Wäre die ein oder andere Bloggerkollegin nicht so hartnäckig in ihrem Lob gewesen, ich hätte das Buch vielleicht doch wieder zur Seite gelegt. So stolperte ich über den für mich eher schwierigen Anfang hinweg: und verstand, was die positiven Besprechungen so lobten. Die Middlesteins sind eine spezielle Familie, ein Geflecht, was hier Schicht für Schicht enthüllt und seziert wird. Das ganze gespickt mit Witz und ein wenig Skurrilität: so entsteht dann ein Roman, dem ich verzeihe, dass wir am Anfang nicht zueinander fanden und den ich gerne gelesen habe.
Kategorie: A
Die Achse meiner Welt – Dani Atkins
Manchmal sollte man dann doch auf sein Bauchgefühl hören. Es ist nicht so, als ob dieser Roman nicht durchaus einige meiner Vorlieben bedient – und doch habe ich in Sachen Liebesroman mit Twist schon wirklich schöneres gelesen, was mich mehr berührt hat. Es war ganz nett zu lesen, ich war allerdings nicht allzu traurig, als ich es dann durchhatte. Definitiv Geschmackssache.
Nachts sind alle Schafe schwarz – Heike Abidi
Man könnte sagen – der Roman hat alles, was ein typisches “Frauenbuch” so braucht: Verwicklungen, drei unterschiedliche Frauencharaktere, ein bisschen Liebeswirren und Drama. Aber damit würde man dem Buch nicht gerecht werden: es besitzt vorallem jede Menge Witz, der es für mich aus dem Einheitsbrei der Unterhaltungsromane heraushebt. Die schräge Idee einer ganz neuen Esoterik-Schiene ist einfach köstlich, weil sie das Genre so auf den Punkt ironisch hochnimmt. Und die, von der anstrengenden Mutter einer Protagonistin, stets falschen Zitate gängiger Sprichwörter waren für mich ein herrlicher Lachfaktor.
Americanah – Chimamanda Ngozi Adichie
Ein hochaktueller Roman, der sich für mich durch gleich drei Dinge auszeichnete: er war intelligent, pointiert bis bitterböse und er behandelte ein Thema, was mir immer wieder vor die Füße gespült wird: Diskriminierung und Alltagsrasissmus (der oft etwas versteckte, den wir in unserer ach-so-aufgeklärten-Welt oftmals nicht sehen wollen und der doch so erschreckend verbreitet ist – immernoch!). Zu diesen Themen einen Text zu lesen, der zudem vom Handlungsverlauf her überzeugt, eine frische Stimme und eine authentische Protagonistin bereithält – das nennt man dann wohl einen Glücksfall in der Belletristik!
Blogger schenken Lesefreude – Welttag des Buches
Am 23.4.2013, dem Welttag des Buches, veröffentlichen alle teilnehmenden Blogger einen Beitrag, in dem sie ein Buch verlosen. Natürlich sind wir neugierig, warum ihr euch gerade für dieses Buch entschieden habt! Ist es ein Buch von einem Lieblingsautor, ein unentdecktes Buchjuwel, ein Buch aus Kindertagen oder ein Überraschungstitel?
Leser, die diese Bücher gewinnen möchten, kommentieren eure Beiträge. Verlost werden die Bücher am 30. April.
Heute ist es soweit: wiedermal ist der Tag, an dem das Buch und das Lesen gefeiert werden.
Auch pinkfisch.net nimmt an der Aktion “Blogger schenken Lesefreude” teil. Und zwar mit diesem Buch:
Sascha Lobo – Strohfeuer
weil ich fand, dass dieses Buch gut zu einer Online-Aktion passt, ist Herr Lobo doch selbst äusserst aktiv in der virtuellen Welt. Mehr zu Sascha Lobo gibt es hier!
Was ihr dafür tun müsst? Hinterlasst mir in diesem Posting einen Kommentar, warum ihr gerne dieses Buch gewinnen möchtet. Das Los entscheidet! Den Gewinner veröffentliche ich ab dem 30. April hier, derjenige hat dann eine Woche Zeit, sich bei mir zu melden.
Einen wunderschönen Welttag des Buches für alle!
Der Teezauberer – Ewald Arenz
Eine kleine, magische Novelle, ein Träumerstück über Tee, eine Liebesgeschichte.
Totenfrau – Bernhard Aichner
Wenn ich drei Wörter für dieses Buch finden wollte, würde ich die folgenden wählen: Heftig, schnell, hart. Denn Blum, die seit ihrer Jugend ihren eigenen Weg knallhart geht und als Bestatterin arbeitet, ist definitiv keine Frauenfigur für Zartbesaitete. Hier und da muss man schon einiges vertragen können und auch aushalten können. Mir hat der Krimi gut gefallen, auch wenn ich hier und da ein bestimmtes Stilmittel etwas zu viel fand, aber das hat dem recht atemlosen Lesen keinen Abbruch getan. Spannend, aber wie gesagt – nichts für sensible Leser.
Ehrlich & Söhne, Bestattungen aller Art – Ewald Arenz
Ein erfrischender, deutscher Roman mit viel Witz, ohne dabei flach zu sein. Mit einer skurrilen Familie, in der man doch oftmals selbst den eigenen Bruder, die Schwester, die Eltern erkennt. Mit Lausbubenstreichen, mit trockenem Umgang mit Leben und Tod. Wirklich eine Empfehlung wert!
Die Wahrheit und andere Lügen – Sascha Arango –
Der Plot sprach mich anfangs enorm an: auch die ersten Seiten versprachen einen angenehm durchkomponierten Krimi. Über die nächsten Kapitel verlor sich der erstmal gute Eindruck allerdings immer weiter, bis ich zum Schluss eher erleichtert war, das Buch zuklappen zu können. Im Nachgang las ich, dass der Autor sonst unter anderem für Fernsehproduktionen schreibt. Als Verfilmung könnte ich es mir besser vorstellen, als Buch bleibt es mir zu dürr, zu wenig.
Weihnachten in der Badewanne – Hrsg. Insel Verlag
Ich liebe Weihnachtsgeschichten. Und hier sah das Cover so nett aus, der Titel war Programm und die erste Geschichte begann witzig. Allerdings ging es danach steil bergab. Eigentlich gefielen mir im Endeffekt nur zwei Geschichten richtig gut, bei anderen suchte ich vergeblich den weihnachtlichen Bezug. Trotz namhafter Autoren kam hier bei mir keine weihnachtliche Stimmung auf. Schuss in den Ofen, leider…