Arbeit und Struktur – Wolfgang Herrndorf

Ich wollte dieses Buch in Ruhe lesen, Herrndorf quasi die letzte Ehre erweisen, indem ich das Buch nicht so zwischendrin lese. Ich fand es schwer, großartig und wieder verdammt schwer. Ich konnte es nicht am Stück lesen, es brauchte Zeit und Herrndorf hat für seinen gewählten Weg und seinen Blog meinen höchsten Respekt. Ich habe beim Lesen so oft an meine Freundin U. gedacht, die einen ähnlichen Weg gehen musste und die, wie Herrndorf bis kurz vor dem Ende schrieb, sich mitteilte und uns bat, es mitzutragen, es zu “ertragen“. Sie hat mich damals beeindruckt und tut es heute immer noch, 5 Jahre später. Ich bin mir sicher, dass ihr Herrndorfs Blog gefallen hätte. Das Buch hat mich mitgenommen, durchgerüttelt und ganz und gar nicht unbeeindruckt hinterlassen. Und auch, wenn ich genau wusste, wie es ausgeht – die Träne auf den letzten Seiten, die rollte. Danke Wolfgang Herrndorf!

Glanz und Schatten: Truman Capote und Harper Lee – eine Freundschaft – Alexandra Lavizzari

In den letzten Wochen kommt man an Harper Lee ja kaum noch vorbei, so groß ist die Aufregung über ihren zweiten (oder eher – ersten) Roman, der nun erstmals erscheint. Für jemanden wie mich, der “Wer die Nachtigall stört” zu einem der wichtigsten Bücher zählt, was ich je gelesen habe, war nun der richtige Zeitpunkt, Harper Lee ein wenig besser kennenzulernen. Dieses Buch nähert sich Capote und Lee über ihre gemeinsame Zeit und Freundschaft her an. Es las sich unheimlich spannend und interessant, man tauchte ein in die damalige Zeit und ich war fasziniert davon, wie unterschiedlich beide sich entwickelten. Eine inspirierende Lektüre, wegen der ich wohl bald ein Buch aus dem Regal ziehen werde, was ich noch nicht kenne “Kaltblütig” von Truman Capote!

Das Leben und das Schreiben von Stephen King

Packend wie ein Roman und ein wirklich intelligentes Buch. King schreibt nicht nur über sein Leben und seine Romane, er gibt auch einen Einblick ins Schreiben, in seine Anfänge, typische Fehler und Stolpersteine eines Schriftstellers. Das ist enorm interessant und lehrreich zu lesen, ohne jemals langweilig zu werden. Für jeden Vielleser, Autor oder Schreibanfänger ein Leckerbissen.

Murakami und die Melodie des Lebens – Jay Rubin

Wer Haruki Murakami liebt, muss dieses Buch lesen, welches leider nur noch antiquarisch zu erwerben ist. Eine solche Fülle an Hintergrund zum Werk Murakamis, dabei in engener Zusammenarbeit mit dem Autor. Es hat nichts voyeuristisches, es ist wie eine neue Brücke, die Jay Rubin (einer seiner amerikanischen Übersetzer) uns zu seinem Werk schlägt. Zusammenhänge werden klarer, das Schaffen Murakamis bis 2004 wird begleitet. Ein sehr, sehr lesenswertes Buch, nach dessen Lektüre ich am allerliebsten jedes einzelne Buch von Murakami nochmal lesen wollte!

Der Liebe eine Stimme geben – Lisa Genova

Bücher über Autismus sind immer wieder in meine Hände geraten, es ist ein Thema, dass mich, gerade weil es soviele Arten und Verläufe gibt, sehr umtreibt. Genova hat als Psychologin sicherlich den Hintergrund, um solch einen Roman schreiben zu können und die Schilderungen aus Sicht des jungen Autisten haben mich sehr angesprochen. Sie bedient sich allerdings noch einer zweiten Komponente, die ich als eher schwierig empfunden habe, denn ihre Bücher sind eigentlich nicht dafür bekannt, übersinnliche Elemente zu enthalten. Diesmal schienen sie nötig, um die Geschichte abzurunden, ich wünschte allerdings, sie hätte darauf verzichtet.

Ostende: 1936, Sommer der Freundschaft – Volker Weidermann

Wem kann man dieses Buch schenken? Leserinnen und Lesern, die sich für Geschichte interessieren. Für Literatur. Für historischen Kontext. Für das Exil. Für menschliche Schicksale. Für Freundschaften. Für das Schreiben. Kurzum: es liest und verschenkt sich hervorragend – macht ausgiebig Gebrauch davon

Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert – Joel Dicker

Es gibt Bücher, zu denen kehrt man gerne zurück. Die man nur widerstrebend beiseite legt, um sich im gleichen Moment darauf zu freuen, sie wieder zur Hand zu nehmen und weiterzulesen. Spannend, genau beobachtet und durchzogen von Erinnerungen, lässt dieser Roman, der fast ein Krimi sein könnte, keine Langeweile aufkommen, fesselt den Leser und obwohl er schon 700 Seiten umfasst, er hätte auch noch länger andauern können…Wunderbarer Schmökerstoff!

 

Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil – Juli Rautenberg

Ich habe schon länger immer mal wieder nach einem gemütlichen Beziehungsroman gesucht, etwas fürs Sofa, den Urlaub, mit einem gewissen Witz, ohne dabei platt zu sein, wie das ja leider oft passiert. Bei Juli Rautenberg wurde ich fündig: eine frische Schreibe mit Wortwitz, sympathische Protagonisten und der ganz normale (schonungslos ehrlich betrachtete) Beziehungswahnsinn. Hat mir Spaß gemacht!

Summer and the City – Candace Bushnell

Nachdem ich vom ersten Teil der Carrie-Diaries ja wirklich positiv überrascht und angetan war, habe ich diesen zweiten Teil freudig erwartet. Leider, leider – ja, es war nett an einem Nachmittag zu lesen. Es hatte ein paar hübsche Szenen und vorallem sind die Kennlerngeschichten von Carrie, Miranda, Samatha und Charlotte natürlich für jeden Fan der Serie wichtig. Aber es hatte nicht ansatzweise den Witz  des ersten Teils, es kam nicht richtig in einen Erzählfluß…schade, wirklich schade!