Die amerikanische Nacht – Marisha Pessl

Ich versuche immer noch, meinen Eindruck festzunageln. Also, mal ein Versuch ungeordneter Art: einerseits: die Form (durchsetzt mit Zeitungsartikeln, Bildern, Internetartikeln etc.) – sehr passend, toll gemacht. Gehört irgendwie so zu den Büchern, wo man, obwohl man durchaus manches in Frage stellt, am Ende froh ist, dass man es gelesen hat. Das Genre (Mix aus Krimi und Horror) hab ich so noch nicht gelesen, kenne da aber auch kaum was, und fand ich ansprechend – ich hatte jedenfalls ziemlich Gänsehaut/Grusel zwischendrin. Auch die Geschichte, die Fährten, die ausgelegt werden, ich finde, der Leser wird gut auf Trab gehalten.

Nun das Aber: die Sprache. Hab mich schon vorzüglich mit meinem Mann drüber verdiskutiert: ich finde sie relativ unspektakulär und meinte mich zu erinnern, dass Pessl ja als literarisches Wunderkind gehandelt wurde. Also…so spontan hätte ich gesagt: es passt zu den handelnden Personen (was dann ja auch in Ordnung ist, die sind nunmal z.Tl noch sehr jung) aber es ist, wenn man jetzt mal als Vergleich Perlman lesen würde, überhaupt kein Vergleich. Umgangssprache, hier und da mal eine blumige Beschreibung, aber eben keine Gänsehaut-Sätze. Das MUSS bei so einem Buch auch nicht unbedingt sein, aber ich war irgendwie irritiert, weil ich ihr eine ganz andere Sprache zugeordnet hatte, aufgrund der Vorschau…Also Mhm. Mhm. Mhm. Und ich weiss nicht recht, wem ich das empfehlen soll – es ist so schwer, es zuzuordnen und die ein oder andere Grusel/Horror-Szene würde ich spontan nicht jedem Kunden zumuten…und doch ist die Geschichte wirklich packend und entwickelt einen Sog. Übers Ende kann ich hier ja nicht recht diskutieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.