Warum ich lese? 15 gute Gründe!

Sandro von novelero fragte sich in einem Blogbeitrag “Warum ich lese“. Seitdem haben einige Blogger ihm auf diese Frage geantwortet und dabei sind ganz unterschiedliche Beiträge entstanden.

Je mehr ich darüber nachdenke, warum ich lese, desto mehr wird mir bewusst, dass es nicht das eine, herausstechende Erlebnis gab. Es war eine Entwicklung, die sich in vielen kleinen Schritten vollzogen hat und die aufeinander aufbaute. Obwohl ich von Kindesbeinen an sehr viel las, habe ich mich langsam herangetastet – vom Lesefutter über sogenannte Frauenromane bis hin zu Klassikern. Ich war ein Bibliothekskind, das sich stets die Ausweise der gesamten Familie lieh, um das Ausleihvolumen zu erhöhen. Ein Frühstück mit Buch vor der Nase war ein gelungenes Frühstück, sehr zum Leidwesen meiner Mutter. Aber was waren die Gründe für diese Lesebegeisterung? Wer könnte es besser erklären, als die Bücher selbst?

Ich lese wegen

  • Ralf und die Semmel, dem ersten Pixi-Buch, an das ich mich bewusst erinnern kann.
  • Jeglichem Lesefutter von Enid Blyton, weil es mir sämtliche Ferien und langweilige Schulstunden versüßt hat. Ob Fünf Freunde, Hanni und Nanni oder Dolly – ungezählte Male wurden diese Reihen von mir verschlungen.
  • Romeo und Julia von William Shakespeare – und die Adaption im Lustigen Taschenbuch, die mich dazu brachte, das ganze Stück in einer eigenen Version als Zehnjährige zum Abschluss der 4. Klasse aufzuführen.
  • Den langen Wartezeiten und Zugfahrten während einer vierjährigen Fernbeziehung – die Bahnhofsbuchhandlung bot immer neuen Lesestoff und Maeve Haran & Marian Keyes begleiteten mich lange.
  • Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams, weil es in mir die Freude an Ironie und Komik weckte und mich oftmals wissend “42” sagen lässt.
  • Das Urteil von John Grisham war für mich die erste Begegnung mit Krimis, nachdem ich es mir von meiner älteren Schwester ausgeliehen hatte.
  •  Die Stadt der träumenden Bücher von Walter Moers, weil es die Lust am Lesen und Fabulieren feierte, wie kein Buch das je zuvor für mich getan hatte.
  • Die Bibel, die mich über Jahre hinweg immer wieder aufs Neue fasziniert hat, ob in den Bilderbuchausgaben illustriert von Kees de Kort oder später im Schriftstudium während meiner Teenager-Jahre.
  • Wegen Harry Potter von J.K. Rowling, zigmal gelesen, zuletzt alle sieben Bände in 11 Tagen, als ich ganze Nächte mit meinem neugeborenen Sohn zugange war und sowieso nicht zum Schlafen kam.
  • Kafka am Strand von Haruki Murakami , das Buch, mit dem ich mich in die Literatur verliebte und zum ersten Mal in die Arbeit eines Autoren – und die Liebe hält bis heute an.
  •  Ein Zimmer für sich allein von Virginia Woolf, weil sie mich nachhaltig beeindruckte, mit ihren klugen Gedanken zum Schreiben und ihren Betrachtungen darüber, warum ein eigenes Zimmer soviel mehr ist als “nur ein Raum”.
  • Glückskind von Steven Uhly, das mich auf eine verrückte Reise mitnahm, die im Lesen des Buches mit der gesamten Stadt mündete und mir zeigte, wie weit Begeisterung für ein Buch reichen kann.
  • Tonspuren von Elliot Perlman, weil es mir vor Augen führte, wie die Literatur zeigt, was Menschen Menschen antun können. Ein Buch, das Gänsehaut hinterlässt und bis heute zum intensivsten gehört, was ich je gelesen habe.
  • Wer die Nachtigall stört von Harper Lee, weil es mir gezeigt hat, das Literatur soviel mehr ist als “nur ausgedachte Fantasiegebilde” – weil Lee Figuren schuf, die Geschichte schrieben und eine Auseinandersetzung über eines der wichtigsten Themen unserer Gesellschaft in Gang brachte.
  • Bitte nicht lesen oder Der aufregendste Sommer im Leben von Nelson Jaqua von Monte Merrick, weil es mittlerweile auseinanderfällt, so oft habe ich es gelesen. Meine Mutter schenkte es mir zum zwölften Geburtstag, weil “sie den Titel so lustig fand”. Kaum zu glauben, dass dieses Buch einer der vielen Gründe werden sollte, die mich für das Lesen begeisterten. Vielleicht, weil Nelson damals die selben Dinge umtrieben wie mich. Geheimnisse aufdecken. Erwachsen werden. Mit den anstrengenden Eltern umgehen. Versuchen, ein Buch zu schreiben. Freundschaften die sich verändern, die erste Liebe. In wenigen Tagen werde ich dreißig Jahre alt und immer noch würde ich dieses Buch zur Hand nehmen, wenn ich einen Rat suche.

Warum ich lese? Für mich ist Lesen vorallem eine Horizonterweiterung, ein großes Ja zu Bildung und Wissen. Es ist eine Möglichkeit, tief in das Leben der Menschen einzutauchen. Ein Buch kann zur richtigen Zeit Lebensretter sein und ein Buch zu lesen bedeutet auch immer, währenddessen ein Stück mehr über sich selbst zu erfahren. Und: Literatur verbindet. Mit fremden Menschen sofort ein Gesprächthema haben, wenn es um Bücher geht. Und diese stille Freude, zu entdecken, dass jemand das gleiche Buch verehrt wie Du selbst. All diese Dinge bereichern mein Dasein und deshalb entscheide ich mich immer wieder für Literatur und das Lesen in meinem Leben.<img src=”http://vg04.met.vgwort.de/na/a982183033b94ad9af549d95dd1300e6″ width=”1″ height=”1″ alt=””>

4 Gedanken zu „Warum ich lese? 15 gute Gründe!“

  1. “LESEN = Das Leben in papierfeine Scheiben schneiden.”
    “Lesen/Leben – nur ein buchstabenfeiner Unterschied.”
    Kurt Arb “Aufzeichnungen aus dem toten Winkel I-XII”

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