Jetzt ist Heute – Kora Decker

Kora Decker beschreibt, wie sich ihr Leben verändert, nachdem sie an Brustkrebs erkrankt ist. Solche Bücher empfinde ich als schwer zu rezensieren – sind die meisten doch keine Schriftsteller, deren Stil man vielleicht kritisieren würde – es geht viel mehr um Inhalte. Ich würde sagen: viel Einblick für Menschen, deren Freunde oder Verwandte auch an Krebs erkrankt sind. Eine ganz eigene Art von Auseinandersetzung mit der Krankheit – es gibt für jeden nur eine Art und die muss jeder für sich selbst finden. Frau Decker hat mit Humor und mit sehr viel Willen um das Leben gekämpft. Das hat mir imponiert. Ich wünsche ihr von Herzen das alles gut bleibt.

Die Physiker – Friedrich Dürrenmatt

Endlich hatte ich mal Zeit für dieses Werk, zu meiner Schulzeit wurde das nämlich leider nicht gelesen. Was ein herrliches Stück! Ich habe die Protagonisten gradezu vor mir gesehen, möchte das unbedingt mal im Theater sehen. Wer ein kurzweiliges, intelligentes, witziges Stück haben möchte: Voila! 3 “verrückte” Physiker in einer Nervenheilanstalt…und nichts ist so, wie es eigentlich scheint. Witzig, schnell gelesen, es gibt keinen Grund, es nicht zu lesen

Sorry – Zoran Drvenkar

Ein heftiges Buch, das muss man schon sagen. Auf den ersten paar Seiten war ich schon ganz schön fertig. Der Anfang gestaltet sich etwas nebulös, dann kommt die Geschichte in Fahrt und reisst einen mit …böse, sehr spannend und ja..verdammt guter Thriller! Gut gemachte Figuren und Geschichten – eigentlich fängt alles ganz harmlos an. 4 Freunde gründen eine Agentur, die sich für andere entschuldigt – das Geschäft läuft gut. Bis sie sich eines Tages für etwas entschuldigen sollen, was moralisch und ethisch völlig gegen ihre Vorstellungen läuft…

Kleine Vogelkunde Ostafrikas – Nicholas Drayson

Mal etwas ganz anderes. Sehr charmant erzählte Geschichte von Mr. Malik, der seit Jahren die Vogelführerin Rose, die wie er selbst verwitwet ist, verehrt. Heimlich allerdings. Als der angeberische Harry Khan, ein ehemaliger Schulkamerad (der ihm so gar nicht in guter Erinnerung geblieben ist) allerdings auch ein Auge auf Rose wirft, soll eine Wette das Problem gentlemanlike lösen…während Khan alle Regeln umgeht und scheinbar damit durchkommt, geht bei Malik schief, was nur schiefgehen kann – ob er sich davon entmutigen lässt? Wer gewinnt am Ende das Herz von Rose?

Dieser kurze Roman ist äußerst amüsant, sehr gut beobachtet und einfach toll erzählt. Fand ich klasse!

Emily sein oder nicht sein – Anne Donovan

Irgendwie hatte ich was ganz anderes erwartet, weniger Drama, mehr Jugendroman. Ich kann das Buch ganz schwer fassen – ich hab es gerne gelesen, fand die Story an sich gut, aber manchmal dachte ich auch nur noch – wo führt das nochmal hin? Ein bisschen ist sicher der etwas anderslautende Klappentext schuld…Fazit: Ich fands gut, find es aber schwer zu empfehlen…

Stille in Montparnasse – Ariel Denis

Mhm, schwer zu sagen. Es ist ein Monolog, um Musik, die großen Themen des Lebens, eine Hommage an einer verstorbenen Freund, ein wenig Schrulligkeit…was mir sehr gut gefällt ist, wenn der Erzähler sich so in sein Erzählen hineinsteigert, immer “schneller” wird. Andere Passagen sind eher zähflüssig, nicht für “Publikum” geschrieben. Es ist kein sehr langes Buch und es hat irgendwie was – aber es ist nichts für “mal eben”.

Mädchenmörder – Thea Dorn

Heftig, Heftig und nochmal Heftig. Aber gut, so gut. Der Titel sagt ja schon einiges, ich möchte auch an sich nichts zum Inhalt sagen, sonst geht die Spannung flöten. Thea Dorn schafft es mit Andeutungen, ohne groß ins Detail gehen zu müssen, sehr krasse Geschehnisse zu beschreiben. Ich fand es wirklich ziemlich hart – aber auch unheimlich spannend (in jedem von uns steckt ja doch die Neugier..). Nichts für Zartbesaitete, ansonsten aber Empfehlung!

Einmal Buddha und zurück – Anne Donovan

Mich hat das Buch sehr angesprochen, interessiere ich mich doch auch momentan strak für den Buddhismus. Eingewebt in eine Geschichte, aus den unterschiedlichen Perspektiven der Familie heraus erzählt, wird hier von Jimmy, Malermeister aus Glasgow berichtet, der eigentlich anfangs nur statt in den Pub zum Meditieren geht – aber nach und nach schleichen sich die Lamas immer mehr in sein Leben. Das diese Veränderungen nicht ohne Spannungen abgehen ist klar. Ich fand es sehr gut zu lesen ohne dabei “seicht” zu sein, fand die Interaktionen spannend (zum Schluss hin etwas weniger, aber ein offener Schluss passt auch irgendwie “besser”) und nebenbei lernte ich auch noch ein bisschen was rund um Buddhismus. Mir hat es wirklich gut gefallen, die Autorin hatte nicht umsonst für diesen Debütroman einige Preise eingestrichen.