Das Labyrinth der träumenden Bücher – Walter Moers

Wie lange habe ich auf diese Fortsetzung gewartet. Der Folgeband zu “Die Stadt der träumenden Bücher” eines der wenigen Bücher das ich mehrfach gelesen und einmal seineshalben eine Nacht durchgelesen habe. Und ich wurde, für mein Gefühl, auch nicht enttäuscht.

Ich finde das der Verlag sich absolut keinen Gefallen damit getan hat, zu verschweigen das dieser Roman wirklich “mittendrin” endet und dann der dritte Teil angekündigt wird. Lieber wäre mir fast noch 2 Jahre Wartezeit und dafür richtiger Schmökerspaß gewesen. Wenn man sich im Netz umsieht bekommt das Buch daher diverse, richtig schlechte Bewertungen. Das ist schade, denn verdient sind diese nicht.

Ja, es ist mehr ein Auftakt, ein Warmwerden mit dem großen, neuen Abenteuer von Mythenmetz, eine kleine Rückschau…aber auch das ist so farbig, prall, kreativ und herrlich in üblich moerscher Manier geschrieben, das ich einfach nichts zu meckern habe. Zamonien und seine Bewohner begeistern mich, auch hier habe ich wieder an Anagrammen herumgerätselt und mich über die Fabulierkunst des Autors nur noch gefreut. Also: ein kleiner Wermutstropfen ist der wohl gemeinste Cliffhanger aller Zeiten schon, aber ein gutes Buch, das findet der geneigte Moers-Fan hier auf jeden Fall!

Das Labyrinth der Wörter – Marie-Sabine Roger

Es passiert relativ selten das man ein Buch liest das einfach nur schön ist – das eine kleine Geschichte erzählt, das man an einem Sommernachmittag liest, an einem verregneten Morgen,  wann-auch-immer: was man danach ans Herz drückt und sagt: Einfach ein schönes Buch! Und das Bücher und Literatur eine große Rolle spielen, macht es natürlich nur noch besser

Die Büchersäufer – Uwe Wittstock

Für Buchhändler, Verleger, Verlagsvertreter, Illustratoren, Lektoren, Verlagskaufleute, Antiquare, Autoren – für alle Büchermenschen ein Muß, ein Genuß, ein Buch das einen aufseufzen lässt, schmunzeln und erkennen – ja, so ist und war unsere Branche. Intelligent und mit Witz. Und für alle anderen: ein sehr schöner Einblick in eine ganz spezielle Branche!

Sunwise Turn: Zwei Buchhändlerinnen in New York – Magde Jenison

Dazu kann man nur sagen: Ein Buch das von der Liebe zu Büchern, Literatur und Kunst lebt. Erstaunlich wie wenig sich teilweise etwas geändert hat im Buchhandel, bedenkt man, das dieses Buch aus den 20er Jahren stammt. Einfach eine Hommage an Bücher und das Verkaufen derselben. Klug und klar geschrieben, sicherlich auch ein bisschen missionarisch – aber wer findet es nicht charmant, wenn man über Bücher ins Schwärmen gerät?

Mein liebster Satz: “In einer Buchhandlung kann alles mögliche passieren”

Ein kleines, besonderes Buch das ich sehr gerne ans Herz lege!

Der Vorleser – Bernhard Schlink

Keine Frage, Schlink jongliert hier sehr gekonnt mit Moral, Schuldfrage, Verzweiflung, Ehrlichkeit…das Buch ist in sich sehr schlüssig, die Beschreibungen konnte ich sofort in meinem Kopfkino vor mir „sehen“. Die Intimität des gemeinsamen Vorlesens, und wie dieses Thema sich durch den ganzen Roman zieht hat mich sehr beeindruckt. Am Schluss habe ich heftig geschluckt, das hatte ich nicht erwartet. Insgesamt ein heftiges Buch, beeindruckend. Trotzdem ein kleiner Abzug: die Geschichte hat mich interessiert und auch weiterlesen lassen, allerdings nicht der Stil, der mich nicht richtig fesseln konnte.

Lee Raven – Zizou Corder

Witziges Jugendbuch rund um Lee Raven, der ganz unabsichtlich ein Buch klaut…so als gelernter Taschendieb nimmt man schonmal was mit, was man garnicht brauchen kann – Lee kann nämlich nicht lesen! Allerdings hält das ihn nicht davon ab in einen Strudel Ereignisse gezogen zu werden – das Buch ist gefährlich und alle wollen es haben…schnodderig, witzig und richtig schöne Jugendliteratur, sehr nah dran. Liegt sicherlich daran das Zizou Corder ein Pseudonym für eine Mutter&15jährige Tochter ist – das gemeinsame Schreiben merkt man

Das Spiel des Engels – Carlos Ruiz Zafón

Der perfekte Winter-Schmöker – düster, dramatisch und spannend bis zum Schluss!

Wie schon sein Vorgänger, “Der Schatten des Windes” spielt auch dieser Roman von Carlos Ruiz Zafón in Barcelona, im Jahre 1917 um genau zu sein. Ruiz Zafón entführt ins in ein Barcelona das nicht nur bunt und wild ist, sondern auch geheimnisvoll, tückisch, düster und dramatisch. Der junge David Martin fristet sein Leben als Schriftsteller unter falschem Namen, der recht erfolgreich eine mittelmässige Krimireihe schreibt. Zunächst nicht besonders aufregend – wäre da nicht das geheimnisvolle Angebot von einem französischen Verleger, für eine große Summe Geld ein ganz spezielles Buch zu schreiben…

Viel mehr will ich gar nicht verraten, möchte ich doch nicht die Spannung nehmen. Hier ist alles drin: Drama, Liebe, Spannung bis zur letzten Seite, Tragödie, Krimi, Tod und Leben…es klingt vielleicht abgedroschen, aber das hier ist ein 1a Schmöker für diesen grauen Winter. Was zunächst so harmlos anfängt entwickelt so einen Sog das man wirklich nicht aufhören möchte. Ab und an blitzen wunderbare Sätze auf in diesem Lesefutter, woran man sich erfreut und durch die Beschreibungen fühlt man sich wirklich fast wie in Barcelona.

Das letzte Buch – Zoran Zivikovic

Ein Toter in der Buchhandlung. Zunächst geht man von einem Herzinfarkt aus, kurz darauf stellt sich aber heraus – der Tod hatte keine natürlichen Ursachen…Die Buchhändlerin verliebt sich kurzerhand in den ermittelnden, literaturstudierten Kriminalkommissar und gemeinsam fangen die beiden an, zu ermitteln – und auf was sie dabei stoßen ist witzig, skurril und manchmal äusserst abgefahren.

Liebevoll wird hier mit Literatur und Büchern, mit Macken und Schrullen gespielt. Auch wenn das Buch teilweise etwas schräg, manchmal auch fast banal herüberkommt – es hat was! Für Bücherliebhaber und Freunde schräg-komischer Literatur!

Firmin ein Rattenleben – Sam Savage

Ein recht schmales Buch mit rund 200 Seiten und das fand ich den Vorteil daran, ich wurde damit nicht recht warm. Die Idee, eine Ratte die Unterschlupf in einer Buchhandlung findet zu einem Leser zu machen fand ich gut, leider war die Ratte teilweise einfach so unsympathisch bzw. ich konnte ihre Beweggründe einfach nicht so gut nachvollziehen. Es gab einige schöne Szenen, sehr viele Anspielungen auf Literatur, aber ebenso viele Szenen mit denen ich nicht recht warm wurde. Kein wirklich schlechtes Buch, aber wirklich an mich gerührt hat es leider nicht.