Totenfrau – Bernhard Aichner

Wenn ich drei Wörter für dieses Buch finden wollte, würde ich die folgenden wählen: Heftig, schnell, hart. Denn Blum, die seit ihrer Jugend ihren eigenen Weg knallhart geht und als Bestatterin arbeitet, ist definitiv keine Frauenfigur für Zartbesaitete. Hier und da muss man schon einiges vertragen können und auch aushalten können. Mir hat der Krimi gut gefallen, auch wenn ich hier und da ein bestimmtes Stilmittel etwas zu viel fand, aber das hat dem recht atemlosen Lesen keinen Abbruch getan. Spannend, aber wie gesagt – nichts für sensible Leser.

Die Wahrheit und andere Lügen – Sascha Arango –

Der Plot sprach mich anfangs enorm an: auch die ersten Seiten versprachen einen angenehm durchkomponierten Krimi. Über die nächsten Kapitel verlor sich der erstmal gute Eindruck allerdings immer weiter, bis ich zum Schluss eher erleichtert war, das Buch zuklappen zu können. Im Nachgang las ich, dass der Autor sonst unter anderem für Fernsehproduktionen schreibt. Als Verfilmung könnte ich es mir besser vorstellen, als Buch bleibt es mir zu dürr, zu wenig.

Weihnachten in der Badewanne – Hrsg. Insel Verlag

Ich liebe Weihnachtsgeschichten. Und hier sah das Cover so nett aus, der Titel war Programm und die erste Geschichte begann witzig. Allerdings ging es danach steil bergab. Eigentlich gefielen mir im Endeffekt nur zwei Geschichten richtig gut, bei anderen suchte ich vergeblich den weihnachtlichen Bezug. Trotz namhafter Autoren kam hier bei mir keine weihnachtliche Stimmung auf. Schuss in den Ofen, leider…

Wenn die Wale an Land gehen – Kathrin Aehnlich

Diese Autorin hat eine besondere Gabe. Sie kann über Freundschaft schreiben wie kaum jemand sonst. Denn sie tut es mit Geschichten und Erinnerungen, so fein verwoben mit Schicksal und Gedanken. Ihre Figuren kommen mir ganz nah und ich wünsche mir, dass diese Autorin noch viel bekannter wird – denn ihre Bücher berühren mich einfach.

Die Listensammlerin – Lena Gorelik

Obwohl mir dieses Buch sehr gut gefallen hat, fand ich es schwer einen Leseeindruck zu formulieren. Stattdessen habe ich mir Stichpunkte gemacht und es auf später verschoben. In der Zwischenzeit hat die Klappentexterin auf ihrem Blog das ganze soviel besser gemacht als ich, dass ich fast schon den Leseeindruck unter den Tisch fallen lassen wollte…aber dafür fand ich das Buch dann doch zu gut. Daher – hier meine kleine Liste

  • Familienroman
  • Grischa
  • Listen, sympathisch, angenehm nerdig
  • gut lesbar
  • Verbindung zwischen Familie, Prägung,
  • Angst um Tochter, Krankheit, Beziehung der Eltern
  • Schreiben
  • der unbekannte Onkel, der schwarze Schaf, Politik

Kleine Biester – Rob Alef

Quasi-Krieg auf dem Schulhof, erbitterter Kampf um Bildung und die begehrten Plätze am Gymnasium. Schauplatz ist Berlin und einige Protagonisten, deren Ehrgeiz schon deutlich ungesunde Züge angenommen hat – als Schüler verschwinden und tot aufgefunden werden, wird es für die Polizei Zeit zu handeln… Ein bissiger Krimi, der mit den Klischees rund um Helikopter-Eltern und Ansprüchen der heutigen Zeit klasse jongliert. Unterhaltsam und mit dem ein oder anderen Seitenhieb herrlich böse.

Die Flüsse von London – Ben Aaronovitch

Schwierig. Am Anfang habe ich mich noch gekugelt, herrlicher Stil, britischer Witz und genau das richtige, für eine Wenig-Krimileserin, ein Krimi verpackt in schräges Geschehen und Übersinnliches. Leider wurde mir genau das dann irgendwann zuviel, zu überzeichnet, auch die Geschichte stagnierte und ich erwischte mich dabei, dass ich das Buch eher widerwillig zur Hand nahm. Ich glaube, für Fans von schrägem Humor und abgedrehten Figuren ist es ganz sicher eine Empfehlung, ich war irgendwann einfach etwas ermüdet. Ob ich den anderen Bänden noch eine Chance gebe, mal schauen.

Der Stundenzähler – Mitch Albom

Leider ist Albom eher Reporter, als Schrifsteller. Ich merke das wirklich deutlich: bei seinen beiden Büchern, bei denen er sich einer wahren Begebenheit annähert, mit lebenden Personen in Kontakt kommt und Recherche betreibt, bin ich begeistert. Versucht er, eine erfundene Geschichte zu schreiben, liest sich das für mich eher anstrengend. Obwohl die Ideen dahinter immer ganz schön sind, kann er es für mich nicht so transpotieren, wie er es in den beiden oben genannnten Büchern tat. Es bleibt an der Oberfläche. Schade!