Wie ich eines schönen Morgens im April das 100% Mädchen sah – Haruki Murakami

Ich las die Titelgeschichte und dachte nur “Wahnsinn, wie schön ist das denn!” Der Mann ist ein Wahnsinn..mit so wenigen Worten, mit so kunstvollen Sätzen..mit Genialität kann man da nur sagen. Würde am liebsten jede Geschichte lesen, nochmal lesen und dann 1-2 Stunden drüber nachdenken. Wow. Murakami ist einer der wenigen, der Kurzgeschichten richtg beherrscht – außerdem für mich der einzige, dem ich ein unklares Ende immer verzeihe!

Tender Bar – J.R. Moehringer

Ein Junge der in Amerika in der Gemeinschaft von Stammkunden in einer Bar aufwächst. Die Bar begleitet ihn sein ganzes Leben über…bin noch nicht weit gekommen, sehr klein gedruckt und auch recht dicker Schinken. Aber, bisher recht nett. […]

“Tender Bar” hab ich durch, falls ihr mal nen netten Schmöker für eure Väter und jungebliebenen Onkels braucht – das ist euer Buch! Eine Lebensgeschichte rund um eine “Bar” zu stricken ist schon eine Art Kunst – das Buch ist ne runde Sache und lies sich gut lesen.
Für einen Erstling wirklich eine beachtliche Leistung.
Was mich am Anfang etwas “verschreckte” war zuerst die absolut tolle Schilderung der Bar und danach die Schilderung der Kindheit – irgendwie war mir dieser Schnitt zu hart. Im Nachhinein finde ich das Buch aber eine runde Sache – sicherlich mit ein paar kleinen Längen aber das schreibe ich dem Erstling zu. Zwischendurch gabs fande ich herrliche Szenen, alleine die Buchhandlung und Bill&Bud – wunderbar!
Insgesamt passt es gut das Buch in mehrere Teile zu unterteilen – weil auch jeder Teil eine ganz eigene Geschichte hat, eine eigene Art zu faszinieren. Der Begriff “Männerbuch” passt aber trotzdem gut. Bin gespannt wie das Buch in Deutschland angenommen wird

Bis(s) zum … – Stephenie Meyer (Band 1-3)

Jetzt habe ich mir mal “Bis(s) zum Morgengrauen” ausgeliehen. Ich hatte schon soviel davon gehört und es hat mich so garnicht gereizt. Jetzt hab ich so heute abend damit angefangen, und bin auf Seite 143 – also man ist schon neugierig… Ich finde zwar niemanden so richtig sympathisch, aber vielleicht macht das grade auch den Reiz des Buches aus. Ich bin jedenfalls erstaunt, ich dachte nicht das es mir so leicht fällt da rein zu finden
Das Fazit nach 3 Bänden: die Liebesgeschichte ist nett und so, aber hat mich persönlich nicht vom Hocker gerissen. Was ganz gut war…die Bücher sind unsäglich laaaangwierig geschrieben, ganz zum Schluss wirds dann aber immer sehr spannend. Also nette Unterhaltung für zwischendurch, nicht mehr, nicht weniger. Ich bin jedenfalls nicht in Edward verliebt und Bella…ging mir die allermeiste Zeit ziemlich auf den Keks

Rupien, Rupien! – Vikar Swarup

Kurz gesagt: ein armer, völlig ohne Schulbildung aufgewachsener 18jähriger Kellner gewinnt beim indischen “Wer wird Milliadär” den Hautgewinn. Einen Tag später wird er verhaftet, Verdacht auf Betrug, ein armer Kellner KANN garnicht die Antwort auf alle 12 Fragen wissen (auf gut Deutsch – die Produktionsfirma hat garnicht das Geld…). Seine freiwillige Anwältin allerdings glaubt ihm – und fragt woher er die Antworten kennt – Ergebnis ist ein bewegtes, spannendes und meistens urkomisch erzähltes Leben in Indien!

Herrliches Buch, man erfährt einiges über Indien, ohne dabei das Gefühl zu haben ein Lehrbuch zu lesen. Sehr schön!

Die Geschwindigkeit des Dunkels – Elizabeth Moon

Eine Geschichte über einen Autisten der zusammen mit anderen Autisten in einer Produktionsfirma arbeitet. Diesen Mitarbeitern wird angeboten an einer Studie/Behandlung teilzunehmen, die sie “normal” macht, damit Extras wie der Fitnessraum, Musikanlagen (Wozu diese nötig sind, darauf wird näher im Buch eingegangen) wegfallen und die Extrakosten für diese Aufwendungen wegfallen. Es stellt sich nur innerhalb des Buches die Frage: Wer ist hier eigentlich normal? Was ist normal? Und – möchte man überhaupt “normal werden” ?

Bin erst auf S. 100 von 460 aber ich verschlinge dieses Buch. Interessiere mich seit jeher für die Thematik und es ist so interessant aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt – sehr spannend, informativ und “eine ganz andere Welt”  […]

“Die Geschwindigkweit des Dunkels” ist absoluuut superb! Sehr empfehlenswert, spannend, ohne Durststrecken und mit sehr viel Einblick in die Welt eines Autisten, seiner Lebensweise – und wie gesagt bis zur letzten Seite spannend.

Gut gegen Nordwind – Daniel Glattauer

Leo Leike und Emmi lernen sich auf ungewöhnliche Weise kennen – über eine fehlgeleitete eMail. Was zuerst als Geplänkel übers Netz losgeht, verwandelt sich schon bald in eine sprachlich wunderbar lesbare, knisternde ja..Liebesgeschichte? Nein, das wäre zuviel. Aber ohne einander können die beiden auch nicht…und irgendwann steht die Frage im Raum – was passiert das eigentlich mit uns? Eine untypische Emailgeschichte mit tollen Wendungen und Sprachwitz – ein kleines Juwel!

Simpel – Marie-Aude Murail

Jetzt lese ich “Simpel” ein Jugendbuch der ganz anderen Sorte in der es um 2 Brüder geht (17 & 22). Der ältere, nur “Simpel” genannt ist geistig auf dem Stand eines 3jährigen. Bin sehr gespannt wie das weitergeht. [..]

Also, das Buch war wirklich heute beendet und es war SUPERTOLL! Ein ganz aussergewöhnliches, berührendes Jugendbuch. Der 22jährige Junge, genannt “Simpel” und sein 17jähriger Bruder Colbert, versuchen sich in einer Pariser WG auf eigene Faust durchzuschlagen. Colbert hat seine liebe Mühe mit Simpel, Simpel kann unheimlich schnell zählen, hat einen Stoffhasen namens “Monsieur HaseHase” der sein engster Freund ist und stellt allen möglichen Unsinn mit den besten Hintergedanken an. Wie diese WG aus unterschiedlichen Persönlichkeiten Simpel & Colbert aufnimmt (oder eben auch nicht annimmt) und Colbert das schwierige Erwachsenwerden mit der Verantwortung auf seinen Bruder aufzupassen meistert, das ist so ehrlich und graderaus geschrieben das man am Ende des Buches einfach nur wünscht, es möge mehr Leute geben wie Simpel, die das Leben so einfach sehen, wie es manchmal sein kann.

Glennkill – Leonie Swann

Nun folgt Glennkill, hab ich schonmal angefangen aber wieder aufgegeben…jetzt der zweite Versuch […] Glennkill war wirklich ganz wunderbar. Mein Lieblingssatz “Othello weidete kühn vorbei”! Der Kriminalfall an sich gibt nicht sooviel her, allerdings ist das auch nicht das Hauptaugenmerk. Die kreativen Schafsnamen und Interaktion der Schafe fand ich viel wichtiger