Zu wissen, was ich nicht will, macht Platz für Dinge die ich will!

Als Kinder wussten wir ganz genau, was wir einmal werden wollen und was uns wichtig ist. Wir hatten Träume, Ziele, unzählige Pläne. Und noch viel wichtiger – wir wussten, was wir NICHT wollen. Das haben wir dann ausgesessen, nicht gemacht, impulsiv abgelehnt, es kam uns gar nicht in den Sinn, unsere Zeit damit zu verplempern, Dinge zu tun, an denen unser Herz nicht hing.

Wir waren neugierig, sogen das Wissen auf, vertieften uns mit einer Hingabe in unsere Hobbies, die uns heute so oft fehlt. Uns stand die Welt offen, unsere Fantasie kannte noch nicht so viele Einschränkungen und Hürden. Waren mutig und unerschrocken, wir probierten uns aus. Wenn wir hinfielen, dann sahen wir das nicht sofort als Scheitern an. Wir standen auf und liefen eben wieder los. Es gehörte schlicht und ergreifend dazu.

In der letzten Zeit frage ich mich ab und an, ob wir das verlernt haben? Trottend durch einen Alltag, der aus ganz viel Müssen und wenig Wollen besteht. Und das Müssen kommt von überall her. Aus der Gesellschaft, aus unserem Job und aus den Ansprüchen, denen wir glauben genügen zu müssen. Sollten wir nicht in manchen Bereichen unseres Lebens (dass es einige gibt, in denen Kompromisse und Vorgaben nunmal dazugehören, sollte klar sein) deutlich mehr darauf achten, was WIR wollen und nicht, was andere uns als Vorgabe liefern?

Natürlich kann ich heute nicht mehr meine Jacke nehmen und meinen Kunden an der Kasse stehen lassen, um am Flüßchen meiner Heimatstadt das Wasser zu stauen, wie ich es als Kind stundenlang mit Freunden getan habe, völlig im Flow und mit mir im Reinen. Aber ich kann mich entscheiden, die Zeit, die mir bleibt um das zu tun, was ich wirklich will, aufs Schärfste zu verteidigen. Vor all den “Das solltest Du!” und “Das macht man aber so!

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Zu wissen, was wir wollen und noch wichtiger, was wir nicht wollen, kann der Augenöffner und der Anschub sein, den wir brauchen.

Nicht immer reicht es, vom Nicht-Wollen darauf schließen zu können, was unser nächstes Ziel, unsere Vision sein wird. Dazu gehört auch, dass wir in uns hineinhorchen – in diesen Gedanken steckt eine Menge Bewegung und es ist nicht die einfachste Übung. Aber, um eine erste Idee dafür zu bekommen, was ihr wollt, denkt darüber nach, an was ihr sehnsuchtsvoll denkt, wenn ihr in einer langweiligen Alltagstrott-Situation feststeckt. Wo wärt ihr gerade lieber? Was tut ihr? DAS ist es, was ihr auf eurem Zettel notieren solltet und nach und nach für euch und euer Leben als Priorität einstufen solltet.

Denn wenn wir ein Ziel vor Augen haben, den festen Wunsch, zu lernen und offen zu sein, dann fällt uns das Nein sagen plötzlich leicht. Die Sicht wird klarer und wir können uns für uns selbst und unsere Ziele einsetzen. In uns spüren wir, dass wir wieder auf dem richtigen Weg sind, dass wir wieder Freude haben, an dem was uns fasziniert. Dann reiben wir uns verwundert die Augen und fragen uns, warum wir das nicht schon längst getan haben. Ja, es mag einige irritieren. Ja, ziemlich sicher ecken wir damit sogar an, werden herausgefordert, uns zu erklären.

Ich habe nur ein Leben, dieses eine Leben, was ich gerade lebe und ich möchte es mit Tätigkeiten füllen, die mich ERFÜLLEN. Mit Liebe, mit harter Arbeit für Sachen, an die ich glaube, mit dem Entdecken und lebenslangen Lernen. Mit diesem Gefühl, welches das Herz weit macht, den Geist jung hält und vorallem – was es mir leicht macht, zu unterscheiden, was wirklich wichtig ist, und was nicht.

Geht ihr momentan jeden Abend ins Bett, ein klares Ziel oder einen Wunsch, wie euer Leben aussehen soll vor Augen und sagt euch – heute habe ich einen weiteren Schritt dorthin getan, selbst wenn er mit bloßem Auge kaum sichtbar war? Wenn eure Antwort Nein lautet – Warum nicht?

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4 Gedanken zu „Zu wissen, was ich nicht will, macht Platz für Dinge die ich will!“

  1. Liebe Sarah!
    Sehr inspirierende und antreibende Worte. Das liest man viel zu selten und vergisst es im Gegensatz dazu viel zu oft, vor allem in Tagen der Hektik. Dann wird aus “Heute mal keine Zeit für Wollen” ganz schnell eine Woche, ein Monat, ein Vierteljahr.
    Danke, dass du mich – uns alle – daran erinnert hast.
    Alles Liebe
    Angela

  2. Liebe Sarah,

    danke für deinen schönen Beitrag. In den letzten Monaten habe ich mir über genau dieses Thema viele Gedanken gemacht. Klar auch deshalb, weil es meine Lebenssituation auch so (heraus)gefordert hat, aber auch, weil ich es wichtig finde immer wieder mal über dieses Thema des Wollens und Nicht-Wollens nachzudenken. Viel zu oft kommt der Alltag nämlich dazwischen und man hat gar keine Zeit bewusst darüber nachzudenken, wie das Leben auf seinen unterschiedlichen Ebenen abläuft, sondern man macht halt einfach das, was kommt.

    Gerade kann ich behaupten, dass ich jeden Abend ins Bett gehe und glücklich bin, weil mein derzeitiger Weg ein richtiger Weg zu sein scheint (und das hoffentlich auch über die Anfangseuphorie hinaus!). Mal sehen, was es mit dem Wollen und Nicht-Wollen in Zukunft noch so auf sich haben wird.

    Einen schönen Abend
    Ramona

  3. Liebe Sarah,

    vielen Dank für diesen klugen Text! Für mich trifft er momentan den Nagel auf den Kopf, denn ich versuche gerade, mich gegen zu viel Arbeit am Stück zu wehren. Mit Deinen Worten im Kopf wird es mir bestimmt noch besser gelingen.

  4. Liebe Sarah,

    du sprichst mir aus der Seele. Genau DAS geht mir in letzter Zeit so oft durch den Kopf, denn momentan bin ich sehr unzufrieden mit der derzeitigen Situation und denke immer öfter nach warum ich nicht öfter das mache was ich gerne möchte oder wonach mir gerade vielleicht mehr ist. Aber zuerst einmal muss ich herausfinden was ich gerne haben möchte oder wollen würde. Nur dann kann man das Problem angehen. Aber ich möchte nochmals sagen, dass dein Text wirklich den richtigen Nerv getroffen hat und ich hoffe das meine Gedanken jetzt dann vielleicht endlich das Ziel erreichen und ich was ändern kann.

    Liebe Grüße
    Corinna

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