Hello Kitty: Ein Phänomen erobert die Welt – Andreas Neuenkirchen

Es dürfte kein großes Geheimnis sein, dass Hello Kitty in meinem Universum eine gewisse Rolle spielt Ein ganzes Buch über die japanische Katze – das musste natürlich gelesen werden. Und ich finde, es wird der stets gutgelaunten Katze gerecht – denn es beschränkt sich nicht darauf, einzelne Fakten herunterzurattern, es blickt hinter die Kulissen, auf die Entstehung und Entwicklung dieser Figur und ihren weltweiten Erfolg. Noch dazu von einem Mann verfasst, der Hello Kitty mit einem gewissen Forscherdrang aber auch Wohlwollen gegenübersteht. Kritische Töne finden in diesem Buch allerdings ebenso Gehör. Für mich eine wirklich spannende und interessante Lektüre, nach der ich wieder wusste, warum ich ganz öffentlich auch nach der Teenie-Zeit zu meiner Zuneigung zu Hello Kitty stehen kann ;-).

Sieben Minuten nach Mitternacht – Patrick Ness/Siobhan Dowd

Ein Buch über eine Krankheit. Ein Buch über das Sterben. Ein Buch über den Tod. Ein Buch über die Liebe eines Sohnes zu seiner Mutter. Ein Buch über Angst. Ein Buch über Liebe. Ein Buch über Loslassen.

Und all diese Dinge machen dieses Buch zu einem besonderen. Die Ausstattung ist sehr auffällig, die Illustrationen bringen die Geschichte noch näher an den Leser heran. Es ist ein Buch das gleich auf drei Ebenen an ein sehr sensibles Thema rührt – Erzähltext, Grafik und Fabeln. Es gab einen kleinen Punkt der mich störte, der mir das ganze zu unrealistisch erscheinen lies, das mag aber auch Geschmackssache sein. Wichtig war, das ich zum Schluss doch etwas erschlagen von der Wucht die dieses Buch hinterlässt dasaß und ein wenig weinen musste.Was dieses Buch schafft ist, zu zeigen, das es im Angesicht des Todes einer geliebten Person kein richtig oder falsch gibt. Das manchmal der Tod selbst uns am meisten über das Leben lehren kann.

Mit Staunen und Zittern – Amélie Nothomb

Nachdem ich einige andere Werke von Nothomb schon gelesen habe, wurde es dringend Zeit für dieses Buch was oftmals als eines ihrer eindrücklichsten Werke bezeichnet wird. Und ja – es lässt einen atemlos zurück. Atemlos deswegen, weil man die Hälfte der Zeit die Luft anhält, ob der Methoden und Gemeinheiten, die in diesem Büro über der jungen Frau ausgeleert werden. Die japanische Arbeitswelt wird hier (für den europäischen Blick) fast schon bis ins Groteske beschrieben und sicherlich bedient sich Nothomb hier auch dem Stilmittel der Überspitzung. Das Ende hat dann fast schon etwas heiteres, es wird so überdreht das man fast lachen könnte. Muss man auch. Irgendwie. Diese Frau kann einfach schreiben – bitterböse mit dem Blick immer auf die absurde Komik, die in auswegslosen Situationen steckt.

Die Farbe von Flieder – Elizabeth Noble

Ab und an braucht es mal einen Roman, den man so weglesen kann, der das Schicksal einiger Frauen beschreibt, ihre Freundschaften, Krisen und Herausforderungen. Sowas für aufs Sofa mit Herz. Wer da also noch was sucht wird hier fündig. Besonders schön fand ich, das die Frauen sich in einem Lesekreis treffen – von den Büchern die dort gelesen wurden, sind danach einige auf meiner Liste gelandet.

Die Zwillinge von Highgate – Audrey Niffenegger

Ich fing dieses Buch an und die ersten 100 Seiten waren weg wie nichts – ein toller Stil, ein echter Page-Turner. Wie die meisten ahnen, wird Niffenegger auch diesmal ein phantastisches Element eingebaut haben – das muss man mögen, in jedem Fall eine Geschmackssache. Als Elspeth stirbt, hinterlässt sie eine große Wohnung in London, direkt am Highgate-Friedhof. Die Nichten ihrer Zwillingsschwester, mit der Elsbeth kaum noch Kontakt hatte, sollen die USA verlassen und diese für ein Jahr beziehen. Aber Elsbeth hinterlässt auch ihren Liebhaber, Robert, der den Mädchen das Einleben erleichtern soll. An alles hat Elsbeth gedacht – sie hat nur nicht damit gerechnet, selbst als Geist in der Wohnung zu verweilen…

Insgesamt musste ich lange nachdenken, wie ich das Buch fand. Ich fand die Geist-Elemente eigentlich sehr spannend und auch die Geschichte hatte genug Geheimnisse und Faszination. Einige Kleinigkeiten als auch Angewohnheiten der Protagonisten sowie die etwas unheimlichen Zwillinge machten es schwer, dem Buch uneingeschränkt eine Bestnote zu geben. Andererseits hatte ich es extrem schnell durch und auch genoßen. Einzig der Schluss, der sehr abrupt kam und mich ehrlich gesagt nach Luft hat schnappen lassen, hinterlässt einen etwas schalen Nachgeschmack. Trotzdem mit Abstand, hab es gern gelesen.

Wie man unsterblich wird: Jede Minute zählt – Sally Nicholls

Kann ein Buch über das Sterben, das Sterben eines jungen Menschen schön sein? Manchmal sogar witzig? Und einen dann wieder zu Tränen rühren? Klug und sensibel? Ja! Dieses Buch ist eine wunderschöne Sammlung an Fragen, an Gedanken des 11jährigen Sam, der voller Herz seine Krankheit schildert. Die Gefühle und Beschreibungen aus seiner Sicht gingen mir nahe, machten mich nachdenklich und berührten mich. Ein ganz besonderes Buch!