Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden – Raymond Carver

Das Jahr begann mit Kurzgeschichten – und was für welchen! Carver und Murakami werden oft in einem Atemzug genannt und das nicht von ungefähr, weshalb ich das Buch auch vor Jahren kaufte. Während ich seine Geschichten nun endlich las fragte ich mich: warum habe ich so lange gewartet?! Kurzgeschichten haben mich noch nicht oft überzeugen können, aber dieser Band hat mich umgehauen und begeistert, diese verdichtete Atmosphäre, die wenigen Striche mit denen Carver hier Szenarien entwirft, er packt mich, er rüttelt mich wach, kurz: ganz, ganz große Kurzgeschichtenempfehlung!

Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe – A.J. Betts

Nachdem viele Jugendbücher nach dem großen Erfolg John Greens damit warben, ganz ähnlich zu sein wie “Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, war meine Lust auf eine solche Lektüre schon stark gedämpft. Trotzdem habe ich zu diesem Buch gegriffen – und habe es nicht bereut. Hier finden sich doch ganz andere Töne als bei Green. Den Vergleich mit Green hat die Autorin garnicht nötig – sie hat ihre eigene Stimme gefunden und ich empfehle sie im Jugendbuch gern!

Die Achse meiner Welt – Dani Atkins

Manchmal sollte man dann doch auf sein Bauchgefühl hören. Es ist nicht so, als ob dieser Roman nicht durchaus einige meiner Vorlieben bedient – und doch habe ich in Sachen Liebesroman mit Twist schon wirklich schöneres gelesen, was mich mehr berührt hat. Es war ganz nett zu lesen, ich war allerdings nicht allzu traurig, als ich es dann durchhatte. Definitiv Geschmackssache.

Arztroman – Kristof Magnusson

Ich habe beim Lesen mehrfach gedacht: Hut ab, Herr Magnusson! Als Autor aus der Sicht einer Frau zu schreiben ist nicht einfach und mißlingt oft. Hier ist aber das Gegenteil der Fall: ich fand die Gedankenwelt und die Themen der Protagonistin unheimlich passend dargestellt, man kam ihr nahe. Ihre Berufswahl als Notärztin eröffnete mir zudem noch eine ganz neue Welt, die ich so literarisch noch nicht betreten habe, und die sich so angenehm von den gängigen Romanberufen abhob. Mir hat das Buch ausnehmend gut gefallen und ich hoffe, dass es noch weite Kreise ziehen darf!

Nachts sind alle Schafe schwarz – Heike Abidi

Man könnte sagen – der Roman hat alles, was ein typisches “Frauenbuch” so braucht: Verwicklungen, drei unterschiedliche Frauencharaktere, ein bisschen Liebeswirren und Drama. Aber damit würde man dem Buch nicht gerecht werden: es besitzt vorallem jede Menge Witz, der es für mich aus dem Einheitsbrei der Unterhaltungsromane heraushebt. Die schräge Idee einer ganz neuen Esoterik-Schiene ist einfach köstlich, weil sie das Genre so auf den Punkt ironisch hochnimmt. Und die, von der anstrengenden Mutter einer Protagonistin, stets falschen Zitate gängiger Sprichwörter waren für mich ein herrlicher Lachfaktor.