstand der Leseeindruck, weil sich bei so einem Ratgeber ja auch erstmal herausstellen muss, ob er auf lange Sicht hilfreich war. Generell war das Buch nicht verkehrt, mir gefiel der Blick auf das Kleinkind gut, viele Verhaltensweisen und Situationen waren realistisch geschildert und gaben den Alltag wieder ohne ihn zu verklären oder zu dramatisieren. Die Methoden die im Buch vorgestellt wurden, waren während des Lesens recht inspirierend – wirkten einleuchtend. Allerdings konnte ich nur wenig davon wirklich umsetzen, manches hat bei uns einfach nicht funktioniert/war nicht praktikabel/nicht nötig. Die Methoden die wir allerdings konsequent gebraucht haben, waren hilfreich. Von daher: kein Muss aber durchaus ein Kann!

Gruber geht – Doris Knecht

Dienstag, 23. August 2011

Im Zuge eines Lesekreises der Longlist des DPB, hier mein Diskussionsbeitrag: In einigen Einschätzungen kommt der ja nicht so gut weg. Ich verstehe auch durchaus wieso, allerdings habe ich mehrfach gelesen, das nur die ersten 30 Seiten angelesen werden und das wird dem nicht gerecht. Meiner Meinung nach bekommt das Buch später noch einiges mehr an Facetten. Ich finde es ist böse, zynisch, natürlich mit Übertreibung als Stilmittel. Ich finde es aber auch erfrischend, mal eine wirklich so unsymapthische Hauptfigur zu erleben. Auch die kurzen Episoden die eingestreut sind von den Menschen um ihn herum, ergeben nochmal ein runderes Bild. Ich habs an einem Abend gelesen und mich gut unterhalten gefühlt. Für die Longlist ein guter Kandidat, auf der Shortlist sehe ich ihn (bisher) eher nicht, dafür fehlt wahrscheinlich dann doch noch ein Quentchen.(Und damit hatte ich dann ja auch recht).

Shopaholic ties the knot – Sophie Kinsella

Freitag, 12. August 2011

Und weiter gehts in der Shopaholic-Reihe – habe mich wieder gut unterhalten gefühlt, es wird aber wohl nicht mein Lieblingsband der Reihe werden. Dafür wird meine Scheu davor, im Original zu lesen, immer weniger.

Michael Kohlhaas – Heinrich von Kleist

Freitag, 18. Februar 2011

Ein Buch das mir ein Kunde den ich sehr schätze immer wieder ans Herz legte. Auch wenn ich desöfteren mit der Sprache zu kämpfen hatte und mit den vielen, heute veralteten Bezeichnungen – im Grunde ist der Stoff von Michael Kohlhaas Vorlage für vieles was heutzutage in Büchern und Filmen passiert. Da ist alles mit drin: Witz, Drama, Betrug, Kampf, Familie, Liebe und Kämpfen für Gerechtigkeit. Insofern – ein lesenswerter Klassiker!

Angerichtet – Herman Koch

Donnerstag, 03. Februar 2011

Ein Essen im 5-Sterne Restaurant ist angerichtet. Dort treffen 2 Brüder und ihre Frauen aufeinander. Oberflächlich sieht es nach einem normalen Abend aus, der übliche Ablauf ist durchkomponiert…aber auch die Kinder der Ehepaare haben etwas angerichtet…und der Leser erwischt sich dabei, wie er immer mehr die Luft anhält und die Katastrophe unaufhaltsam ihren Lauf nimmt, so sicher wie der Maitre die einzelnen Gänge in epischer Breite anpreist. Angerichtet stellt die Vorstellungen von Moral und Werten in Frage, fordert den Leser heraus, ist manchmal erstaunlich witzig, fast schon slapstickartig, tischt eine Szenerie auf die es so bisher nicht gab  – ein äusserst gut gemachter, toll geschriebener Roman der schockieren will – das hat er geschafft!

Der Prinz von Pumpelonien – Katharina Kühl

Montag, 17. Mai 2010

Auf dieses Buch hat mich meine Freundin Christine gebracht. Es ist eines ihrer liebsten Kinderbücher. Nach der Lektüre weiss ich auch warum. Die herrliche Geschichte um den pumpelonischen Prinz Pumpel, der sich so garnicht so verhält wie seine königlichen Eltern das gerne hätten begeistert. Natürlich gibt es, wie in jedem anständigen Märchen auch eine Prinzessin, einen Drachen…aber auch einen Bibberbär und Gurkenmus! Es ist einfach ein herrliches Märchen mit viel Humor und Freude am Fabulieren. Wenn ihr also ein tolles Kindebuch zum Vorlesen (und ganz sicher auch selber lesen!) sucht, seid ihr hier genau richtig!

Der letzte unsichtbare Junge – Evan Kuhlmann

Sonntag, 02. Mai 2010

Finn wird langsam aber sicher unsichtbar. Er hat fast schon Angst, selbst zu verschwinden. Kann diese seltsame Farblosigkeit etwas damit zu tun haben, das sein Vater gestorben ist? In seinem Tagebuch hält Finn die Erinnerungen fest, die er mit seinem Vater verbindet, die neue Struktur der Tage, die ihm so fremd vorkommt und fragt sich immer wieder: wird er irgendwann wieder sichtbar werden?  Finn gestaltet sein Tagebuch mit Zeichnungen und schreibt sich die ganzen Dinge, die er weder mit seiner Mutter noch mit seinem Bruder besprechen kann, von der Seele. Das zu lesen, das rührt einen an, man fragt sich zusammen mit Finn, warum manche Dinge so passieren. Es ist schwer ein Buch zu beurteilen, das etwas so individuelles wie Trauer behandelt. Es wählt jedenfalls eine sehr schöne Idee aus, mit der Finn seine Gefühle ausdrückt – vielleicht gibt es irgendwo einen anderen 12jährigen, dem es genauso geht…ich kanns mir jedenfalls vorstellen…

Rubinrot: Liebe geht durch alle Zeiten – Kerstin Gier

Montag, 05. April 2010

Hier bin ich einer ausdrücklichen Empfehlung von Eva  (http://teachocolateandbooks.blog.de/) gefolgt. Und liebe Eva – ich danke Dir! Gier hat ein tolles Jugendbuch geschrieben, das schon durch die Aufmachung ins Auge springt und auch im Inneren kein bisschen enttäuscht. Auch das Thema; Zeitsprünge und ihre Tücken, noch dazu im besten Teenie-Alter ist mal etwas erfrischend anderes und liest sich fesselnd. Das Buch hat Charme, viele nette Anspielungen die neugierig auf die nächsten beiden Bände Saphirblau (bereits erschienen) und Smaragdgrün (in Vorbereitung) machen. Die etwas schräge Familie rund um die 16jährige Protagonistin Gwendolyn lässt Zündstoff erahnen, der junge Gideon, der ebenfalls ein Zeitreisender ist (und noch dazu unverschämt gut aussieht) ist neben den Zeitreisen gleich das nächste “Problem“…

Das Buch hat für mich genau die richtige Mischung: ein bisschen Harry Potter Charakter, der liebevollen Details wegen und auch weil die Hauptfigur sich einige Geheimnisse erstmal erarbeiten muss, einen Schuss Buffy und Plötzlich Prinzessin (beide werden auserwählt, noch als Jugendliche und werden ins kalte Wasser geworfen). Dazu kommen noch interessante Details der Londoner Geschichte – toller Mix! Und dennoch hat Gier es geschafft – ihr Buch mag Handlungen aufgreifen, die man so eventuell schon kennt, wirkt aber kein bisschen abgekupfert – sie hat einen ganz eigenen, sehr sympathischen Stil und schafft es, das ganze in neuem Glanz darzustellen!

Freue mich schon auf den nächsten Teil!

Der Himmel ist blau, die Erde ist weiss – Hiromi Kawakami

Samstag, 13. März 2010

Dieses Buch wird untertitelt mit “Eine Liebesgeschichte” – und was für eine! Bin ja ein Fan von japanischen Liebesgeschichten, sind die Rituale des umeinander werbens, des Gespräches, der Annäherung doch so ganz anders als hier in Deutschland. Ich tauchte in dieses Buch ein, ließ mich von der Poetik der Sprache verzaubern, faszinieren vom Umgang der Liebenden miteinander und verliebte mich – in dieses Buch.

Eine wunderbare Geschichte, die mich zum Schwärmen und zum Weinen brachte, ohne das sie jemals ins kitschige abgleiten würde. Klare Empfehlung für alle mit Frühlingsgefühlen – noch dazu ist die Taschenbuchausgabe von DTV in gewohnter Weise mit einem sehr passenden Cover versehen worden. Also auch äußerlich ein Genuß!

Und vielleicht nicht für jeden so wichtig, für mich aber eine Erwähnung wert: ich mag die intensiven Beschreibungen, wenn es ums Essen geht. Und da das japanische Essen sich ja doch grundlegend von der westlichen Küche unterscheidet, habe ich diese Passagen besonders genoßen…