Archiv für die Kategorie ‘L’
Wie lange noch? – Hrsg. Sabine Ludwig
Samstag, 24. Dezember 2011Ich bin ja ein großer Fan von Adventskalenderbüchern zum Vorlesen und pflege diese Tradition auch schon seit Jahren. Hier habe ich nun zu einem, liebevoll von Isabel Pin illustrierten Hausbuch gegriffen mit 24 Geschichten und einer Kleinigkeit zum Basteln im Umschlag. Der Mix aus alten, klassischen Geschichten und etwas neueren Autoren und Ansätzen, eingestreuten Rezepten, Liedern und Gedichten haben mir dieses Jahr die Weihnachtszeit versüßt. Das ist so ein Buch, das man jedes Jahr wieder hervorholen kann um seine liebsten Geschichten nochmal zu lesen. Eine gute Investition und ganz sicher nicht nur für Kinder.
Dash und Lilys Winterwunder – Rachel Cohn/David Levithan
Samstag, 03. Dezember 2011Wenn eine süße, romantische Wintergeschichte gesucht wird, mit ein paar popkulturellen Anspielungen, einer charmanten Mischung aus überdreht-niedlicher weiblicher Protagonistin mit schräger Familie und ernsthaftem, sich selbst etwas zu ernst nehmendem männlichen Buchliebhaber – zugreifen. Die Idee des Buches, eine Art Spiel das beide quer durch New York führt, ist eigentlich ganz schön. Aber die große Verzauberung blieb nach anfänglicher Begeisterung bei mir aus. Was vorallem daran lag, das es mir irgendwann zu überdreht wurde. Lustigerweise geht es mir wohl konträr zu anderen Meinungen: viele fanden Lilly ganz entzückend und Dash eher seltsam, ich fand Dash toll und Lilly eher anstrengend. Es ist dennoch ein nettes Jugendbuch, schöner Winterschmöker und wer eine romantische Ader hat, kommt sicherlich auf seine Kosten!
Apostoloff – Sibylle Lewitscharoff
Freitag, 28. Oktober 2011Nachdem Sibylle Lewitscharoff 2011 mit Preisen und Nominierungen für “Blumenberg” geradezu überhäuft wurde, wollte ich mit dem Werk, für das sie den Leipziger Buchpreis gewann, anfangen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Wenn diese Autorin zwei Dinge kann, sind es diese: mit ungeheurer Wucht schreiben, das ganze Buch ist ein einziger, schnellverfeuerter Rundumschlag, böse und mit vielen Spitzen versehen.
Und zum zweiten geht sie kreativ und mit viel Verve mit Sprache um…manchmal auch geradezu zärtlich. Was für Sätze! Was konnte man in diesem Roman schwelgen! Zeit muss man sich für ihn nehmen, das sei unbestritten, auch das etwas schräge Thema mag nicht jedermanns Sache sein. Ich aber war hingerissen, noch mehr weil ich die Autorin dieses Jahr live erleben dürfte und von ihrer Präsenz, ihrem Humor und ihrer Lesung absolut begeistert war! Ich freue mich auf alle weiteren Werke von ihr!
Einer meiner liebsten Sätze:
“Eine weitere Spezialität der Kellnerinnen, überhaupt der Bulgarinnen: sie sind parfümfreudig. So riecht mein Salätchen, sonst eher eine neutrale Angelegenheit, als hätte es im Regal einer Drogerie übernachtet.”
Noahs Kuss/Und plötzlich ist alles anders – David Levithan
Freitag, 21. Oktober 2011Es wird wohl nicht mein Lieblingsjugendbuch – dafür war es ein bisschen zu sehr heile Welt und es ist sprachlich nicht soo sehr anspruchsvoll. Aber ich finde das Levithan einfach so tolle Figuren erfinden kann, wo man richtig schön mitleidet und mitfiebert. Und er glaubt eben an die Liebe, was ich sehr mag ?. Hier gehts ja um Andersein, Coming-Out und eine schwule Liebesgeschichte – ich fand er hat die Töne gut getroffen und ich werde definitiv noch mehr von ihm lesen.
Hector & Hector und die Geheimnisse des Lebens – Francois Lelord
Mittwoch, 29. Juni 2011Wieder ein Hector-Roman, die ich ja generell wirklich mag – einfach zu lesen, schön verpackte Weisheiten, der ein oder andere Gedankenanstoß. Mittlerweile ist Hector Vater geworden und sein Sohn setzt sich mit der Welt und seinen Eltern auseinander. In diesem Band allerdings habe ich einige Male fast laut gesagt: Nein, das sehe ich anders – manchmal ist mir das kindliche deutlich zu naiv, viele Aussagen zu einfach. Eventuell möchte Lelord hier auch mal ausbrechen und mehr provozieren – das hat er in früheren Bänden zwar auch schon getan, Hector ist ja beileibe kein Heiliger. Trotzdem haben mich hier deutlich mehr Ansichten gestört, weil ich darin existenzielle Fragen anders beantworten würde.
Die unrühmliche Geschichte der Frankie Landau-Banks – E. Lockhart
Sonntag, 08. Mai 2011Ich gebe ja zu, ich habe das Buch im Stapel immer wieder nach unten rutschen lassen. Schräger Titel, auf dem Cover das Portrait eines älteren Herren dem mit Klebeband ein pinker BH aufgeklebt wurde – ich erwartete Internats-Klamauk und eine eher leicht-lockere Liebesgeschichte. Weit gefehlt. Zwar fehlt es nicht an Internats-Atmosphäre und auch eine Liebesgeschichte gibt es. Allerdings mit einer Heldin, die zur Clique der Reichen und Schönen zwar dazugehören möchte – jedoch nicht um jeden Preis. Und wenn sich ihr öffentlich die Gelegenheiten nicht bieten, ihre Meinung zu sagen, agiert sie eben anders…viel Wortwitz, tolle Reflektion der Hauptperson, klasse erzählt – gehört in den Koffer eines Teenies im Sommerurlaub!
Schrödinger, Dr. Linda und eine Leiche im Kühlhaus – Jan de Leeuw
Samstag, 23. April 2011Der Titel lässt erahnen, das wir es hier nicht gerade mit dem üblichen 0815-Jugendbuch zu tun haben. Und auch beim Lesen kann ich mich nicht dem Eindruck verwehren, das es ein Buch ist, das ich schwer “einfach so, als nettes Geschenk” empfehlen kann. Nicht weil es nicht gut wäre (das ist es!), sondern weil hier ein so schwieriges Thema auf sehr unkonventionelle Weise angegangen wird. Es ist eines dieser Bücher, das die Jugendlichen selbst aus dem Regal ziehen sollten, wenn sie bereit dafür sind. An uns Erwachsenen liegt es, das Regal das für diese Jugendlichen zur Verfügung steht, mit solchen Titeln zu füllen.
Tu Dir gut: Das Wohlfühlbuch für Frauen – Jennifer Louden
Freitag, 15. April 2011Der Name ist Programm – ein Buch gespickt mit Ideen, Vorschlägen und Ritualen um sich richtig wohlzufühlen. Wie das so ist mit Ratgebern – es muss für einen selbst passen. Mein Exemplar jedenfalls ist gepflastert mit Post-Its, vieles habe ich angestrichen und probiert. Gerade im Bezug auf die praktische Ausführung bietet sie viele Anregungen, Schreibübungen, Rituale, Affirmationen. Was ich an diesem Buch besonders mag ist, das man das Gefühl hat, die Autorin meint es wirklich gut mit einem und möchte einfach einen kleinen Beitrag dazu leisten, das man auf sich achtet, sich selbst etwas Gutes tut. Sollten wir schliesslich alle machen …;-)
Hector und die Entdeckung der Zeit – Francois Lelord
Mittwoch, 23. Februar 2011Diesmal schickt Lelord seinen Helden Hector wieder rund um die Welt – um die Zeit zu entdecken, ihre Facetten zu beleuchten und wie immer seine kleinen Anmerkungen über seine Beobachtungen zu notieren. Wieder ein kleines, feines Büchlein das sich leicht liest. Ich stelle allerdings fest das ich Hector in diesem Band mehr als in den Vorgängern an der einen oder anderen Stelle widersprechen wollte