Boys don’t cry – Malorie Blackman

Eine gewagte Perspektive: Dante hat gerade seinen Abschluss gemacht, alle Türen stehen ihm offen – er will endlich das Elternhaus, das seit dem Tod der Mutter ungemütlicher wurde und den anstrengenden, stets mit ihm konkurrierenden kleinen Bruder Adam hinter sich lassen. Da konfrontiert ihn seine Exfreundin mit der Tatsache, das er eine Tochter hat – und diese ist schon fast ein Jahr alt. Als die Mutter sich, mit der Erziehung überfordert, aus dem Staub macht, steht Dante erstmal da – alleine, mit einem Baby und voller widersprüchlichster Gefühle. Seinen Weg zu verfolgen, wie aus anfänglicher Ablehnung, Überforderung und ja auch Zweifel an der Vaterschaft überhaupt, später dann langsam eine Vater-Tochter-Beziehung entsteht und Dante um seine kleine Familie kämpft – das ist so eindringlich und bewegend geschrieben, das ich mehr als einmal gerührt war. Dabei ist das Buch nicht geschönt oder kitschig – es hat harte, realistische und heftige Szenen. Besonders beeindruckend fand ich das hier mal eine sehr seltene Konstellation beschrieben wird, noch dazu von einer Autorin. Für mich hat sie die Geschichte gut eingefangen, auch die Familie um Dante herum, der Vater der für seinen Sohn eine glänzende Zukunft erhoffte und doch auch um seine neue Rolle als Großvater weiß. Der Dante unterstützen will, aber weiss – er muss seinen eigenen Weg finden. Der schwule Bruder der um Anerkennung innerhalb seiner Familie kämpft aber sofort das Herz der kleinen Tochter erobert. All das macht diesen Roman zu einem gut lesbaren, packenden Jugendbuch.

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