Long Bright River – Liz Moore

Zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten, wachsen in schwierigen Familienverhältnissen auf. Als Kinder sind sie sich nah, doch als Jugendliche entwickeln sie sich in unterschiedliche Richtungen – Mickey wird Streifenpolizistin, Kacey rutscht immer weiter in die Drogenszene ab.

Die alleinerziehende Mickey nutzt ihren Job, um ein Auge auf die kleine Schwester haben zu können. Doch dann erschüttert eine Mordserie die Straßen Philadelphias… Dieser Roman ist ein echter Pageturner, spannend bis zum Schluss, eine raffiniert erzählte Familiengeschichte und nicht zuletzt das ausgezeichnete Portrait einer Stadt und ihrer Probleme.

Für mich soll es Neurosen regnen – Peter Wittkamp

Über Zwangsstörungen wusste ich bisher wenig, über den Humor von Peter Wittkamp hingegen schon einiges . Als ich dieses Buch in der Vorschau entdeckte, hatte ich also nicht nur instant einen Ohrwurm (gute Titelwahl!) sondern wurde auch sofort neugierig. “Mein Leben mit Zwangsstörungen” ist der Untertitel und der ist auch Programm. Peter Wittkamp erzählt sehr offen darüber, was seine Erkrankung im Alltag für ihn bedeutet. Über seine Therapie, über die unterschiedlichen Zwänge, die auftreten können, in welche absurden Situationen ihn die Zwangsstörungen schon brachten und wo die täglichen Herausforderungen im Umgang mit dieser Krankheit liegen.

Wildwuchs im Neurosengarten

Er schafft es, das ganze ausgesprochen unterhaltsam und humorvoll zu tun, kippt aber nie ins Alberne. Im Gegenteil – gerade weil sich das ganze so gut lesen lässt, wiegen die etwas ernsteren Stellen umso schwerer. Aufgrund seiner so persönlichen Schilderungen habe ich das Gefühl, mehr verstehen zu können und zu lernen. Seine Erfahrungen und Erlebnisse zu teilen kostet Kraft, Mut und ist ganz sicher nicht einfach, zumal Wittkamp im Buch mehrfach erwähnt, dass nur wenige in seinem Umfeld vor Veröffentlichung überhaupt von seiner Zwangststörung wussten. So habe ich beim Lesen manchmal auch das Gefühl, eine Art Befreiungsschlag zu lesen.

Zu dieser Courage, diesem Öffnen und Niederschreiben, kann ich nur gratulieren und dem Buch noch viele Leserinnen und Leser wünschen!

Ein Abend mit Johan Harstad im Literaturhaus Frankfurt

Max, Mischa und die Tet-Offensive von Johan Harstad war für mich eine DER Entdeckungen in meinem Lesejahr 2019. Sich auf dieses umfangreiche Werk voll einzulassen, ein echtes Erlebnis – Hier geht es zur Rezension!

Nun war es soweit, Johan Harstad kam zu einigen Lesungen nach Deutschland, auch ins Literaturhaus Frankfurt. Und was war das für ein fantastischer Abend – es folgen einige Highlights aus dem intensiven Gespräch zwischen Johan Harstad und seinem Moderator Bernhard Robben, der sichtlich Spaß daran hatte, diesen Autor zu interviewen – eine gelungene Kombination! Ein Abend mit Johan Harstad im Literaturhaus Frankfurt weiterlesen

Kintsugi – Miku Sophie Kühmel

Mitte Juni:

Ich schlage das frisch eingetroffene Leseexemplar von Kintsugi auf. Nach wenigen Minuten lege ich es beiseite und schreibe meiner Freundin eine Nachricht.

Also, wenn das Buch so gut ist wie die ersten zehn Seiten, wird das mein bisheriger Herbstliebling!

Dann lese ich weiter. Lerne Max und Reik weiter kennen, die seit zwanzig Jahren ein Paar sind. Eines, von dem man sagt, dass es sich perfekt ergänzt, der Archäologe und der Künstler, eine besondere Verbindung. Die beiden wollen dieses Jubiläum feiern, im engsten Kreis in ihrem Wochenendhaus. Zu Gast: ihr ältester Freund Tonio und dessen Tochter Pega, die Max und Reik als ihre erweiterte Familie versteht, schließlich waren sie von Anfang an Teil ihres Lebens. Kintsugi – Miku Sophie Kühmel weiterlesen

#LebenSchreibenAtmen von Doris Dörrie – Wir laden euch zum Schreiben ein!

Werbung |Kooperation mit Diogenes

Pro Woche bekomme ich zwischen ein und zehn Anfragen für Buchrezensionen, Aktionen oder Kooperationen. Vieles muss ich aus Zeitgründen ablehnen, einiges fällt so gar nicht in mein Interessengebiet und bei manchen Mails weiß ich sofort: Das will und muss ich machen!

So geschehen, als Diogenes mich anschrieb, ob ich nicht gemeinsam mit ihnen ein paar Ideen für eine Aktion zum neuen Buch von Doris Dörrie aushecken wollen würde? Eine Art Schirmherrschaft für einen ganz besonderen Titel?

Leben, Schreiben, Atmen – Eine Einladung zum Schreiben.

Doris Dörrie hat es geschafft, hier nicht den xten Schreibratgeber mit mehr oder weniger hilfreichen Tipps zu verfassen, sondern vielmehr eine Mischung aus Anregungen zum autobiographischen Schreiben und ihrer direkten Umsetzung entworfen. So sind sehr persönliche und unterschiedliche Texte entstanden und Dörrie gibt uns einen spannenden Einblick in ihren ganz eigenen Schreibprozess und ihr Leben. Das ist ausgesprochen lesenswert und es kribbelt einem in den Fingern, ihre Anregungen selbst umzusetzen und zum Stift zu greifen. #LebenSchreibenAtmen von Doris Dörrie – Wir laden euch zum Schreiben ein! weiterlesen

Presseevent || Es wird Zeit von Ildikó von Kürthy

Werbung|| Presseevent auf Einladung des Rowohlt Verlags zu einer Verlagsführung und einem gemeinsamen Kochabend mit Ildikó von Kürthy in Hamburg.

Auf nach Hamburg! Anlässlich der Veröffentlichung des neuen Romans von Ildikó von Kürthy lud der Rowohlt Verlag ein Dutzend Bloggerinnen zu einem Event rund um das Buch ein.

Meine letzte Kürthy-Lektüre war über ein Jahrzehnt her und ich war ehrlich neugierig, wie ich sie jetzt, einige Jahre später erleben würde. Doch vor dem Treffen mit der Autorin am Abend, bekamen wir zunächst einen Einblick in die neuen Verlagsräume von Rowohlt. Der Verlag war erst im März 2019 nach 59 Jahren in Reinbek direkt ins Herz Hamburgs gezogen, ins Bieberhaus, direkt gegenüber vom Hauptbahnhof. Presseevent || Es wird Zeit von Ildikó von Kürthy weiterlesen

Jane Gardam und die Old Filth Trilogie

Als 2015 mit “Ein untadeliger Mann” der erste Teil der “Old Filth“-Trilogie von Jane Gardam auf Deutsch erschien, übersetzt von Isabel Bogdan, las ich diesen Roman mit großem Vergnügen. Interessante Figuren, ein hintergründiger Witz der sich durchs Buch zog, kein Wunder, dass Gardam in Großbritannien schon seit vielen Jahren sehr erfolgreich war. Und dann – kamen mir andere Bücher dazwischen und ich las nicht weiter.

Aber manche Bücher lassen sich auch durch eine wirklich lange Wartezeit nicht abschrecken und stehen geduldig im Regal, bis man sich ihnen widmet. In diesem Urlaub habe ich nun also mit wachsender Begeisterung auch den zweiten Teil “Eine treue Frau” und den Abschluss der Trilogie, “Letzte Freunde” gelesen. Warum hatte ich bloß so lange gewartet?! Ich beneide jeden, der diese fabelhafte Lektüre noch vor sich hat. Meine Empfehlung wäre: Kauft gleich alle  (es gibt die drei Bände mittlerweile als Taschenbuch) damit seid ihr gut ausgestattet für den restlichen Sommer. Danke Jane Gardam, für ausgesprochen vergnügliche Lesestunden!

Radio Activity – Karin Kalisa

Als sie das erste Mal auf Sendung ging, ließen die Vorarbeiter im Hafenbüro ihre Einsatzpläne sinken. Auf den Schleppern, wo gerade die Buchungslisten besprochen wurden, hielt man inne und sah durch die Luken auf die glitzernden Wellenkämme der auflaufenden Flut. Die Autofahrer, die vor den Schleusen warteten, beugten sich nach rechts, um das Radio lauter zu drehen.

Mit diesen Sätzen beginnt der neue Roman von Karin Kalisa. Und wer wie ich, ein großer Radiofan ist, hat bereits nach dieser Stelle sein Herz an das Buch verloren. Aber nicht nur das Radiosetting von Tee und Teer mit der Moderatorin Holly Gomighty nimmt mich für diesen Roman ein. Die Moderatorin mit der perfekten Radiostimme heißt im echten Leben Nora Tewes. Und mit der Gründung des kleinen, ungewöhnlichen Senders verfolgt sie ganz eigene Pläne. Radio Activity – Karin Kalisa weiterlesen

Die geheime Geschichte – Donna Tartt

Dieser 1992 erschienene Roman, bisher in 24 Sprachen übersetzt ist eines der Bücher, die mir immer wieder unterkamen. So viele hatten es mit großer Begeisterung gelesen und schwärmten auch noch Jahre später davon. Als mir ein Freund seine doppelt vorhandene Ausgabe schenkte, wurde es nun endlich Zeit, mir selbst ein Bild zu machen. Und…ich tat mich schwer. Die geheime Geschichte – Donna Tartt weiterlesen

Berge versetzen für Anfänger – Marius Kursawe

Wir alle haben diese Ziele im Leben, die wir erreichen wollen, Ideen die wir umsetzen wollen, Träume die immer wiederkehren. Und doch stellt sich nur allzuoft das Leben und seine Herausforderungen zwischen uns. Wir legen nicht los, greifen nicht zu, bleiben entmutigt mit Blick auf den Gipfel am Fuß der Berge stehen. Warum versetzen manche Menschen diese Berge und manche nicht? Was machen sie anders als andere?

Marius Kursawe wollte es herausfinden und hat einen Blick auf die aktuelle Motivationsforschung geworfen und sich mit acht Menschen getroffen, die alle ihre ganz eigenen “Berge” versetzt, man könnte auch sagen – bestiegen – haben. Es sind sehr unterschiedliche Schicksale und Lebensträume, die uns da begegnen und gerade diesen Mix fand ich extrem reizvoll, weil alle ihre ganz eigene Perspektive einbrachten.

Wenn ich während der Lektüre mit Bleistift und Post-Its hantiere, weiß ich, dass ein Sachbuch bei mir etwas zum klingen bringt.

Und in diesem Buch habe ich so einiges angestrichen und markiert. Kursawe erzählt anschaulich und nimmt einen von der ersten Seite an mit. Während man das Buch liest, merkt man, wie es beginnt, in einem selbst zu kribbeln und die Lust aufs Loslegen kommt ganz automatisch. Damit dieser Auftrieb auch gut genutzt wird, gibt es innerhalb des Buches immer wieder Denkanregungen und mentale Tipps und Tricks zur Unterstützung.

Mich hat vorallem der Untertitel des Buches “Mach doch endlich was du willst!” enorm angesprochen. Wirklich das zu tun, was einen erfüllt, keine Agenda zu verfolgen, die nicht die eigene ist und die Zeit, die wir alle haben, wirklich zu nutzen. Damit vermittelte mir das Buch bereits vom Cover an eine gewisse Aufbruchsstimmung.

Welche Berge wolltet ihr schon immer versetzen? Vielleicht ist dieses Buch für euch der erste Schritt auf dem Weg zum Gipfel!

Rezensionsexemplar