Pinkfisch im Hanauer Anzeiger

Das neue Jahr hat begonnen und der Hanauer Anzeiger hatte angefragt, ob wir nicht mal ein Gespräch miteinander führen wollen. Das haben wir getan, dabei viel gelacht und ausführlich über Bücher, das Bloggen und Lesen gesprochen.

Nachlesen könnt ihr das jetzt auch (.PDF), dank der freundlichen Genehmigung des Hanauer Anzeigers – vielen Dank! Ebenfalls nochmal ein Dank an die Redakteurin Kerstin Biehl, die diesen Artikel geschrieben hat und die Fotos gemacht hat – ich hatte viel Freude an unserem Gespräch!

Hier geht es zum Artikel: Pinkfisch im Hanauer Anzeiger vom 12/Januar/2017

Quelle: Hanauer Anzeiger vom 12/Januar/2017

Blogbuster 2017 – Der Stand der Dinge

Nun ist es also soweit, die Bewerbungsphase für den Blogbuster – Preis der Literaturblogger endete am 31.12.2016. Fantastische 252 Einsendungen sind beim Blogbuster-Team eingetrudelt, welches uns Bloggerinnen und Blogger dann die jeweiligen Einreichungen weitergeleitet hat – ein großes Stück Arbeit, daher an dieser Stelle auch nochmal ein Dankeschön an die fleißigen Helferinnen und Helfer im Hintergrund!

blogbuster-2017

Insgesamt sind über 20 Einreichungen bei mir gelandet und ich bedanke mich bei jeder Autorin und jedem Autor, die/der mir ihr Vertrauen geschenkt hat. Allein, dass sie das durchgezogen haben, dass sie Seite um Seite gefüllt haben mit ihren Worten und Ideen, dass sie überarbeitet, korrekturgelesen und lange Zeit mit dem Schreiben zugebracht haben – allein dafür gebührt ihnen ALLEN ein ganz großer Respekt! Und, es mag vielleicht abgedroschen klingen, aber – diesen Erfolg, diese Errungenschaft “Ich habe ein Buch geschrieben!“, die kann ihnen ALLEN keiner mehr nehmen. Darauf können sie, nein, sollten sie ganz unbedingt, sehr stolz sein!

Ich habe mir alle Einreichungen angesehen, habe jedes Exposé und jede Leseprobe gelesen. Wie ist es mir dabei ergangen? Zum einen verspürte ich den oben bereits genannten Respekt, für all die Arbeit, die darin steckt. Und auch eine ganz große Ehrfurcht davor, dass sich alle getraut haben, ihre Werke einzureichen. Wer etwas einreicht, der nimmt in Kauf, dass es kritisiert wird, dass es nicht ausgewählt wird oder im besten Falle natürlich gelobt – das ist vorher nie klar. Das erfordert eine nicht unbeträchtliche Portion Mut und Vertrauen und auch dafür möchte ich mich nochmals bei allen bedanken.

writing-time

Was war nun dabei, in diesem bunten Strauß der Einreichungen? So einiges und meine Bewunderung für Lektorinnen und Lektoren, die diesen Job ja jeden Tag machen, ist noch weiter gestiegen. Es sind leider, und das ist wirklich schade, etwas über eine Handvoll Manuskripte herausgefallen, weil es sich um Genreliteratur (z.B. Jugendbuch) gehandelt hat, was wir in diesem ersten Durchgang des Blogbusters nicht gesucht haben. Trotzdem habe ich mir auch diese Einsendungen angesehen und ich empfehle denjenigen, diese Manuskripte weiter einzureichen, wenn die Vorgaben besser passen.

Ich habe sehr unterschiedliche Exposés und Leseproben bekommen. In meinen Notizen habe ich öfters, im positivsten Sinne, das Wort schräg verwendet. Es fanden sich sehr ausgefallene Ideen und Plots, ein paar wirklich gute Texte, die einen soliden, zuweilen sehr eigenen, bereits entwickelten Stil hatten, deren Thematik mich aber nicht “zog“. Dabei wurde mir wieder einmal bewusst, was für einen Glücksfall es darstellt, wenn der Schreibstil und die Thematik perfekt zueinander passen. Gerade um die Leseproben, wo ich nach dem Lesen sagte – der oder diejenige versteht sein/ihr Handwerk – tat es mir besonders leid, wenn ich trotzdem nicht in die Geschichte fand, was rein an meinen ganz eigenen, subjektiven Interessen lag, die allerdings wohl jede/r Leser/in hat. Hier und da fehlte mir die Spannung, die einen Text tragen muss oder ich wusste nicht genau, worauf der/die Schreibende/r hinauswollte. Wenn ich Leseexemplare anlese, um zu entscheiden, was für mich interessant sein könnte, sind die ersten Seiten für mich entscheidend, das galt für den Blogbuster nun genauso.

Blogbuster-2017

Am Ende habe ich mich (vorerst) für drei Manuskripte entschieden, die ich in voller Länge lesen möchte.

Zum einen handelt es sich um einen jungen Autor, dessen Arbeitstitel mir schon ausnehmend gut gefallen hat: “Jener Tag, an dem der Tod mit der Gesamtsituation unzufrieden war“. An solcherlei Titeln habe ich große Freude, als ich das Exposé las, hatte ich eine Geschichte vor Augen, die einen runden Abschluss hat, einen hohen Unterhaltungsfaktor und viel Situationskomik. Die Leseprobe überzeugte mich, gerade weil sie nicht glattpoliert war. Ganz im Gegenteil, sie klang genauso, wie ein jugendlicher Protagonist klingen sollte, ohne dass es künstlich wirkt.

Es ist ein wenig auffällig, andererseits bei meiner Vorliebe für schräges und eine gewisse Komik, nicht verwunderlich, dass es sich auch beim zweiten Exposé einer Autorin um den Tod dreht. “Nach dem Tod gleich links” hatte mich spätestens in dem Moment, als ich mir die Leseprobe selbst laut vorlas – diesen Text konnte ich mir sofort hervorragend in einer Hörfassung vorstellen. Was mich hier besonders reizt, ist nicht nur die vordergründige Absurdität, die der Plot verspricht und der herrliche Witz, sondern auch, dass, so lässt es das Exposé vermuten, es sich in diesem Roman auch um die Fragen des Lebens drehen wird, die soviele von uns umtreiben. Wenn es etwas schwieriges gibt im Bereich des Romanes, dann ist es, leichtfüßig zu schreiben und dennoch hier und da mit feiner Ironie an den Tiefen in uns allen zu rühren. Ich bin sehr gespannt!

Das dritte Exposé hingegen ist komplett anders. Hundeseele. Allein der kleine Text, der dem Exposé einleitend vorausgeht, hätte genauso in einer der unzähligen Verlagsvorschauen stehen können, die ich in den letzten Wochen durchgearbeitet habe, ich wäre sofort neugierig geworden. Hier stimmt ganz viel, ich wurde sofort neugierig auf die Geschichte, fand die Thematik extrem spannend und merkte bereits den Unterlagen an, dass die Autorin einige Zeit in die Recherche für dieses Buch investiert haben muss. Die Leseprobe hatte einen Ton, der mich schnell weiterlesen ließ. Ich freue mich auf die Lektüre, auch wenn ich jetzt schon ahne, dass sie mich ganz schön mitnehmen wird – auf eine traurig-gute Art und Weise.

Nun habe ich also in den nächsten zwei Monaten genug Zeit, diese drei Manuskripte zu lesen (und vielleicht auch noch einige mehr, so ganz endgültig ist diese erste Auswahl nicht und sie kann sich noch ändern). Anfang März sollte die Longlist aller teilnehmenden Bloggerinnen und Blogger stehen und ich verfolge sehr aufmerksam, was bei den anderen so los ist. Nachlesen könnt ihr das bei Kulturgeschwätz, bei Literaturen, bei novelero und bei Bücherwurmloch .

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Her mit der Courage, ich trau mich jetzt!

In den letzten zwei Jahren habe ich wieder gemerkt, dass ich verdammt viel Spaß daran habe, zu schreiben. Ich habe über lange Strecken Morgenseiten geschrieben, habe einen NaNoWriMo vollendet, natürlich gebloggt und habe angefangen, einen freien Schreibtreff zu besuchen, um mich auszutauschen. Und immer, wenn ich mich darauf einlasse, ist es wie ein kleines Nachhausekommen. Dann spüre ich, wieviel Freude es mir bereitet. Wenn ich merke, dass ein Text klickt, wenn ich im Schreiben zu mir finde und sich Dinge auf dem Papier klären. Wenn ich etwas nach einiger Zeit aus der Schublade nehme und denke – Das ist von Dir? Whoussa!

Und dann kommen die Zweifel. Schreiben, das tun viele. Und wenn man beruflich soviel liest, wie ich das tue, dann hat man an sein eigenes Schreiben einen wahnsinnig hohen Anspruch. Einen, den man fast unmöglich halten kann, was dann oft damit endet, gar nicht erst anzufangen – wozu? Man wird seinen eigenen hohen Zielen ja sowieso nicht gerecht!

Dann muss ich wieder und wieder auf das Zitat an meiner Wand schauen :

Almost all good writing begins with terrible first efforts. You need to start somewhere. (Anne Lamott)

Warum sollte es beim Schreiben anders sein, als überall sonst im Leben? Niemand beginnt seine Laufkarriere mit einem Marathon, die allermeisten bekommen nach fünf Minuten Laufen einen roten Kopf und kommen aus der Puste, bis sie sich, durch stetes Training, langsam steigern. Und jeder, der vorankommen möchte, muss sich selbst und sein Vorhaben ernst nehmen, sich Zeit dafür freischaufeln und diese bis aufs Messer verteidigen. Wollen ist schön, tun ist besser!

Und dazu kommt dann noch diese leise Stimme, die dich warnt und flüstert: Wenn Du etwas von deinen Sachen herzeigst, dann könntest Du auf die Fresse fallen. Dann könnte jemand über Dich lachen, Du könntest scheitern. Bleib doch lieber auf deinem Sofa und schaue aus deiner Komfortzone heraus zu. Du kannst ja für Dich selbst herumprobieren, aber öffentlich machen kannst Du es erst, wenn es richtig perfekt ist!” (Also nie. Diese Stimme ist hinterhältig!)

Ich habe beschlossen, dieser leisen Stimme einen gehörigen Tritt zu geben und sie über die Klippe zu befördern. YAY!

Mehr-spielen

Geholfen haben mir dabei drei Leute. Da ist zum einen Austin Kleon, der in “Show your work” schreibt, dass der Prozeß genauso dazugehört, wie das Kunstwerk selbst und das auch so vorlebt. Er gewährt uns Einblick in sein Schaffen, er probiert unheimlich viel aus und er teilt es mit uns. Auch die Dinge, die schiefgehen. Das imponiert mir unheimlich.

Da ist Elizabeth Gilbert, die wie keine andere dazu motiviert, auch mal gehörig danebenzulangen. Weil wir dadurch lernen. Weil wir daran wachsen. Und weil es keinen perfekten Moment gibt, um etwas zu wagen. Mein Lieblingszitat von ihr ist:

Embrace the glorious mess that you are. (Elizabeth Gilbert)

Die dritte im Bunde ist Susan Sontag, deren Tagebücher (1964-1980) ich in den letzten drei Monaten gelesen habe. Eine unheimlich belesene, intelligente Frau, ein wacher und scharfer Geist. Und doch setzt sie sich in ihren Tagebüchern so oft mit sich selbst auseinander, verzweifelt an manchem und schreibt über ihre Ängste, nicht gut genug zu sein. Und ich lasse das Buch sinken und denke: Wenn sie trotz alldem ihre Kunst schaffen konnte, dann kann ich das auch. Nein, dann bin ich mir das selbst sogar schuldig! Danke dafür.

tell-the-story

2017 soll also ein Jahr werden, in dem ich laut und deutlich JA dazu sage, ganz viel auszuprobieren und Hindernissen zu trotzen, indem ich weitermache. In dem ich schreiben will, Kurzgeschichten, Gedichte, an meiner zweiten Romanidee. In der ich mich traue, mein erstes Manuskript auch mal aus der Schublade zu holen und es jemandem zu zeigen, ganz egal, wie unfertig es ist. In dem ich den Austausch suche und mich nicht kleiner mache, als es nötig ist. Wo ich auch andere kreative Felder beackere, wobei es unerheblich ist, ob ich darin besonderes Talent zeige oder nicht. Denn am Ende des Jahres will ich mich nicht fragen: Was wäre, wenn Du Dich mehr getraut hättest? Stattdessen will ich stolz auf mich und das, was ich erschaffe sein, will wieder aufstehen, wenn es mich zerlegt hat und der Angst vor dem Scheitern, dem nicht-gut-genug-sein einfach mal gepflegt sagen, “Hier ist die Tür, adieu!”

Und weil ich am allerliebsten spielerisch an die Dinge herangehe (und man damit auch hervorragend leise Stimmen zum Schweigen bringt, indem man sich “nur mal so” hinsetzt, um ein wenig herumzukritzeln. Und weil man eh schon dabei ist, schreibt man noch ein wenig mehr…und noch mehr…), habe ich mir ein wenig Unterstützung an Bord geholt.

Steal-like-an-Artist

Austin Kleon habe ich schon einige Male erwähnt, nun wird es Zeit, ein wenig “Steal like an Artist“-Spirit auch bei mir einziehen zu lassen. Beim ersten Durchblättern stieg die Vorfreude schon enorm und ich freue mich darauf, hier den ein oder anderen kreativen Gedanken festzuhalten.

Genauso verhält es sich mit 642 things to write about. Ein hervorragender Eisbrecher, diese Art Schreibübungen gefallen mir und ich kann mich damit gut warm schreiben. Oftmals überrascht es mich auch, was bei einer simplen Vorgabe plötzlich für poetische Miniaturen entstehen können. Der “Leistungsdruck” ist bei so kleinen, überschaubaren Aufgaben gering, der Kopf bleibt frei und es bleibt viel Platz für Kreativität.

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Schon lange Zeit faszinieren mich die “Story Cubes” und nun sind zwei Päckchen davon bei mir eingezogen. Eigentlich ist es ein Spiel, bei dem man aus den neun Würfeln (Begriffe, Tätigkeiten, es gibt noch einige mehr) Geschichten erfinden muss. Ich werde die Würfel wild mixen und das Erwürfelte dann in eigene Kurzgeschichten umsetzen. Auch dieser spielerische Ansatz trifft genau meine Vorlieben, seit Jahren erzählen mein Sohn und ich uns kurze Geschichten, in denen jeweils einige bestimmte Wörter vorkommen sollen und jede Erzählung entwickelt ihre ganz eigene Dynamik.

Ihr seht, das Rüstzeug ist gepackt, es kann losgehen. Aber noch viel wichtiger als diese kleinen kreativen Anstubser sind zwei Dinge. Zum einen sind das die Menschen, die an einen glauben und die es schaffen, dass die leise Stimme auch die Klippe nicht wieder hochgekrochen kommt. Davon gibt es einige in meinem Leben (you know who you are!). Das zweite ist schlicht, einfach anzufangen, auch wenn man schon wieder Angst vor der eigenen Courage bekommen hat und sich überlegt, ob das wirklich eine kluge Idee war. Und dann fällt mir ein letztes Zitat von Neil Gaiman vor die Füße:

At the end of the day, the only thing that’s perfect is a blank sheet of paper – untouched with nothing on it. And if you’re questing for perfection than you will leave that blank paper blank.

(Neil Gaiman, on Magic Lessons Podcast by Elizabeth Gilbert)

Trau Dich!

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Living Library – Für mehr Menschlichkeit und weniger Vorurteile!

Eine Veranstaltung hatte mich beim Durchblättern des Zürich liest’ 16 Programms sofort angesprochen, die sogenannte Living Library. Als Beschreibung stand dort folgendes:

Anstelle von Büchern kannst du an der Living Library Zürich Menschen für ein Gespräch ausleihen. Auf der «Leseliste» stehen ein Burnout-Betroffener, eine Asylbetreuerin, ein eritreischer Flüchtling, eine Jüdin, ein Journalist, zwei BDSM-ler, ein Krimi-Autor und ein Imam.

Living-Library-Zürich

 

Ich war also ziemlich gespannt, was mich erwarten würde. Die Auswahl eines “Buches” wollte ich spontan vornehmen, interessiert hätten mich definitiv alle. Wie es manchmal so ist – als ich zwischen zwei Veranstaltungen ins Festivalzentrum Karl der Grosse kam, waren alle Bücher ausgeliehen und ich hätte meine nächste Veranstaltung verpasst, bis zum nächsten Ausleihtermin. Zunächst war ich etwas geknickt, aber die anwesenden Veranstalter, eine Bibliothekarin und ein Bibliothekar standen mir Rede und Antwort, so dass ich nicht ganz unverrichteter Dinge wieder gehen musste.

Die beiden erzählten mir , dass sie die Idee 2010 in Istanbul entdeckt und sich gleich dafür begeistert hatten.Nach ihrer Erfahrung interessieren sich etwas mehr Frauen für die Living Library, etwa in einem Verhältnis 60 zu 40. Die Altersspannweite der Ausleiher*innen ist groß – alles zwischen 12 und 80 Jahren ist vertreten! Ich erfuhr, dass besonders großes Interesse an der jüdischen Religion und Kultur bestand und diese Person besonders oft “ausgeliehen” wurde. Außerdem erfuhr ich, dass das Konzept in Japan auch ausgesprochen erfolgreich ist.

Ausleihe-Living-LibraryBesonders spannend fand ich, dass auch die “Bücher” untereinander oftmals in den Dialog gehen. Durch die extrem unterschiedlichen Ausrichtungen ergeben sich dort schnell sehr intensive Gespräche und die Beispiele, die mir die beiden erzählt haben, waren sehr beeindruckend.

Bei bisherigen Veranstaltungen gab es noch weitere “Bücher”, z.B.

  • Hacker
  • Katholischer Ordenspriester
  • HiV-PositiveR
  • Banker
  • Transsexuelle
  • Sehbehinderte Person
  • Bauernpaar

Die Living Library ist ein unheimlich interessantes Konzept. Wenn wir uns aktuell in unserer Welt umschauen, bemerken wir immer wieder, wieviel Schaden Vorurteile anrichten können. Was Halbwissen verursachen kann und wie wichtig es ist, sein eigenes Handeln und Denken immer wieder zu hinterfragen. Statt schimpfend und aus irrationalen Ängsten heraus Schuldfragen herumzuschieben, ist es heute umso wichtiger, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und wirklich interessiert nachzufragen, statt Pauschalisierungen Glauben zu schenken.

Wer einmal jemand gegenüber saß, dessen Handeln man aus der Ferne nicht versteht und interessiert nachfragt, der wird danach nicht mehr derselbe sein. Denn er wird merken, dass, ganz egal welche Vergangenheit, Sexualität, Nationalität, Religion oder Weltanschauung der andere hat – mir gegenüber sitzt ein Mensch. Ein Mensch wie ich, dessen Leben genauso viel wert ist wie meines. 

Zurück in Deutschland ließ mich die Veranstaltung nicht los und so entdeckte ich bei meiner Recherche, dass die Veranstaltung bereits im Jahre 2000 das erste Mal in Roskilde/Dänemark durchgeführt wurde. Besonders viele Informationen zu Durchführung und Idee habe ich bei der Broschüre der Wuppertaler Initative für Demokratie und Toleranz e.V. gefunden – das PDF gibt einem alle nötigen Informationen an die Hand, wenn man selbst aktiv werden will, in Sachen Living Library. Ich würde mich freuen, wenn sich in meiner Stadt im nächsten Jahr die Möglichkeit ergibt, diese Veranstaltung ebenfalls durchzuführen. In Deutschland gibt es bereits einige Städte und Örtlichkeiten, die regelmäßig lebendige Bibliotheken anbieten: Haltet also die Augen offen!

Welches “Buch” würdet ihr gerne einmal ausleihen?


An dieser Stelle nochmals ein Dank für die Einladung an alle Initiatoren und Veranstalter von Zürich liest 2016 – es war ganz und gar wunderbar! 

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Nachtlesung in der Krypta mit Nadja Küchenmeister

Manchmal veredelt der Ort, an dem eine Lesung stattfindet, die gesprochenen Worte. Als wir in die Krypta des Grossmünsters in Zürich kommen, ist es noch hell und wir nehmen den Raum in Augenschein. Karg, zurückhaltend, die Mauern könnten viele Geschichten erzählen, würden sie sprechen können. So bleibt nur eine Ahnung, ein Flüstern. Das Licht erlischt, es wird dunkel, geradezu andachtsvoll. Kerzenlicht erhellt den Raum nur leicht, flackernde Schatten an den Wänden.

Und dann – liest Nadja Küchenmeister und sie hat mich schon nach dem ersten Gedicht für sich eingenommen. Unaufgeregt und doch mit einer Ernsthaftigkeit, die tief geht, trägt sie ihre Gedichte vor, findet den roten Faden mit uns gemeinsam. Ihre Darbietung wird von der Sängerin und Gitarristin Nadja Zela begleitet – beide gehen ganz in ihrer Kunst auf. Die Mischung ist reizvoll und ergänzt sich gut, musikalische und sprachliche Melodie treffen sich auf ein Stelldichein.

Nachtlesung-Nadja-Küchenmeister

Es herrscht gespannte Stille im Publikum, während ihre Gedichte in den Raum hineinschweben. Während sie erzählt und ein Gedicht nach dem anderen die Seiten verlässt und vor uns neu entsteht. Ich blicke nach rechts und nach links. Manche haben die Augen geschlossen. Andere blicken auf einen Punkt, weit entfernt von diesem Raum. Wieder denke ich: Lyrik. Was für ein Wunderwerk. Dass wir, in einer kurzen Betrachtung, sovieles finden. Dass wir ein Gedicht, mit zwanzig, dreißig, fünfzig hören – und es jedesmal anders tönt. Am Ende des Abends werden rund vierzig Menschen die Krypta verlassen, jeder in seinen Gedanken gefangen. Bei jedem wird eine andere Saite zum Klingen gebracht worden sein. Das ist es, was eine Lyriklesung unvergleichlich macht.

Wer mehr von Nadja Küchenmeister lesen möchte, dem seien “Unter dem Wachholder” und “Alle Lichter” empfohlen – beide Bände erschienen bei Schöffling & Co.   Ein wenig mehr zu ihrem Schaffen und ihrer Person gibt es in diesem Interview zu lesen – und wer lieber hört, dem sei dieses kleine Feature von WDR2 empfohlen.


Diese Lesung habe ich im Rahmen von Zürich liest besucht. Wer mehr zu diesem Festival erfahren möchte, findet ganz viele Infos, Tweets und Erfahrungsberichte unter dem Hashtag #zl16

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10 gute Gründe für Zürich liest!

Warum ihr 2017 Zürich liest besuchen solltet!
  •  Zürich hat eine sehr angenehme Größe. Die allermeisten Veranstaltungsorte ließen sich in 5-15 Minuten zu Fuß erlaufen, ansonsten fuhr das Tram auch sehr regelmäßig. So ist es leicht, einige Veranstaltungen pro Tag besuchen zu können. Zudem ist Zürich so schön, dass es einfach Spaß macht, sich die Stadt zu erlaufen.
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Wunderschönes Zürich

 

  • Tolle Locations. Ob im Literaturhaus Zürich, im wunderhübschen Ausstellungsort und Museum Strauhof, im kultigen Karl der Grosse, auf dem Schiff, im Tram oder in der Krypta des Grossmünsters  – über coole Locations muss man sich hier keine Gedanken machen, die gab es zuhauf. Ach, fast vergessen: sogar in einem Bett des Hotel Rothaus wurde gelesen – vom Autor höchstselbst!
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Nachtlesung in der Krypta von Nadja Küchenmeister

 

  • Das Programm selbst lässt keine Wünsche offen. Klassische Lesungen, Live-Performances von Spoken Word-Künstler*innen, opulentes Frühstück mit Kulturprogramm, Diskussionsrunden, Verlagsführungen, ein buntes Kinderangebot, kulinarische Verwöhnmomente, musikalische Darbietungen – wer hier nicht fündig wird…
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Lesung aus “Oh Schimmi” von Teresa Präauer im Literaturhaus Zürich

 

  • Die herrliche Buchhandelsdichte. Zürich bietet eine Fülle an Buchhandlungen, in denen man sich zwischen den Veranstaltungen treiben lassen kann. Mara war ausgesprochen umtriebig und hat hier ihre reiche Ausbeute an großartigen Buchhandlungen dokumentiert!
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Buchhandlung Beer

 

  • Die Fülle an Neuentdeckungen, die man machen kann. Weil das Programm so vielseitig ist, kann man hier Lieblingsautoren beschwärmen, sich auf ganz Neues einlassen und Unbekanntes erforschen. Die Kombination machts!
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Gomringer & Gomringer – hier ein “Hörraum” zum Gedichtband “Morbus” von Nora Gomringer

 

  • Das Essen. Ob Brioche, der gute Käse, die Schokolade (es gibt sogar das Schoggi-Tram!) oder das klassische Bircher Müsli – die Schweizer wissen schon, was schmeckt! (Und nicht zu vergessen: ein Food-Tasting ist ein sehr, sehr gutes Argument dafür, sich drei bis fünf neue Kochbücher zuzulegen…sieht man, dass die Buchbloggerin und ich im kulinarischen Himmel waren?)
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Food Tasting bei Orell Füssli

 

  • Zürich liest kann man auch gut gemeinsam mit der Familie besuchen. Ich war bei einigen Veranstaltungen für Kinder (Comic live zeichnen mit anschließendem Workshop z.B. und beim Bilderbuchkino “Armstrong” mit dem unfassbar sympathischen Torben Kuhlmann). Wenn man sieht, wie konzentriert und begeistert die Kinder bei der Sache waren, ging einem das Herz auf. Der literarische Nachwuchs ist so gesichert!
Torben-Kohlmann-Armstrong
Bilderbuchkino “Armstrong”

 

  • Der Züri-See. Kaffeepause am See. Morgenspaziergang zum See. See im Nebel. See in der Sonne. Need i say more?
Zürich-See
Kaffee am See

 

  • Dieses Lesefestival und die herrliche Stadt Zürich sind einfach das perfekte Gegenmittel zum Nachmesse-Blues.
Bücher
Die Stadt atmete während der Festivalzeit Literatur

 

  • Manchmal sagen Bilder ja noch mehr als Worte, daher ist der letzte Punkt ein kleines Album, das euch hoffentlich ganz viel Lust macht auf Zürich und Zürich liest 2017!

Ganz besonders bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei Monika Schubarth von Adibuma, die uns nach Zürich eingeladen hat. Bei den Organisatorinnen dieses Festivals Violanta von Salis & Nathalie Widmer, der Programmkommission und allen Helfern, die jederzeit Frage und Antwort standen und einfach unheimlich nett zu uns waren! Zürich Tourismus, die uns die Züri-Cards  gestellt haben, damit wir die Öffentlichen Verkehrsmittel nutzen konnten (und an die nette Tram-Fahrerin, die extra für uns nochmal wartete – Merci!). Auch dem Hotel Rothaus, für Gastfreundschaft & Service darüber hinaus – einen herzlichen Dank!

Und nicht zu vergessen: meine Mitstreiterinnen und Mitstreiter: Friederike, Janine, Mara und Uwe – mit euch zusammen war der Spaß gleich dreimal so groß! Ich finde, das sieht man uns auch an Es war einfach eine geniale Zeit!

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Zu wissen, was ich nicht will, macht Platz für Dinge die ich will!

Als Kinder wussten wir ganz genau, was wir einmal werden wollen und was uns wichtig ist. Wir hatten Träume, Ziele, unzählige Pläne. Und noch viel wichtiger – wir wussten, was wir NICHT wollen. Das haben wir dann ausgesessen, nicht gemacht, impulsiv abgelehnt, es kam uns gar nicht in den Sinn, unsere Zeit damit zu verplempern, Dinge zu tun, an denen unser Herz nicht hing.

Wir waren neugierig, sogen das Wissen auf, vertieften uns mit einer Hingabe in unsere Hobbies, die uns heute so oft fehlt. Uns stand die Welt offen, unsere Fantasie kannte noch nicht so viele Einschränkungen und Hürden. Waren mutig und unerschrocken, wir probierten uns aus. Wenn wir hinfielen, dann sahen wir das nicht sofort als Scheitern an. Wir standen auf und liefen eben wieder los. Es gehörte schlicht und ergreifend dazu.

In der letzten Zeit frage ich mich ab und an, ob wir das verlernt haben? Trottend durch einen Alltag, der aus ganz viel Müssen und wenig Wollen besteht. Und das Müssen kommt von überall her. Aus der Gesellschaft, aus unserem Job und aus den Ansprüchen, denen wir glauben genügen zu müssen. Sollten wir nicht in manchen Bereichen unseres Lebens (dass es einige gibt, in denen Kompromisse und Vorgaben nunmal dazugehören, sollte klar sein) deutlich mehr darauf achten, was WIR wollen und nicht, was andere uns als Vorgabe liefern?

Natürlich kann ich heute nicht mehr meine Jacke nehmen und meinen Kunden an der Kasse stehen lassen, um am Flüßchen meiner Heimatstadt das Wasser zu stauen, wie ich es als Kind stundenlang mit Freunden getan habe, völlig im Flow und mit mir im Reinen. Aber ich kann mich entscheiden, die Zeit, die mir bleibt um das zu tun, was ich wirklich will, aufs Schärfste zu verteidigen. Vor all den “Das solltest Du!” und “Das macht man aber so!

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Zu wissen, was wir wollen und noch wichtiger, was wir nicht wollen, kann der Augenöffner und der Anschub sein, den wir brauchen.

Nicht immer reicht es, vom Nicht-Wollen darauf schließen zu können, was unser nächstes Ziel, unsere Vision sein wird. Dazu gehört auch, dass wir in uns hineinhorchen – in diesen Gedanken steckt eine Menge Bewegung und es ist nicht die einfachste Übung. Aber, um eine erste Idee dafür zu bekommen, was ihr wollt, denkt darüber nach, an was ihr sehnsuchtsvoll denkt, wenn ihr in einer langweiligen Alltagstrott-Situation feststeckt. Wo wärt ihr gerade lieber? Was tut ihr? DAS ist es, was ihr auf eurem Zettel notieren solltet und nach und nach für euch und euer Leben als Priorität einstufen solltet.

Denn wenn wir ein Ziel vor Augen haben, den festen Wunsch, zu lernen und offen zu sein, dann fällt uns das Nein sagen plötzlich leicht. Die Sicht wird klarer und wir können uns für uns selbst und unsere Ziele einsetzen. In uns spüren wir, dass wir wieder auf dem richtigen Weg sind, dass wir wieder Freude haben, an dem was uns fasziniert. Dann reiben wir uns verwundert die Augen und fragen uns, warum wir das nicht schon längst getan haben. Ja, es mag einige irritieren. Ja, ziemlich sicher ecken wir damit sogar an, werden herausgefordert, uns zu erklären.

Ich habe nur ein Leben, dieses eine Leben, was ich gerade lebe und ich möchte es mit Tätigkeiten füllen, die mich ERFÜLLEN. Mit Liebe, mit harter Arbeit für Sachen, an die ich glaube, mit dem Entdecken und lebenslangen Lernen. Mit diesem Gefühl, welches das Herz weit macht, den Geist jung hält und vorallem – was es mir leicht macht, zu unterscheiden, was wirklich wichtig ist, und was nicht.

Geht ihr momentan jeden Abend ins Bett, ein klares Ziel oder einen Wunsch, wie euer Leben aussehen soll vor Augen und sagt euch – heute habe ich einen weiteren Schritt dorthin getan, selbst wenn er mit bloßem Auge kaum sichtbar war? Wenn eure Antwort Nein lautet – Warum nicht?

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Zürich – und ihr kommt mit!

So langsam gluckert die Vorfreude immer wieder in mir hoch – in knapp drei Wochen ist es soweit und Zürich liest’ 16 öffnet am 26. Oktober seine literarischen Pforten. Nun würde ich euch ja am liebsten alle mit in den großen, pinken Koffer packen und dann gemeinsam mit euch Zürich kennenlernen. Den Festivaltrubel genießen, Lesungen besuchen, ins Gespräch kommen – kurz – das Lesen und die Literatur ordentlich feiern! Für alle, die daheimbleiben müssen, aber sich mit mir gemeinsam auf das Lesefestival einstimmen wollen und auch für alle, die ich dort antreffen werde und die “schon immer mal” gerne ein bißchen Zürich zwischen zwei Buchdeckeln entdecken wollten, kommt hier meine Beschäftigung der letzten Wochen!

Um mich ein wenig auf Zürich und seine Geschichte vorzubereiten, habe ich ganz klassisch zum Buch gegriffen. Denn meiner Meinung nach kann man die Atmosphäre einer Stadt ganz besonders gut erfassen, wenn man sie durch die Augen eines Autors/einer Autorin sieht.

Die “Gebrauchsanweisung für“-Reihe von Piper mag ich sehr und wenn ich auf Reisen gehe, bin ich immer glücklich, zu entdecken, dass das jeweilige LGebrauchsanweisung-fuer-zuerichand oder die Stadt in der Reihe auftaucht. Milena Moser, (deren Buch “Das wahre Leben” mir sehr gut gefallen hat) schreibt offen und ehrlich über Zürich, die Stadt, die sie gleich zu Anfang mit einer angeheirateten Tante voller Widersprüche vergleicht und dieses Bild zieht sich durch das ganze Buch. Zum Schluss ist mir eben diese “Tante Turica” richtig ans Herz gewachsen – mit all ihrer Schönheit und ihren Eigenheiten. Außerdem füllt sich dank Milena Moser meine Leseliste schnell und ich erfahre auch einiges über die bewegte Vergangenheit des Hotel Rothaus, welches nicht nur unser Hotel während der Festivalzeit sein wird, sondern auch die Bühne für die Lesung von Thomas Meyer bieten wird.

Krimis sind meiner Meinung nach eine der besten Methoden, um sich einer Stadt und ihrem Flair anzunähern. Daher war ich hocherfreut, als ich die Krimi-Reihe rund um Rabbi Klein von Alfred Bodenheimer, erschienen bei Nagel&Kimche (die am Samstag, 29. 10, 14:00 – 18:00 beim Offenen Nachmittag der Verlage mitmachen) entdeckte. “Das Ende vom Lied” zeichnete mir nicht nur ein anschauliches Bild von Zürich und auch dem jüdischen Leben dort, sondern machte mich auch mit dem herrlich menschlichen Rabbi Klein bekannt, der auf eigene Faust ermittelt. Dieser hat mir so gut gefallen, dass ich die beiden anderen Bände bald lesen möchte. Und das, obwohl ich normalerweise eher selten Krimis lese! 20161009_202057

Weil ich gerade ausnahmsweise in richtiger Krimistimmung war, dürfte direkt der nächste Fall folgen. Erschienen bei Emons, finden wir bei “Müller und die Tote in der Limmat” von Raphael Zehnder eine ganz eigene Sprache, eine sehr unvermittelte, direkte Ansprache, die ihren eigenen Rythmus hat – das muss man mögen, mir gefiel es sofort. Auch hier erfahre ich viel über Zürich und Zürcher Besonderheiten. Ich fühle mich bestens unterhalten und “Müller” ist ein spannender Protagonist. Einer der Roman-Figuren, dem Polizisten Manfred Bucher kann man sogar unter @BucherManfred auf Twitter folgen.

Wer sich noch mehr Zürich um die Nase wehen lassen will, kommt an Martin Suter nicht vorbei. Ich mag ihn seit Jahren, freue mich jedesmal wie ein Schneekönig über ein neues Buch von ihm. Eigentlich kann man fast blind zugreifen, aber meine besonderen Lieblinge bleiben doch “Small World” und “Die Zeit, die Zeit“. Außerdem – seine Business Class Kurzgeschichten – köstlich!Martin-Suter

Wenn in den hektischen Wochen vorher (die Buchmesse ruft) noch Zeit sein sollte, werde ich auch noch versuchen “Nackt gebadet, gejauchzt bis zwölf, Weltliteratur in Zürich – 50 Porträts“, ebenfalls erschienen bei Nagel&Kimche zu lesen. Allein der Titel klingt so, als könnte das ein sehr unterhaltsames Lesevergnügen werden! Diese Stadt hat wirklich viel zu bieten im Hinblick auf Literatur und Kultur – kein Wunder also, dass es dieses Jahr bereits das sechste Mal ist, dass “Zürich liest” stattfindet.

Habt ihr Lust auf Zürich bekommen? Ich kann es mittlerweile kaum noch erwarten…

Blogbuster 2017 – Der Countdown läuft!

Deutschland sucht den Blogbuster

Denis Scheck geht mit Bloggern auf Talentsuche / Klett-Cotta veröffentlicht den Preis der Literaturblogger

Die Idee erinnert ein wenig an die einschlägigen TV-Castingshows, nur diesmal geht es nicht um Gesang oder gutes Aussehen, sondern um eine gute Schreibe. 16 Literaturblogger, die Literaturagentur Elisabeth Ruge, der Verlag Klett-Cotta, die Frankfurter Buchmesse und der bekannte ARD-Literaturkritiker Denis Scheck suchen die literarische Entdeckung und den Debütroman des Jahres. Das Ganze nennt sich Blogbuster – Preis der Literaturblogger und ist die Chance für alle, die ein Romanmanuskript in der Schublade haben, aber noch keinen Verlag. Der Gewinner bekommt einen Agentur- und Verlagsvertrag und wird bereits im nächsten Jahr auf der Frankfurter Buchmesse seinen Roman vorstellen können.

Blogger wählen aus

Um an dem Wettbewerb teilzunehmen, müssen sich die Autoren bei einem der beteiligten Literaturblogs bewerben. Erst wenn der Blogger vom literarischen Potenzial des Autors überzeugt ist, wird das Manuskript der Fachjury vorgestellt. Neben dem Jury-Voritzenden Denis Scheck, entscheiden Elisabeth Ruge, Klett-Cotta Verleger Tom Kraushaar, Lars Birken-Bertsch von der Frankfurter Buchmesse und der Blogger und Initiator der Aktion, Tobias Nazemi (Buchrevier), über den Blogbuster-Gewinner.

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Start auf der Buchmesse

Wir wollen damit zeigen, dass Blogs nicht nur Literatur gut vermitteln, sondern auch gute Literatur entdecken können“, sagt Tobias Nazemi, der für das Projekt 15 qualitativ hochwertige und reichweitenstarke Literaturblogs ausgewählt hat. Der Wettbewerb startet am 21.10. mit einer Auftaktveranstaltung im Orbanism-Space auf der Frankfurter Buchmesse. Die Preisverleihung findet Anfang Mai 2017 im Literaturhaus Hamburg statt.

Weitere Informationen gibt es unter: Blogbuster-Preis.de

Auftaktveranstaltung und Pressekonferenz
am 21.10.2016, 16.00 Uhr

Frankfurter Buchmesse, Orbanism Space, Halle 4.1, D88

mit Elisabeth Ruge, Tom Kraushaar, Lars Birken Bertsch und Denis Scheck

Die teilnehmenden Blogs sind:

54 Books , Bücherwurmloch, Muromez, Kaffeehaussitzer, Literaturen, LustzuLesen, LustaufLesen, Zeilensprünge, Sätze&Schätze, Zeichen&Zeiten, Sound&Books, Kulturgeschwätz, novelero, Die Liebe zu den Büchern und Pinkfisch

Ich freue mich ganz enorm auf dieses spannende Projekt, es verspricht eine literarische Schatzsuche zu werden und ich bin mir sicher, dass wir spannende Entdeckungen machen werden. Wer mehr wissen will, sollte sich die Pressekonferenz am Messefreitag rot im Kalender anstreichen!

Zürich ruft – Zürich liest 2016!

So langsam wird es aufregend, denn gerade ist das Programm von Zürich liest 2016 ins Haus geflattert. Erstmals wird dieses Lesefestival von fünf Literaturblogs begleitet. Der Kaffeehaussitzer, Die Buchbloggerin, Kapri-ziös, Buzzaldrins Bücher und ich werden in das volle Literaturerlebnis eintauchen. Lesungen besuchen, Autoren erleben, Veranstaltungen der anderen Art kennenlernen und vieles mehr.

Zu sagen, dass wir uns freuen, wäre noch untertrieben. Gefühlt ist der Koffer bei uns allen schon gepackt und das Programm hat die Vorfreude nochmal um einige Grad ansteigen lassen! Auf 96 Seiten finden sich hier über 180 Veranstaltungen rund um Literatur. Wow!

Also saß ich gestern mit spitzem Bleistift, einem Stadplan und dem Programmheft auf meinem Teppich und scheiterte. Woran? Daran, dass ich mich unmöglich vierteilen kann, was eigentlich nötig wäre, um all die tollen Veranstaltungen mitnehmen zu können! So einiges werde ich notgedrungen verpassen, aber ich tröste mich damit, dass meine Mitstreiterinnen und Mitstreiter ja auch unterwegs sind und wir uns gegenseitig berichten können.

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Auf auf der schönen Veranstaltungsliste für Freitag:

Am Samstag muss man natürlich erstmal eine ordentliche Grundlage für einen langen Literaturtag schaffen. Was würde sich da besser eignen, als ein ausgiebiges Frühstück? Es trifft sich gut, dass sich von 10:30 – 12 im Café Odeon bei der Buchtaufe von “Der Eskimo stirbt sowieso. Heitere Sprachunfälle, Unsitten und Bräuche” mit Urs Bühler & Live-Zeichner André Sandman auch Gelegenheit bietet, lecker zu tafeln. Bühler ist einer der meistgelesensten Kolumnisten der Neuen Zürcher Zeitung und ich stelle mich auf ein Prusten und Kichern in meinen Orangensaft ein!

Weiter geht es dann mit den folgenden Veranstaltungen:

  • 14-14:30  Spoken Word & Comic Liv, Live Performance 
  • Dann geht es zum Stöbern zum Nachmittag der offenen Verlage bei Dörlemann, Unionsverlag und Nagel & Kimchein den Verlagsalltag schnuppern finde ich ja immer sehr interessant und spannend, auch aus meiner buchhändlerischen Perspektive heraus.
  • 16:30 – 20:30 Living LibraryEin spannendes Konzept, gefällt mir, mal was anderes als die klassische Wasserglas-Lesung.
  • 18-19:30 Teresa Präauer liest aus “Oh Schimmi” im Literaturhaus
  • 20:00  Salonpalaver im Strauhof  u.a. mit Claudia Vamvas, vielen bekannt als @akkordeonistin auf Twitter! Ihr Buch erscheint am 17. September im Frohmann Verlag . Nicht nur, dass Vamvas eine Buchhandelsvergangenheit hat und ich ihre Tweets sehr schätze, nein, das Akkordeon ist für mich auch ganz wichtig – sind doch in meiner Familie gleich zwei Akkordeonspielerinnen vertreten.

Der Sonntag steht zu Beginn ein wenig im Zeichen des Kinderbuches:

  • 11-12  Bilderbuchlesung mit Torben Kuhlmann,
  • 13:30 – 14:30 Die Raupe Nimmersatt feiert Geburtstag
  • Im Verlauf des Tages  möchte ich mich dann der Ausstellung Gomringer & Gomringer widmen – für mich eines der Highlights!
  • Den Tag ausklingen lasse ich dann bei einer Veranstaltung der Agentur für Gehkulturdem Weggehen – Ein Abschiedsspaziergang.

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Folgen könnt ihr uns allen auf unseren jeweiligen Kanälen via Twitter, Instagram, Facebook und natürlich in den nächsten Wochen auf unseren Blogs. Der Hashtag zur Veranstaltung lautet: #zl16 .

Und nun noch eine Frage an euch: Welche Zürcher Buchhandlungen darf ich mir nicht entgehen lassen? Natürlich will ich wenn möglich auch die Schweizer Kolleginnen und Kollegen kurz besuchen! Und außerdem: sehen wir uns?

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