Cassia & Ky: Die Flucht – Ally Condie

Wie immer schwierig über eine Fortsetzung zu schreiben ohne zu spoilern, daher in gewohnter Kürze: für mich ein würdiger Nachfolger, etwas schwächer als der erste Band, damit aber immer noch packend, spannend und vorallem enthüllt sich hier einfach nochmal mehr, wieviele unterschiedliche Kräfte rund um die Gesellschaft in der Cassia & Ky leben wirken. Ich habs wieder in einem Rutsch gelesen, klasse Jugendbuch-Unterhaltung, wieder sticht die Geschichte aus den Massen der Dystopien, die der Markt gerade so hergibt heraus. Und wieder will ich wissen – wie geht es weiter?

Dash und Lilys Winterwunder – Rachel Cohn/David Levithan

Wenn eine süße, romantische Wintergeschichte gesucht wird, mit ein paar popkulturellen Anspielungen, einer charmanten Mischung aus überdreht-niedlicher weiblicher Protagonistin mit schräger Familie und ernsthaftem, sich selbst etwas zu ernst nehmendem männlichen Buchliebhaber – zugreifen. Die Idee des Buches, eine Art Spiel das beide quer durch New York führt, ist eigentlich ganz schön. Aber die große Verzauberung blieb nach anfänglicher Begeisterung bei mir aus. Was vorallem daran lag, das es mir irgendwann zu überdreht wurde. Lustigerweise geht es mir wohl konträr zu anderen Meinungen: viele fanden Lilly ganz entzückend und Dash eher seltsam, ich fand Dash toll und Lilly eher anstrengend. Es ist dennoch ein nettes Jugendbuch, schöner Winterschmöker und wer eine romantische Ader hat, kommt sicherlich auf seine Kosten!

Das also ist mein Leben – Stephen Chbosky

Als ich im Nachgang den englischen Titel erfahren habe, dachte ich nur: Das passt noch viel besser! “The Perks of Beeing a wallflower”. Denn genau das ist Charlie, der Protagonist – schüchtern und introvertiert, nicht unbeliebt aber er fällt auch nicht weiter auf. Das Buch besteht aus Briefen die Charlie schreibt. Man weiss nicht an wen, das ist aber auch nicht weiter wichtig.

Wie hier über das Erwachsenwerden geschrieben wird, das dazugehören wollen, die schwierigen Entscheidungen, den ganz normalen Highschool-Wahnsinn – das hat mich total durchgeschüttelt – ich habe schon lange nicht mehr bei einem Buch geweint, hier mehrfach. Chbosky schafft es einen Ton anzuschlagen der mir ganz tief durchgeht – jedem der sich mal unverstanden fühlte oder einsam war, wird es ebenso gehen. Aber nicht nur das – dieses Buch rührt auch ein äusserst sensibles Thema an, das erst nach vielen Schichten zu Tage gefördert wird. Und man möchte Charlie einfach in den Arm nehmen und sagen: Es wird gut. Du bist gut, wie Du bist. Für mich eines der Bücher die tief unter die Haut gehen und was man immer wieder aufschlagen wird. Und so schön, das man spürt wie Charlie langsam aus seinem Schatten heraustritt, je mehr Briefe er schreibt – ihn dabei zu begleiten – eine Ehre!

Leseprobe

Die Klatschmohnfrau – Noëlle Châtelet

Hier möchte ich mit ein paar Zitaten beginnen – da ich es mit einem Lesekreis gelesen habe, habe ich folgendes dazu notiert:

Ein Stoßseufzer der Seele im Reinzustand (S.32)

Was hat dieser erschöpfte Körper, der sie hemmt und hindert, mit der Leichtigkeit ihrer Seele gemein, die zu allen kühnen Taten bereit ist? (S.60)
Sie muss das Leben wittern (S.75)

Für mich einer der schönsten Sätze des Buches!

Einfach ein ganz feines, kleines Buch. Ein schönes Geschenk. Und es kommt auch so versöhnlich daher, ohne sich dabei anbiedern zu wollen, das gefällt mir. Ich habe die wunderhübsche Leinenausgabe gekauft, die es gerade als Sonderedition gibt und diese eignet sich perfekt zum Verschenken!

Die Komplizin – Eireann Corrigan

Als Finn und Chloe die Entführung von Chloe vortäuschen, geht nur anfangs alles “gut”. Und Finn befindet sich im Zwiespalt – noch viel mehr, als ein Mitschüler verdächtigt wird, Chloe etwas angetan zu haben… Zunächst mal hält man hier einen richtig gut gemachten Jugendkrimi in den Händen. Aber in dem Buch steckte, wie ich erfreut festgestellt habe, durchaus noch mehr. Die Frage, wieviel eine Freundschaft aushalten kann und auch warum sie entsteht – und wann aus Spiel Ernst wird  ist hier äußerst spannend behandelt worden. Gerade dieser nachdenkliche Part macht für mich das Besondere dieses Buches aus.

Léon und Louise – Alex Capus

Dieses Buch hat mich bezaubert – durch einen leichten (aber nicht seichten) Erzählstil und Figuren die sich einprägen – ich sehe da so viele Bilder vor meinem inneren Auge entstehen. Obwohl es zur Besatzungszeit in Frankreich spielt verliert es nie diese gewisse Leichtigkeit. Einfach ein toller, prallvoller Roman einer ganz besonderen Begegnung und Liebe. So stelle ich mir einen gelungenen Roman vor!

Zoë – Clay Carmichael

Allein das Cover dieses Buches hat mich sofort angesprochen. Noch dazu Hanser, ein toller Verlag der grade bei Jugendbüchern sehr oft bereits meinen Geschmack getroffen hat – auch hier wieder! Die zwölfjährige  Zoë die nach dem Tod ihrer Mutter zu ihrem Onkel Henry (einem ausgemachten Eigenbrötler) zieht, hat es mit ihrem Onkel nicht grade einfach getroffen. Er kennt sich mit Jugendlichen nicht aus – sie ist den mürrischen, schweigsamen Mann nicht gewohnt. Wie sich zwischen den beiden nach und nach Nähe entwickelt, beide lernen die Grenzen des anderen zu erkennen und ihm einen Teil ihrer eigenen Welt zu zeigen – das liest sich sehr zart und besonders.

Das Portal – John Conolly

Hier fällt es mir etwas schwerer, einen Eindruck zu geben. Mir hat sehr viel an dem Buch gefallen: die leichten Anleihen in der Physik und anderen Naturwissenschaften, der Hauptheld, den der 11jährige Samuel darstellt, sehr viele witzige und mit schwarzem Humor gespickte Szenen. Trotzdem hatte das Buch immer mal wieder kleine Längen wo ich dachte: Mensch, das muss doch nicht sein! Fand ich ein wenig schade. Trotzdem, auf diesem Gebiet habe ich seit Bartimäus nichts Gutes mehr gelesen und unterhalten hat es mich jedenfalls!

The Hunger Games: Mockingjay – Suzanne Collins

Tja, wie schreibt man über den dritten Band ohne zu spoilern…er war ein recht guter Abschluss der Serie, ich habe mich aber (sicherlich auch weil ich mit der englischen Sprache zu kämpfen hatte) etwas schwergetan. Im großen und ganzen war ich zum Schluss wieder versöhnt – es hat aber lange nicht soviel Fahrt aufnehmen können wie die beiden vorigen Bände, auch haben mir manche Handlungsstränge aus den vorigen Bänden gefehlt. Insgesamt finde ich aber die Tribute von Panem immer noch äusserst lesenswerte Jugendbücher die auch viele Erwachsene noch in ihren Bann schlagen werden – und auch viele Fragen aufwerfen.

Cassia & Ky: Die Auswahl – Ally Condie

Dieses Buch habe ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen: es ist absolut fesselnd geschrieben, besitzt alles was eine packende Jugendbuch-Dystopie braucht: eine andere Welt, die erstmal fremd aber doch erschreckend real wirkt, eine mutige Heldin und eine Liebesgeschichte. Doch am wichtigsten: Fehler im System…man kann schwerlich aufhören zu lesen und Condie hat mich definitiv am Haken – ich will wissen wie es weitergeht, finde das die nächsten Bände noch viel Potential haben und freue mich sehr darauf zu erfahren wie es weitergeht mit Cassia und Ky – und dem System … Ganz sicher eine Empfehlung fürs Jugendbuch, wer Himmel&Hölle, Tribute von Panem oder Numbers mochte sollte hier unbedingt zugreifen!