Dein Herzensprinz, Prinzessin – Meg Cabot

Mit diesem zehnten Band findet die Reihe um Prinzessin Mia ihren Abschluss, pünktlich zur Volljährigkeit der Prinzessin. Mir hat er wieder deutlich besser gefallen als Band 9, den ich als etwas karg empfand. Hier ist wieder der Charme der Vorgängerbände zu spüren, das Drama, die herrische Grandmeré von Mia, die Liebe und die Frage – wer ist denn nun der Herzensprinz? Und natürlich: jede Menge Chaos. Außerdem sorgen Mias erste schriftstellerische Versuche für Abwechslung. Für mich ein gelungenes Ende!

Das Gegenteil von oben – Oliver Uschmann

Man kennt diesen Autor eigentlich von der “Hartmut und Ich” -Reihe. Als ich las, das er ein Jugendbuch geschrieben hat, musste ich es haben. Und ich sage: endlich mal ein  Jugendbuch, das aktuelle Themen wie Kindesentführung/Mißbrauch, Stalking, Zocken behandelt, den moralischen Zeigefinger weglässt und trotzdem zum Nachdenken anregt. Fabelhafte Schullektüre wäre das! Dennis hat ein etwas schräges Hobby – er beobachtet Leute im Hochhaus gegenüber mit dem Fernglas. Allerdings geht er noch einen Schritt weiter: er verschickt Codes, kleine Nachrichten an die Leute im Haus gegenüber, wenn diese sich streiten, Sudokus an die einsame Dame von gegenüber… Am liebsten beobachtet er allerdings die Hausmeisterfamilie, die so harmonisch wirkt – Dennis vermisst seinen Vater, von dem seine Mutter fast nie spricht.

Als sich im Haus gegenüber etwas verändert, wird Dennis stutzig.  Beobachtet er grade ein Verbrechen? Oder gibt es für alles einfache Erklärungen? Die Ereignisse im anderen Turm bringen sein Leben gehörig durcheinander und ja – Dennis muss auch ein Leben selbst in die Hand nehmen und es verändern.

Klasse Jugendbuch, toll geschrieben, spannend bis zum Schluss!

Zwei an einem Tag – David Nicolls

Ein fabelhaftes Buch das ich jedem nur ans Herz legen kann. Emma und Dexter verbringen nach ihrem Abschluss eine Nacht miteinander. Danach trennen sich ihre Wege – doch über 20 Jahre hinweg bleiben beide in Kontakt. Der Autor schaltet sich jedes Jahr am 15.Juli in beider Leben ein, mal aus Emmas, mal aus Dexters Sicht – und das ist liest sich bei beiden durchaus turbulent. Mit einer schmissigen Schreibe, tollen Dialogen und Beschreibungen packt einen das Buch von Anfang an. Nach jedem Jahr fragt man sich: Und, wie geht es mit den beiden weiter? Was passiert als nächstes? Noch dazu ist das Buch gespickt mit schönen Einfällen, herrlichen Beschreibungen über die Verwirrungen der Gefühlswelten und warum man manchmal nicht so kann, wie man will oder sollte – und das oft im Leben die Kleinigkeiten entscheiden.

Noch dazu eine tolle Liebesgeschichte mit Witz und Charme. Was bleibt mir da noch zu sagen außer: bitte kaufen, lesen, schwärmen!

15 Jungs, 4 Frösche + 1 Kuss – E. Lockhart

Ein Jugendbuch das mich aufgrund des Titels irgendwie anlachte…und das ausnahmsweise mal nicht von der einzig wahren, perfekten ersten Liebe heiratet, sondern eben davon, das Liebe Freundschaften zerstören kann, nicht jeder Junge der “richtige” ist und welche Mißverständnisse es noch so an einer Highschool geben kann. Ruby hat ziemlich Mist gebaut, was Jungs angeht und landet so bei einer Psychologin, die sie “Dr Z” nennt. Für diese soll sie eine Liste aufstellen…und damit werden die Probleme nur noch größer. Allerdings lernt Ruby dabei eine ganze Menge über sich selbst und auch die Leute um sie herum. Fand ich wirklich recht gut, wegen sehr wenig Schwarz/Weiss und viel Selbstreflektion der Protagonistin.

Valley – Jonathan Stroud

Zunächst muss man sagen: es ist ganz anders als Bartimäus. Relativ wenig Fantasy eigentlich, eher etwas geschichtlicher angehaucht, die Namen aus dem Nordischen. Die Geschichte braucht ein bisschen um in Gang zu kommen, aber es liest sich gut, nach und nach kommt auch immer mehr “Pfiff” ins Spiel, und nachdem im Anfang eher Wert darauf gelegt wird, einen Überblick zu schaffen, geht es nach einem Viertel doch sehr rund (und ich habe mit Spannung gelesen!) und es werden Intrigen zutage gefördert, ein schönes Jugend Abenteuerbuch, man gruselt sich ein bisschen, man rennt mit weg, man fragt sich: Gibt es nun Trolde, die das Tal (Valley) einkesseln – und: Was liegt eigentlich hinter dem Tal?
Für mich aber klar eher Jugendbuch, im Gegensatz zu Bartimäus, der ein breiteres Publikum anspricht, so empfand ich es zumindest.

Das Zimmer – Helen Garner

Als ihre krebskranke Freundin Nicola für eine 3wöchige (obskure) Therapie zu ihr zieht, ahnt Helen nicht, das sie Nicola abgesehen von ihrer Hilfe vielleicht auch beibringen muss, das sie wirklich sterben wird…und das die Therapi, an die ihre Freundin sich klammert, vielleicht nur Geldmacherei ist. Garner beschreibt in diesem kleinen Buch sehr emotional und direkt, welche heftige Situation die beiden langjährigen Freundinnen erwartet, die Ohnmacht und auch die Auseinandersetzung mit dem Leben und dem Tod. Sehr authentisch und ehrlich, nach dem Ende, sinnt man noch eine ganze Weile lang nach…

Rico, Oscar und die Tieferschatten – Andreas Steinhöfel

Rico ist “tieferbegabt”, was noch lange nicht heißt, das er doof ist. Als er sich mit Oscar anfreundet, überschlagen sich die Ereignisse – und Ricos Kopf läuft auf Hochtouren…Eine spannende Krimi-Geschichte mit wunderbaren Figuren, über Freundschaft, einen Kinder-Entführer in Berlin und viele komplizierte Worte! Großartig geschrieben, auch was für Wenigleser und überhaupt, bitte lesen! Im April 2009  erscheint auch die Fortsetzung, nämlich Rico, Oscar und das Herzgebreche – ich freue mich schon auf das Wiedersehen!

Das Lächeln der Fortuna – Rebecca Gablé

Angeregt durch meine Freundin Karo, die mir das Buch gaaanz arg ans Herz gelegt hat (lang und ausdauernd!) habe ich mich also mal an einen historischen Roman gewagt: eigentlich nicht mein Genre. Aber: ich war doch die ganzen über 1000 Seiten gefesselt. Das Buch hatte erstaunlich wenig Längen, Gablé schafft es, viele Personen auftreten zu lassen und man behält trotzdem recht gut den Überblick. Angesiedelt im 13 Jahrhundert, eine spannende Geschichte – Historisches wird mit der Geschichte der Waringhams verknüpft – und da gibt es fast alles – Intrigen, Liebesgeschichten, Drama…ich fühlte mich wirklich gut unterhalten! Also: eine klare Empfehlung von meiner Seite aus – ich werde nach und nach auch noch mehr von der Autorin lesen!

Alle sterben, auch die Löffelstöre – Katrin Aehnlich

Mann, was ein trauriges und dabei doch so schönes Buch. Allein der Titel hatte mich total angesprochen. Und das Innenleben – man schwankt zwischen Lachen, Weinen, erinnert sich selbst an seine Kindheit zurück, an Freundschaften…und ich für meinen Teil war wirklich sehr berührt. Ein tolles, unkitschiges, ehrliches Buch!