Pampa Blues – Rolf Lappert

Jeder der auch nur ansatzweise auf einem Dorf großgeworden ist, wird sich in diesem Roman ein wenig wiederfinden. Unaufgeregt erzählt Lappert eine kleingroße Geschichte: vom Erwachsenwerden, dem Drang etwas besonderes sein zu wollen, die Suche nach dem Platz für sich selbst im Leben, von Verpflichtungen, von Liebe. Und einem skurrilen Dorf, wie wir wohl alle eines kennen. Liest sich gut, macht sich gut.

Das also ist mein Leben – Stephen Chbosky

Als ich im Nachgang den englischen Titel erfahren habe, dachte ich nur: Das passt noch viel besser! “The Perks of Beeing a wallflower”. Denn genau das ist Charlie, der Protagonist – schüchtern und introvertiert, nicht unbeliebt aber er fällt auch nicht weiter auf. Das Buch besteht aus Briefen die Charlie schreibt. Man weiss nicht an wen, das ist aber auch nicht weiter wichtig.

Wie hier über das Erwachsenwerden geschrieben wird, das dazugehören wollen, die schwierigen Entscheidungen, den ganz normalen Highschool-Wahnsinn – das hat mich total durchgeschüttelt – ich habe schon lange nicht mehr bei einem Buch geweint, hier mehrfach. Chbosky schafft es einen Ton anzuschlagen der mir ganz tief durchgeht – jedem der sich mal unverstanden fühlte oder einsam war, wird es ebenso gehen. Aber nicht nur das – dieses Buch rührt auch ein äusserst sensibles Thema an, das erst nach vielen Schichten zu Tage gefördert wird. Und man möchte Charlie einfach in den Arm nehmen und sagen: Es wird gut. Du bist gut, wie Du bist. Für mich eines der Bücher die tief unter die Haut gehen und was man immer wieder aufschlagen wird. Und so schön, das man spürt wie Charlie langsam aus seinem Schatten heraustritt, je mehr Briefe er schreibt – ihn dabei zu begleiten – eine Ehre!

Leseprobe

Town: Irgendwo in Australien – James Roy

Nominiert für den deutschen Jugendliteraturpreis 2011, spielt in Australien, erschienen bei Gerstenberg  – sprich, ich musste es haben. Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht! Was mir an diesem Querschnitt aus dem Leben von 13 Jugendlichen die in der gleichen Kleinstadt aufwachsen so gut gefiel war das es verdammt ehrlich wirkte. Manche Einblicke waren miteinander verwoben, manche Handlungsfäden wurden auch nicht aufgeklärt. So entsteht aber ein ganz besonderes Geflecht einer Erzählung darüber, wie schwierig, großartig und spannend es sein kann, in der heutigen Zeit erwachsen zu werden. Speziell der Aspekt des “Es ist nicht alles unbedingt so, wie es scheint” und das der erste Eindruck oft doch täuschen kann, ist meisterhaft eingefangen.

Eve Green – Susan Fletcher

Als ich versuchte, der Kollegin die mir diesen Roman vor Jahren empfahl, meinen Eindruck zu schildern, fiel mir zu Anfang erstmal nur das Wort “sperrig” ein. Denn obwohl mich die Geschichte von Anfang an fesselte, so hatten einige Absätze doch ihre Tücken, das leichtfüßige fehlte. Obwohl das einem etwas mehr Mühe abverlangt beim Lesen – es lohnt sich. Eve Green verliert in jungen Jahren ihre Mutter und wächst fortan im Geburtsort der Mutter bei ihren Großeltern auf. Doch die Idylle des abgelegenen Dorfes trügt – und als eine Schulfreundin von Eve verschwindet, gerät alles aus den Fugen. Der Roman hat einige wunderbare Stellen und auch die Entwicklung von Eve, ihre Gedankengänge und Ideen sind spannend zu verfolgen, je älter sie wird. Da das Buch den Deutschen Jugendliteraturpreis gewann, findet man es ab und an auch im Jugendbuch, ich würde es aber deutlich mehr den Romanen zuschreiben. Insgesamt hat mich die Geschichte überzeugt, nicht unbedingt der Schreibstil.