Fünf Weihnachtsbücher für die Adventszeit

Seid ihr noch auf der Suche nach weihnachtlicher Lektüre für die Adventszeit? Nach Büchern, die euch in weihnachtliche Stimmung versetzen, die man gemeinsam (vor)-lesen kann und mit denen man sich bei Regen oder idealerweise Schnee auf dem heimischen Sofa einmummeln kann? Dann geht es euch wie mir jedes Jahr im November und Dezember, denn für mich sind Weihnachtsbücher und Weihnachtsgeschichten eine heißgeliebte Tradition. Auch oder gerade, weil ich das Fest immer wieder anders erlebe, je älter ich werde, dieses Ritual bleibt eine Konstante.

Ganz gleich, wo und in welcher Zusammensetzung wir feiern, welche neuen Abläufe wir etablieren – am ersten Weihnachtsfeiertag wird mit einem Reste-Teller vom Weihnachtsessen auf dem Sofa in den neuen Büchern gestöbert. Und das macht mir noch genauso großen Spaß wie mit acht Jahren…

Hier kommen nun also fünf Bücher, die euch das Warten auf Weihnachten versüßen können!

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Eine Buchhändlerin träumt

Manchmal denke ich darüber nach, nochmal etwas anderes zu tun. Und dann taucht mit schöner Regelmäßigkeit in meinen Träumen ein wildes Gefährt auf. “Wenn ich einmal im Lotto gewinne” so beginne ich meist meine schwärmerischen Ausführungen, “dann kaufe ich mir einen großen Bus, stopfe ihn voll mit Büchern und dann fahre ich mit meinem Buchladen-Bus quer durchs Land!”. Und während wir so dahinfahren, mein Bus und ich, sammle ich andere großartige und verehrte Buchhändlerinnen und Buchhändler auf, die uns zeitweise begleiten, auf unseren Touren. Wie oft habe ich mir schon gewünscht, Eine Buchhändlerin träumt weiterlesen

Mit dem Litteraturtoget durch Norwegen – eine Pressereise (Teil II)

Von drei ganz unterschiedlichen Interviews und wie es sich anfühlt, ein Schiff über einen Fjord zu steuern.

Bevor wir nach einem langen Litteraturtoget-Tag in Egersund ankommen, liegt noch ein längerer Bustransfer vor uns. Die Stimmung hob sich beträchtlich, als Ellen und Sunniva Chips und Getränke hervorzauberten und im Bus breitete sich einmal mehr das Klassenfahrts-Gefühl aus. Neben mir lernt Ilke, kräftig unterstützt von unseren beiden Norwegerinnen, die ersten Brocken Norwegisch und wiederholt mit wahrer Engelsgeduld Merkformeln zur Aussprache. Mit dem Litteraturtoget durch Norwegen – eine Pressereise (Teil II) weiterlesen

Mit dem Litteraturtoget durch Norwegen – eine Pressereise (Teil I)

Von Beziehungen, der Kronprinzessin und der Schönheit Norwegens

Manchmal findet man eMails in seinem Posteingang vor, mit denen man SO ganz sicher nicht gerechnet hätte. Und nach deren Lektüre man sich dann erstmal kurz hinsetzen muss. Nach mehrmaligem Lesen war dann aber klar – die meinen das ernst! Das norwegische Königshaus, um genauer zu sein, die Kronprinzessin Mette-Marit lud mich ein, als ein Teil der deutschen Pressetruppe am Litteraturtoget 2018 teilzunehmen, der dieses Jahr an der Südküste Norwegens unterwegs sein würde. Organisiert wurde das ganze auf der deutschen Seite von der Agentur Literaturtest und auf der norwegischen Seite von Norla (Norwegian Literature Abroad).

Also, Koffer kaufen, mich über die Autorinnen und Autoren informieren, die wir treffen würden und hektisch recherchieren, ob ein Hofknicks von Nöten sei, wenn man auf die Kronprinzessin Mette-Marit trifft. Kleiner Spoiler vorab – die Norweger*innen sind da eher entspannt… Mit dem Litteraturtoget durch Norwegen – eine Pressereise (Teil I) weiterlesen

Seht, was ich getan habe – Sarah Schmidt

Manchmal schreiben meine hochgeschätzte Kollegin Anja und ich uns lange Mails. Über das Leben. Die Bücher. Musik und Texte. Anjas Mails sind wahre Kleinode, die mit klugen Gedanken daherkommen und mich jedesmal mit ihrer sprühenden Begeisterung umhauen. Anfang diesen Jahres bekam ich wieder eine Mail von Anja, denn ich hatte ihr ein ganz bestimmtes Buch in die Hand gedrückt, wohl wissend, dass Anja der wohl weltweit größte Fan von Miss Lizzie von Walter Satterthwait ist und dieses Buch (welches leider nur noch antiquarisch erhältlich ist, schluchz!) in höheren, dreistelligen Stückzahlen unters Volk gebracht hat. Nun schrieb Sarah Schmidt also ein neues Buch über Miss Lizzie. Was das mit Anja gemacht hat? Lest selbst!

Von: Anja
An: Sarah
Betreff: Lizzie Borden took an axe,…

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Indiebookday 2018 mit Pinkfisch

Anlässlich des Indiebookday (dieses Jahr ist es am Samstag, den 24. März wieder soweit) habe ich wieder ein kleines Video mit Empfehlungen für Euch gedreht. Ich hoffe, es ist etwas für euch dabei!

Alle vorgestellten INDIEBOOKDAY Empfehlungen       auf einen Blick:

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Walking in the rain – Schritt für Schritt zu einem klaren Kopf

Kennt ihr das, wenn euch ein Buch genau zum richtigen Zeitpunkt begegnet? So ist es mir mit “Walking in the rain” ergangen. Noch vor einigen Jahren war spazierengehen “nicht so mein Ding“. Gemeinsam mit anderen, das war ja mal ganz nett. Aber alleine losziehen? Naja. Womöglich auch noch bei eher schlechtem Wetter? Nicht, so lange mein Sofa so einladend wirkt! Das hat sich geändert. Walking in the rain – Schritt für Schritt zu einem klaren Kopf weiterlesen

Stell Dir vor, Du wachst auf – Michael Curse Kurth

Was denkt ihr, wenn ihr diesen Titel lest? Geht es euch vielleicht genauso wie mir? Natürlich wachen wir im Laufe des Tages auf, aber wie oft laufen wir kopflos durch unseren Alltag, der in einem endlosen Strom von Aufgaben und Erledigungen an uns vorbeirauscht? Verfangen uns in einem höher, schneller, weiter oder sind erschlagen von der Informationsflut, die tagtäglich auf uns einprasselt? Und wie oft sind wir wirklich ganz bei uns, präsent und (auch wenn es aktuell ein überstrapaziertes Wort ist) – achtsam ? Ich merke – es könnte bei mir deutlich öfter der Fall sein, ich wünsche mir mehr Ausgeglichenheit. Außerdem würde ich gerne zu meinen bisherigen Routinen neue hinzufügen, ob es nun der Umgang mit digitalen Medien ist, der regelmäßige Sport oder die Meditationspraxis.

Genau hier setzt Curse an. Einige werden ihn als Rapper kennen, andere haben ihn vielleicht wie ich in seinen Sessions für die Female Future Force kennengelernt oder haben schon einmal seinen Podcast “Meditation, Coaching & Life” gehört. Mir haben seine Ansätze bei der FFF bereits gut gefallen, ich wollte mehr lesen.

Die OOOO+X-Methode für mehr Präsenz und    Klarheit im Leben.

Die Methode die Curse entwickelt hat stützt sich auf fünf Schritte im Umfeld der Meditation und Achtsamkeit, die unterschiedlich in den Tag eingebaut werden können, vorrangig aber als Morgenroutine konzipiert wurden. Mir gefällt der humorvolle Ton, der mich immer wieder zum Schmunzeln bringt, manch undogmatischer Vorschlag und die immer wieder eingestreuten Zitate zu Kapitelanfang. Auch holt einen das Buch schlicht dort ab, wo man ist und setzt die Hürde bewusst niedrig. Es macht den Start leicht, auch weil Curse über das ganze Buch hinweg einzelne (Meditations/Atem)-Übungen und Anregungen einstreut, die sich auch in einen noch so vollgepackten Alltag integrieren lassen. Ausreden, adé!

Genauso gefällt mir, dass sich das Buch mit meinem gelebten und erlebten Alltag deckt. So wunderbar ein Yoga-Retreat oder eine mehrtägige Schweigeklausur auch sein können, so sind diese Erlebnisse doch eher die Ausnahme. Es ist mir wichtig, Dinge zu finden, die bereits jetzt und hier wirken und die dauerhaft in mein Leben passen. Kurz: bei denen es eine realistische Chance gibt, dass ich sie wahrnehmen  und einbauen kann.

“Je einfacher die Methode, desto geringer die Gefahr von Abwegen”         Chögyam Trungpa

Curse bringt uns dazu, uns wirklich Gedanken zu machen, über unser “Warum?” weil ein klares und achtsam formuliertes Warum ein sehr machtvoller, ja unser stärkster Antrieb sein kann. Er fordert uns Leser*innen dazu auf, unsere Ziele und Vorhaben am jeweiligen Kapitelende auch schriftlich zu fixieren , weil niedergeschriebene Vorsätze deutlich verbindlicher auf uns wirken als vage Vorhaben.

Beim Lesen streiche ich vieles an, für mich passt dieses Buch gerade perfekt.

Mich beeindruckt Curse, der zu Beginn des Buches auch seine eigene Geschichte erzählt. Davon, wie er als Rapper alles erreichte und doch nicht glücklich war, wie ihm Coaching, der Buddhismus und Meditation geholfen haben, sich neu auszurichten. Auf welche Dinge er in seinem Leben nun verzichtet und welche bei ihm Einzug gehalten haben.

Im Nachwort macht Curse aber noch einmal klar, dass jeder für sich seine Methode und seinen Weg finden muss und das auch dieses Buch nur ein Anstoß sein kann. Dafür, sich vielleicht mit dem ein oder anderen Baustein seiner Methode noch intensiver und über lange Zeit hinweg selbst zu beschäftigen ( der Anhang mit weiterführender Literatur gibt einem dazu viel Lesestoff an die Hand).

Gehen müssen wir den Weg immer noch alleine, aber es fällt deutlich leichter, wenn man solch einen liebevollen Anstoß bekommt, wie durch die Lektüre dieses Buches.

Herr Kato spielt Familie – Milena Michiko Flašar

Endlich gibt es nach “Ich nannte ihn Krawatte” etwas Neues von Milena Michiko Flašar! Und wieder hat es die Autorin geschafft, ein Buch in leisen Tönen zu schreiben, die während dem Lesen langsam und stetig lauter werden.

Herr Kato ist im Ruhestand angekommen. Wobei angekommen bei näherer Betrachtung nicht stimmt – denn er ist rastlos und unruhig. So hat er sich das Ganze nicht vorgestellt. Als er auf einem Friedhof zufällig eine junge Frau kennenlernt, macht sie ihm ein ungewöhnliches Angebot und Herr Kato beginnt, in der Agentur “Happy Family” zu arbeiten. Dort wird er als so genanntes “Stand in” für unterschiedliche (Familien)-Rollen engagiert und trifft so auf die unterschiedlichsten Menschen und Schicksale. Herr Kato spielt Familie – Milena Michiko Flašar weiterlesen

Die Ermordung des Commendatore I – Haruki Murakami

Wir alle kennen dieses Gefühl des Verlorenseins, welches Haruki Murakami in seinen Büchern oft beschreibt. Ich weiß, worauf ich mich bei ihm einlasse und doch kann er mich immer wieder aufs Neue überraschen.

“Ich griff nach dem Baumstamm und ließ mich mit der Strömung treiben. Um mich herum war es stockdunkel, und am Himmel waren weder Mond noch Sterne. Solange ich mich festhielt, würde ich nicht untergehen, aber ich hatte keine Ahnung, wo ich mich gerade befand und wohin die Reise ging.” (S. 67)

Der erste Teil des neuen Romans zeigt ganz klassische Züge der Kriminalliteratur und es gelingt Murakami, kontinuierlich Spannung aufzubauen, die dann am Schluss mit einem echten Cliffhanger endet. Im Roman selbst gibt es ein paar Kunstgriffe, die mich beim Lesen leicht irritierten, die ich aber im Nachhinein als solche erkannte, beziehungsweise für mich deuten konnte – und daraufhin einmal mehr wieder beeindruckt war. Auch gibt es eine Szene, bei der ich fast ahne, dass sie für Irritationen sorgen wird. Und doch – es gehört einfach zu Murakami, denn auch scheinbar unpassende Offenbarungen sind ein wiederkehrendes Motiv in seinem Schaffen. Diese beiden Anmerkungen sind allerdings schon “Kritik auf hohem Niveau” und sie fallen für mich insgesamt nicht allzuschwer ins Gewicht.

Die Frage was und wieviel braucht es für ein gutes Leben ist unterschwellig den ganzen Roman lang spürbar. Was ist genug? Auch die Zeit spielt eine große Rolle.

“Es musste eine angemessene Zeit vergehen – dann würde ich wissen, worauf es ankam. Darauf musste ich warten. Wie man geduldig darauf wartet, dass das Telefon klingelt. Ich musste auf die Zeit vertrauen, dran glauben, dass sie auf meiner Seite war.” (S. 254)

Unser Alltag ist meist nicht allzu mysteriös.

Umso bereitwilliger nehmen wir uns den Vorfällen in Haruki Murakamis Romanen an und öffnen uns für diese Geschichten. Schlagen die Seiten auf und lassen uns ganz darauf ein, wieder mit Murakami in einen gedanklichen Brunnen zu steigen. Während über uns unser Leben vielleicht noch Wellen schlägt, sinken wir auf den Grund wo es nur noch uns und das Buch gibt.

Und was ist das wieder für ein Buch! Alle Musikliebhaber werden auch diesen Roman wieder mit Genuß lesen, speziell, wenn sie Opern-Fans sind. Die meisten Markierungen sind in meinem Exemplar an den Stellen, bei denen es sich um das Malen und das Erschaffen von Kunst dreht. Hier setzt Murakami für mich wieder kleine, feine Widerhaken, die sich zart in mich bohren und mich nicht loslassen wollen.

Ein kleiner Nachsatz sei mir an dieser Stelle gestattet.

Denn eine Frage, die mir auch gestellt wurde lautet: Ist es wieder ein echter, ein typischer Murakami? Zuerst will ich nicken, denn vieles kennen wir bereits aus seinen vorherigen Romanen und diese Kontinuität macht ja auch den großen Reiz aus. Allerdings fragte ich mich nach kurzem Zögern, warum manche (Kritiker) gefühlt mit einer inneren Checkliste herumlaufen – kommen diese und jene Elemente vor, ist das auch wieder mit dabei? Was hat es für einen Sinn oder Gehalt, diese Punkte abzuarbeiten um das Buch zu bewerten, statt sich lesend das Buch zu erobern? Sich zu fragen, was das Buch mit einem macht, auf welche Reise man sich gemeinsam begeben hat?

Aus den Dingen heraus, die über Haruki Murakami und sein Schreiben bekannt sind, würde ich sagen, dass es ihn persönlich wahrscheinlich kalt lassen wird, ob er auf einer fiktiven Murakami-Skala die höchste Punktzahl erreicht.         Was er sich aber meiner Vermutung nach wünschen würde ist, dass wir Leserinnen und Leser uns ein aufs andere Mal wieder auf seine Bücher freuen. Und uns verlieben.