Milk and Honey – Rupi Kaur

In den letzten Monaten ist mir ein Lyrikband immer wieder online begegnet, solange, bis ich ihn dann im Januar in Berlin in einem englischen Buchladen gekauft habe. Seitdem liegt er auf meinem Nachttisch, neben mir auf dem Sofa, begleitete mich auf Zugreisen, kurz – er ließ mich nicht los, er beschäftigte mich. Rupi Kaurs Gedichte treffen mich, zum Teil ist schon das Lesen schmerzhaft, gerade, wenn sie über Mißbrauch schreibt, was mir unglaublichen Respekt abnötigt.

Liebe kann verletzen, dich zerbrechen lassen und gleichzeitig alles überstrahlen und auch wieder heilen. Diese jeweiligen Extreme und Aspekte der Liebe lotet sie aus, in einer klaren Sprache, so, dass ich als Leserin oft denke – war sie dabei? Woher weiß sie so genau, wie es sich anfühlt, zu straucheln, sich in die Liebe hineinzuwerfen, an sich selbst zu verzweifeln? Gedichte, die man immer wieder lesen kann, die so wahrhaftig sind. Manche haben Stacheln, andere legen sich wie eine weiche Decke um mich.

Ja, dieser Gedichtband darf mich noch das ganze restliche Jahr begleiten und mir eine Zuflucht sein, ein Garten voller Wörter, eine kluge Begleiterin an meiner Seite.

“i am a museum full of art

but you had your eyes shut”

(S. 100, milk and honey)

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